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TruckOnline.de Posts

Wat mutt dat mutt

Das neue Arbeitsjahr beginnt mühsam. Fast eine dreiviertel Stunde musste ich kloppen und schieben, bis das Dach frei von Schnee und Eis war.

Schnee und Eis wird von einem Auflieger entfernt

Der Lkw stand zwei Wochen in der Firma. Die ist knapp 250 Kilometer von meinem Wohnort entfernt. Sonst hätte ich damit schon Samstag angefangen.
Da hätte ich mir die Quälerei am frühen Montagmorgen erspart.

Aber wie sagt der Norddeutsche? Wat mutt, dat mutt. Hilft ja nix.

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Die Woche der Befragungen

Der erste Tagespunkt am Dienstagvormittag war ein kurzes Gespräch im DLF über Fahrermangel und Zukunftsaussichten meines Jobs.
Nebenbei, den Termin hätte ich fast verpennt. Im wahrsten Sinne. So klingt mein Dialog auch. Sorry. Aber ich habe mein bestes gegeben.

Zum zweiten ein längeres Gespräch mit Jochen Diekmann, Moderator beim ET-Radio. Das ist ein Internetradio und Teil von RockFM.
In dieser Plauderei ging es um die Touren, die ich so fahre und um meine Beweggründe, bestimmte Dinge zu verbloggen.

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Es ist Weihnachten. Muss an diesen Tagen wirklich das Recht über allem stehen?

Von Udo Skoppeck

Ein Spannungsfeld zwischen Recht, Realität und Menschlichkeit, zwischen Gesetz, Gewissen und Wirklichkeit

2. Weihnachtstag, eine Raststätte an der Autobahn 2

Die Parkplätze sind überfüllt, die Fahrer sind im Lkw. Für viele Außenstehende ein gewohntes Bild. Für uns dagegen ein Anlass hinzuschauen.

Es geht dabei nicht um kulturelle oder religiöse Fragen. Natürlich gibt es Fahrer, die kein Weihnachten feiern.
Nein, es geht um etwas anderes: Wir haben ein Mobilitätspaket, wir haben Lenk- und Ruhezeiten, wir haben Gesetze, die genau verhindern sollen, dass Menschen monatelang im Lkw leben. Auf dem Papier ist vieles klar geregelt, nur in der Realität wird es zu oft nicht kontrolliert.

Wer mit den Fahrern spricht, bekommt meist ehrliche Antworten

Ja, es gibt einige, die freiwillig im Lkw leben. Aber die meisten sagen etwas anderes: „Ich würde gerne nach Hause. Aber es geht nicht.“
Teilweise sind sie drei bis sechs Monate unterwegs. Und weil kaum kontrolliert wird, scheint es egal zu sein.

Die kleinen Geschenktüten, die an solchen Tagen verteilt werden, sind ehrlich gemeint. Sie sind ein kurzer Moment des Glücks, ein Zeichen: Du wirst gesehen.
Aber sie ändern nichts an den Strukturen. Eine konsequente Kontrolle der bestehenden Regeln wäre für viele Fahrer das wertvollere Geschenk.

Gnade, Verantwortung und Scheinheiligkeit

Gleichzeitig gibt es eine andere, ebenso berechtigte Perspektive. Es ist Weihnachten. Muss an diesen Tagen wirklich das Recht über allem stehen?
Gibt es nicht Momente, in denen Menschlichkeit vor Paragrafen stehen darf?

Viele der Menschen, die Geschenke verteilen, fordern keine Strafen.
Sie wollen keine Anzeigen, keine Bußgelder. Sie wollen einfach nur eine kleine Freude in einen trostlosen Alltag bringen.

auf einem rasthof werden zu weihnachten geschenke an fahrer verteilt, die dort die feiertage verbringen müssen. im bild ist ein fahrer in einer weißen zugmachine zu sehen, der ein präsent entgegen nimmt.

Der Vorwurf der Scheinheiligkeit trifft deshalb nicht die Helfer. Sondern eher die Gesellschaft insgesamt. Auf der einen Seite wird verteilt, getröstet, fotografiert.

Auf der anderen Seite bleibt ein System bestehen, das genau diese Zustände produziert und hinnimmt.

Wir wollen unsere Pakete pünktlich. Wir wollen volle Regale. Wir wollen niedrige Preise. Am besten ohne darüber nachzudenken, wer den Preis dafür zahlt.

Und wenn Fahrer über Weihnachten, Ostern oder an normalen Wochenenden auf Raststätten stehen, heißt es: „So war das doch nicht gemeint.“
Doch: Ein Preis, den man nicht sehen will, ist trotzdem ein Preis.

Mehr als ein Geschenk

Mein Dank gilt allen, die ihre Freizeit geopfert haben, um auf Raststätten ein Zeichen zu setzen. Diese Gesten sind wichtig. Sie zeigen den Fahrern, dass sie nicht völlig unsichtbar sind, auch wenn es oft nur Minuten sind.

Aber wenn wir ehrlich sind, müssen wir weiterdenken. Über den Tellerrand. Über Weihnachten hinaus.
Menschenwürde ist kein saisonales Gefühl. Sie bedeutet, dass niemand zum bloßen Mittel degradiert wird. Auch nicht im Namen von Logistik, Konsum oder Bequemlichkeit.

Vielleicht ist genau das der Punkt, an dem sich beide Sichtweisen treffen: Ohne Respekt, ohne Kontrolle, ohne Verantwortung bleibt selbst die schönste Geste nur ein Trostpflaster.
Und das kann auf Dauer nicht genug sein.

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Zum Ende des Jahres

Ich wünsche Euch ruhige erholsame Feiertage, mit Zeit zum Durchatmen, Abschalten und Auftanken. Und viel Gelassenheit. Macht es euch schön.

das bild zeigt einen tannenbaum, nachgestellt aus vielen europaletten. fotografiert in italien.

Ach ja, was mir noch wichtig ist: Vielen Dank für Eure Treue, Euer Vertrauen und Euer Interesse an meinem Blog.

Auch wenn einige mit mir nicht immer auf einen Nenner kommen – aber nicht immer einer Meinung zu sein, gehört einfach dazu.
Andere Sichtweisen, kritische Fragen und ehrliche Kommentare bringen mir viel und halten diesen Blog lebendig.

Denn der respektvolle Dialog zählt. Schön, dass ihr eure Gedanken teilt und diesen Blog mitgestaltet.

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Schlaue Zitate

Meine Welt besteht aus meilenlangen endlosen Straßen, die Spuren von zerbrochenen Träumen hinter sich herziehen.

Chris Rea, Sänger und Komponist, im Song „The Blue Cafe“ aus dem gleichnamigen Album

Viele Stunden haben wir zusammen hinter dem Steuer verbracht.
Hast mir gezeigt, was Freiheit bedeutet und trübe Stunden vertrieben. Du warst ein toller Beifahrer.

RIP Chris Rea

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Ende Gelände

Das war es für dieses Jahr. Die letzte Tour gefahren, dass Dienstfahrzeug ist gewaschen.

Anfang Januar geht es wieder los. Bis dahin ruhige Tage, nur unterbrochen durch diverse kleine Dinge. Aber nix arges. Also alles gut.

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Bewertung bei Google gelöscht

Vor, ich weiß nicht mehr genau, vielleicht sechs, sieben Jahren, hab ich mal bei Google einen Autohof schlecht bewertet.
Einfach weil ich unzufrieden war. Der Service war mies, dass Essen nicht besser.

Daraufhin habe ich eine kurze Beurteilung geschrieben und das dem Autohof angeschlossene Restaurant mit zwei Sterne bewertet.
Jetzt wurde mir von eben Google mitgeteilt, dass diese negative Zensierung gelöscht wurde.

Ich dachte immer: „Joa, Bewertung schreiben hilft ja sicher anderen„. Aber nix da. Denn mit der Löschung dieser Einschätzung kam ich wohl noch gut davon.
So hab ich andere Erfahrungen gelesen: Wie zum Beispiel, für eine ehrliche Rezension kannst Du schneller Post vom Anwalt bekommen, als ein Paket von Hermes.

Dazu Google-Account weg, Vorwurf der Verleumdung, mögliche Zahlungen. Klar, Kundinnen und Kunden können übertreiben.
Nur was aber tun, wenn die Leistung wirklich ungenügend war? Wie in diesem Fall. Kann man diesen ganzen 5-Sterne-Bewertungen bei Google noch vertrauen, wenn negative eh gelöscht werden?

Also ich tue es nicht mehr.

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