Es ist wieder so weit, der fünfte eines Monats. Und wie immer fragt „Gut gebrüllt“, wie denn der Tag anderer Leute Blogger so verlaufen ist. Das Ganze läuft unter dem konstruktiven Motto „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ Oder kurz: WmDedgT.
Hier also meine inzwischen achtzehnte Ausgabe. Joa mei, wie die Zeit vergeht.
02.15 Uhr, die Weckfunktion vom Handy nervt. Ich muss aufstehen, hab noch zweieinhalb, drei Stunden bis zu meiner Abladestelle im Siegerland.
02.19 Uhr, Morgenwäsche am Wasserkanister. Während ich Zähne putze, dreh ich eine Runde um den Lkw. Plane ganz, in den Reifen ist noch Luft, Beleuchtung funktioniert, alle drei Tankdeckel zu, an der Sattelkupplung hat sich auch niemand vergangen. Abfahrtskontrolle im Schnelldurchgang.
02.26 Uhr, Abfahrt. Bis zur Autobahn brauche ich gute zwanzig Minuten. Außer mir ist niemand unterwegs. Na ja, ist noch arg früh, und in NRW ist Brückentag.
05.30 Uhr, ich bin bei meinem ersten Kunden. Das Tor zur Firma ist offen. Gut, kann ich mich schon vor die Rampe stellen. Ich dachte, die im Lager fangen um halb sieben an. Aber nix da, erst um sieben. Dafür hab ich jetzt Zeit um abzugurten und ne Stunde zu dösen.
07.08 Uhr, es klopft an der Tür. Ein Lagermensch will wissen, was ich bringe. Ich gebe dem die Papiere. Kurz darauf merke ich, wie die Rampe aufgelegt wird. Dann passiert erstmal nichts mehr.
08.10 Uhr, der Lagermensch klopft wieder an die Tür und bringt mir die unterschriebenen Papiere. Was ein Service. Und ich habe ausgedöst.
08.28 Uhr, an meiner ersten Ladestelle angekommen. Hier gibt es ein Gestell für irgendwo bei Monza. Das laden geht fix. So fix, dass sogar noch Zeit für ein Gespräch mit dem Staplerfahrer bleibt. Und das an einem Freitag, wo ich eigentlich nach Hause will.
08.47 Uhr, kurzer Abstecher in die Firma für die ich fahre. Papiere abgeben, kurzer Plausch mit dem Disponenten, der mich diese Woche verplant hat.
09.36 Uhr, zweite Ladestelle. Hier wird der Auflieger voll. Ich bekomme Rohre, für Brescia und Mailand. Ein Rumäne wird gerade beladen. Passt, so hab ich Zeit die Plane zu öffnen und alles für die Ladungssicherung fertig zu machen. Und das ganze ohne Hektik.
11.08 Uhr, Auflieger ist voll, Ladung ist gesichert. Ab nach Hause.
14.27 Uhr, Fertsch und Wochenende. Noch einige Sachen zusammen suchen und dann zweihundert Meter nach Hause.
Der Rest des Tages? Noch ein bissel einkaufen, auch für nächste Woche, und den Beitrag hier fix schreiben. Und dann nichts mehr. Bin ein wenig platt.
Einmal wird an einem Samstag die Brennerautobahn blockiert, und plötzlich überschlägt sich alles. Es ist von Chaos die Rede. Von unhaltbaren Zuständen. Von einem riesigen Problem für Touristen. Politiker reagieren hektisch, Medien berichten im Dauermodus und in den sozialen Netzwerken tun viele so, als würde der Verkehrskollaps völlig überraschend kommen.
Die Blockade unterhalb vom Brenner war Topthema in der Tagesschau, den Tagesthemen, bei RTL, Sat1, sämtlichen Nachrichtensendern, den „heute-Nachrichten„. Ein bissel fühle ich mich da schon verarscht. Zumal diese Demo seit vier, fünf Wochen angekündigt wurde.
Tja, wenn Touristen im Stau stehen könnten, ist plötzlich Krise. Zu der Blockade selbst will ich nicht viel schreiben. Nur:
Es ist heute ein überwältigendes Signal, dass wir heute an unsere europäischen Nachbarn senden: Wir lassen uns unser schönes Tirol nicht von der Frächterlobby nehmen.
Überwältigend? Nun ja. Eine der wichtigsten Transitstrecken von Nord nach Süd wurde für einige Stunden blockiert. Das schaffen ein brennender Lkw oder zehn Zentimeter Schnee auch. Die Teilnehmerzahl lag bei irgendwo zwischen drei- und dreieinhalbtausend Leuten. Hab ich gelesen. Finde ich jetzt nicht so umwerfend, aber na ja, auch ok.
Der Verkehr auf der Brennerautobahn ist hoch. Sehe und merke ich jede Woche. Nur einzig die unersättliche „Frächterlobby“ dafür verantwortlich zu machen, ist schon ein bissel naiv und einfältig. Denn gierig sind viele. Nämlich nach immer mehr und immer schnelleren Konsum. Heute bestellt, spätestens morgen muss geliefert werden. Am besten billig aus Fernost.
Obst und Gemüse soll das ganze Jahr verfügbar sein. Egal aus welchen Ländern es heran gekarrt werden muss. Und sich dann über den Schwerverkehr aufregen. Was für ein Held.
Der Verursacher ist halt nicht der Transporteur und erst recht nicht wir Fahrer. Sondern der globale Markt und dessen Konsumverhalten. Ok., sozusagen doch wir alle. Kein einziger Lkw fährt, weil ihm danach ist, sondern nur, weil irgendjemand dessen Ware braucht und haben will.
Ach ja, auch ein Großteil der Waren, die Anwohner im Wipptal tagtäglich konsumieren, werden anderswo im Transit transportiert.
Dann höre ich, auch in Tirol, immer die Losung „Güter gehören auf die Schiene„. Mit welcher Bahn denn? Die RoLa ist zu annehmbaren Zeiten fast immer ausgebucht. Ganz zu schweigen davon, dass die Strecke Regensburg-Trento bereits vor zig Jahren eingestellt wurde. Übrigens genauso wie Basel-Lugano. Oder Freiburg-Novara. Oder Dresden-Lovosice zwischen Sachsen und Tschechien.
Davon abgesehen. Was passiert denn, wenn mehr Züge fahren? Dann fühlen Anwohner sich auch gestört. Denn die Bahn fährt auch im Wipp- oder Inntal mitten durch die Dörfer.
Wer weniger Lkw auf den Straßen möchte, sollte seinen eigenen Lebensstil überdenken. Nicht alles muss sofort oder überhaupt verfügbar sein. An gefühlt jeder dritten, vierten Autobahnausfahrt sehe ich mittlerweile riesige Logistikzentren. Und es werden immer mehr. Warum wohl?
Aber zurück nach Tirol. Ich kenne wirklich keinen Lkw-Fahrer, der gerne durch dieses Land fährt. Sprüche, die mit „Diese Schluchtenscheißer …“ beginnen, höre ich seit 35 Jahren. Also seitdem ich Lkw fahre.
Es ist nicht besser geworden. Das beginnt schon in Bayern. Seit Jahren stehen meine Kolekas und ich regelmäßig stundenlang in der Blockabfertigung vor Kufstein. Kilometerlange Staus gehören dort längst zum Alltag. Ich verliere da nicht nur Arbeitszeit, sondern auch Lebenszeit, verpasse Termine, stehe irgendwann unter Druck. Nicht nur mental, sondern auch körperlich. Wie oft musste ich da schon Leitplanken anpieseln.
Dieses stundenlange Warten im Stau wird für Fahrer einfach als normal akzeptiert. Und nein, dass gehört nicht zu meinem Job. Auch wenn sich viele vielleicht längst daran gewöhnt haben, dass ihre Zeit offenbar weniger wert ist als die anderer Verkehrsteilnehmer.
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Natürlich ist der Verkehr oder auch eine Blockade ein Problem, egal ob für Anwohner, Urlauber oder uns Lkw-Fahrer. Aber die Geschwindigkeit, mit der letzte Woche plötzlich alle Alarm schlugen, zeigt ziemlich deutlich, wessen Lebensstandard, Lebensbedingungen oder Wohlergehen in dieser Gesellschaft wichtiger genommen wird.
Der tägliche Wahnsinn im Inntal oder am Brenner wird seit Jahren hingenommen, weil er hauptsächlich die Logistik trifft. Die Fahrer funktionieren ja trotzdem irgendwie. Also schaut man weg.
Bis plötzlich die Urlaubsfahrt betroffen ist. Dann wird aus einem Dauerzustand plötzlich eine Katastrophe
Aber es ist doch so, die Probleme am Brenner wurden jahrelang akzeptiert, solange hauptsächlich wir Fahrer darunter leiden. Denn wir Fahrer haben keine große Lobby, keine starke öffentliche Aufmerksamkeit und oft nicht einmal gesellschaftlichen Respekt für unseren Beruf. Also konnte man das Thema bequem aussitzen.
Erst wenn der Reiseverkehr betroffen ist, wird aus einem Dauerzustand plötzlich eine Schlagzeile.
Und vielleicht sollte genau das endlich mal ausgesprochen werden: Nicht der Stau am Brenner ist neu. Nee, neu ist nur, dass diesmal Menschen betroffen sind, deren Beschwerden offensichtlich mehr Gewicht haben als die derjenigen, die dort beruflich seit Jahren festhängen.
Denn wer regelmäßig mehrere Stunden seiner Lebens- und Arbeitszeit verliert, verliert nicht nur Zeit. Er verliert oft auch ein Stück Motivation. Denn irgendwann stellt sich die Frage, warum ein bekanntes Problem über Jahre hinweg scheinbar einfach verwaltet wird, anstatt ernsthaft nach Lösungen zu suchen.
Gerade die Blockabfertigung vor Kufstein ist längst nicht mehr nur ein Thema für die Transportbranche. Sie ist ein Symbol dafür geworden, wie schwer sich Europa bei grenzüberschreitenden Verkehrsproblemen tut.
Auf der einen Seite wird der freie Warenverkehr als Grundpfeiler der Europäischen Union gefeiert. Auf der anderen Seite hängen hunderte Lkw regelmäßig stundenlang an einer Grenze fest.
Und weil die Menschen hinter dem Lenkrad politisch offenbar nicht wichtig genug sind, kann man das seit Jahren durchziehen, ohne dass sich grundlegend etwas ändert.
Der heutige Protest mag für einige Menschen vielleicht ärgerlich gewesen sein. Die eigentliche Frage ist jedoch, warum es offenbar erst solch eine Aktion braucht, damit überhaupt wieder über die Situation am Brenner gesprochen wird.
Denn die Verkehrsprobleme dort existieren nicht erst seit heute. Neu ist lediglich, dass sie für ein paar Stunden auch diejenigen getroffen haben, die sonst nur daran vorbeifahren.
Deutschland fehlen Berufskraftfahrer. Das ist bekannt. Die Regale im Supermarkt füllen sich schließlich nicht von allein und auch der Linienbus fährt nicht ohne Fahrer. Deshalb hat das Bundeskabinett jetzt eine neue Änderungsverordnung beschlossen, die den Zugang zum Fahrerberuf erleichtern soll, vor allem für Menschen aus dem Ausland.
Klingt erstmal nach einer pragmatischen Lösung. Doch wer genauer hinschaut, merkt schnell, dass wieder einmal vor allem an den Symptomen gearbeitet wird, nicht an den Ursachen.
Denn seit Jahren erzählen Politiker und Branchenvertreter, wie wichtig Lkw-Fahrer angeblich sind. Ohne sie würde Deutschland stillstehen, heißt es immer wieder.
Komisch nur, dass man genau diese Berufsgruppe jahrzehntelang behandelt hat, als wäre sie ein notwendiges Übel.
Mehr Sprachen, weniger Hürden
Künftig soll die Prüfung der beschleunigten Grundqualifikation nicht mehr nur auf Deutsch möglich sein, sondern auch auf Englisch, Arabisch, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Türkisch, Ukrainisch und weiteren Sprachen.
Außerdem sollen Führerscheine aus der Ukraine und Montenegro einfacher anerkannt werden. Selbst in anderen EU-Ländern umgetauschte Drittstaaten-Führerscheine sollen künftig in Deutschland gelten. Offiziell heißt das natürlich „Fachkräftegewinnung“ und „Abbau von Zugangshürden“.
Man könnte aber auch sagen, der Fahrermangel soll möglichst schnell mit neuen Fahrern aus dem Ausland aufgefüllt werden.
Und genau daran ändert diese Verordnung praktisch nichts. Denn statt den Beruf attraktiver zu machen, werden die Einstiegshürden abgesenkt. Das mag kurzfristig helfen, löst aber langfristig keine Probleme.
Denn solange Arbeitsbedingungen und Bezahlung nicht besser werden, bleibt der Beruf für viele unattraktiv, egal in welcher Sprache die Prüfung stattfindet.
Natürlich gibt es viele ausländische Fahrer, die hervorragende Arbeit leisten. Ohne sie würde der europäische Transport längst kollabieren.
Aber genau darauf baut das System inzwischen auf. Immer neue Fahrer aus wirtschaftlich schwächeren Ländern, die oft bereit sind, Bedingungen zu akzeptieren, die deutsche Kollegen längst nicht mehr mitmachen würden.
Warum sollte sich in der Branche grundlegend etwas verbessern, wenn man den Personalmangel ständig durch neue Rekrutierungswellen ausgleichen kann?
Das bittere daran, mit jeder neuen „Schnelllösung“ wird der Beruf für viele Menschen in Deutschland noch unattraktiver. Denn wer sieht, dass Arbeitsbedingungen kaum verbessert werden, Prüfungen abgespeckt werden und der Konkurrenzdruck weiter steigt, entscheidet sich am Ende gegen den Fahrerberuf.
Und genau dadurch verschärft sich der Mangel immer weiter.
Die Branche spart, die Politik liefert
Auffällig ist auch, dass seit Jahren viele Unternehmen über Fahrermangel klagen. Gleichzeitig sind die Arbeitsbedingungen in Teilen der Branche weiterhin schwierig.
Anstatt also den Beruf finanziell und menschlich attraktiver zu machen, setzt man zunehmend auf Rekrutierung aus dem Ausland. Für viele Unternehmen ist das natürlich bequemer und günstiger. Die Politik liefert nun die passenden Regeln dazu.
Der Verkehrsminister sagt zwar selbst, die Branche müsse den Beruf attraktiver machen. Genau das hört man allerdings seit Jahren, passiert ist bisher wenig.
Deutschland braucht Fahrer. Aber keine Notlösung auf Dauer
Natürlich braucht Deutschland Berufskraftfahrer. Ohne sie würde tatsächlich vieles stillstehen. Aber eine echte Lösung entsteht nicht dadurch, Prüfungen zu verkürzen und immer neue Länder für die Fahrergewinnung zu öffnen. Eine echte Lösung wären:
bessere Bezahlung
mehr Respekt
sichere Parkplätze
vernünftige Arbeitszeiten
bessere Bedingungen unterwegs
Solange das nicht passiert, bleibt die aktuelle Strategie vor allem eine schnelle Reparaturmaßnahme für ein Problem, das seit Jahren ignoriert wird.
In British Columbia geht man künftig neue Wege im Straßengüterverkehr. Die kanadische Provinz hat jetzt ein Gesetz verabschiedet, das verpflichtende Dashcams in Nutzfahrzeugen vorschreibt.
Damit ist British Columbia die erste Region in Kanada, die eine solche Regelung einführt.
Kameras werden zur Pflicht
Konkret bedeutet es, dass alle Lkw, die auf den Straßen der Provinz unterwegs sind, künftig mit nach vorne gerichteten Kameras ausgestattet sein müssen. Die Kameras sollen während der gesamten Fahrt ununterbrochen aufzeichnen. Abdecken, Abschalten oder Manipulieren der Aufnahmen ist laut Gesetz ausdrücklich verboten.
Wichtig dabei ist, dass Kameras, die den Fahrer im Fahrerhaus filmen, nicht vorgeschrieben sind. Zumindest offiziell geht es also nicht um die Überwachung des Fahrers, sondern um die Dokumentation des Verkehrsgeschehens vor dem Fahrzeug.
Hintergrund sind schwere Unfälle
Auslöser für das Gesetz waren mehrere schwere und tödliche Unfälle auf dem Highway 5. Besonders Familien von Unfallopfern hatten sich dafür eingesetzt, dass die Behörden handeln.
Der Politiker Ward Stamer, der das Gesetz eingebracht hat, spricht sogar davon, dass Dashcams Leben retten können. Vor allem sollen sie dabei helfen, Unfälle schneller und eindeutiger aufzuklären.
Viele Fahrer kennen das Problem
Viele Berufskraftfahrer kennen die Situation nur zu gut. Nach einem Unfall steht oft Aussage gegen Aussage. Nicht selten gerät der Lkw-Fahrer automatisch zuerst unter Verdacht, selbst dann, wenn er gar nichts falsch gemacht hat.
Genau darauf verweist auch die BC Trucking Association. Laut dem Verband tragen Lkw-Fahrer bei 75 bis 80 Prozent der Unfälle mit Lkw-Beteiligung keine Schuld. Dashcams könnten daher nicht nur bei Ermittlungen helfen, sondern auch Fahrer vor falschen Anschuldigungen schützen.
Sicherheit oder doch mehr Kontrolle?
Natürlich dürfte das Gesetz auch Diskussionen auslösen. Denn sobald Kameras Pflicht werden, stellt sich automatisch die Frage, wo Sicherheit endet und wo Überwachung beginnt. Heute geht es um nach vorne gerichtete Kameras. Kritiker befürchten allerdings, dass irgendwann auch Kameras im Fahrerhaus folgen könnten.
Dashcams werden wohl immer normaler
Trotz aller Diskussionen nutzen bereits heute viele Fahrer freiwillig Dashcams. Nicht aus Spaß oder für Internetvideos, sondern als Absicherung im Alltag.
Denn wenn es kracht, zählt am Ende oft nicht nur, was passiert ist, sondern vor allem, was bewiesen werden kann.
British Columbia macht jetzt den ersten Schritt. Und es würde wohl niemanden überraschen, wenn andere Länder oder Regionen in den kommenden Jahren nachziehen.
Eigentlich dachte ich mir: „Pack lieber mal ein paar Klamotten mehr ein.“ Denn wenn die Italiener streiken, dann weiß man nie, wie lange das dauert. Zwei, drei, vier Tage irgendwo festhängen und das Wochenende wäre gelaufen gewesen. Aber immerhin hätte ich frische Kleidung dabeigehabt.
Der Plan war nämlich: Vom 25. bis 29. Mai sollte in Italien die Transportbranche stillstehen. Ein groß angelegter Streik war angekündigt. Hintergrund waren vor allem die hohen Kraftstoffpreise und die wirtschaftliche Lage vieler Transportunternehmen.
Doch bevor die erste Zugmaschine quer vor einer Mautstation geparkt wurde, hat man in Rom lieber schnell den Taschenrechner ausgepackt.
Das Ergebnis? Günstigerer Diesel, schnellere Steuererstattungen und mehrere hundert Millionen Euro Hilfen für die Transportbranche. Und siehe da, der Streik war plötzlich vom Tisch.
Oder anders ausgedrückt, der geplante Protest wurde mit günstigeren Diesel und Steuergutschriften behandelt. Auch eine Art politischer Pannendienst.
Ja, ein flächendeckender Ausstand hätte erhebliche Auswirkungen auf Lieferketten und Versorgung gehabt. Und natürlich auf mein Vorankommen. Ich muss unter anderen nach Turin, da brauche ich freie Fahrt. Aber der Streik wurde ja abgesagt.
Gleichzeitig wird aber deutlich, dass der Druck im europäischen Straßengüterverkehr weiterhin hoch bleibt.
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Wenn Europas Regierungen merken, dass plötzlich keine Nudeln, Tomaten oder Oliven mehr ankommen könnten, geht es mit politischen Entscheidungen manchmal erstaunlich schnell.
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