Die DVZ (plus Artikel, nur für Abonnenten lesbar) und trans.info berichten aktuell über eine angespannte wirtschaftliche Situation beim Logistikdienstleister Duvenbeck.
Demnach prüft der Mehrheitseigentümer Waterland einen möglichen Ausstieg. Mit der Suche nach einem Käufer soll die Beratung PwC beauftragt worden sein.
Nach der Übernahme im Jahr 2022 hatte Waterland mit Hakan Bicil einen neuen CEO installiert, der zuvor unter anderem für CEVA Logistics und Imperial Logistics tätig war.
Bicil ist Ende 2025 ausgeschieden, aktuell wird das Unternehmen von einem externen Sanierungsmanager geführt.
Als Gründe für die aktuelle Entwicklung werden mehrere Faktoren genannt. Im Zuge ehrgeiziger Wachstumspläne, der Umsatz sollte deutlich gesteigert werden, wurden offenbar auch Geschäfte zu Konditionen abgeschlossen, die sich im Nachhinein als wirtschaftlich herausfordernd erwiesen haben.
Gleichzeitig sorgten Veränderungen im Top-Management für Unruhe, und es wird vereinzelt darauf verwiesen, dass sowohl auf Eigentümer, als auch auf Führungsebene die spezifischen Anforderungen des Automotive-Geschäfts nicht immer vollständig berücksichtigt wurden.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Rolle der Kunden: Laut Bericht sollen sich große Hersteller wie Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz Ende vergangenen Jahres an einer Stabilisierungslösung beteiligt haben.
Über eine Treuhandkonstruktion sei demnach auch Kapital bereitgestellt worden, ein Hinweis auf die enge Einbindung von Duvenbeck in bestehende Lieferketten.
Thomas Duvenbeck, der das Unternehmen lange Zeit prägte und weiterhin rund 30 Prozent hält, soll einen Rückkauf des Unternehmens nicht angestrebt haben.
Für Aufmerksamkeit sorgt zudem, dass Waterland erst vor Kurzem die Mehrheitsübernahme am Stückgutnetzwerk Palletways kommuniziert hat.
Das zeigt, dass der Investor grundsätzlich weiter auf Logistik setzt. Auch wenn sich die einzelnen Segmente in ihren Anforderungen und Margenstrukturen deutlich unterscheiden.
Unterm Strich zeigt der Fall weniger eine einzelne Ursache als vielmehr das Zusammenspiel aus ambitionierter Wachstumsstrategie, Marktumfeld und operativer Umsetzung.
Wie es weitergeht, hängt nun vor allem davon ab, ob sich ein neuer Eigentümer findet, der die bestehende Struktur stabilisiert und weiterentwickelt.
Quellen: DVZ, trans.info
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