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Monat: Februar 2015

Unterwegs…

…zwischen Biedenkopf und Hatzfeld:


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Aso. Bitte nicht vom Datum täuschen lassen. Ich habe die Jahreszahl falsch eingestellt. Richtig wäre eigentlich 2015.

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Eine kurze Bilanz

Diese Woche lief bisher relativ easy. Montagfrüh gegen sieben losgefahren, Dienstag um kurz nach acht in der Nähe von Turin entladen, dreißig Kilometer weiter wieder beladen. Beide mal komplett. Das kommt relativ selten vor.
Meist habe ich mehrere Ent- und Beladestellen. Aber da mich eh eine schwere Männergrippe erwischt hat, ist mir das diese Woche ganz recht.

Diese Nacht stehe ich in der Nähe von Siegen. Der Kunde der die Ware bekommt, liegt im Sauerland. Bei dem bin ich morgen früh gegen acht. Das reicht. Dann lasse ich mich mal überraschen, was meine Disponenten noch so mit mir vorhaben. Ich erwarte nichts gutes.

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Christians Einsatz

Seit elf Tagen läuft eine Petition in der gefordert wird, Systeme zur Beseitigung von Wassermassen und Eisplatten auf Lkw gesetzlich vorschreiben zu lassen. Anders geht es scheinbar nicht. Gestartet wurde diese von Christian.
In eben diesen elf Tagen haben sich sage und schreibe 157 Online-Mitzeichner gefunden. Und das trotz vielen Hinweisen in diversen Facebookgruppen, auf denen sich zig tausende Fahrer tummeln. Ich verstehe das nicht.

Das zeichnen dieser Petition tut nicht weh und kostet auch nichts. Ausser ein wenig Zeit. Auch seine politische Einstellung braucht man dafür nicht auf- oder preisgeben.
Im übrigen betrifft das nicht nur Lkw – Fahrer. Wenn ich mir vorstelle, einer dieser Klumpen kracht in die Frontscheibe (m)eines Pkw, wird mir etwas mulmig.

Eis auf Sattelauflieger

Na ja. Vielleicht finden sich ja noch einige Mitstreiter, die diese Petition mitzeichnen. Verdient hätte sie es: https://epetitionen.bundestag.de/

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Ach nee

Kenne ich diese Meldung nicht schon?

Motorstörung Scania

Jep. Vor ungefähr acht Wochen leuchtete diese Warnung schon mal. Bei der kurz darauf folgenden Inspektion wurde der Fehler behoben. Was es genau war, erzählte mir zwar mein Chef. Nur habe ich es vergessen.

Nun muss der Hobel demnächst wieder in die Werkstatt. Und das bei nicht mal gefahrenen hunderttausend Kilometern. Das läuft zwar noch über Garantie, trotzdem ist es ärgerlich. Erst mal brauche ich etwas Zeit dafür und dann darf ich wieder alles fest verstauen, da die Hütte gekippt werden muss. Ich kann mir wirklich schöneres vorstellen.

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Nix von Bedeutung

Aber es fällt halt auf: Unsere Firmenstammtankstelle hat neue Zapfsäulen bekommen. Nur laut sind die Dinger, klingen wie eine alte Baumaschiene. Aber direkte Anwohner gibt es dort eh nicht.
Bevor jetzt einer nach dem Nachlass fragt, den mein Chef dort bekommt: Ich habe keine Ahnung. Meine Aufgabe ist es dort zu tanken. Und dann fix weiter zu fahren.

Wenn ich nach Nord- oder Mittelitalien fahre, reicht der Diesel für eine Woche. Eng wird es, wenn ich noch weiter runter darf. Dann muß ich unterwegs ein wenig zutanken. Dafür habe ich eine UTA – Karte. Aber das kommt mittlerweile recht selten vor.

Neue Zapfsaule

CEMO Tankstationen

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Ein Vertrag Made in Sachsen

Hier mal einige Auszüge aus dem Arbeitsvertrag einer sächsischen Transportfirma:

Saechsischer Arbeitsvertrag

Saechsischer Arbeitsvertrag

Die Fahrer bekommen also seit dem 1. Januar diesen Jahres 1 600 Euro Brutto. Was haben die bis Dezember verdient? Aber es ist vielleicht besser, wenn es keiner erfährt. Laut diesem Vertrag erstreckt sich deren Arbeitsbereich nicht nur auf den Nahverkehr. Obwohl, selbst dafür ist dieser Lohn ein Witz.

Saechsischer Arbeitsvertrag

In den Anlagen zum Arbeitsvertrag finden sich auch Anmerkungen zur Arbeits- und Bereitschaftszeit. Steht ein Fahrer dieser Firma z.B. im Stau, dann ist das keine Arbeitszeit. Oder muss er stundenlang vor der Schweizer Grenze warten, bis er endlich den Zollhof erreicht, um die Grenzabfertigungen durchzuführen, gilt das ebenso als Bereitschaft. All das wird nicht bezahlt:

Anlage zum Arbeitsvertrag

Wer den kompletten Vertrag lesen möchte, kann das gerne tun. Ich habe den mal hoch geladen. Dabei sind auch Anmerkungen an den Arbeitgeber von dessen Rechtsanwalt. Namen und Firma wurden natürlich unkenntlich gemacht.
Achso. Noch ein kleiner Hinweis. Die pdf-Dateien sind ziemlich groß.

Arbeitsvertrag Teil 1: >>>
Teil 2: >>>
Teil 3: >>>

Dienstanweisung Fahrpersonal: >>>

Hinweis Bereitschaft: >>>

Hinweis für Arbeitgeber: >>>

Nachtrag: Im Dezember habe ich über die SVG – Seminare zum Thema Mindestlohn geschrieben. Wie Arbeitgeber genau das umzusetzen versuchen, schrieb mir vorhin ein Leser auf Antwort auf diesen Beitrag:

Arbeite bei einer Spedition aus Sachsen. Habe einen Arbeitsvertrag von 2000 Euro brutto, plus Zulagen und Spesen.

Meine Chefin kam auf die Idee, mir seit dem 1. Januar für die 208 erlaubten Arbeitsstunden 8,50 Euro Stundenlohn zuzahlen und für die Stunden die darüber hinaus gehen nur 5 Euro/Std. zuzahlen. Also weniger als zuvor.
Das Problem ist, das die SVG auf diese hirnrissige Idee kam. Meine Chefin fiel plötzlich ein, das wir ja nur 208 Stunden im Monat Arbeiten dürfen (laut Arbeitsschutzgesetz) und die restliche Zeit als Bereitschaftszeit in den Abrechnungsbüchern auftaucht.

Habe mich aber erfolgreich gegen den neuen Arbeitsvertrag gewehrt, so das mein Gehalt vom letzten Jahr bestehen bleibt. Das Problem ist aber, das in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen es derzeit keinen gültigen Tarifvertrag gibt und das wir Kraftfahrer von den Gewerkschaften alleine gelassen werden. Also führt man hier alleine einen Krieg gegen diese Berechnungen und diese Arbeitgeber.

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Fakt ist…

Grad gelesen: Jeder 6. Lkw-Fahrer macht in fünf Arbeitsjahren Erfahrungen mit Verbrechen. Gut das ich nur nach Italien fahre. Da schützt mich die Mafia.

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