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Kategorie: Ladung

Erst suchen, dann warten

Ich stehe gerade auf einer Baustelle in Südtirol. Schon die Anfahrt war ein Krampf. Man sieht das Gelände, weiss aber nicht, wie man da hinkommen soll. Nach einer Stunde Sucherei und Fragerei erklärte mir ein Anwohner, welche Gasse ich befahren muss.
War letztlich eigentlich ganz einfach – wenn man es weiss.

Jetzt gibt es Probleme mit dem einzigen Stapler auf der Baustelle. Kein Diesel im Tank. Gerade ist man auf der Suche nach einigen Litern. Kann sich also nur noch um Stunden handeln.

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Zwischenmenschliches

Kleine zwischenmenschliche Probleme kommen immer wieder mal vor. So auch gestern Nachmittag in einer Firma, irgendwo im Siegerland.

Dort schließt man normal um 16.00 Uhr die Tore. Ich war etwas spät dran. Mein Disponent rief dort an, erklärte denen das ich eine halbe Stunde später eintreffen werde. Kein Problem, sie würden warten. Kurz nach halb fünf war ich auch da. Die Türen vom Auflieger öffnen und an die Rampe fahren dauerte keine Minute. Soweit alles gut. Sechzehn Paletten sollte ich bekommen. Der Chef legte persönlich Hand an.

Zunächst unterhielten wir uns normal. Die Themen waren alltäglich: Wetter, Dorfgeschichten, dass übliche halt. Doch irgendwie nahm das Gespräch eine andere Wendung. Er erzählte, dass ein Lkw-Fahrer vor einigen Wochen während des Ladens seinen linken Fuß gequetscht hätte. Dann legte er los. Neunzig Prozent aller Fahrer wären dumm wie Stroh und überhaupt. So eine Spätbeladung würde es ab sofort nicht mehr geben. Punkt vier wäre Feierabend, er werde nie wieder eine Ausnahme machen.
Dann war ich an der Reihe. Ohne Arbeitsschutzschuhe hätte ich auf der Rampe nichts zu suchen. Das leuchtete mir durchaus ein. Sicherheit geht vor. Also verlies ich die Rampe und wartete im Lkw. Das gefiel Ihm wohl wieder nicht. Er rechnete eher damit, dass ich Sicherheitsschuhe anziehe und die verbliebenen acht oder zehn Paletten selbst auf den Auflieger ziehe. Da hat er aber falsch gedacht.

Zehn Minuten später rief er laut, er wäre fertig und ich sollte kommen, um die Frachtpapiere zu unterschreiben. Nun zog ich tatsächlich Warnweste und Arbeitsschutzschuhe an. So vorschriftsmäßig bekleidet ging ich zu Ihm. Er war noch immer so in Rage, dass er meinen guten Willen überhaupt nicht bemerkte. Nun war ich etwas enttäuscht. Aber nun gut.
Während ich die Papiere unterschrieb, schimpfte er weiter. Den Sinn des ganzen erkannte ich nicht, also erwiderte ich auch nichts darauf. Erst als er erwähnte, ich bräuchte nicht wieder zu kommen, hätte also quasi Hausverbot, wurde ich hellhörig.

Seine Antwort auf mein „warum“ habe ich vergessen. Oder gar nicht registriert. Mit einem „Na denn, auf nimmer wiedersehen“ lies ich Ihn stehen. Nachher wird es wieder Diskussionen mit der Dispo geben, von wegen wichtiger Kunde und so. Ich werde meine Version vortragen, mehr kann ich eh nicht machen.

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Willkommen Kollege

Bulgaren gesucht

Oder auf Bulgarisch: Здравей, колега. Zumindest schlägt mir das Babelfish so vor.

Aber zum Thema. Der westeuropäische Transportmarkt kommt immer mehr unter die Räder. Dazu passt auch eine Zahl, die das Bundesamt für Güterverkehr bekannt gegeben hat. So legten laut deren Maut-Statistik Lkw aus Polen von Januar bis August schon 1,8 Milliarden Kilometer zurück. Das sind 14,25% mehr als 2008.

  • Dahinter liegen
    Tschechien 716 Mio.km (plus 1,3%)
    Ungarn 400 Mio.km (plus 26,9%)
    Slowakei 334 Mio.km (plus 19,5 %)
    Rumänien 324 Mio.km (plus 78,3%)

Für Fahrer wie mich wird wohl in Zukunft nur noch der Nahverkehr übrig bleiben. Der klassische Fern- oder Begegnungsverkehr wird von Firmen unterwandert, die billige osteuropäische Fahrer einsetzen. Es sei denn, ich leiste 200 Stunden pro Monat für tausend Euro Brutto ab.

Alles ist in der EU geregelt. Ein gutes Beispiel ist die „Verordnung (EWG) Nr. 1677/88″. In der Verordnung wurden Handelsklassen für Gurken definiert. Für die Klasse „Extra“ wurde bestimmt, dass diese Gurken „gut geformt und praktisch gerade sein (maximale Krümmung: 10 mm auf 10 cm Länge der Gurke)“ müssen. Gurken der Klasse 1 mussten nur „ziemlich gut geformt“, durften aber auch nicht krummer sein.
Nur um Arbeitsbedingungen schert man sich in Berlin und Brüssel einen Dreck. Oder warum kann es sein, dass osteuropäische Lkw-Fahrer mehrere Wochen im Lkw hausen können oder müssen? Das hat doch nichts mehr mit sozialen Standards zu tun!

Ganz zu schweigen von einem fairen Wettbewerb. So setzen Firmen die ausflaggen, logischerweise Fahrer aus dem Land des neuen Standortes des Unternehmens ein. Die arbeiten aber nur für einen Bruchteil des Lohnes, den ich als westeuropäischer Fahrer bekomme. Die Folge ist, dass ich meinen Job verliere oder eben Lohnkürzungen hin nehmen muss. Aber das habe ich bereits erwähnt.

Aber es könnte noch ärger kommen. So drängt die EU-Kommission auf eine möglichst schnelle Aufhebung aller Kabotagebeschränkungen. Passiert das, darf jedes in einem EU-Staat beheimatete Transportunternehmen ohne jede Einschränkungen in jedem anderen EU-Land Transporte durchführen. Logischerweise auch in Deutschland.

Veränderung der Wettbewerbssituation: Kabotage
Bundesamt für Güterverkehr

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Endstation Merxleben

Ein Schwertransporter bleibt in einem kleinen Dorf irgendwo in der Thüringer Provinz hängen. Erst nachdem Stunden später eine Straßenlampe abgebaut wurde, geht es am nächsten Tag weiter. Auch die Anwohner kapieren es: „Sein müssen solche Transporte, aber die Verantwortlichen hätten besser planen müssen!“ So ist es wohl. Vielleicht.

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Sie haben Post

Grüße aus Bayern,

ich lese seit ein paar Monaten deinen Blog. Aus Zufall kam mir Samstag dieses Gespann vor die Linse. Es fuhr mit 20 km/h auf der Landstraße. Vielleicht war es auch zu schwer?
Lass die Räder auf der Straße.

Mani

LaSi

Hallo Mani,

danke für das Bild. Diese Fahrt war für den Transporterfahrer bestimmt kein Spaziergang – trotz der geringen Geschwindigkeit.

Aber Spaß beiseite. Leider wird Ladungssicherung nicht nur bei großen Fahrzeugen häufig missachtet. Wie oft sieht man Handwerker, die Ihre Arbeitsmittel einfach auf Ihren Transporter legen. Sicherung ist da ein Fremdwort.
Das was bei Deinem Beispiel zu sehen ist, kann man als Scherz bezeichnen. Was der Gurt bezwecken soll? Keine Ahnung. Das Niederzurren, dazu noch über die Bordwände, ist ein Witz. Der Ladungsschwerpunkt liegt zwar auf der Längsmittellinie des Anhängers. Das ist aber das einzig positive, was ich da erkenne. So ist z.B. Formschluss ein Fremdwort.
Was bei einer Vollbremsung oder einem scharfen Ausweichmanöver passiert, kann sich wohl jeder denken. Ich möchte da nicht in der Nähe stehen, trotz der geringen Geschwindigkeit.

Link: Ungesicherte Ladung erschlägt Frau bei Unfall auf A9 bei Triptis
wirre Ladungssicherung am Beispiel eines Pkw-Fahrers (via wirres.net)

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An Bord der MS Renata

Harte Arbeit, Stress und Hektik bestimmen die Arbeit in jedem Hafen. Standzeiten kosten Geld, die Ware muss so schnell wie möglich be- oder entladen werden. So auch in Rotterdam.

Wie das u.a. vor sich geht, sieht man am Beispiel der MS Renata. Die schippert mit ihren Containern durch den Hafen, die an verschiedenen Stellen abgeliefert werden, um dann irgendwann neue aufzunehmen. Weil Time Cash bedeutet, wird das im Zeitraffer gezeigt. Damit am Ende auch der Reeder zufrieden ist.


Auch zu sehen hier und hier

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Erschreckend

Ich bin gerade mit einer Komplettladung auf den Weg Richtung Toskana. So weit, so gut. Dumm nur, dass der dortige Kunde nur zwischen sechs und acht Uhr in der Früh entlädt.
Kommt man da später an, lassen die einen bis zum nächsten Tag stehen. So langsam werden die Italiener den Deutschen immer ähnlicher. Erschreckend!

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Ausblick

Mein erster Kunde morgen ist eine Spedition im südlichen Südhessen. Dummerweise fangen die erst um acht Uhr an. Das passt mir überhaupt nicht. Bis ich da weg komme, ist der halbe Vormittag rum.

Anschließend geht es in ein Dorf im tiefsten Hunsrück. Die Firma kenne ich. Da habe ich vor einigen Jahren oft geladen. Mittlerweile kaum noch. Bin ich auch nicht traurig drüber. Wenn man Pech hat, steht man da länger – vorsichtig ausgedrückt.

Dann darf ich nochmal nach Italien fahren. Ich habe zwar einen gebuchten Platz auf der RoLa durch die Schweiz, aber die Befürchtung, den Zug zu verpassen.
Es wird sicher knapp mit der Zeit. Na ja, werde ich ja morgen sehen.

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