In Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht.
Kurt Tucholsky (1890 – 1935), Schriftsteller und Journalist
2 KommentareIn Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht.
Kurt Tucholsky (1890 – 1935), Schriftsteller und Journalist
2 KommentareFreitag Nachmittag, fünf Uhr. Der dritte Parkplatz, den ich umsonst abgefahren habe. Nicht mal für zwei Minuten zum piss.., sorry, pieseln, kann man halten. Geschweige denn für neun oder elf Stunden Pause. Das ist doch nicht mehr normal.

Lieber Maik,
bestimmt liest Du diese Frage dieser Tage öfters mal. Noch gibt’s keinen Blog-Eintrag von Dir dazu, deshalb frag ich selbst mal nach. Folgender Artikel steht seit gestern in den Nachrichten:
http://www.tagesschau.de/ausland/eu-lkw-101.html
Was meinst Du, gehen die mit dem absoluten Kabinenschlafverbot da zu weit oder ist das eine Unumgänglichkeit, da sonst Kabinenschlafen durch die Hintertür wieder erzwingbar wäre? Weiterhin heißt das ja für alle Fahrer, dass nun der Kampf um die Hotels inklusive passender Parkmöglichkeiten beginnt, die viel zu rar sind. Dauert pro Tag bestimmt auch seine Zeit…
Mit der Forderung nach gleichem Lohn treffen sie aber endlich mal ins Schwarze, oder?Beste Grüße und gute Fahrt!
Seb
Hallo,
zuerst mal: Das mit dem absoluten Kabinenschlafverbot stimmt nicht. Da hat die „Tagesschau“ zwar den österreichischen Verkehrsminister Hofer zitiert, die Klarstellung seiner Sprecherin aber unterschlagen. Auf „NTV“ wurde es extra erwähnt:
Eine Sprecherin stellte jedoch klar, dass dies nur für die wöchentliche Ruhezeit gelte, nicht für die Übernachtung nach einer regulären Schicht.
Ich darf also weiter im Lkw schlafen. Das mit der Wochenruhezeit schaut momentan so aus. Jeder darf so lange unterwegs sein, wie er es möchte. Oder eben sein Chef es von ihm verlangt. Schlafen darf er aber nur zwei Wochen im Lkw. Nämlich mit einer verkürzten Ruhezeit. Dann muss der Fahrer in einer geeigneten Unterkunft untergebracht werden. So lustige Argumente wie „Zelt neben Lkw“ oder „Hängematte auf dem Auflieger“ sollte man also bitte nicht ernst nehmen.
Das ändert sich aber wohl. In Zukunft soll es so ablaufen: Ein Fahrer muss nach vier Wochen Richtung Heimat disponiert werden. Die Wochenruhezeiten müssen dabei ausserhalb vom Fahrzeug verbracht werden.
Allerdings können zwei Wochenruhezeiten verkürzt werden. Dann muss der Fahrer aber bereits nach drei Wochen wieder zuhause sein.
Aber das ist erstmal eine Einigung zwischen den Verkehrsministern. Jetzt muss das Europäische Parlament darüber und einige andere beschlossene Dinge beraten. Dazu gehören Fragen zur Kabotage, zur Entsendung, einheitlicher Lohn und weitere Fragen zu Ruhezeiten. Es ist also noch ein langer Weg.
Kommentare geschlossenNoch eine Stunde Fahrzeit bis zu meinem letzten Entladekunden – die Niederlassung einer Spedition in der Nähe von Vicenza. Zehn Paletten bekommen die.
Halb sechs fangen die an. Wurde mir gesagt. Hab gestern noch extra bei meiner Disponentin nachgefragt und die hier unten in Italien.
Also um kurz nach vier aus der Koje gequält, eine halbe Stunde später losgefahren.
Jetzt, um sieben, ist das Gebäude immer noch duster. Das war mir irgendwie klar. Aber eigentlich meine Schuld. Ich hätte es wissen müssen, dass das wieder eine Luftnummer wird.
Nun denn, Standheizung läuft, in der Kühlbox liegt noch Joghurt. Was soll ich auch sonst machen.
Kommentare geschlossenKunststoffrohre für eine Firma in Norditalien. Schöne Ladung. Auch wenn das Beladen am Freitag ein wenig mühsam war. Denn die Spangurte wollten nicht so, wie ich es geplant hatte.

Das muss ich kurz erklären. Bei so hohen Gestappel werfe ich die Enden der Gurte erst über den Sattel und hänge dann die Haken in die Ösen des Aufliegers ein. Der Staplerfahrer kann seine Ware dann unter die Spangurte hindurch laden.
Ist er fertig, ziehe ich jeden Gurt mit einer Querlatte nach unten und kann dann sichern. Klappt eigentlich meist ganz gut. Nur dieses Mal rutschten die Gurte immer wieder nach unten. Vielleicht war das Dach des Aufliegers zu nass? Keine Ahnung.
So musste ich mich zwischen die Rohre stellen, der Staplerfahrer fuhr mit den Gestellen so nah wie möglich ran, ich warf jeden Gurt drüber, krabbelte wieder raus und der Verlader drückte die Gestelle rein. Ging auch, dauerte aber.
Jetzt zurück zu heute. Kleine Firma, der Hof voll gestellt mit Ware, die bereits geliefert oder noch abgeholt werden sollte. Für einen Sattelzug, der zwölf weitere Gestelle brachte, war eigentlich kein Platz mehr.
Trotzdem sollte ich rein fahren, an die Seite stellen und eine Seite des Aufliegers öffnen. Machte ich natürlich. Die Gurte löste ich auch schon. Und wartete.
In den folgenden zehn Minuten diskutierten der dortige Staplerfahrer umd ein Vorarbeiter miteinander, wo nun auch noch meine zwölf Gestelle gelagert werden sollten.
Die Lösung war ganz einfach. Ladung wieder gurten, Plane schließen und in ein Aussenlager fahren. Hätten die mir auch vorher sagen können.
Aber granteln bringt nix. Der Kunde ist König.
***
Das erste, was ich heute früh nach dem aufstehen sah. Zwar nicht viel, Lkw und Wiesen waren nur ein bissel weiß überzuckert, aber immerhin. Für ein wenig morgendliche Voradventsstimmung reichte es.
Das war übrigens am Brenner.

***
Am Nachmittag dann Oberitalien. Fünfzehn Grad und blauer Himmel. Macht das arbeiten zwar angenehm, eine Jahresendstimmung kommt da aber nicht auf.
Na ja, vielleicht werde ich mich im Januar oder Februar an diese Zeilen erinnern. Voller Wehmut, mit dem Wunsch nach Wärme.
***
Love and Money – Halleluiah Man
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Kommentare geschlossenMit 9.45 h Fahrzeit rein in die Firma, Paletten mit Leergut abladen lassen und mit weiteren sechs Minuten weniger wieder raus. Mit den verbleibenden neun Minuten noch weiter zufahren , war natürlich sinnlos.
Also verbringe ich meine zwölf Stunden Pause auf einem Schotterplatz vor besagter Abladefirma. Übrigens einer Gießerei. Es kracht und scheppert, morgen früh bin ich leicht lärmgeschädigt.
***
Apropo Zukunft. Google sagt, morgen wird es drei Grad wärmer als heute. Scheiß Klimaerwärmung.

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