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British Columbia macht Dashcams im Lkw zur Pflicht

In British Columbia geht man künftig neue Wege im Straßengüterverkehr. Die kanadische Provinz hat jetzt ein Gesetz verabschiedet, das verpflichtende Dashcams in Nutzfahrzeugen vorschreibt.

Damit ist British Columbia die erste Region in Kanada, die eine solche Regelung einführt.

Kameras werden zur Pflicht

Konkret bedeutet es, dass alle Lkw, die auf den Straßen der Provinz unterwegs sind, künftig mit nach vorne gerichteten Kameras ausgestattet sein müssen.
Die Kameras sollen während der gesamten Fahrt ununterbrochen aufzeichnen. Abdecken, Abschalten oder Manipulieren der Aufnahmen ist laut Gesetz ausdrücklich verboten.

Eine Dashcams hängt an der Frontscheibe eines lkw

Wichtig dabei ist, dass Kameras, die den Fahrer im Fahrerhaus filmen, nicht vorgeschrieben sind. Zumindest offiziell geht es also nicht um die Überwachung des Fahrers, sondern um die Dokumentation des Verkehrsgeschehens vor dem Fahrzeug.

Hintergrund sind schwere Unfälle

Auslöser für das Gesetz waren mehrere schwere und tödliche Unfälle auf dem Highway 5.
Besonders Familien von Unfallopfern hatten sich dafür eingesetzt, dass die Behörden handeln.

Der Politiker Ward Stamer, der das Gesetz eingebracht hat, spricht sogar davon, dass Dashcams Leben retten können.
Vor allem sollen sie dabei helfen, Unfälle schneller und eindeutiger aufzuklären.

Viele Fahrer kennen das Problem

Viele Berufskraftfahrer kennen die Situation nur zu gut. Nach einem Unfall steht oft Aussage gegen Aussage.
Nicht selten gerät der Lkw-Fahrer automatisch zuerst unter Verdacht, selbst dann, wenn er gar nichts falsch gemacht hat.

Genau darauf verweist auch die BC Trucking Association. Laut dem Verband tragen Lkw-Fahrer bei 75 bis 80 Prozent der Unfälle mit Lkw-Beteiligung keine Schuld.
Dashcams könnten daher nicht nur bei Ermittlungen helfen, sondern auch Fahrer vor falschen Anschuldigungen schützen.

Sicherheit oder doch mehr Kontrolle?

Natürlich dürfte das Gesetz auch Diskussionen auslösen. Denn sobald Kameras Pflicht werden, stellt sich automatisch die Frage, wo Sicherheit endet und wo Überwachung beginnt.
Heute geht es um nach vorne gerichtete Kameras. Kritiker befürchten allerdings, dass irgendwann auch Kameras im Fahrerhaus folgen könnten.

Dashcams werden wohl immer normaler

Trotz aller Diskussionen nutzen bereits heute viele Fahrer freiwillig Dashcams. Nicht aus Spaß oder für Internetvideos, sondern als Absicherung im Alltag.

Denn wenn es kracht, zählt am Ende oft nicht nur, was passiert ist, sondern vor allem, was bewiesen werden kann.

British Columbia macht jetzt den ersten Schritt. Und es würde wohl niemanden überraschen, wenn andere Länder oder Regionen in den kommenden Jahren nachziehen.

Quelle: cbc.ca

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Lkw-Streik in Italien abgewendet. Regierung verlängert Dieselentlastung.

Eigentlich dachte ich mir: „Pack lieber mal ein paar Klamotten mehr ein.“ Denn wenn die Italiener streiken, dann weiß man nie, wie lange das dauert.
Zwei, drei, vier Tage irgendwo festhängen und das Wochenende wäre gelaufen gewesen. Aber immerhin hätte ich frische Kleidung dabeigehabt.

Der Plan war nämlich: Vom 25. bis 29. Mai sollte in Italien die Transportbranche stillstehen. Ein groß angelegter Streik war angekündigt.
Hintergrund waren vor allem die hohen Kraftstoffpreise und die wirtschaftliche Lage vieler Transportunternehmen.

Doch bevor die erste Zugmaschine quer vor einer Mautstation geparkt wurde, hat man in Rom lieber schnell den Taschenrechner ausgepackt.

Das Ergebnis? Günstigerer Diesel, schnellere Steuererstattungen und mehrere hundert Millionen Euro Hilfen für die Transportbranche. Und siehe da, der Streik war plötzlich vom Tisch.

Oder anders ausgedrückt, der geplante Protest wurde mit günstigeren Diesel und Steuergutschriften behandelt. Auch eine Art politischer Pannendienst.

bild zeigt ein auto der polizia in italien

Ja, ein flächendeckender Ausstand hätte erhebliche Auswirkungen auf Lieferketten und Versorgung gehabt. Und natürlich auf mein Vorankommen.
Ich muss unter anderen nach Turin, da brauche ich freie Fahrt. Aber der Streik wurde ja abgesagt.

Gleichzeitig wird aber deutlich, dass der Druck im europäischen Straßengüterverkehr weiterhin hoch bleibt.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Wenn Europas Regierungen merken, dass plötzlich keine Nudeln, Tomaten oder Oliven mehr ankommen könnten, geht es mit politischen Entscheidungen manchmal erstaunlich schnell.

Quelle: unionesarda.it

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Schlaue Zitate

Wo rohe Kräfte sinnlos walten, da kann sich kein Gebild gestalten.

Friedrich Schiller in der Ballade „Das Lied von der Glocke“

foto auf dem rasthof Spessart Nord, auf dem die betoneingenzung kaputt gefahren wurde.
Aufgenommen am 7. Mai 2026 auf der Rastanlage Spessart Nord

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Erst Osteuropa, dann Asien, jetzt Brasilien

Ja, jetzt also Brasilien. Bald hat man den ganzen Erdball abgegrast.

Weil Osteuropa irgendwann nicht mehr billig genug war.
Weil Fahrer aus Zentralasien inzwischen ebenfalls Ansprüche stellen.
Und weil Europas Transportbranche seit Jahren ein System aufgebaut hat, das nur funktioniert, wenn irgendwo auf der Welt Menschen bereit sind, für vergleichsweise wenig Geld monatelang im Lkw zu leben.

Das litauische Unternehmen Girteka lässt nun Fahrer in Brasilien rekrutieren und für den europäischen Fernverkehr vorbereiten. Andere Unternehmen aus Litauen, Polen, Österreich oder Spanien planen längst Ähnliches.

Verkauft wird das Ganze als Lösung gegen den Fahrermangel. Nur ist es eigentlich nicht die nächste Stufe eines völlig kaputten Systems?

Der Fahrermangel ist hausgemacht

Die Transportbranche tut seit Jahren so, als wäre der Fahrermangel ein Naturereignis. Als würden junge Menschen in Europa plötzlich einfach keinen Bock mehr auf den Beruf haben.

Vielleicht liegt es aber daran, dass kaum jemand freiwillig wochenlang auf Parkplätzen leben möchte. Oder das Fahrer zwar systemrelevant genannt werden, aber behandelt werden wie austauschbare Verschleißteile.

Vielleicht liegt es daran, dass Auftraggeber jeden Cent beim Transport herauspressen und Speditionen den Druck direkt nach unten weitergeben.

Lkw-Fahrer werden jetzt auch in Brasilien angeworben. Zu sehen sind zwei Renault Lkw, die auf einem Rasthof stehen.
Erst Osteuropa, dann Asien und Afrika, jetzt Südamerika. Lkw-Fahrer die in Europa unterwegs sind, werden mittlerweile auf der ganzen Welt angeworben. Symbolbild.

Der europäische Fernverkehr hat sich über Jahre selbst kaputtgespart. Statt Arbeitsbedingungen endlich so zu gestalten, dass europäische Fahrer wieder Interesse an dem Beruf haben, sucht man lieber Menschen, die schlechtere Bedingungen gewohnt sind oder mangels Alternativen trotzdem unterschreiben.

Das ist keine Lösung. Sondern Lohndumping mit globalem Radius.

„Fahrer-Auktionen“. Allein das Wort ist eine Schande

Besonders widerlich wird es bei den sogenannten Rekrutierungsmodellen, die inzwischen offen diskutiert werden. Da melden Unternehmen ihren Bedarf Monate im Voraus.
Recruiter suchen willige Kandidaten, prüfen Dokumente, organisieren Schulungen und verteilen Fahrer anschließend an Firmen.

In Teilen der Branche wird das inzwischen ernsthaft als „Fahrer-Auktion“ bezeichnet. Man muss sich dieses Wort mal auf der Zunge zergehen lassen.

Nicht Fahrzeuge. Nicht Fracht. Nicht Maschinen. Sondern Menschen.
Menschen, die ihre Heimat verlassen, die Familien zurücklassen, die tausende Kilometer entfernt abhängig von einer einzigen Firma werden.

Und die teilweise sogar eigenes Geld mitbringen müssen, um die ersten Monate in Europa überhaupt überleben zu können.
Wer sowas als modernes Recruiting verkauft, hat jeden Bezug zur Realität verloren.

Abhängigkeit ist kein Kollateralschaden. Sie ist Teil des Systems

Denn genau diese Abhängigkeit macht das Modell für viele Unternehmen überhaupt erst attraktiv.
Wer Arbeitserlaubnis, Aufenthalt und Einkommen an einen Arbeitgeber bindet, schafft automatisch ein Machtgefälle.

Wer Angst haben muss, bei einer Kündigung gleich seinen Aufenthaltsstatus zu verlieren, überlegt sich dreimal, ob er sich über unbezahlte Stunden, miserable Bedingungen oder fragwürdige Abrechnungen beschwert.
Genau deshalb funktioniert dieses System so gut für jene, die möglichst günstigen Transport wollen. Denn je abhängiger der Fahrer, desto geringer die Wahrscheinlichkeit von Widerstand.

Europas Wohlstand rollt auf dem Rücken der Schwächsten

Natürlich erzählen Speditionen jetzt wieder, ohne Fahrer aus Drittstaaten breche die Versorgung zusammen. Das mag sogar teilweise stimmen.

Aber vielleicht sollte man dann endlich mal die Frage stellen, wieso Europas Logistik offenbar nur noch funktioniert, wenn Menschen aus wirtschaftlich schwächeren Ländern unter Bedingungen arbeiten, die viele Europäer zu Recht längst ablehnen?

Die Wahrheit ist unbequem. Denn der europäische Transportmarkt wurde über Jahre zu einem Preiskrieg gemacht. Hauptsache billig. Hauptsache die Ware kommt an. Hauptsache der Kunde zahlt möglichst wenig Versand.
Denn ganz unten in dieser Kette sitzen Fahrer aus aller Welt auf irgendwelchen Rastplätzen und bezahlen den Preis dafür mit ihrem Leben, ihrer Gesundheit und ihrer Zeit.

Jetzt eben auch aus Brasilien.

Der Fahrermangel ist deshalb nicht das eigentliche Problem. Sondern eine Branche, die sich daran gewöhnt hat, Menschen nur noch nach ihrer wirtschaftlichen Verzweiflung auszuwählen.

Quelle: trans.info

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Zu tief im Landeanflug: Passagiermaschine trifft Lastwagen

Was wie eine Szene aus einem Actionfilm klingt, ist am vorletzten Sonntag in den USA tatsächlich passiert: Ein Lkw wurde nahe des Flughafens Newark von dem Fahrwerk eines landenden Passagierflugzeugs getroffen. Der Fahrer wurde dabei verletzt.

Der Unfall passierte am 3. Mai gegen 14 Uhr auf dem New Jersey Turnpike direkt am Newark Liberty International Airport. United-Flug 169 war gerade aus Venedig im Landeanflug, als das Fahrwerk offenbar erst einen Lichtmast erwischte und kurz darauf einen Sattelzug auf der Autobahn traf.
Der Lkw kippte durch den Aufprall um. Der umgerissene Lichtmast beschädigte außerdem noch einen Jeep.

Trotz des Vorfalls konnte das Flugzeug ganz normal landen. Laut United Airlines blieben alle Passagiere und Crewmitglieder unverletzt. Die Maschine rollte anschließend regulär zum Gate.

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Weitere Informationen

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Der Lkw-Fahrer hatte dagegen weniger Glück. Er wurde mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, laut Behörden aber nicht lebensgefährlich verletzt.
Wie stark der Lastwagen beschädigt wurde, ist bisher nicht bekannt.

United Airlines untersucht nun mögliche Schäden an der Maschine. Auch die Crew wurde vorsorglich erst einmal aus dem Dienst genommen, bis geklärt ist, wie es überhaupt zu diesem Zwischenfall kommen konnte.

Die Ermittler vom NTSB und die Polizei von New Jersey haben die Untersuchungen aufgenommen. Flugdatenschreiber und Cockpitrekorder wurden bereits sichergestellt.
Ein erster Bericht soll in den nächsten Wochen veröffentlicht werden.

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