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Kategorie: Internes

Probleme

Wenn ich so um die hundertzwanzig oder hundertdreißig fahre und will mal fix auf hundertfünfzig beschleunigen, macht es kurz ruck – und dann passiert nichts mehr. Der Motor hat keine Lust mehr und die dazu gehörige Elektronik schaltet in den Notlauf. Im fünften Gang ist dann bei hundertzwanzig Kilometer pro Stunde Endstation. Also eine Art Begrenzer. Nein, nicht bei dem Lkw, den ich fahre.

Gemeint ist mein Pkw. Ein wunderbarer Saab. Genauer ein 9.3. Mittlerweile stehen 200 000+ auf dem Kilometerzähler. Weit mehr als die Hälfte davon, leistete er in meinen Diensten. Und das fast ohne Probleme. Neue Bremsbelege waren mal fällig, auch Radlager. Also ausschließlich Verschleißteile. Die regelmäßigen fälligen TÜV-Termine bereiteten mir keine Angst. Wozu auch.
Ich wußte vorher, dass der Gutachter nichts zum Mäkeln findet. Schwedische Wertarbeit halt.

Aber irgendwann passiert es halt: Die ersten wirklichen Probleme tauchen auf. Als erstes wollte das Heizungsgebläse nicht mehr. Nichts lebensnotwendiges, aber trotzdem belastend. Im Sommer bei dreißig Grad Aussentemperatur während eines Staus auf der Autobahn zu stehen, ist da schon eine gewisse Qual. Man ist halt Luxus gewohnt.
Also ab in die Werkstatt. Das wechseln des Gebläsemotors kostete nur knapp fünfzig Euro. Aber das Teil selber, oh je. Knapp 370 Euronen verlangt Opel dafür.

Nun also das Problem mit dem Notlauf. Es liegt wohl am AGR-Ventil. Zumindest zeigt eine Analyse dieses als Fehler an.
Das Wechseln ist kein Problem. Bei Saab kommt man da gut dran. Aber der Preis. Da sind wieder ein paar Hunderter fällig.

Das ist aber nicht alles. Auch diverse Elektronikprobleme quälen mich und den Saab in unserer Fahrfreude. Mal funktioniert die Wegfahrsperre nicht, dann macht die Zentralverriegelung nicht das was ich will – nämlich die Türen zu öffnen – oder während der Fahrt spielen die Instrumente verrückt.
Da kann es nur ein simpler Kabelbruch sein. Oder eben auch das Steuergerät. Ersteres ist preiswert, aber schwer zu finden. Beim zweiten, tja, die Preise kennt jeder.

Saab

Ich habe auch wenig Lust, hunderte Euro in ein Auto zu stecken, welches seine Hochzeit schon hinter sich hat. Auch wenn ich dran hänge. Also irgendwie schon. Aber letztlich ist es doch nur ein Gebrauchsgegenstand.
Was bleibt mir also übrig, mich wieder einmal auf die Suche zu begeben. Das Internet bietet dafür ja tolle Möglichkeiten.

Der erste Anlaufpunkt ist logischerweise hier. Marke, Alter, Kilometerstand etc. eingrenzen und schon wird einem eine Vielzahl Autos präsentiert.
Einen Saab würde ich mir ja schon gerne wieder kaufen. Aber die Preise für gut erhaltene Exemplare mit annehmbarer Laufleistung liegen noch jenseits von gut und böse. Denn mal ehrlich. Wer gibt für einen Gebrauchsgegenstand welcher nicht mehr hergestellt wird, einen fünfstelligen Betrag aus?

Meine erste Wahl fiel deshalb auf einen Mondeo, Baujahr 2009, Diesel natürlich. Der sollte knapp 8 000 Euro kosten. Standort war ein Markenhändler in Osthessen. Der Verkäufer meldete sich am Telefon, seine erste Frage war, ob ich ein gewerblicher Käufer wäre. Das verneinte ich natürlich. Dann kam die Aussage, dass das Auto im Kundenauftrag verkauft wird.
Klar, was auch sonst. Somit kann die Gewährleistung gänzlich ausgeschlossen werden. Eine Gebrauchtwagengarantie würde man eh nur auf VW und Audi geben. Ich hab dann das Gespräch beendet.

Nächstes Auto, wieder ein Mondeo. Diesmal Baujahr 2008, der stand in Westthüringen. Das telefonische Gespräch mit dem Händler verlief positiv. Wir einigten uns auf einen Termin Samstagvormittag.

Eine freie Werkstatt, mit einigen Gebrauchten davor. Mittendrin der Ford. Silber, Kombi, gute Ausstattung mit knappen hunderttausend Kilometer Laufleistung. Der Preis lag bei 7 400 Euro. Er sah gepflegt aus, leider nur mit Sommerreifen. Aber das wäre verschmerzbar gewesen.
Der Händler übergab mir die Schlüssel, kümmerte sich dann um einen anderen Kunden. Das war mir durchaus recht. So hatte ich genügend Zeit, mir die Kiste anzuschauen.

Erstes Manko? Die Sitzheizung funktionierte nicht. Wieder nur ein Luxusproblem, aber wenn es dieses Extra gibt, will ich es auch haben und nutzen. Erst recht bei Ledersitzen. Dann fiel mir ein leichter Knick in der B-Säule auf. Selbst der Lack platzte schon ab. Also Kofferraumdeckel geöffnet, Matten angehoben und unterschiedlich gespachtelte Stellen entdeckt. Also ganz klar ein Unfallwagen.

Mittlerweile trat der Händler dazu. Auf den eventuellen Unfall angesprochen, gab er sich ahnungslos. Plötzlich wäre auch keine Probefahrt mehr möglich. Die Überführungskennzeichen hätte er am Tag zuvor verliehen und würde diese erst Montag zurück bekommen. Schon klar.
Also bin ich wieder ohne Kauf davon gefahren.

Was ich demnächst für ein Auto fahre, weis ich noch nicht. Klar ist nur, dass die Suche nicht leicht wird. Trotz hunderttausender Pkw, die auf Gebrauchtbörsen im Internet zu finden sind. Aber genau diese Auswahl macht einen wählerisch. Also überrsche ich mich mal selbst.

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Aller guten Dinge sind drei? Nicht in diesem Fall! Eine kurze Nachlese.

Jetzt kann ich’s ja sagen: Ein bisschen stolz war ich schon, vor einigen Wochen. Als es mein Blog neben vierzehn anderen in die Endauswahl zum „Auto Blog of the Year„, kurz „Aboty“ geschafft hat. Auch wenn ich von solchen „Schwanzvergleichen“ eigentlich wenig halte. Das liegt vielleicht auch daran, dass die Nische in der ich blogge, überschaubar klein ist. Eine wirkliche Konkurrenz gibt es nicht.

Trotzdem fand ich es spannend, mich mit anderen Bloggern messen zu dürfen. Auch wenn Schrauber-, Tuning- oder Autotestblogs in eine ganz andere Richtung als mein Weblog gehen. Aber der Wettbewerb zählt. Wenn er denn stattfindet.

Und genau das ist das Problem. Einen fairen Wettstreit gab es nicht. In den ersten Tagen war die Abstimmungsseite nur gelegentlich erreichbar. Performance Probleme hieß das Stichwort. Das darf vielleicht bei meinem kleinen Blog, der einen Massenhoster sein zuhause nennt, mal passieren. Aber selbst da ist es ärgerlich. Für mich und für Euch.
Bei der Seite einer Firma, die Versicherungen verkaufen will, ist das peinlich. Erst recht, wenn dieser Wettbewerb eigentlich eine Werbeveranstaltung ist. Denn pünktlich bis zum 30. November ist es möglich, die eigene KFZ-Versicherung zu kündigen. Und sich eine neue zu suchen. Wie etwa die, die diesen Blog Content durch führt.

Natürlich darf man auch die Blogger kritisieren, die da mitmachen. Also sich quasi vor den Karren spannen lassen. Die freiwillig Werbung machen, ohne eine sichere Gegenleistung zu bekommen. Ausser natürlich, auf der Abstimmungsseite genannt zu werden. Neue dauerhafte Leser bekommt man dadurch aber kaum.
Dann gibt es auch noch die Gewinne. Einmal fünfhundert, einmal tausend und einmal zweitausend Euro. Viel Geld, aber für kleine Freizeitblogger wie mich völlig utopisch.

Was bleibt ist das Prestige, in die Endauswahl gekommen zu sein. Nur habe ich mich schon gefragt, ob es das wert ist. Erst recht, als nach den Erreichbarkeitsproblemen ein anderes auftauchte. Nämlich das die Abstimmung angeblich manipuliert wurde.

Ein Witz? Nein! Die ausführende Agentur hätte Manipulationsversuche festgestellt. Von einem BOTnetz wurde ein Blog ständig mit 5-Sternen bedacht, alle anderen wurden mit 1-Stern Bewertungen ab gevotet. Das habe ich zumindest hier >>> gelesen.
Ob das so stimmt? Keine Ahnung.
Welcher Blog das gewesen sein soll, weis ich nicht. Vom Wettbewerb ausgeschlossen wurde keiner. Auch so eine kleine Randnotiz. Es wird – angeblich – beschissen, hat aber kaum Konsequenzen. Ausser die, dass Ergebnis zu bereinigen. Man filterte also die unechten Stimmen aus. Oder versuchte es zumindest. Ansonsten blieb alles so wie gehabt.

Es durfte also weiter abgestimmt werden. Ich animierte Euch, die Leser meines Blogs und die „Fans“ „meiner“ Facebookseite, mir immer wieder fünf Sterne zu geben. Mehrere andere Bekannte, die ich sehr schätze, teilten dieses auf Ihren Facebookseiten. Eine von denen hat über 40 000 Likes, eine zweite mehr als 12 000.
Trotzdem kam mein Weblog nie über zwei Sterne hinaus. Tja.

Das Fazit? Es gibt eine Rangliste der fünf erstplazierten Seiten. Aber keinen Sieger. Das finde ich ein Stück weit gerecht. Die Preisgelder werden gespendet. Eine Mehrzahl der teilnehmenden Blogger hätte sich dafür ausgesprochen. Auch ich.

Mein Fazit? Dieser Wettbewerb ist clever. Für die veranstaltende Versicherung. Auch wenn er total in die Hose ging. Aber auch schlechte Werbung bringt einen ins Gespräch. Der Co-Veranstalter – MotorTalk.de – hat sich wohl zurück gezogen. Die wollen also bei zukünftigen Votings zum „Auto Blog of the Year“ nicht mehr mitmachen. Das widerum finde ich feige. Mitgefangen, mitgehangen. Sprich, die versuchen nicht mal, es beim nächsten Mal besser zu machen.

Der ebenfalls teilgenommene „mein-auto-blog“ titelte in einer Überschrift: „Wie DirectLine die Autoblogs mißbraucht!“ Das ist totaler Quark. Wir alle haben uns missbrauchen lassen. Nach Bekannt werden der angeblichen Manilulationsvorwürfe hätten wir alle darauf drängen sollen, diesen Wettbewerb zu beenden. Nur hat das keiner gemacht. Auch ich nicht. Leider. Denn alle, die abgestimmt haben, wurden betrogen.

In der Liste der fünf bestplazierten Blogs taucht „TruckOnline“ nicht auf. Wo er letztlich gelandet ist? Keine Ahnung. DirectLine hüllt sich in Schweigen. Ich danke trotzdem allen, die für meinen Blog gestimmt haben. Ihr seid eh die besten…

Andere Stimmen:

Versicherungsbetrug?: Wie DirectLine die Autoblogs mißbraucht!
Das Ergebnis der Wahl zum Auto Blog of the Year – Was ein Kuddelmuddel!
Auto Blog of the Year: Ein Nachtrag
Auto Blog of the Year: Das Endergebnis
Ihr habt gewählt und trotzdem gibt es keinen Sieger

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Sie haben Post

Mich erreichte seit gestern u.a. diese eMail:

Das was du gestern auf deiner Facebookseite geschrieben hast, war nicht nett. Ich meine das über den Andreas Schubert. Ich habe dich bisher immer für einen korrekten Kollegen gehalten. Aber gestern das war schon arg grenzwertig. Trotzdem nichts für ungut.

Das muß ich kurz erklären: Freitagabend postete ich auf Facebook einen kurzen Beitrag. Dieser bestand aus einem Satz und einem Bild, welches schon mehrere Jahre alt ist. Also eigentlich nix besonderes. Hier ist es:

ich im tunnel

Der bezog sich auf einen Statuseintrag von Deutschlands zweitbekanntesten Trucker. Andreas S. fotografierte letzte Woche seinen Lkw in genau diesen Tunnel aus fast der gleichen Position. Das fand ich so cool, da drauf mußte ich einfach antworten.

Eines habe ich aber nicht bedacht. Das waren die Reaktionen, die da drauf folgten. Manche fanden meinen Spruch gut, andere nicht. Die ihn nicht so toll fanden, bezeichneten mich in persönlichen Nachrichten und auch eMails u.a. als „Lappen“, „Neidhammel“ oder noch ärgeres. Aber das passt schon. Das stört mich nicht.

Nur eines macht mich etwas nachdenklich. Einige Tage vorher teilte ich den Aufruf einer Kollegin. Sie bittet darum, Ihr Überraschungspakete zu schicken, um diese dann auf dem Weihnachtsmarkt in Siegen zu veräußern. Den Erlös daraus übergibt Sie dem „Kinder- und Jugendhospiz Balthasar“ in Olpe.
Dieser Beitrag bekam gerade einmal fünf Likes. Irgendwie traurig.

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Endspurt

Der Endspurt zur Wahl des Auto Blog of the Year 2015 beginnt. Bis einschließlich Mittwoch dürft Ihr noch abstimmen. Scrollt runter bis zu „T“ wie „TruckOnline“ und belohnt Euren Lieblingsblog mit fünf Sternen. Die „findet“ Ihr unter dem Screenshot meines Blogs.
Also alles ganz einfach.

directline.de/blog/auto-blog-of-the-year-2015/

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Also, bremst die Autoblogger aus >>> 5 Sterne für den einzigen Fahrerblog in der Liste…

Danke!

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Mein Blog wurde nominiert: Zum Autoblog of the Year 2015

Zum mittlerweile dritten Mal haben der Versicherer „direct line“ und die Community „Motor Talk“ dazu aufgerufen, den Autoblog des Jahres zu wählen. Von den fast achtzig eingereichten Vorschlägen wurden fünfzehn nominiert.

Einer von diesen ausgewählten ist mein Blog. Schon in die engere Auswahl zu kommen, finde ich cool. Ehrlich. Danke an den- oder diejenigen, die meinen Weblog vorgeschlagen haben. Das zeigt mir, dass ich die besten und treuesten Leser der Welt habe.

Blog of The Year

Aber genug mit der Lobhudelei. Denn jetzt steigt die Spannung richtig. Und dazu brauche ich Euch erst recht. Auf dieser Seite >>> sind alle nominierten Blogs alphabetisch aufgelistet. Meinen findet Ihr weiter unten unter „T“ wie „TruckOnline„.

Abstimmung

Unter dem Screenshot seht Ihr Sterne. Die Höchstzahl ist logischerweise fünf. Gibt man weniger Sterne, fällt der Blog in der Wertung zurück. Also eigentlich ganz einfach. Jeder kann einmal pro Tag für jeden der gelisteten Blogs eine Stimme abgeben. Seit dabei bitte fair und stimmt für die Seite ab, die Euch am besten gefällt. Natürlich hoffe ich, dass das meine ist.

Abstimmen könnt Ihr bis zum 18. November 2015. Hier ist noch einmal der Link: directline.de/blog/auto-blog-of-the-year-2015

Tja, dann bleibt mir nur noch eines: Nämlich mich bei Euch zu bedanken…

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Die Lage am Kanal

Die Lage in und um Calais beschäftigt mittlerweile auch die deutschen Medien. Was allerdings bei der Berichterstattung komplett untergeht, ist das Chaos auf der anderen Seite des Ärmelkanals.
Stefan Musik, Lkw-Fahrer aus Schweinfurt, stand letzte Woche in England:

Ich möchte auf diesem Weg einmal darauf aufmerksam machen, mit welchen Umständen wir Fahrer zu kämpfen haben. Ich stehe auf der M20, 44 Kilometer vor Dover und warte darauf, irgendwann mal auf eine Fähre zu kommen um nach hause fahren zu können.

Man hört in den Medien immer was von den Imigranten, die versuchen über den Eurotunnel von Frankreich nach England zu gelangen. Wer erzählt mal was von uns? Das wir Stunden oder Tage aufgereiht auf der Autobahn stehen, ohne eine Möglichkeit aufs Klo zu gehen oder zu duschen oder etwas warmes zu Essen zu bekommen, dass interessiert scheinbar niemanden.

Stau M20 vor Dover

Zu allem Überdruss werden die Touristen von den Fährgesellschaften bevorzugt behandelt und dürfen an uns vorbei in den Hafen fahren. Aber das ist ja auch verständlich, die wollen ja in den Urlaub fahren.
Wir wollen ja nur nach hause zu unseren Familien, die wir eine ganze Woche nicht gesehen haben oder manche Kollegen vieleicht mehrere Wochen nicht. Wir, die dieses Europa am laufen halten und mit allem versorgen was es benötigt zum leben werden behandelt wie der letzte Dreck.

Blinde Passagiere im Lkw

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Das Arschloch im Käfig

Michael Schmalz ist ein netter, sympathischer Kollege, den ich durch und über die Actie kennen lernen durfte. Gestern mußte er ins Saarland. Aber lest selber…:

Ich hatte gestern den Aufrag im Saarland beim Schenker 33 leere Europaletten abzuladen. Als ich zur Einfahrt zu einer riesengroßen Halle komme, halte ich vor einer Schrankenanlage. Einfahrtschranke gab es nicht mehr, die Ausfahrtschranke war zu und an der Schranke war ein Warndreieck befestigt. Ich hätte das als Zeichen sehen und umdrehen sollen.

Links von den Schranken war ein kleines Gebäude und da stand groß ein Schild „Anmeldung“. Ich raus und möchte durch die Tür, abgeschlossen. Wieder rein in den Lkw, starten und das Gelände entern. Links waren Parkplätze auf denen ca. 8 Lkw parkten und darin saßen die Fahrer, die neugierig schauten. Die Straße weiter war ein Bürogebäude an der großen Halle angebaut. Da stand schon ein Lkw. Als ich dann hinter dem geparkt habe, sah ich ein großes Schild, „Fahreranmeldung“. Super! Jetzt bin ich richtig!
Raus aus dem Lkw, fröhlich und motiviert auf die „Fahreranmeldung“ zu gegangen. Und was mußte ich feststellen? Tür abgeschlossen!
Haben die mich kommen gesehen und sicherheitshalber alle Türen veriegelt!?

Ok, so schnell gebe ich nicht auf. Am Haupteingang vorbei, der natürlich auch verschlossen war, sah ich eine Lagertür. In der Ecke saß ein rauchender Mann. Immer noch fröhlich habe ich ihn gegrüßt und gefragt, wo man sich hier anmelden kann.
Antwort, hier durch die Lagertür im Käfig! Käfig!? Ok, mal überraschen lassen. Tür auf und wo steht man? In einem Käfig! Ca. 2 auf 2 Meter. Eine große Halle in der einiges an Betrieb ist. Rechts, Richtung Rampen stehen 2 Stehtische, wo 2 Leute stehen, die irgendwelche Papiere ausfüllen. Wieder grüße ich freundlich und frage, ob sie hier dazugehören oder ob ich klingeln muß.
Ein Mann, der sicher schon eine Weile in Rente ist, gibt mir brummig die Antwort, Nein klingeln. Ok, Danke. Neben der Klingel ein Schild, Zolllager. Ok, deshalb diese Sicherheitsmaßnahme, daß alle Türen verschlossen sind und die Fahrer lieber hinter Gittern sich vom Leib hält.

Also, klingeln! Schaue mich um, ob das irgendjemand registriert hat. Hm! Jeder da drin arbeitet ohne Reaktion weiter. 1 Staplerfahrer ladet, ein anderer bringt ihm die Paletten zum laden. Links in der Halle nimmt ein Staplerfahrer Paletten vom Band und stellt diese Paletten auf noch eine Palette. Nach ca. 10 Min des Rumstehens kommt der Staplerfahrer vom Band angefahren und sagt mir, daß ich warten muß!
Ok, Danke schön. Danke für die Info.

Nach nochmal ca. 10 Min. kommt ein anderer Staplerfahrer zu den 2 Leuten am Stehtisch. Redet mit denen und kommt dann zu mir. Wie wir Fahrer ja so oft erleben, ohne zu Grüßen: “Und was willst du?“ „Guten Morgen, ich soll hier 33 leere Paletten auf das Konto der Spedition xxx abladen!“
„Jetzt gehst du raus, ziehst dir eine Warnweste an, dann kommst du rein und wir machen die Papiere!“ „Ok, bis gleich“. Voll motiviert und mir einredend, daß die ja an meine Gesundheit denken und gesehen haben, daß mir Bewegung gut tut, laufe ich zum Lkw, um die Warnweste anzuziehen.

Als ich wieder den Käfig betrete, stand am Stehtisch immer noch mürrisch schauend das ältere Männchen, aber vom Staplerfahrer keine Spur. Ok, mir einredent, daß er sicher gleich wieder kommt, warte ich. Hinter mir geht die Tür auf und ein Fahrer kommt rein. Er setzt sich gleich auf die Bank die links im Käfig steht.
OH, sage ich, du kommst öfters hier her. Du weißt, daß das dauert und setzt dich gleich.

Er lacht und beim reden bemerke ich, daß es ein Holländer ist. Ja, sagt er das ist ein Scheiß Laden. Inzwischen sind wieder ca. 10 Min vergangen und keiner kommt.

Also klingel ich nochmal. Nichts, keine Reaktion. Ich stehe da und schüttel den Kopf. Sagt der Holländer, sag was du denkst. Ok, sage ich. Ich komme mir vor wie ein Arschloch im Käfig. Ignoriert, nicht beachtet, einfach wie ein Arschloch.
Sagt er, ja das ist aber normal hier. Dann erzählt er, daß er vor 2 Wochen 8 Std an der Rampe stand. Was? 8 Std? Warum das. Sagt er, naja als ich an die Rampe durfte, 2 STd. nach dem Ladetermin, haben sie nach 1 STd angefangen zu laden. Als 30 von 33 Pal. drauf waren haben sie aufgehört.
Als er nachgefragt hat, haben sie ihm gesagt, daß noch 3 Paletten fehlen, diese aber aus dem Aussenlager kommen. Als er nach 8 Std. die Schnauze voll hatte ging er rein und fragt was los ist, seine Zeit ist gleich um. Da haben sie zu ihm gesagt, die Paletten kommen anscheinend nicht und sie schreiben ihm auf die Papiere das er die 3 Pal. nicht laden mußte. Wie Bitte? Ich warte 8 Std auf 3 Paletten die ich nicht laden muß!?

Ja, das ist Logistik.

Ok. Plötzlich kam einer angerannt. Fragt was wir wollen. Ich sage wieder was ich will und er lässt mich und den Holländer aus dem Käfig. Am Stehtisch, kriegen wir ein Blatt hingelegt. Ausfüllen. Ok, kein Problem. Das ältere Männchen wird inzwischen an die Rampe 3 geschickt.
Zu dem Holländer sagt der Lagerist, Deine Ware ist noch nicht fertig, komm in 1-2 Std nochmal rein. Er schaut mich an, grinst und schüttelt den Kopf.

Der Lagerist nimmt meinen Zettel und sagt, Jetzt muß ich den gleichen Zettel nochmal ausfüllen, weil wir keinen Kopierer haben. Ok, mach mal. Dann holt er noch einen Zettel füllt ihn aus, macht diese 3 Zettel in eine Mappe, gibt mir die Mappe und sagt, „ Fahr an die Rampe 2 und komm mit dieser Mappe wieder rein.“ Ok, jetzt bin ich wichtig, ich darf eine Mappe rausbringen um sie nachher wieder mit rein zu bringen!?

Zurück im Lkw starte ich und fahre zur Rampe, da muß ich warten, weil das ältere Männchen immer noch am rangieren ist um anzudocken. 4 weitere Lkws stehen an den nächsten Rampen, in denen Fahrer sitzen und neugierig dem Kollegen zuschauen.
Endlich an der Rampe, nehme ich meine wichtige Mappe und gehe wieder in den Käfig. Oh, da sitzt das mürrische Männchen auf der Bank. Haste schon geklingelt, frage ich. Brauchste nicht, sagt er, die sehen uns ja. Ok, dabei erzählt er mir, daß er nur 4 Pal laden muß. Die Tür geht auf und ein weiterer Fahrer kommt rein. Total genervt erzählt er, daß er schon 2 Std an der Rampe steht und es tut sich nichts. Oha, denke ich, es sind ja noch keine 8 Std.

Dann kommen noch 2 Fahrer rein und wir stehen jetzt zu fünft im Käfig. Nach ca. weiteren 15 Min. warten kommt der Lagerist von vorhin wieder angerannt und lasst uns aus dem Käfig. Und nun, frage ich. Jetzt, sagt er, stellt ihr euch mit der Mappe an das Tor und wartet. Warten? Ok!

Ich mache das Tor auf, lege die Rampe auf, mache die Gurte von den Paletten, stelle mich brav mit meiner wichtigen Mappe an die Rampe und „Warte“ Nach erneuten 15 Min kommt ein Staplerfahrer und lädt dem älteren Kollegen seine 4 Paletten. Und dann wie durch ein Wunder hält er bei mir, nimmt meine Mappe und ladet die 33 Paletten ab. Wow! Das ging ja jetzt fix. Da kriegt man ja richtig Stress bei dem Tempo!

Dann bekomme ich auch noch einen Palettenschein und darf gehen.
Lachen und Kopfschüttelnd gehe ich zum Lkw und frage mich, ist das Logistik? Wie hätte ich früher reagiert, als ich mich durch so etwas noch habe aufregen lassen? Kommt man sich als Fahrer nicht wie der letzte Arsch vor?
Sind wir so schlimm, daß man uns lieber im Käfig halten muß und mit Ignoranz behandeln muß? Geht es Schenker so schlecht, daß sie sich nicht genug Personal leisten und vor allem nicht mal einen Kopierer zur Verfügung stellen kann?

Naja, auch dieser Tag bei Schenker im Saarland ging vorbei.

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