Das US-Verkehrsministerium plant eine weitreichende Änderung bei der Vergabe von Lkw-Führerscheinen (CDL). Verkehrsminister Sean Duffy kündigte an, ein neues Regelwerk voranzutreiben, nach dem sämtliche Führerscheinprüfungen künftig ausschließlich in englischer Sprache abgelegt werden müssen.
Mehr Sicherheit auf den Autobahnen
Auf einer Pressekonferenz am Freitag, dem 20. Februar 2026, stellte Duffy die aktuellen Maßnahmen seines Ministeriums zur Verbesserung der Verkehrssicherheit vor.
Ziel sei es, die Sicherheitsstandards im Lkw-Verkehr zu erhöhen und unseriöse Anbieter konsequent aus dem Markt zu drängen.
Ein zentraler Schritt in diese Richtung war laut Duffy die Schließung von Hunderten Lkw-Fahrschulen, die die bundesweiten Standards nicht erfüllt hätten.
Damit sende das Ministerium ein klares Signal: Wer sich nicht an die Vorgaben hält, verliert seine Zulassung.
Englisch als einzige Prüfungssprache
Besonders deutlich wurde Duffy beim Thema Sprache. In einigen Bundesstaaten, etwa in Kalifornien, können angehende Lkw-Fahrer ihre theoretischen und praktischen Prüfungen bislang in bis zu zwanzig verschiedenen Sprachen ablegen.
Damit soll nun Schluss sein. Künftig, so der Plan, wird Englisch die einzige zulässige Prüfungssprache sein. Wer kein Englisch lesen oder sprechen kann, wird die Führerschein-Prüfung nicht bestehen können.
Nach Ansicht des Ministeriums ist die Beherrschung der englischen Sprache eine zentrale Voraussetzung für die Sicherheit im Straßenverkehr, etwa beim Verständnis von Verkehrsschildern, Vorschriften oder sicherheitsrelevanten Anweisungen.
Druck auf die Bundesstaaten
Darüber hinaus kündigte Duffy an, die Bundesstaaten dazu aufzufordern, bestehenden Lkw-Führerschein-Inhabern die Fahrerlaubnis zu entziehen, wenn sie nicht über ausreichende Englischkenntnisse verfügen.
Das United States Department of Transportation selbst habe jedoch keine direkte Befugnis, Führerscheine auf Bundesebene zu widerrufen. Diese Kompetenz liege bei den einzelnen Bundesstaaten.
Hintergrund: Verschärfte Durchsetzung seit 2025
Die geplante Umstellung kommt nicht überraschend. Seit mehreren Monaten werden die Anforderungen an Englischkenntnisse bei Berufskraftfahrern strenger kontrolliert.
Auslöser war eine Exekutivanordnung des Weißen Hauses vom April 2025, die eine konsequentere Durchsetzung bestehender Vorschriften forderte.1
Obwohl das Bundesgesetz dies vorschreibt, wurde es jahrelang nicht konsequent durchgesetzt, was die Verkehrssicherheit beeinträchtigt habe.
Die Regierung will die Vorschrift nun wieder strikt anwenden, um die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen.
Ob und wann die neue Regelung in Kraft tritt, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Sollte sie umgesetzt werden, hätte sie erhebliche Auswirkungen auf angehende und aktive Lkw-Fahrer in den USA und könnte die Branche nachhaltig verändern.
Doch wie würde so etwas eigentlich in Deutschland aussehen?
Wie läuft das hierzulande?
In Deutschland sind die Regeln bundesweit einheitlich festgelegt. Zuständig ist das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV).
Die Theorieprüfung für den Führerschein, auch für Lkw (Klassen C und CE), kann schon heute in mehreren Sprachen abgelegt werden. Das soll den Zugang erleichtern, vor allem für Menschen mit Migrationshintergrund.
Die praktische Prüfung dagegen läuft auf Deutsch, damit die Kommunikation zwischen Prüfer und Prüfling reibungslos funktioniert.
Ganz ohne Deutschkenntnisse geht es also schon jetzt nicht.
Sicherheit oder Fachkräftemangel?
Eine ähnliche Diskussion wie in den USA würde in Deutschland schnell beim Thema Fachkräftemangel landen. Die Logistikbranche sucht händeringend Fahrer. Viele Unternehmen sind auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen.

Würde man die Theorieprüfung nur noch auf Deutsch erlauben, könnte das den Einstieg in den Beruf erschweren.
Die einen würden sagen: Wer einen 40-Tonner fährt, muss Verkehrszeichen, Vorschriften und Sicherheitsanweisungen sicher verstehen können. Die anderen würden entgegnen: Zusätzliche Hürden verschärfen nur den ohnehin akuten Fahrermangel.
Und was ist mit bestehenden Fahrern?
In den USA steht sogar im Raum, Fahrern mit mangelnden Englischkenntnissen die Lizenz zu entziehen. In Deutschland wäre so ein Schritt rechtlich deutlich komplizierter.
Fahrerlaubnisse werden von den Behörden der Bundesländer erteilt. Ein nachträglicher Entzug allein wegen fehlender Sprachkenntnisse wäre juristisch heikel und politisch brisant.
Unterm Strich
Die US-Pläne zeigen, wie eng Sprache und Verkehrssicherheit miteinander verknüpft werden. In Deutschland bewegt man sich bislang eher auf einem Mittelweg: Integration ermöglichen, aber bei der Praxis auf Deutsch bestehen.
Ob sich daran etwas ändert? Angesichts des Fahrermangels dürfte man hierzulande sehr genau abwägen, zwischen Sicherheit, Wirtschaft und Arbeitsmarkt.
Die Debatte hätte auf jeden Fall Zündstoff.
1Englischkenntnisse sollen eine verpflichtende Sicherheitsvoraussetzung für Berufskraftfahrer in den USA sein. Fahrer müssen Verkehrszeichen verstehen, mit Behörden kommunizieren sowie Berichte und Anweisungen auf Englisch verfassen und entgegennehmen können.
Obwohl das Bundesgesetz dies vorschreibt, wurde es jahrelang nicht konsequent durchgesetzt, was die Verkehrssicherheit beeinträchtigt habe. Die Regierung will die Vorschrift nun wieder strikt anwenden, um die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen.
