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Waberer’s wächst. Aber nicht mehr auf der Straße.

Auf den ersten Blick liefert Waberer’s für 2025 genau das, was man sehen will. Und zwar steigender Gewinn, solide Umsätze, insgesamt ein erfolgreiches Jahr.
Doch hinter den Zahlen steckt eine Entwicklung, die man durchaus kritisch sehen kann. Vor allem mit Blick auf das eigentliche Kerngeschäft.

Der Konzern kommt auf 816,2 Millionen Euro Umsatz, ein EBIT¹ von 58 Millionen Euro und einen Nettogewinn von 43,6 Millionen Euro. Klingt gut.
Aber, dieses Ergebnis hat nur noch bedingt mit klassischem Transport zu tun.

Das Kerngeschäft verliert an Zugkraft

Ausgerechnet der Bereich, der Waberer’s groß gemacht hat, schwächelt. Der Logistikumsatz ist um 3,3 Prozent auf 655 Millionen Euro gesunken, das EBIT liegt bei gerade einmal 20,4 Millionen Euro.

Das Unternehmen verweist auf das schwierige Marktumfeld, schwache Konjunktur, geringere Industrieproduktion. Alles valide Punkte.
Trotzdem bleibt die Frage: Wie robust ist das Geschäftsmodell, wenn es in solchen Phasen direkt unter Druck gerät?

Zu sehen ist ein Lkw Volvo der Spedition Waberer's. deren Zahlen zeigen soliden Umsatz.

Auch die Reduzierung der Flotte passt ins Bild. Die Zahl der Lkw ist um über fünf Prozent gesunken. Das kann man als Effizienzmaßnahme verkaufen.
Oder als Zeichen dafür, dass Wachstum im klassischen Transport aktuell schlicht nicht drin ist.

Gewinne kommen woanders her

Während die Logistik schwächelt, liefert ein anderer Bereich ab. Nämlich die Versicherung. Mit 37,6 Millionen Euro EBIT liegt dieses Segment deutlich vor dem Transportgeschäft.

Das wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wenn ein Logistikkonzern seinen Gewinn zunehmend außerhalb der Logistik verdient, was sagt das über die Attraktivität des Kerngeschäfts aus?

Ein Teil des Erfolgs ist zudem auf die Vollkonsolidierung von Magyar Posta Biztosító² zurückzuführen. Also weniger organisches Wachstum, mehr bilanzieller Effekt.

Nettogewinn mit Verzerrung

Auch der Blick auf den Nettogewinn relativiert das starke Gesamtbild. 9,2 Millionen Euro stammen aus nicht realisierten Wechselkurseffekten.

Ohne diesen Sondereffekt läge der Gewinn bei 34,4 Millionen Euro. Das ist immer noch ordentlich. Aber die Dynamik wirkt plötzlich deutlich weniger beeindruckend.

Strategiewechsel oder Notlösung?

Waberer’s positioniert sich klar neu. Mehr Diversifizierung, mehr Zusatzgeschäft, mehr multimodale Lösungen. Dazu kommt der Umbau in eine Holdingstruktur.

Das kann man als vorausschauende Strategie interpretieren. Man kann es aber auch anders lesen.
Nämlich als Reaktion auf ein Transportgeschäft, das zunehmend unter Druck steht und allein nicht mehr die gewünschten Ergebnisse liefert.

Auch die Expansion in neue Bereiche wie den Personenverkehr wirft Fragen auf. Passt das wirklich zum Kerngeschäft?
Oder ist es eher ein Versuch, neue Erlösquellen zu erschließen, weil die bestehenden nicht mehr ausreichen?

Dauerbaustelle Fahrermangel

Ein strukturelles Problem bleibt ungelöst. Das ist der Mangel an Fahrern. Waberer’s ist hier längst auf internationale Arbeitskräfte angewiesen, aus Osteuropa und zunehmend auch aus Asien.

Das funktioniert kurzfristig, bringt aber neue Abhängigkeiten und Herausforderungen mit sich. Und der Fachkräftemangel greift inzwischen auch auf Lager und nationale Verkehre über.

Im Busgeschäft zeigt sich zusätzlich, wie begrenzt diese Strategie ist. Hier lassen sich Personalengpässe deutlich schwerer über internationale Rekrutierung ausgleichen.

Unterm Strich

Waberer’s liefert 2025 solide Zahlen, keine Frage. Aber die Qualität dieses Wachstums ist diskutabel.

Der Gewinn steigt, während das Kerngeschäft schwächelt. Ein wachsender Teil des Ergebnisses kommt aus Bereichen, die mit Transport nur noch indirekt zu tun haben.
Dazu kommen Sondereffekte, die das Bild zusätzlich aufpolieren.

Die entscheidende Frage lautet daher: Ist das schon die erfolgreiche Veränderung? Oder ein Warnsignal für ein Geschäftsmodell im Wandel?

Die Antwort darauf wird sich wohl erst in den kommenden Jahren zeigen.

¹EBIT steht für „Earnings Before Interest and Taxes“ (Gewinn vor Zinsen und Steuern) und ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl zur Messung des operativen Erfolgs.
Es zeigt, wie profitabel das Kerngeschäft ist, ohne Einfluss von Finanzierungsstruktur, Steuern oder außerordentlichen Posten. Das EBIT wird häufig als Synonym für das Betriebsergebnis verwendet.

²Am 5. März 2026 erwarb die Gránit Biztosító Zrt., eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von Waberer’s, die verbleibenden 33,095 % der Anteile von der Minderheitsaktionärin Magyar Posta Zrt.. Der Schritt war Teil einer Rahmenvereinbarung zur strategischen Neuausrichtung. Bereits Ende 2024 hatte Waberer’s die Mehrheit übernommen.
Durch die Erhöhung des Anteils auf 100 % wird Magyar Posta Biztosító nun vollständig in den Konzernabschluss von Waberer’s integriert.

Quelle: Waberer’s Press Room

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Energiekrise? Fahr halt langsamer.

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat einen Maßnahmenkatalog rausgehauen. Anlass sind die explodierenden Ölpreise wegen des Irankriegs.
Die Idee dahinter klingt erstmal vernünftig. Nämlich irgendwie den Verbrauch drücken, um die Lage zu entspannen.

Aber wenn man sich die Vorschläge anschaut, fragt man sich schon: Wirklich?
Ein Highlight ist, Lkw (und Autos gleich mit) sollen einfach langsamer fahren. Zehn km/h weniger auf der Autobahn. Schon werden Probleme gelöst.

Klar, dass spart tatsächlich Sprit. Ist ja physikalisch unstrittig.
Aber es wirkt auch ein bisschen wie: „Wir haben ein strukturelles Problem, lasst uns mal am Tempomat drehen.“

Dabei weiß die IEA selbst, wo das eigentliche Problem liegt: Der Straßenverkehr frisst rund 45 Prozent des globalen Öls. Fast die Hälfte.
Und die Antwort darauf ist… effizienter fahren?

Ernsthaft? Das ist ungefähr so, als würde man bei einem undichten Tank empfehlen, den Hahn etwas vorsichtiger aufzudrehen.

Das Bild zeigt die A7 bei Kassel. Thema ist die Diskussion über eine Geschwindigkeitsbegrenzung wegen der Ölkrise.

Noch ein Gedanke: Viele dieser Ideen sind uralt. Denn Tempolimits, sparsames Fahren, weniger Flüge, dass hat man alles schon in früheren Krisen gehört. Funktioniert kurzfristig, keine Frage.

Aber langfristig? Eher nicht. Dafür bräuchte es nämlich echte Veränderungen. Wie eine andere Infrastruktur, weniger Abhängigkeit vom Öl, mehr Alternativen im Transport.

Stattdessen zielt vieles auf individuelles Verhalten. Die Leute sollen langsamer fahren, bewusster konsumieren, effizienter leben.
Klingt gut, verschiebt aber die Verantwortung ziemlich elegant nach unten.

Die großen Hebel, also Politik, Industrie und Infrastruktur, bleiben auffällig vage.
Und immerhin: Die IEA sagt selbst, dass diese Maßnahmen die Engpässe nicht ausgleichen werden.

Das ist ehrlich, aber auch entlarvend. Wenn die eigenen Vorschläge nicht reichen, warum klingen sie dann wie der Hauptplan?

Am Ende bleibt der Eindruck: In einer ernsten Energiekrise kommt eine ziemlich zahme Antwort.
Ein bisschen langsamer fahren, ein bisschen bewusster sein und hoffen, dass sich der Rest irgendwie regelt.

Das kann man machen. Aber es ist halt keine Strategie.

Quelle: Eurotransport de

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Logistik im Wandel: Wie autonome Lkw in Texas den Alltag testen

Ich finde ja, autonome Fahrzeuge wirken oft noch wie Zukunftsmusik. Wenn man sich aber anschaut, was gerade in Texas passiert, merkt man schnell, so weit weg ist das alles gar nicht mehr.

Das schwedische Unternehmen Einride arbeitet dort nämlich gerade daran, eine ganz normale Straße, den State Highway 130 zwischen Austin und Seguin, zur Teststrecke für fahrerlose Lkw zu machen.

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Einride selbst ist übrigens kein Neuling mehr. In Schweden fahren ihre autonomen Lkw schon seit 2020 herum, und seit ein paar Jahren sind sie auch in den USA aktiv.
Trotzdem merkt man, ganz so einfach ist der Schritt in den echten Alltag dann doch nicht. Aktuell wird in Texas nämlich noch ordentlich getestet.

Und das wirkt auf mich ehrlich gesagt ziemlich beruhigend. Statt einfach loszulegen, setzen sie auf viele Tests und enge Zusammenarbeit.
Einride-CEO Roozbeh Charli hat auch ziemlich klar gesagt: Das Ziel ist zwar der kommerzielle Einsatz, aber der Weg dahin führt über Geduld.

Auch die Betreiber der Strecke sehen das Ganze als große Chance. Sie wollen den Highway langfristig zu einer Art Vorzeige-Route für autonomen Güterverkehr machen.
Gleichzeitig betonen sie immer wieder das Thema Sicherheit, was ich persönlich bei solchen Projekten auch absolut entscheidend finde..

Für mich zeigt das vor allem eins: Der Wandel passiert nicht plötzlich, sondern Schritt für Schritt.
Aber er passiert und vielleicht sehen wir fahrerlose Lkw schon viel früher im Alltag, als wir uns heute vorstellen können.

Quelle: Einride kooperiert mit einem texanischen Autobahnbetreiber, um ein Testfeld für autonomes Gütertransportwesen zu schaffen

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25 Cent weniger. Italien senkt die Spritpreise.

Als ich die Nachricht gelesen habe, dachte ich kurz: Wow, wieso geht das eigentlich nicht überall so schnell?
Ein Dekret, ein paar Sätze auf irgenwelchen sozialen Netzwerken und plötzlich wird Tanken spürbar günstiger.

In Italien sinkt der Preis um 25 Cent pro Liter und man merkt sofort, wie politisch aufgeladen so ein Liter Benzin oder Diesel eigentlich ist.
Denn natürlich fühlt sich das gut an, für Pendler, für Familien, für alle, die nicht einfach aufs Auto verzichten können, für Handwerker, Taxiunternehmer, Spediteure und Busunternehmen.

Genau deshalb ist es auch so ein dankbares politisches Instrument. Schnell wirksam, leicht verständlich, sofort sichtbar.

Und genau deshalb werde ich misstrauisch. Die Regierung unter Giorgia Meloni verkauft die Maßnahme als entschlossenes Eingreifen.
Ihr Vize Matteo Salvini setzt noch einen drauf und vergleicht direkt mit anderen Ländern. Man werde bald günstiger sein als Deutschland oder Frankreich.

Eine Tankstelle bei bassano del grappa bei Nacht.

Nur klingt das weniger nach langfristiger Strategie, sondern mehr nach politischem Wettbewerb. So nach dem Motto, wer entlastet seine Bürger am sichtbarsten?

Was mich stört, ist nicht die Entlastung selbst. Logisch, die ist nachvollziehbar.
Es ist dieses vertraute Muster dahinter. Wenn Preise steigen, wird kurzfristig gegengesteuert, aber ohne wirklich zu klären, was danach kommt.

Die Steuersenkung ist auf zwanzig Tage „zeitlich begrenzt“. Heißt übersetzt, der Moment, in dem sie wieder verschwindet, ist schon eingeplant. Und dann?

Noch skeptischer macht mich dieser „Anti-Spekulations-Mechanismus“. Preise sollen streng an den Rohölmarkt gekoppelt werden, ungerechtfertigte Erhöhungen so verhindert werden.

Klingt gut, fast zu gut. Denn wer legt fest, was gerechtfertigt ist? Und seit wann lassen sich globale Märkte so sauber politisch nachjustieren, ohne das neue Grauzonen entstehen?

Am Ende bleibt bei mir ein komisches Gefühl. Ja, die Maßnahme hilft jetzt. Aber sie wirkt wie ein Pflaster auf ein Problem, das tiefer sitzt.
Und vielleicht ist genau das der Punkt: Es geht weniger darum, das Problem zu lösen, als darum, schnell zu zeigen, dass man handelt.

25 Cent weniger pro Liter sind spürbar. Aber ein Vertrauen, dass hier mehr passiert als nur kurzfristige Beruhigungspolitik, spüre ich dabei nicht.

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Große Versprechen, leere Baustellen

Die Bundesregierung wollte 2025 groß in die Zukunft investieren. Klimaneutralität, Infrastruktur, Wachstum, alles auf Pump.
Die Rechtfertigung klang gut. Die Realität ist peinlich.

Denn laut einer Analyse des „ifo Institut“ sind rund 95 Prozent der neuen Schulden nicht in zusätzliche Projekte geflossen.
Stattdessen wurden Haushaltslöcher gestopft.

Anders gesagt: Milliarden auf Pump aufgenommen und die für fast nichts.

Denn die Zahlen sprechen Bände: 24,3 Milliarden Euro neue Schulden und die Investitionen kletterten nur um 1,3 Milliarden Euro.
Der Rest? 23 Milliarden Euro verschwinden in Luftblasen, Buchungstricks und bürokratischen Verstecken.

Denn der Clou liegt im Verschieben: Ausgaben aus dem regulären Haushalt wurden in das schuldenfinanzierte Sondervermögen verlagert.
Plötzlich wirkt es, als gäbe es neue Investitionen. In Wahrheit war es sprichwörtlich alter Wein in neuen Schläuchen.

Eine Baustelle in Mühlhausen in Thüringen..Zu sehen ist eine Baustellen Absperrung.

Die Forscherin am „ifo Zentrum für Makroökonomik und Befragungen“, Emilie Höslinger, bringt es auf den Punkt: Vieles von dem, was als „neu“ verkauft wird, war längst geplant. Die üblichen Ausreden, Bürokratie, Verzögerungen, Engpässe, sind wenig überzeugend. Wenn Projekte sich verzögern, hätte man auch die Schulden nicht in dieser Höhe aufnehmen dürfen.
Doch genau das passierte.

Max Lay, Fachreferent am „ifo Zentrum für Finanzwissenschaft“, mahnt, dass nur echte zusätzliche Ausgaben im Kernhaushalt von Investitionen sprechen. Alles andere ist Augenwischerei.

Fazit: Die Regierung verkauft Schulden als Zukunftsinvestitionen, nutzt sie aber für kurzfristige Haushaltskosmetik.

Die Milliarden fließen, die Wirkung bleibt aus und das Vertrauen der Bürger schrumpft. Wer so mit Geld umgeht, verspielt nicht nur die Zukunft, sondern auch jede Glaubwürdigkeit.

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Schlaue Dialoge

Letzte Woche sitz ich im Auto mit nen Kiffer. Mitfahrgelegenheit, ich hab den mitgenommen. Zwei Stunden kein Wort. Chillt einfach nur, guckt aus dem Fenster.
Dann irgendwann aus dem Nichts, guckt der mich an und meint so: „Ey, kennste das? Wenn Du auf der Straße fährst und du hast freie Fahrt und auf der anderen Seite ist Stau?“

Ich sag „Joa“. Und er so: „Das macht mich irgendwie glücklich.“
„So Brudi, hast Du da jetzt zwei Stunden drüber nachgefacht?“

Alter wo die ihr Glück herholen, er steht morgens auf und denkt, oh, dass wird ein krasser Tag. Ich sitz den ganzen Tag in der Karre, ich hoffe, die anderen haben Stau.

Michael Jäger, Comedian, aus seinem Programm „Unfallkind“

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Zukunft des Straßengüterverkehrs: Trends, Technologien und Chancen für die Logistikbranche

Wie entwickelt sich der Straßengüterverkehr in den kommenden Jahren? Welche Trends, Technologien und Herausforderungen die Zukunft der Logistik, des Transports und des Güterverkehrs prägen werden.

Die Logistik im Wandel: Was erwartet den Straßengüterverkehr?

Der Straßengüterverkehr ist ein zentraler Bestandteil der modernen Wirtschaft. Jeden Tag werden Millionen von Waren über Straßen transportiert, von Rohstoffen über Lebensmittel bis hin zu Paketen aus dem Onlinehandel.
Ohne funktionierende Transport- und Logistiksysteme wäre die Versorgung von Unternehmen und Verbrauchern kaum möglich.

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