Heute auf der Brennerautobahn, es war wieder ein Krampf. Die Osteuropäer oder Asiaten, wo sie auch immer herkommen, bei vielen ist bei 75km/h Schluss. Achtzig fährt von denen mittlerweile kaum noch einer.
Bis vor einigen Jahren, wenn es auf der Autobahn, also der Brennerautobahn, kacke lief, bin ich raus auf nen Rasthof gefahren, hab da eine viertel Stunde Pause gemacht, dabei einen Kaffee getrunken und weiter gefahren. Danach hatte ich meist erstmal freie Fahrt.
Heute wenn es scheiße läuft, fahr ich runter, mach ne viertel Stunde Pause, fahr danach wieder auf die Autobahn. Aber zack, hänge ich in der nächsten Kolonne, die mit 70, 75 dahin gurkt. Jedes Mal.
Weil es einfach nur noch ein Pulk ist. Es gibt kaum ein Stück, auf dem mal kein Lkw fährt. Ich frage mich echt, was ist hier passiert? Wo kommen die Lkw alle her, wo wollen die hin? Italien ist doch eigentlich das Ende. Zumindest von Nord nach Süd. Gut, ein paar fahren vielleicht weiter nach Griechenland, aber die kann man vernachlässigen.
Was hier über den Brenner fährt, unglaublich. Und es ist ja nicht so, dass keiner durch die Schweiz juckelt. Oder über die Tauern. Grad Schweiz, da bin ich das letzte Mal vor sieben Wochen durch, da war auch nicht gerade wenig Schwerverkehr unterwegs.
Apropo raus fahren. Vorhin am Brenner eine kurze Pause gemacht. Dabei an einer Möhre geknabbert, nebenbei aufs Regenradar geschaut, wie das Wetter in Deutschland ist. Sehe ich, oh, Hannover orange, noch immer Eisregen. Dann schaue ich etwas genauer, war es nur ein Stückchen Möhre, welches auf dem Display vom Handy lag. Oh je…
Pause auf dem Gelände der Firma, für die ich fahre.
Irgendwann in der Nacht werde ich munter, weil ich im Halbschlaf Regen aufs Dach vom Fahrerhaus klatschen höre. Und ich denke noch im Dämmerzustand, „Hä, eigentlich ist es doch unter null Grad. Sollte doch gar nicht regnen„.
Am Morgen dann kurz überlegt, ob ich das geträumt hatte. Aber nee, beim Blick nach draußen, es war wirklich glatt.
Während ich also um kurz nach fünf, noch ungewaschen und ohne Lust, mit ein bissel mieser Laune, rückwärts ans Schneegerüst fahre, höre ich in den Nachrichten im Radio, dass es irgendwo bei Paderborn wegen Eisglätte mehrere schwere Unfälle gegeben hat.
Da überlegt man kurz, ey, wieso bin ich eigentlich so missgelaunt? Ich muss doch nur ein bissel Eis vom Auflieger kratzen. Ja, es ist dunkel und kalt, aber nicht mehr wie ein Klacks. Außerdem bin ich in ein paar Stunden zu Hause. Also eigentlich alles entspannt.
Liegt Halver noch im Sauerland? Ich weiß es nicht, aber ist ja auch egal. Auf jeden Fall hat dort der Fahrer eines Lkw ein Durchfahrtsverbot missachtet und sich festgefahren. Dummerweise hat der auch noch den Tank des Lkw beschädigt und Diesel lief aus. Dieser wurde aber von aufmerksamen und hilfsbereiten Anwohnern mit einer Schüssel aufgefangen.
Ärgerlich, klar. Nur was soll ich schreiben? Vielleicht das ich solche Verbote immer beachte und nie ignoriere? Nee, da würde ich die Unwahrheit verfassen und Euch Lügen auftischen. Denn grad in Oberitalien, wo viele Straßen für Lkw gesperrt sind, bleibt mir manchmal gar nix anderes übrig, als auch mal einen für mich eigentlich verbotenen Weg zu befahren.
Es sei denn, ich suche ewig nach einer anderen Gasse zum Kunden. Nur da fehlt mir manchmal die Lust und vor allem die Zeit.
Tja, und bisher ging es auch immer gut. Sollte es arg eng werden, stelle ich den Lkw auch mal an die Seite und gehe einige Meter zu Fuß, um mir den weiteren Straßenverlauf anzusehen. Einheimische zu fragen, hilft übrigens auch.
Aber nochmal zum Pechvogel in Halver. Wer sich das Bild >>> anschaut, wird erkennen, zu welcher Firma der Auflieger gehört. Da nutzt alles verpixeln nix. Die Zugmaschinen davor sind meist Unternehmer aus irgendwelchen MOE-Staaten.
Und wo die Fahrer herkommen? Nun ja, ich gehe mal davon aus, dass der Mann hier aus irgendwo von hinter Buktistan stammt. Und das dort, in seiner Heimat, solche Straßen mehr oder weniger zum Alltag gehören. Wieso also, wird der sich denken, soll das in Deutschland anders sein?
Und davon abgesehen. Von einem Bobteam aus Jamaika erwartet man auch nicht die gleichen Ergebnisse, wie von einem aus der Schweiz, Deutschland oder, ja, USA. Auch wenn Wille und Einsatz vorhanden sind.
Eine Untersuchung der Unfallforschung der Versicherer zeigt, dass das Verhalten von Autofahrerinnen und Autofahrern immer aggressiver wird. So gaben 53 Prozent der Befragten an, dass sie schneller fahren als sonst, wenn sie sich ärgern. Vor vier Jahren waren es noch sechs Prozent weniger.
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Vor, ich weiß nicht mehr genau, vielleicht sechs, sieben Jahren, hab ich mal bei Google einen Autohof schlecht bewertet. Einfach weil ich unzufrieden war. Der Service war mies, dass Essen nicht besser.
Daraufhin habe ich eine kurze Beurteilung geschrieben und das dem Autohof angeschlossene Restaurant mit zwei Sterne bewertet. Jetzt wurde mir von eben Google mitgeteilt, dass diese negative Zensierung gelöscht wurde.
Ich dachte immer: „Joa, Bewertung schreiben hilft ja sicher anderen„. Aber nix da. Denn mit der Löschung dieser Einschätzung kam ich wohl noch gut davon. So hab ich andere Erfahrungen gelesen: Wie zum Beispiel, für eine ehrliche Rezension kannst Du schneller Post vom Anwalt bekommen, als ein Paket von Hermes.
Dazu Google-Account weg, Vorwurf der Verleumdung, mögliche Zahlungen. Klar, Kundinnen und Kunden können übertreiben. Nur was aber tun, wenn die Leistung wirklich ungenügend war? Wie in diesem Fall. Kann man diesen ganzen 5-Sterne-Bewertungen bei Google noch vertrauen, wenn negative eh gelöscht werden?
Polizisten in Wisconsin schnappen LKW-Fahrer wegen grüner „Augen“-Beleuchtung hinter der Windschutzscheibe.
Nicht nur in Deutschland und Europa gelten strenge Regeln für die Beleuchtung von Lkw. Auch in den USA achten Polizisten auf diese Vorschriften.
So erinnert die Wisconsin State Patrol (WSP) Truck-Fahrer an die Vorschriften für Beleuchtungsausrüstung, nachdem ein Fahrer angehalten wurde, weil er „unsichere“ LED-„Augen“-Leuchten an der Windschutzscheibe hatte.
Am 2. Dezember 2025 nutzte WSP die sozialen Medien, um die Lkw-Fahrergemeinschaft an die Vorschriften für Fahrzeugbeleuchtungsausrüstung zu erinnern. Zusammen mit einem Foto eines Lkw, der mit den beliebten LED-Scheinwerfern an der Windschutzscheibe ausgestattet ist, veröffentlichte WSP folgende Warnung:
Ablenkungen gibt es in allen Formen und Größen. Vor Kurzem wurde dieser Fahrer angehalten und daran erinnert, warum dies unsicher ist – nicht nur für ihn selbst, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer.
Die WSP teilte außerdem einen Link zu einem Landesgesetz , das es verbietet, dass Fahrzeuge „Lichter in anderen Farben als Weiß oder Gelb haben, die von direkter Front sichtbar sind“.
Quelle: Wisconsin State Patrol
Im Oktober gab die California Highway Patrol eine ähnliche Erinnerung an die Lkw-Fahrer heraus, dass die Zusatzscheinwerfer zwar „cool“ seien, aber aufgrund ihrer Farbe nicht „straßenzugelassen“.
Es ist schon erstaunlich, wie hartnäckig sich Missverständnisse halten. Besonders dann, wenn es um Arbeitszeit, Lenkzeit und die Bezahlung von Berufskraftfahrern geht. Genau diese Punkte waren 2014 der Kern meiner Petition, und sie sind es heute noch.
Was als sozialer Fortschritt verkauft wurde, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als politische Kulisse, deren Fassade längst bröckelt. Die Verhandlungen um das sogenannte „Mobilitätspaket I“ begannen mit hehren Zielen: Fairness, sozialer Ausgleich, Eindämmung von Lohn- und Sozialdumping.
Es war ein Hoffnungsschimmer für viele, die den ruinösen Wettbewerb im europäischen Straßengüterverkehr nicht mehr ertragen konnten. Allen voran die selbstfahrenden Unternehmer, die KMU, die inländischen Berufskraftfahrer. Doch was folgte, war ein zermürbendes Schauspiel zwischen Lobbyismus, Ignoranz und politischem Kalkül.
Von Beginn an ein ungleiches Spiel
Schon während der Verhandlungen zum Mobilitätspaket wurde deutlich, wer am Tisch sitzt und wer draußen vor der Tür stehen muss. Vertreter großer Konzerne, Verbände mit wirtschaftsnaher Ausrichtung, Regierungen mit eigenen nationalen Interessen. Sie alle bestimmten die Richtung. Die eigentlichen Betroffenen, die zigtausend Fahrer, die mittelständischen Transportunternehmer, wurden allenfalls am Rande gehört, wenn überhaupt.
Die Rückkehrpflicht von Fahrzeugen und Fahrern sollte der Durchbruch gegen Briefkastenfirmen und Ausbeutung sein. Es wurde kaum ein Jahr nach ihrer Einführung durch politische Einflussnahme und neoliberale Interessengruppen systematisch aufgeweicht und abgeschafft.
Die Ausrede: Klimaschutz. Das eigentliche Ziel: weitere Marktöffnung unter dem Deckmantel ökologischer Vernunft. Eine Farce sondergleichen.
Auf Petition und Verfassungsbeschwerde folgt die Sprachlosigkeit der Demokratie
Eine Petition an die Bundesregierung und eine Verfassungsbeschwerde waren ein Akt demokratischen Aufbegehrens. Ein Versuch, Gerechtigkeit auf juristischem Weg einzufordern. Wir haben uns auf geltendes EU-Recht gestützt, insbesondere auf Artikel 5 (3) EUV sowie Artikel 114 (2) AEUV. Wir haben dargelegt, dass der Wettbewerb im europäischen Güterkraftverkehr nicht nur unlauter, sondern regelrecht ruinös ist, für Arbeitnehmer wie für Unternehmer.
Doch die Bundesregierung blieb stumm. Kein Wort zur Begründung, keine inhaltliche Auseinandersetzung. Man verwies auf das Mobilitätspaket als sei damit alles geregelt. Dabei wurden genau jene Missstände, die wir benannt haben, von diesem Paket nur neu verpackt, nicht beseitigt.
Lkw stehen auf einem Rasthof. Deren Fahrer sind teilweise wochenlang unterwegs.
Die Artikel 151 bis 155 AEUV, auf die sich gerne berufen wird, sind in Wirklichkeit bloße Beteiligungsrechte für Tarifpartner ohne jede Entscheidungskompetenz. Die Wahrheit ist: Diese „Sozialpartner“ dürfen informieren, kritisieren, einreichen aber nicht mitentscheiden. Die soziale Säule der EU ist ein Papiertiger.
Und das Bundesverfassungsgericht? Es kann die Beschwerde jahrelang liegen lassen oder sie kommentarlos ablehnen. Eine Instanz, die über so grundlegende Fragen wie die Zerstörung eines ganzen Berufszweigs urteilen soll, aber von der Materie keine praktische Ahnung hat, ist auf die Aussagen einer Bundesregierung angewiesen, die längst zum Mitverwalter eines Systems der Ausbeutung geworden ist.
Wirklichkeit auf den Straßen. Die Realität in den Fahrerkabinen
Während die Politik von Fortschritt redet, schlafen Fahrer auf Parkplätzen ohne sanitäre Einrichtungen. Während Minister vom „starken Mittelstand“ sprechen, brechen deutsche Unternehmen unter dem Druck osteuropäischer Dumpinganbieter zusammen. Während EU-Gesetze Schutz versprechen, finden Kontrollen nur auf dem Papier statt. Während man von „Wettbewerbsgleichheit“ faselt, werden Sozialstandards systematisch unterlaufen.
Was bleibt, ist eine Realität voller Absurditäten: Fahrer, die sechs Wochen und mehr quer durch Europa irren, ohne zu wissen, ob sie nächsten Monat noch Arbeit haben oder wann sie nach Hause kommen.
Unternehmer, die sich an Vorschriften halten und dafür bestraft werden, weil sie nicht billig genug sind. Und eine Politik, die Gesetze schafft, deren Einhaltung sie weder kontrolliert noch einfordert.
Wenn Recht zur Kulisse wird, verliert die Demokratie
Das Mobilitätspaket hätte ein großer Wurf zur Gesundung einer Branche sein können. Stattdessen wurde es zum Vorwand, Reformen zu unterlassen, Proteste zu ignorieren und Kritik abzutun. Die Rückkehrpflicht wird geopfert, die Marktzugangsregeln ausgehöhlt, der soziale Dialog zur Fassade degradiert. Was bleibt?
Ein ruinöser, systemisch geduldeter Wettbewerb, gespeist durch Briefkastenfirmen, unregulierte Subunternehmerketten und fehlende Kontrollen.
Eine Politik, die sich hinter dem Mobilitätspaket I versteckt, obwohl sie weiß, dass dessen Wirkung durch Ausweichstrategien längst unterwandert ist.
Ein Justizapparat, der auf Einschätzungen der Bundesregierung zurückgreift, die wiederum von realitätsfernen oder lobbygetriebenen Einschätzungen geprägt ist.
Wir haben nicht nur die Stimme erhoben, wir haben sauber gearbeitet, fundiert argumentiert und auf geltendes Recht berufen. Das dies bis heute folgenlos bleibt, zeigt die wahre Fratze europäischer Verkehrspolitik: neoliberal, marktkonform, systemblind, und tief undemokratisch.
Doch auch wenn man uns ignoriert, verspottet oder bekämpft, wir haben den Finger in die Wunde gelegt. Und wir haben dokumentiert, was andere verschweigen.
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