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Schlagwort: Realität

Von der Vision zur Realität und warum wir noch lange nicht am Ziel sind

Von Udo Skoppeck

Als ich 2018 meine Vorschläge gegen Lohndumping und für einen europaweiten Tarifvertrag für Berufskraftfahrer veröffentlichte, wurden viele meiner Ideen als unrealistisch bezeichnet.

Dabei ging es nie um Ideologie. Es ging um Fairness. Denn ich war überzeugt, dass sich der Wettbewerb in Europa nicht länger über immer niedrigere Löhne entscheiden darf, sondern über Qualität, Leistung und Innovation.

Deshalb entwickelte ich ein Konzept, das seiner Zeit weit voraus war

Ich forderte einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag für Berufskraftfahrer, gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Unternehmen und einen gesetzlichen Mindeststandard, der sich an 60 % des jeweiligen nationalen Medianlohns orientiert.

Tarifverträge sollten dadurch nicht ersetzt, sondern gestärkt werden. Denn nur eine starke Tarifbindung verhindert dauerhaft Lohndumping.

Meine Überlegungen flossen später auch in meine schriftliche Stellungnahme für die Anhörung des Deutschen Bundestages im Namen der Allianz im Deutschen Transportwesen (AIDT) ein.

Viele hielten diese Forderungen damals für Wunschdenken

Heute, Jahre später, sieht die Realität anders aus.

Die Europäische Union orientiert sich inzwischen selbst an 60 % des Medianlohns, wenn es um angemessene Mindestlöhne geht. Die Stärkung der Tarifbindung gehört inzwischen zu den offiziellen politischen Zielen.
Das Mobilitätspaket wurde verabschiedet, Entsenderegeln wurden verschärft und der Schutz vor Sozialdumping ist heute Bestandteil zahlreicher europäischer Debatten.

Es zeigt, die Probleme wurden erkannt. Was aber bis heute fehlt, ist ihre konsequente Umsetzung.

  • Noch immer konkurrieren viele Unternehmen über niedrige Löhne, statt über bessere Leistungen. Denn noch immer werden nationale Unterschiede ausgenutzt.
  • Noch immer leiden ehrliche Unternehmen und Beschäftigte unter Wettbewerbsverzerrungen.

Ich habe diese Entwicklungen nicht vorhergesehen, weil ich Hellseher bin

Ich habe sie erkannt, weil ich mehr als vier Jahrzehnte selbst auf Europas Straßen unterwegs war und erlebt habe, wie sich unsere Branche Schritt für Schritt verändert hat.

Mein Ziel war nie, Recht zu behalten. Sondern mein Ziel war und ist es, Lösungen aufzuzeigen.

Wenn ich heute auf meine Texte aus den Jahren 2018 und die Stellungnahme für den Deutschen Bundestag zurückblicke, erfüllt mich das durchaus mit Stolz.
Nicht weil alles umgesetzt wurde, sondern weil viele der damaligen Gedanken heute ein Teil der politischen Diskussion geworden sind.

Und genau deshalb werde ich mich auch weiterhin dafür einsetzen, dass aus guten Ideen endlich gerechte Realität wird.

Denn faire Löhne schützen nicht nur die Beschäftigten. Sie schützen auch den fairen Wettbewerb und damit die Zukunft unserer gesamten Branche.

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