In einem der Maxi-Autohöfe, irgendwo hier in Deutschland.
„Tach. Einmal duschen bitte.“ „Hallo, macht 4.99 Euro“. Ich guckte wohl ein bissel verdutzt. Denn der Kassierer erwidert noch: „Ja, für drei Euro mehr gibt’s schon nen guten Döner“.
Vor zwanzig Jahren wurde der Euro mein Zahlungsmittel und mal ganz ehrlich? So richtig doll habe ich die D-Mark eigentlich seitdem nicht vermisst. Zumindest nicht so wie zu DDR-Zeiten. Da waren fünf Westmark ein kleines Vermögen.
Aber wieso auch? Statt fünf oder sechs Währungen im Portemonnaie reichten mir ab sofort zwei oder auch mal drei, die Geldwechselei hatte ein Ende, ebenso das Preise umrechnen in anderen Ländern. Das waren eben meine Vorteile und die habe ich gesehen.
Apropo Preise umrechnen. Auch das habe ich zwischen D-Mark und Euro eigentlich kaum gemacht. Klar, zum Anfang schon. Die neuen Preise waren ja noch ungewohnt. Aber das hat sich schnell gelegt. Heute mache ich das ab und an mal aus Spaß. Wie hier mit dieser urdeutschen Bockwurst:
Eine teure Senfpeitsche in Sachsen-Anhalt
In alter Währung wären das über 10.80 DM. Schon krass. Und hier gab es nicht mal Bautzener oder Bornsenf dazu. Sondern schnöden Wessimostrich.
Also besser nix mehr umrechnen, auch nicht zum Scherz. Denn selbst die einstelligen Fünferpreise tun schon weh.
Neunundneunzig Cent für ein trockenes Brötchen, vier Euro für einen normalen Automatenkaffee, dreifuffzig für eine Salzbrezel. Nicht normale Preise, ausser bei Tank&Rast. Ich hab mich dran gewöhnt, auch weil ich dort normalerweise nichts kaufe.
Umso passender fand ich den Aufdruck auf einem der Blechschilder, die hier, in einer Raststätte bei Ulm, angeboten werden:
Aber richtig
Die Sprüche sind eigentlich unterirdisch, solch eine Blechtafel würde ich nicht mal meinen ärgsten Feind schenken. Wenn ich einen hätte. Aber der eine hat was, passend zur Lokalität.
Oho, dachte ich. Drei Euro vierzig für einen kleinen Becher Kaffee, ist ja schon ein wenig happig. Zumal da wirklich nicht viel drin ist. Zwei, drei mal angesetzt und schon ist er alle.
Kaffee mag ich nicht sonderlich, deshalb macht mir dieser Preis auch nichts aus. Aber Kollegen von mir trinken den schon regelmäßig. Aber ich denke, für diesen Betrag würden die sich auch keinen kaufen. Hoffe ich zumindest.
Ein Espresso kostete übrigens 2.50. In Italien verlangt man dafür achtzig Cent .Oder mal einen Euro. Und dort wird er frisch aufgebrüht.
Ein kleiner Kaffee und dazu ein halbes Brötchen mit Ei für 4.48 Euro – und das auf einem Maxi-Autohof. Es wird Zeit, dass die Spesensätze erhöht werden.
Parkschein: 7.50 Euro Duschen: 2.99 Euro Waschmaschine: 2.50 Euro Trockner: 2.50 Euro Essen & Trinken: 9.97 Euro (Parkschein & WC-Bon bereits abgezogen) Trinkgeld: 1.00 Euro WC: 0.50 Euro
Nochmal zum Thema Einkaufen. Es gibt Tage, da muß eine Tankstelle genügen. Das ist zwar blöd, lässt sich aber nicht immer verhindern. So wie gestern, östlich von Neustrelitz. Umso überraschter war ich aber, dass ich für zwei Flaschen Cola, eine Bockwurst und fünf normale Brötchen nur knapp fünf Euro bezahlen musste.
Eine Premiere gab es dort auch: Zum ersten Mal berechnete man mir das Auffüllen meines Wasserkanisters. Pro Liter waren fünf Cent fällig.
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