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Schlagwort: Fahrermangel

Mission: Impossible

Jetzt auch noch Tom Cruise. Bester Spruch: „Ich weiß, was echt ist und was nicht. Ich bin Scientologe.“ Na ja, ich finde es lustig.

Auch wenn er erst einen DAF fährt und am Ende ein Scania auf der Seite liegt. Aber das nur mal nebenbei erwähnt.
Aso. Die Fanta hinter der Scheibe sieht schon ziemlich abgestanden aus. Ist doch Fanta? Oder?

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Links und rechts der (Daten-) autobahn

Viele deutsche Transporteure haben eines verdrängt. Firmen lassen nicht durch euch Ware transportieren, weil ihr billig seid, sondern weil ihr (noch immer) einen Ruf habt. Wer glaubt, er muss billiger fahren, um am Markt Bestand zu haben, der ruiniert aber diesen Ruf, aber kann immer noch nicht mit Ost- oder Südosteuropa konkurrieren. Die werden immer noch billiger fahren können.
Einfach mal wieder darauf besinnen, dass auch Transport „Made in Germany“ mal für Qualität stand. Das ist mehr wie eine Marktlücke. Besetzt die wieder. Dann werdet ihr auch wieder Fahrer finden.
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transport made in germany

Denn „Trucker“ ist längst kein Traumberuf mehr. Das ist ja nun nix neues. Und durch dauerndes Wiederholen wird es auch nicht besser. Aber kleiner Tipp: Hinter dem Ural leben auch Menschen. Und irgendwo dort werden doch noch motivierte, nein, genügsame Mitarbeiter zu finden sein.
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Aber weiter unten noch etwas mehr dazu…
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Ein harter Brexit würde den Handel in Europa abrupt verändern.
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Bankraub war gestern! Heute schlitzen Verbrecher LKW-Planen auf, denn es ist viel einfacher nachts unbemerkt einen Lastwagen zu plündern, um später das Diebesgut weiterzuverkaufen.
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Wenn Ihr Euch wundert, wieso sich viele Baumaßnahmen verzögern und verteuern – hier ein Beispiel: Beim Burgbergtunnel in Bernkastel-Kues wurden bei der Menge des Betons Quadratmeter und Kubikmeter verwechselt. Das Bauprojekt verteuert sich nach Angaben der Kreisverwaltung Bernkastel um mehr als zweieinhalb Millionen Euro auf jetzt neun Millionen Euro. Tja nu…
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Bettwanzen im Fahrerhaus – Die Wahrheit über den Fahrermangel!

Tolle Überschrift bei traktuell.at. Ihr merkt, ich bin nochmal beim Thema „Fahrermangel“. Abgesehen von der Überschrift eine gute Zusammenfassung.

Denn solange Paketdienste ihre Mitarbeiter über die Straßen jagen, viele Transporteure ihre Arbeit so struktuieren, dass Jobs entstehen, von denen niemand sich selbst, geschweige eine Familie ernähren kann, so lange behält dieser Wirtschaftsbereich ihr Ausbeuterimage.
Da können Funktionäre auf der BGL-Jahreshauptversammlung in Bad Lauterberg noch so diskutieren und Pressemitteilungen verschicken.

Die Logistikbranche tut noch immer so, als hätte es Skandale um Arbeitsbedingungen wie bei Hermes nie gegeben. Und wundert sich dann, wenn immer weniger Menschen bereit sind, sich solchen Bedingungen auszusetzen. Dabei wird sich aber mittelfristig nur durchsetzen, wer ein sozialer Arbeitgeber ist und Menschen beschäftigt, die eine Geschäftsidee glaubhaft transportieren.

Der Job muss halt attraktiver werden. Dazu zählt eine gerechte Entlohnung, aber auch angepasste Arbeitsbedingungen. So z.B. durch gut ausgestattete Lkw. Wer seinen Fahrern nur 08/15 Laster hinstellt, hat es schwerer, Fahrer zu finden, wie eine Firma, die auch Extras anbietet. Auch sollten Arbeitgeber mal auf die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Fahrer hören. Wochenende von Samstagfüh um vier bis Montagfrüh um drei reicht vielen nicht mehr.

Thema Be- und Entladen. Eigentlich sollte das meist problemlos ablaufen. Also ohne lange Wartezeiten, nerviges Palettentauschen oder überfüllter Lagerplätze. Pausen sollten an geeigneten Plätzen durchgeführt werden. Mit sauberen Sanitaireinrichtungen und günstigen Verpflegungsmöglichkeiten. Nicht jeden Abend will ein Fahrer Brot aus der Kunststofftüte oder Gulaschsuppe aus der Büchse verzehren.

Dann der Parkplatzmangel. Es kann nicht sein, dass bereits um 17.00 oder 18.00 Uhr mehrere Plätze angefahren werden müssen, um einen einigermaßen adäquaten Platz zu finden. Oftmals unbewirtschaftet, unbeleuchtet, ohne WC und fünf Meter neben einer Autobahn.
Es gilt also, neue Perspektiven für den Fahrerberuf zu entwickeln. Dann finden sich (vielleicht) auch neue Mitarbeiter…
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Links und rechts der (Daten-) autobahn

Zehntausende Lkw-Fahrer fehlen und Deutschland steht fast vor dem Versorgungskollaps. Gründe sind ein geringer Lohn, lange Arbeitstage und schlechte Arbeitsbedingungen. Man müsse Werbung machen und es sollen gezielt Frauen angesprochen werden. Sagt BGL-Vorstandssprecher Engelhardt. Aha. Frauen sollen also an die Front und für geringen Lohn und fragwürdige Bedingungen arbeiten? Manchmal schreiben sich Gags wie von selbst.
In mehreren Töpfen auf meinem Balkon wachsen übrigens Küchenkräuter. Versorgungsengpass? Pfff. Ich habe schon ein bissel vorgesorgt.
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Also mehr Güter auf die Schiene? Wird auch nicht so richtig funktionieren. Denn auch Lokführer werden händeringend gesucht. Tja, die Bahn kann uns vor dem Kollaps also auch nicht retten. Was für ein Dilemma.

Aber nicht nur das. Denn die Bahn ist für die Ansprüche der heutigen Konsumenten zu langsam, zu unflexibel, hat zu wenig Kapazitäten und ist zu teuer. Letzteres zumindest im Vergleich zum Lkw.
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Die Lösung heißt also doch Küchenkräuter?
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Mann pinkelt vom Autozug nach Sylt während der Fahrt. Na hoffentlich nicht gegen den Wind. Aber auch bei so einem Problem gilt: Vom Profi lernen, heißt Probleme vermeiden. Denn nicht jede Pfandflasche muss sofort recycelt werden 🙂
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Der LKW-Fahrer 4.0 heißt dann vielleicht Transportmanager, aber hinter dem Steuer sitzen wird er immer noch – und nach wie vor einen unverzichtbaren Arbeitsplatz haben.
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Leuchtende Kinderaugen.

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Links und rechts der (Daten-) autobahn

Nehmt Euch etwas Zeit, diesen gut geschriebenen, interessanten Artikel über eine Schwertransportfahrerin zu lesen. Und das „gut“ und „interessant“ ist von mir ehrlich gemeint, ohne jede Einschränkung. Denn diese junge Frau ist toll organisiert, befähigt und auch mutig.
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In Deutschland fehlen ungefähr 60.000 Lkw-Fahrer. Der Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), Dirk Engelhardt dazu: „Wir stehen in Deutschland und Europa vor dem Versorgungskollaps, denn wir finden keine Fahrer mehr“.
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Danke an Blogleser Armin für die Zusendung dieser Beiträge
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Aber Lösungen sind schon in Sicht. Denn der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) will mehr Frauen in Lkw-Fahrerkabinen setzen. Geplant ist u.a. ein Frauenstammtisch, um Fahrerinnen zu vernetzen und einen Austausch untereinander zu ermöglichen. Zudem soll Christina Scheib als „Botschafterin“ öffentlichkeitswirksam Frauen im Beruf bestärken.
Sie selbst bezeichnet sich als „Trucker-Prinzessin“ und wirkt in der DMAX-Soap „Asphalt Cowboys“ mit.
Von Seiten des BGL heißt es, man habe sich bewusst für eine Repräsentantin entschieden, die nicht den Klischees einer Lkw-Fahrerin entspricht. Na denn, auf geht’s Prinzessinnen…
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Aber der „BGL“ hat noch mehr Lösungen in petto. Nicht nur Frauen sollen auf die Straße, nein, man will auch Lkw-Fahrern aus Nicht-EU-Ländern den Weg in den deutschen Arbeitsmarkt erleichtern. Dazu traf man sich in den vergangenen Tagen mit Vertretern von Bundesverkehrsministerium und Bundesarbeitsministerium. Engelhardt berichtete der „Verkehrsrundschau“ von „intensiven Gesprächen, mit der Zielsetzung, den Fahrermangel auch von dieser Richtung her anzugehen“.
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Welche Klischees bedienen eigentlich Lkw-Fahrerinnen?
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Aber vielleicht hat sich das Problem „Fahrermangel“ eh bald erledigt: Ein schwedisches Start-up lässt die Konkurrenz hinter sich: Der führerlose, autonom fahrende Lkw von Einride besitzt eine Straßenzulassung.
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Was aber sind die Ursachen für den Fahrermangel? Die Einleitung zum folgenden Artikel gibt einen kleinen Überblick: Lkw-Fahrer ist schon lange kein Traumjob mehr: Termindruck, Maut, Drängler, Staus und am Ende eines langen Tages findet der Fahrer keinen Parkplatz zum Übernachten.
Aber darum geht es in diesem Artikel nicht direkt. Sondern darum, Lkw-Fahrern einen Platz für die Nacht zu reservieren.

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Firmen ohne Fahrer

Es ist gerade sehr ruhig hier in meinem Blog. Einer der Gründe ist, ich mache gerade Urlaub. Drei Wochen, davon eine Woche in Italien. Klar, wo auch sonst.
Einige sagen, ich hätte sie nicht mehr alle. Ich wäre eh so gut die Hälfte meines Lebens da unten und dann auch noch in meiner freien Zeit dahin? Klar, logo. Mir gefällt das Land und überhaupt. Mich verschlug es nach Sardinien. Also dahin, wo ich viel zu selten hinkomme.

Sardegna Grotte di Nettuno

Aber das nur am Rande. Jetzt bin ich wieder daheim in Thüringen. Und da las ich in der hiesigen Lokalpresse einen Artikel, in dem beschrieben wird, wie und warum die Thüringer Transportbranche händeringend Fahrer sucht.
So versuchen Arbeitgeber, unter anderem mit Zuschlägen oder Sonderzahlungen, Mitarbeiter zu halten. Auch würde man kaum Lehrlinge finden. Ja, letzteres ist wirklich ein Problem. Aber nicht nur in Thüringen.

So sind in der Logistikfirma für die ich fahre, mit Hauptsitz in Niedersachsen, in diesem Jahr 51 Azubis ins Berufsleben gestartet. So auch Fachkräfte für Lagerlogistik.
Nur angehende Berufskraftfahrer wurden nicht gefunden. Es hat sich einfach keiner für diese Ausbildung entschieden. Tja, dass negative Image dieses Berufes erschwert halt die Suche nach willigen Bewerbern.

Aber auch ältere Fahrer verspüren immer weniger Lust, für teilweise nicht einmal 2 000 Euro Brutto im Monat, zig Stunden zu arbeiten, auf ein Privatleben zu verzichten oder beim Kunden sich wie ein Hilfsarbeiter behandeln zu lassen.
Klar, Firmen können Osteuropäer anstellen. Wird ja auch immer häufiger gemacht. Die sind noch willig und arbeiten auch für 1 500 Euro. Zumindest bis die merken, dass sie auch nur verarscht werden.

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Erfurt ist immer eine Reise wert

Die Staatsanwaltschaft Erfurt geht einem Korruptionsverdacht bei ADR-Schulungen nach. Die Ermittlungen richten sich gegen einen Fahrschulinhaber und zwei Prüfer. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, den Prüflingen die Antworten vorab gegeben zu haben.

Da wurde tatsächlich ein extra Bonus gezahlt, um den Gefahrgutschein zu bestehen? Das das irgendwann auffliegt, dürfte doch jedem klar sein. Wie doof sind eigentlich die Leute, die sich auf so etwas einlassen? Zumal die Prüfung ja so scheiße schwer ist, dass man bestechen muss.

Der Mangel an Lkw-Fahrern ist ein Thema in einem Artikel auf „MotorTalk.de„. Unter anderen wird da Wolfgang Westermann, Präsident der Bundesvereinigung der Berufskraftfahrerverbände Deutschlands (BdBV) mit Sitz in Wuppertal zitiert:

Es fehlen Kraftfahrer, die Resonanz ist nicht so riesig

Klar. Wundert mich nicht. Wenn Unternehmer noch immer der Meinung sind, 1 800 Euro Brutto für ihre Fahrer wären schon 300 Euro zuviel, müssen die halt mit diesem Problem zurecht kommen.
Anständige Löhne, gut ausgestattete Lkw, ein nicht nur vordergründig gesittetes Betriebsklima mit entsprechenden Freizeitausgleich wären einige Dinge, diese Misere zu verbessern.

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Neue Plattform vernetzt Speditionen und Berufskraftfahrer

Zunehmender Fahrermangel sowie Nachwuchsprobleme in der Logistik- und Transportbranche fordern das Transportwesen zum Umdenken auf. Laut einer aktuellen Untersuchung des Heilbronner Verkehrswissenschaftlers Dirk Lohre ist jeder vierte Berufskraftfahrer gegenwärtig älter als 55 Jahre und scheidet voraussichtlich in den nächsten fünf Jahren aus dem Berufsleben aus.
Mit dem neuen Anzeigenportal suche-lkw-fahrer.de können sich Speditionen und Berufskraftfahrer bequem vernetzen und in wenigen Schritten Stellenangebote und -gesuche deutschlandweit veröffentlichen.
„Mit suche-lkw-fahrer.de möchte ich dem zunehmenden Fahrermangel in der Transport- und Logistikbranche gezielt entgegenwirken. Nach einer unkomplizierten Anmeldung haben Speditionen und Arbeitssuchende die Möglichkeit, ihre Stellenanzeigen kostenlos aufzugeben – somit erhöhen sich die Chancen, offene Stellen schneller wieder zu besetzen“, beschreibt Betreiber Thomas Helfrich den Nutzen des neuen Portals. Nähere Informationen zur neuen Fernfahrerseite finden sich unter: www.suche-lkw-fahrer.de.

Nach Ansicht des Verkehrswissenschaftlers Dirk Lohre, der die aktuelle ZF-Studie im Auftrag des Technologiekonzern ZF, der Dekra und des ETM-Verlags durchführte, schreitet die Industrialisierung des Transportgewerbes durch die Standardisierung der Betriebsabläufe in den nächsten Jahren weiter fort, was neue Erfordernisse an die Qualifikation der Fahrer mit sich bringt.
Gleichzeitig gibt es einen Wertewandel bei den Beschäftigten der Branche, die weniger bereit sind als in der Vergangenheit, auf ein normales und geregeltes Sozialleben zu verzichten. Dadurch wird es schwerer, Fahrer insbesondere für den Fernverkehr zu gewinnen.

Seine Untersuchungsergebnisse beruhen auf ausführlichen Befragungen von Fernfahrern und Experten. „Größere Betriebe haben mehr Chancen, mit diesen Herausforderungen fertig zu werden“, sagte Lohre bei der Vorstellung der Studie. Die Unternehmen müssten ihre Betriebsabläufe weiter optimieren und das vorhandene Potenzial ihres Personals besser ausschöpfen. „Fahrer werden künftig noch mehr fahren. Dafür müssen neue Konzepte entwickelt werden.“

Der Bundesvorsitzende der Kraftfahrer-Gewerkschaft (KFG) Willy Schnieders stellte kürzlich in einer Pressemitteilung des Christlichen Gewerkschaftsbundes Deutschland (CGD) fest, dass schlechte Arbeitsbedingungen, geringe Löhne und fehlende gesellschaftliche Anerkennung hauptsächlich verantwortlich für mangelnden Fahrernachwuchs sind.
Dazu kommen noch die hohen Kosten für den Lkw-Führerschein. „Als langjähriger Berufskraftfahrer sehe ich unseren Berufsstand immer mehr als „Sklave der Landstraße“ an. Bedingt durch den harten Wettbewerb und immer größer werdenden Kostendruck ist vielen Unternehmern nicht bewusst, dass die Anforderungen an die Fahrer zunehmend steigen. Die Fahrer müssen neben dem eigentlichen Fahrdienst auch zahlreiche Nebentätigkeiten wie Zollabwicklung, Kundenkontakte oder Fahrzeugpflege und vielfach sogar das Be- und Entladen bewältigen“, bemängelt Willy Schnieders die harten Arbeitsbedingungen für Berufskraftfahrer.

Vollständige Pressemitteilung

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Die Mär vom fehlenden Fahrer

Was sich im Moment im Fahrerbereich abspielt, ist einmalig. Die Fluktuation explodiert, gute Leute sind nur noch mit gravierenden Gehaltszuschlägen zu halten. Wir sprechen hier nicht von fünf Prozent, sondern die Zuwächse sind teils zweistellig.

Das sagte Hubertus Kobernuss, Inhaber der Kobernuss Spedition und Logistik aus dem niedersächsischen Uelzen vor einigen Tagen auf der verkehrsRundschau-Fachkonferenz „Optimale Preisgestaltung bei Transportdienstleistungen“ in Hannover. Dort ging es um den Fahrermangel und die dadurch entstehenden Kosten von Transport- und Logistikdienstleistern.

Ich habe noch keinen Lkw-Fahrer kennen gelernt, der sich über einen Gehaltszuschlag im zweistelligen Prozentbereich gefreut hat. Wohl weil es nie einen gegeben hat. Im Gegenteil. Wer sich heute irgendwo vorstellt, bekommt vom zukünftigen potenziellen Arbeitgeber Zahlen vorgesetzt, die sich zwischen 1 500 und 2 200 Euro bewegen. Brutto wohlgemerkt. Allein deshalb sind viele Fahrer gezwungen, Ihre Spesen als Einkommen mit einzukalkulieren, obwohl diese Zahlung eigentlich zur Bewältigung der höheren Verpflegungskosten eingesetzt werden soll.

Fahrermangel in Deutschland? Das ist wohl eher ein Märchen. Osteuropäer werden nicht gesucht, weil es zu wenig Fahrer gibt, sondern weil diese für noch weniger Geld fahren. Werden selbst Balten, Polen oder Ungarn zu teuer, weicht man mit der Fahrersuche nach Rumänien oder Bulgarien aus. Mittlerweile ist man mit der Rekrutierung im fernen Osten angelangt. Phillipinos arbeiten für noch weniger Geld.
Wenn tatsächlich mehrere zehntausend deutsche Lkw-Fahrer fehlen, warum versucht man nicht, arbeitslose Fahrer zu integrieren? Die haben bereits eine einschlägige Berufspraxis. Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit waren im Februar 2011 119 900 Kraftfahrzeugführer arbeitslos gemeldet. Selbst heute, knapp zweieinhalb Jahre später, dürfte diese Zahl noch immer sechsstellig sein.

Stattdessen unterstützt selbst die SVG Stuttgart ein Projekt mit dem Namen „Vision Job“ (Video). In dessen Rahmen wurden spanische Berufskraftfahrer nach Deutschland geholt und nach einer Weiterbildungsmaßnahme an mehrere Speditionen vermittelt. Diese Unternehmen mussten sich mit 4 000 Euro pro Fahrer an den Kosten für die Ausbildung beteiligen. Hätte man dieses Geld nicht auch in Auffrischungskurse für arbeitslose deutsche Fahrer investieren können?

Anderes Beispiel:

Sie sind Berufskraftfahrer (Führerschein CE) und bereit, in Deutschland zu wohnen und von dort aus im internationalen Fernverkehr eingesetzt zu werden (innerhalb der Europäischen Union)? Dann dürfte Sie dieser Job in Deutschland sicher interessieren

So steht es auf der Website der Firma Balkaninvest Bulgarien. Auf diesem Weg sucht man u.a. Kraftfahrer für eine Spedition aus der Mitte Deutschlands. Der Markt ist halt allen Zuwanderern zu allen Konditionen offen. Das wird durch eine fehlende Lohnuntergrenze in Deutschland möglich.
Natürlich sind auch – nach Absprache – regelmäßige Urlaube in Bulgarien machbar. Eine Übersiedlung mit Familie ist also nicht vorgesehen. Auch über das Lohnsystem und die Bezahlung wird nichts genaues geschrieben. Wen wundert das noch?

Die Folgen sind für deutsche Fahrer ein Entlohnungssystem, dass von einem niedrigen Grundlohn/Monat bestimmt wird. Spätestens zum Renteneintritt wird das vielen sprichwörtlich das Genick brechen.

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