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Kategorie: Ärgerliches

Post aus Italien

Hier berichtete ich über die Arbeitsteilung an einer Raststätte in Italien.
Dieses schilderte ich in einer eMail auch der für diese Tankstelle zuständigen Mineralölgesellschaft.

Nun bekam ich Post von dieser Mineralölgesellschaft. Darin heißt es u.a.:
Wir senden Ihnen ein Geschenk um uns zu entschuldigen für was Ihnen auf unserem Tankstellen geschehen ist.
Wir hoffen Sie immer als Kunde bei Ihrem nächsten Besuch in Italien zu haben…

Nur wurde dieser Brief von irgendeinem bereits geöffnet und mein Geschenk hat nun ein anderer.

Naja, war wohl eh nur ein Flaschenöffner…

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Wir sind (k)ein Volk

Kommt man an einem Freitag um 13.00 Uhr zu seiner letzten Ladestelle, hat man noch gute Laune. Wenn einem dann ein griesgrämiger Lagerist entgegnet: „Vor 16.00 Uhr ist Dein Zeug nicht fertig“, sinkt diese schon rapide.

Steht man um 17.00 Uhr noch immer ohne das was passiert, ist die Laune fast auf dem Nullpunkt. Endgültig in den Minusbereich sinkt diese dann, wenn man endlich an die Rampe „andocken“ darf, dabei eine schmale Dorfstrasse benutzen muss (die durch eine Baustelle noch enger wurde) und dabei von einer motorisierten Dorfbewohnerin dumm angemacht wird.

Diese „gute Frau“ war doch tatsächlich der Meinung, ich würde Sie nötigen, da Sie wegen mir kurz halten musste.
Sie stieg aus, kam zum Lkw gewackelt und redete auf mich ein. Nach drei oder vier Sätzen unterbrach ich Sie und fragte, ob Sie nur auf diese Art Männer kennen lernt.

Nun verstummte Sie, stöckelte zu Ihrem Auto zurück und redete auf einen älteren Bauarbeiter mit „etwas“ geröteten Gesicht ein.
Dieser beteiligte sich nun auch an unseren Disput, dabei ergriff er (logischerweise) Partei für die Frau.

Nun sah ich mich genötigt auszusteigen. Ich fragte diesen Strassenbauhilfsarbeiter, ob denn sein Alkohol alle wäre.
Er entgegnete mir, er würde nicht trinken, sondern hätte nur einen Sprachfehler. Nur war mir das bisher überhaupt nicht aufgefallen, sondern nur sein rotes Gesicht.

Was dann kam, erstaunte selbst mich:
Dorfbewohnerin: „Diese Ossis dürfen sich hier alles erlauben“!
Bauhilfsarbeiter: „Genau, dieses dreckigen Ossis“!
Dorfbewohnerin: „Das trage ich dem Kohl noch heute nach, dass er die ins Land geholt hat“!
Bauhilfsarbeiter: wollte irgendwas sagen, bekam aber kein Wort heraus. Ob es am Entzug lag oder er doch einen Sprachfehler hatte? Keine Ahnung!

Immerhin war die „Unterhaltung“ damit beendet…

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Schlechte Laune

Es gibt Ladestellen, da steht man und steht und steht – irgendwann sind es 23 Stunden und meine Laune ist wie auf diesem Bild:

oelreg.jpg

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Von arroganten Polizisten und dummdreisten „Mauteintreibern“…

Irgendwie haben Südtiroler Polizisten eine „Zebrastreifenphobie“.
Nachdem ich vor 2 Wochen in Bozen 74 Euro zahlen mußte, durfte ich letzte Nacht gegen 0.30 Uhr meinen Parkplatz auf einer Raststätte an der Brennerautobahn räumen.

Der Grund? Richtig – ich stand angeblich auf einem Zebrastreifen! Nur das von solch einem Streifen weit und breit nichts zu sehen war.Aber das war diesen beiden Polizisten egal: entweder weiterfahren oder zahlen (genau – diese berühmt – berüchtigten 74 Euro).
Das ich in keinsterweise den Verkehr behinderte (im Gegensatz zu anderen parkenden Lkw) spielte dabei keine Rolle.

Selbst der Hinweis auf den eingebauten digitalen Tachographen war denen egal. Den Blicken nach zu urteilen, wussten die nicht einmal genau, was das eigentlich ist.

Also hieß es, nach 5 Stunden Pause weiterzufahren. Parkmöglichkeiten bis zum Brenner gab es keine mehr, auf österreichischer Seite war bis zur Mautstation Schönberg ebenfalls alles belegt.

Genau hinter dieser Mautstelle gibt für 4 oder 5 Lkw die Möglichkeit, auf einer Art Park- oder Pannenstreifen Pause zu machen. Eben dort war noch ein Platz frei.

Gegen halb Sieben hämmerte jemand mit seinen Fäusten gegen die Fahrertür (die Steigerung von „hämmern“ trifft jedoch eher zu). Wie man sich fühlt, wenn man nach solch einer „Krachorgie“ aus dem Schlaf gerissen wird, dürfte wohl jedem klar sein.

Ich quälte mich zum zweiten Mal in dieser Nacht aus der Koje, zog den Vorhang ein Stück zur Seite und erblickte ein lockenköpfiges Wesen in einer frischgebügelten ASFINAG – Uniform.
Noch ehe ich das Fenster öffnen konnte, riss dieses Wesen bereits am Türgriff und brüllte dabei. Dabei bemerkte es in seinem Wahn nicht einmal, dass die Tür verriegelt war.

Ich öffnete das Fenster, sagte freundlich „Guten Morgen“ (was mir schwerviel), worauf dieses Wesen kurz verstummte, aber nur um kurz darauf mit unvermindernder Lautstärke weiter zu brüllen.
Trotz seiner stimmlichen Stärke verstand ich nur Bruchstücke, von dem was dieses Wesen von sich gab. Ich führte dieses nichtverstehen eher auf meine körperliche Verfassung hin, als auf seine Lautstärke.

Immerhin verstand ich irgendetwas von „Mautkontrollieren“ und das ich „verschwinden“ soll und noch einige andere Worte, die ich hier nicht wieder geben möchte.

In einer kurzen Pause (die es wohl zum Luftholen brauchte) fragte ich dieses Wesen, ob es auch einen Namen hat. Es schaute mich überrascht an, überlegte kurz und ging dann zu seinem „ASFINAG – MOBIL“, was sich hinter meinem Lkw befand.

Nun war ich etwas überrascht – dann dachte ich aber, dass er gleich zurückkommt um mir eine Visitenkarte oder soetwas zu überreichen.

Aber es tat sich nichts: also begab ich mich auf den Weg zum „ASFINAG – MOBIL“.
Dieses lockenköpfige Wesen befand sich auf dem Beifahrersitz, auf dem Fahrersitz saß ein weiteres ASFINAG – Wesen (vielleicht Ende zwanzig), der bereits in Ansätzen wie Ottfried Fischer aussah und mich angrinste.
Schlimmer konnte die Nacht nicht enden.

Ich fragte noch einmal nach dem Namen dieses Lockenkopfes. Als Antwort bekam ich irgendeine Nummer vor den „Kopf geschleudert).
Also fragte ich nocheinmal: diesmal bekam ich zur Antwort: „Er wäre der Herr Mautaufsicht“ und weiter:“Mautaufsicht wäre sein Familienname“!
Dieser „Otti Fischer – Verschnitt“ kringelte sich dabei vor lachen.

Ich beließ es dann dabei, schrieb mir die Nummer des „ASFINAG – MOBILS“ auf (W 34905 R) und fuhr weiter…

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Streiks hier und anderswo

In Deutschland streikten vergangene Woche Bedienstete des „öffentlichen Dienstes“, in der nächsten Woche sind wohl wieder einmal die Lokführer dran.

Das weckt bei mir Erinnerungen an einen Streik der Transportunternehmer in Italien, der vor ungefähr 10 Wochen innerhalb von 2 Tagen ganz Italien lahmlegte.

Nur das es dort nicht ganz so friedlich zuging…

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RiCö – Teil 4

Vor einigen Wochen lief auf mehreren TV – Sendern eine Reportage über die Spedition RiCö. Dort präsentierte sich diese Firma als vermeintliches Vorzeigeunternehmen.

Was diese Firma und deren Geschäftsführung wirklich wert war, merkte man in der letzten Woche: geplatzte Schecks, gesperrte Tankkarten, in Zwangsurlaub geschickte Fahrer – Gläubiger und Polizei im Haus.

Alles andere als Vorzeigbar ist die Geschäftsführung: als würde sich die prekäre Lage nicht in Windeseile unter den Lkw – Fahrern und der gesamten Branche herumsprechen, versuchte man die Lage schön zureden.

RiCö ist zu schnell groß geworden, auch Dank einer aggressiven Preispolitik. Die Quittung dafür kam jetzt.

Leidtragende sind die Mitarbeiter, die sich einer ungewissen Zukunft ausgesetzt sehen.

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Strafen im Ausland

Deutschland ist im europäischen Vergleich ein Billigland. In den meisten Ländern gelten viel härtere Bußgeldkataloge.

So zahlte ich z.B. in Bozen 74 Euro, weil ich nach dem Weg fragen mußte und dabei (angeblich) mit dem Auflieger meines Lkw auf einem Fussgängerüberweg stand und den Verkehr behindern würde.
Dies war definitiv nicht so (zumahl das „nach dem Weg fragen“ nicht mal eine Minute dauerte), aber Diskussionen bringen da nichts.

Entweder man zahlt an Ort und Stelle oder die Fahrzeugpapiere werden einbehalten und können (natürlich nach Zahlung der Strafe) auf dem zuständigen Polizeirevier abgeholt werden.
Wie man dorthin kommt oder dieses überhaupt findet – keine Antwort dieser Stadtpolizisten aus Bozen…

Oder folgende Begebenheit aus dem norditalienischen Pordenone:

Ich sollte 3 Heizkessel auf einer Baustelle entladen. Das Problem: Diese Baustelle befand sich mitten im Ort in einer relativ schmalen Strasse.

Um kurz nach 11.30 Uhr kam ich an dieser Baustelle an. Schon hieß es, dass man vor der Mittagspause nicht mehr mit dem Entladen beginnt. Im Normalfall wäre es mir egal gewesen, nur dort blockierte ich die ganze Strasse.
Trotzdem war nichts zu machen.

Ich stellte den Lkw soweit wie möglich an den linken Strassenrand, so das Pkw ohne Probleme vorbeifahren konnten.

Trotzdem passte das wohl einem nicht, so das nach etwas mehr als einer Stunde die Polizei erschien. Nun begann das übliche Getue: Führerschein und Fahrzeugpapiere aushändigen, dann Fragen beantworten (wieso ich hier stehe, was ich hier tue), Feststellungen treffen (ich stehe im Parkverbot und in einer für Lkw gesperrten Strasse) u.s.w.
Das ist irgendwie überall gleich…

Dann begannen Diskussionen, die sich über mehr als 2 Stunden hinzogen. Weder der Bauleiter noch ich waren bereit, die Strafe von rund 150 Euro zu zahlen.

Warum sollte ich auch – diese Heizkessel waren für diesen Neubau bestimmt, also mußte ich in diese Strasse. Eine Umlademöglichkeit an einem „besseren“ Ort gab es nicht.

So wurde diskutiert und noch mal diskutiert und wieder diskutiert – der Bauleiter mit mir, ich mit den Polizisten, die mit Ihrer Dienststelle, die Dienststelle mit dem Vorgesetzten des Bauleiters, der mit dem Auftraggeber, der Auftraggeber mit meinem Disponenten, der wieder mit mir u.s.w.

Nach etwas mehr als 2 Stunden erschien dann ein weiteres (größeres) Polizeiauto mit 6 (in Worten: sechs) weiteren Polizisten.

Nun wurde es richtig interessant: mir wurde angedroht die Fahrzeugpapiere einzuziehen und den Lkw zu beschlagnahmen und diesen erst gegen eine Kaution von rund 60 000 Euro wieder herauszugeben.
Es sei denn: ich zahle die Strafe von rund 150 Euronen…

Nun gut (um weiteren Ärger zu vermeiden), ging ich wieder zu meinem (inzwischen auserkorenen) Lieblingspolizisten und sagte Ihm, dass ich die Strafe zahle, aber erst zu einem Bankomaten gefahren werden müßte.

Nun ging alles ganz fix: die anderen sechs Polizisten zogen mit Ihrem Polizeibus wieder ab, ich auf den hinteren Hartschalensitzen des Polizeifiats Platz genommen und ab ging die Fahrt durch halb Pordenone.

Am Automat Geld geholt, gleich die Strafe bezahlt und wieder zurück zum Lkw (freundlicherweise wieder im Polizeifiat).

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RiCö – Teil 3

Gestern hat die Spedition RiCö beim Amtsgericht Osterode Insolvenz angemeldet.
Ricö bestätigte diese Angaben am Nachmittag in einer Pressemitteilung. Der geschäftsführende Gesellschafter Jens Preuß trat zurück. Neuer Geschäftsführer sei der bisherige Ricö-Qualitätsmanager Björn Gröschner, der zum 4. März 2008 seine Tätigkeit aufgenommen hat.

Nach Berichten aus Polen hatten in Osteuropa zuletzt viele Ricö-LKW stillgelegen. Die Fahrer hätten kein Geld mehr zum Tanken gehabt.

Eben diese Fahrer sind nun die Leidtragenden: laut einem Bericht von Polskaweb stehen zig Fahrer noch irgendwo in Drittländern wie Österreich, der Ukraine und Tschechien herum, weil sie wegen fehlender Mittel nicht weiterfahren können.
Familienangehörige der Brummifahrer bitten förmlich in den Foren um Hilfe für Ihre Männer oder Väter, die völlig mittellos irgendwo stehen. „Mein Papa steht in Graz auf einer Tankstelle und hat nichts zu essen und keinen Kraftstoff mehr! Bitte Helft ihm! – schreibt z.B. Justyna Baniak aus Zielona Gora.
Der Vater von Justyna steht schon einige Tage dort, doch wen interessiert das schon in Osterode oder Schopsdorf.

Etwa den Ex- Geschäftsführer Jens Preuß oder seinem Nachfolger Björn Gröschner?

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