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Schlagwort: Wartezeit

Zug um Zug

Fahr mal in ein Dorf bei Verona, haben sie gesagt.
Bekommst dort 24 Tonnen Draht, haben Sie gesagt.

Das ich jetzt acht Stunden Züge zählen darf, weil die Ladung erst am späten Nachmittag fertig ist, haben sie nicht gesagt.

Ein Zug
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Wartemodus

Der heutige Tag wird Ihnen präsentiert von warten, warten, warten. Und dem Blick auf trübes Wetter, grauer Schotterfläche, weiß-brauen Hauswänden. Hat auch was. Wenn auch wenig romantisches.

Italien kann so schön sein

Keine Ahnung, warum es hier nicht vorwärts geht. Eigentlich ist gar nicht so viel los. Trotzdem stehe ich jetzt schon zweieinhalb Stunden und warte auf die Beladung. Meine nächste Ladestelle ist zwar nur vierzig Kilometer entfernt, schaffe ich aber nicht mehr vor Mittag. Also erst vierzehn Uhr. Schon kann ich meine dritte Stelle, die ich auch noch am Nachmittag machen wollte, vergessen. Nicht so toll.

Na ja, schalte ich also in den Ruhemodus und schaue, was noch geht. Werde erstmal meine Disponentin anrufen. Damit wäre meine Fahrerpflicht erledigt. Beschleunigen kann ich eh nix.

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Motivation pur

Eigentlich lief es gestern echt gut. Fünf Abladestellen von Brescia bis hinter Mailand. Angemeldet, Plane auf, Ware runter, Plane zu, weg. Halb drei war der Auflieger leer.
Dann fix zur ersten Ladestelle. Da war ich gegen vier. Ein Lkw an der Rampe, eigentlich kein Problem.

Für die aber schon. „Morgen früh, acht Uhr“, hieß es. „Blödmänner“, dachte ich mir. Und noch einiges mehr.

Pünktlich kurz vor acht stand ich vorhin wieder vor deren Tor. Zehn Minuten gewartet, angemeldet, um dann zu erfahren, dass deren Zeug erst gegen Mittag fertig ist. Toll.
Hätten die mir das schon gestern Nachmittag erzählt, wäre ich erst zur zweiten Ladestelle gefahren. So bräuchte ich jetzt nicht sinnlos rum stehen.

Ach so. Duschen darf man hier als Fahrer natürlich auch nicht. Schon klar.

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Ungewöhnlich

So, Feierabend. Was für ein Gammeltag heute. An der ersten Ladestelle sollten meine sechs Paletten schon gestern Abend um neun fertig sein. Das war natürlich mal wieder eine Ente. Die letzte verpackte man heute vormittag gegen zehn.
Aber das ging ja noch. Hab dort eh Pause gemacht.

Zum zweiten Kunden brauchte ich eine gute halbe Stunde. Dort bekam ich sieben Kisten. Geladen waren die kurz nach zwölf. Dann fehlten noch die Ladepapiere. Auf die durfte ich fast fünf Stunden warten. Fünf Stunden. Für Lieferscheine. Der Hammer.

Warum das so lange dauerte, weiß ich nicht. Die haben sich zwar gefühlte hundert mal entschuldigt, ungewöhnlich ist das trotzdem. Meine morgige Anlieferung hat sich damit auch erledigt.
Aber gut. Jetzt stehe ich zwischen Katschberg und Tauerntunnel und hab noch den letzten freien Parkplatz erwischt. Wenigstens dafür passte das Timing. Also gute Nacht und geruht Euch gut.

Rastplatz an Tauernautobahn

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Warterampe

So, noch kein Feierabend. Im Gegenteil. Das ist so ein richtiger Kackmontag. Seit fünf Stunden steh ich an einer Rampe in einer Firma irgendwo im Hunsrück und in der Zeit wurde der halbe Auflieger geladen. Wow.

Lkw muss warten

Zwischendurch haben die gemerkt, dass nicht mal alles drauf passt und auch noch in einem anderen Werk geladen werden muss. Das ist zwar nur fünf Kilometer entfernt, trotzdem darf ich mich da nochmal neu anmelden und auf eine freie Rampe warten. Ich bin begeistert.

Na denn, geruht Euch gut. Bei mir dauert es ja noch.

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In der Wartezone

Dienstagnachmittag, kurz vor drei. Ich stehe am Haupttor einer Firma mit selbsternannten Weltruf, irgendwo in Mittelhessen. Der Pförtner erklärt mir in seiner überschäumenden Art, dass ich meine Ware in einer anderen Niederlassung entladen lassen soll. Das hätte man Ihm so mitgeteilt und er würde keine Widerrede dulden. Eigentlich hatte ich das auch nicht vor.
Er erklärt mir den Weg. Es sollten gerade einmal 25 Kilometer sein und man würde mich natürlich noch abladen. Das wäre überhaupt kein Problem.

Dreisig Minuten später meldete ich mich in der dortigen Warenannahme. Es waren wirklich kaum mehr als zwanzig Kilometer. Nur wußte dort keiner etwas von meiner Ankunft und so behandelte man mich auch. In arroganter Art erklärte man mir, dass meine Ladung dort ebenfalls unerwünscht ist und schickte mich in ein anderes Lager. Dieses lag atemberaubende 300 Meter unterhalb der Zweigstelle dieses weltbekannten Kombinats.

Dort angekommen erwartete mich eine wohlbekannte Antwort: „Heute nicht mehr. Aber morgen früh ab sechs Uhr kannst Du hier entladen!“ Ich verabschiedete mich freundlich und suchte mir einen Standplatz für die Nacht.

Mittwochmorgen, 5.15 Uhr. Der Wecker reist mich aus dem Tiefschlaf. Nach einer kurzen Morgenhygiene am 10 – Liter Wasserkunstoffkanister begebe ich mich wieder zum Aussenlager. Dort ist es stockdunkel. Während ich zentimeterweise rückwärts an eine freie Rampe fahre, erleuchten schräg vor mir auf dem Gelände der bereits erwähnten Wagenburg zwei grelle Halogenschweinwerfer. Nun sehe ich überhaupt nichts mehr. Ich steige mehrmals aus, um die Lage hinter dem Auflieger zu peilen. Kurz vor sechs stehe ich schließlich halbwegs gerade an meiner anvisierten Rampe.

Nun passierte nichts mehr. Es wurde um sechs, viertel sieben, halb sieben. Ich stieg aus, drehte eine halbe Runde um den Zweckbau. Durch eine angelehnte Tür gelangte ich in das innere und erspähte den Mitarbeiter, dem ich das frühe Aufstehen zu verdanken hatte.
Ich habe Dich schon gesehen„, rief er mir entgegen, noch bevor ich etwas sagen konnte. „Die Nachtschicht hat aber Chaos hinterlassen, dass muß ich erst aufräumen!“ Ich nickte nur mit dem Kopf und ging wieder durch die morgendliche Kälte zum Lkw.

Mittlerweile war es kurz nach sieben. Das Rolltor der Rampe öffnete sich, kurz darauf hörte ich lautes Fluchen. „Was ist los„, rief ich fragend nach hinten. Eine Antwort bekam ich nicht. Langsam ging ich nach hinten.
Der Lagerarbeiter schaute sich kopfschüttelnd die Ladung an. „Sind das alles Retouren„, fragte er. „Ah ja„, antwortete ich wahrheitsgemäß. „Alles Retouren!
Nun begann er abzuladen – immer darauf bedacht, nicht noch mehr Schäden an der Ware zu verursachen. Nach knapp zehn Minuten hatte er drei Paletten abgeladen. Kurz darauf war er wieder verschwunden. Da es mir zu dumm war, wieder zum Lkw zu gehen und ich die Hoffnung hegte, durch meine Anwesenheit das ganze etwas zu beschleunigen, wartete ich im Lager. Und wartete. Und wartete.

Mittlerweile waren weitere Mitarbeiter am schaffen. Zumindest hörte ich aus verschiedenen Ecken verdächtige Geräusche. Aber keines galt mir.
Irgendwann – ich hatte jegliches Zeitgefühl verloren – holte mich eine Stimme zurück in die Gegenwart: „Ich weiss. Das hier ist ärgerlich. Aber mir wurde gesagt, ich soll nur abladen, wenn ich ein wenig Zeit habe. Andere Arbeit geht vor!“ Ausser ein „Achso“ viel mir nichts ein, was ich darauf entgegnen sollte.

Gegen halb zehn war der Auflieger leer. Bei den Lieferscheinen reichte mir eine Unterschrift. Ich hatte bedenken, dass meine Frage nach einem Stempel der Tag vorrüber gewesen wäre.

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Ich bin deprimiert

Nach gefühlten 5 Stunden (real 1,5 Stunden) Wartezeit beginnt man in einer Firma in einem Kaff im hessischen Teil des Westerwaldes so langsam mit dem Beladen.
Das Schlimme ist jedoch nicht die Wartezeit, sondern das ich denen nicht mal böse sein kann. Jeder Staplerfahrer lächelt mich an, die Leute im Büro sind freundlich und zuvorkommend – hmm, irgendwie deprimierend für mich…

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