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Kategorie: Lkw

Arschige Holzköpfe oder Wenn man den Hals nicht voll genug bekommt

Gestern habe ich in einer Firma entladen, die Gläser herstellt und vertreibt. Also nicht in Form von Glasscheiben, sondern Biergläser. Oder Colagläser. Und auch Schnapsgläser. Ihr wißt, was ich meine.
Auf jeden Fall war es bisher so, dass B-Ware in der Nähe der Rampen zwischen gelagert wurde und Fahrer sich dort bedienen durften. Ich fand das toll und habe auch immer einige Kartons für den Eigenverbrauch mitgenommen.

Leider haben es einige übertrieben und das Zeug palettenweise abgeschleppt. Natürlich landete ein großer Teil davon auf Flohmärkten und bei eBay. Seitdem man das dort mitbekommen hat, wird diese Ware sofort vernichtet. Logisch. Würde ich genauso machen.
Was bleibt, ist ein Kopfschütteln über die Dumpf- und Frechheit einiger Fahrer. Arschlöcher halt.

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Durchleuchtung

Dienstagfrüh, kurz nach fünf. Noch leicht tranig werde ich auf dem Zollhof Weil/Basel mit dem Lkw durch die dortige Scanner- oder Röntgenanlage geschickt. Nach einigen Hinweisen eines schweizer Zöllners – warten auf grün, langsam fahren, nur der Auflieger wird gescannt – darf ich das Teil passieren.

Roentgenanlage GZA Weil/Basel

Nach Gesprächen war mir um diese Zeit nicht zumute. Obwohl es mich schon interessiert hätte, weshalb diese Anlage in Richtung Süden in Betrieb ist. Bei Fahrzeugen, die Richtung Norden fahren, wäre diese Maßnahme sicher angebrachter.

Aber vielleicht sucht man auch keine Menschen, sondern allgemeine Schmuggelware. Keine Ahnung, ob man mit diesem Teil kleine verdächtige Päckchen inmitten sonstiger Ware entdecken kann.

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Der Inbegriff von Logik

Wenn ein Staplerfahrer schon sieht, dass ein Bigbag an der Unterseite aufgerissen ist und diesen trotzdem ablädt, brauch er sich nicht zu wundern, wenn der Sack kurz darauf leer ist.
Zur Strafe war schaufeln angesagt. Also nicht für mich. Ich war mit fotografieren beschäftigt.

Montagmorgen

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Wo ich mich heute befand? Na da: 51°10′ n.Br. und 10°27′ ö.L.

So schaut es aus, am geografischen Mittelpunkt Deutschlands. Also zumindest an einem. Denn bis heute erheben insgesamt fünf Gemeinden den Anspruch, Deutschlands Mitte zu sein.

Am geografischen Mittelpunkt Deutschlands

Eines dieser Dörfer heißt Niederdorla. Der dortige Mittelpunkt ist eigentlich ein trostloses Plätzchen. Schaut man sich dort um, erspäht man in einiger Entfernung ein Möbelhaus, eine Tankstelle und andere, nicht gerade ansehnliche Bauten. Auch das danebenliegende Erdenwerk trägt nicht unbedingt zur Erheiterung dieses eigentlich bedeutungsvollen Platzes bei. Obwohl es dort sauber war.

Genau dort sollte ich heute laden: Blumenerde und Rindenmulch für einen Baumarkt im angrenzenden Hessen. Eigentlich nichts besonderes. Erwähnenswert ist nur eine Bemerkung des dortigen Staplerfahrers. Er wollte wissen, ob wieder tote Ratten mitgeliefert wurden. Auf meine ratlose Mine hin, erzählte der mir, dass sich in einer Lieferung aus einem anderen Werk Kunden über den beisenden Geruch der einzelnen Säcken entwich, beschwert hätten. Der Grund waren tote Nager, die in diesem Mulch verendet waren.
So genau wollte ich es eigentlich nicht erfahren und auf eine Geruchsprobe verzichtete ich ebenfalls. Man muß ja schließlich nicht alles wissen.

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Ohne Autogramm geht es auch

Der gestrige Mittwoch verlief eigentlich gut: 10.30 Uhr beim ersten Kunden, in den Bergen vor Florenz gelegen. Elf Paletten Fliesen abladen ging fix, keine zwanzig Minuten später war ich dort wieder verschwunden.
Kurz vor halb zwölf war Kunde Nummer zwei erreicht. Vier Paletten = fünf Minuten. Besser geht es nicht. Zum dritten Kunden waren es keine 15 Minuten. Selbst dort entlud man den Auflieger noch vor dem Mittag. Blöd nur, dass kurz darauf nur noch ein Mitarbeiter anwesend war und dieser sich weigerte, meinen Frachtbrief und die Lieferscheine zu unterschreiben. Ich sollte warten, bis der Rest der Belegschaft die Mittagspause beendet hätte. Das wäre gegen 14.00 Uhr der Fall.

Zwei Stunden auf eine Unterschrift warten? Ich glaube, es hackt! Ein Stempel war schnell gefunden und dessen Farbe macht sich auch ohne Unterschrift gut auf den Dokumenten.

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Ich hänge mal wieder…

…in der Warteschleife. Heißt auf deutsch: Ich stehe seit Stunden an einer Rampe, um die wahnsinnige Menge von vier Paletten geladen zu bekommen. Aber nix passiert. Also warte ich und warte ich und warte ich und warte ich und warte ich und warte ich und warte ich und irgendwann kotze ich.

Irgendwie bin ich jetzt stinkig. Aber richtig!

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Nur keine Wähler verprellen

Mein Arbeitgeber ist ein Transportunternehmer. Ein kleiner dazu. Mit seinen paar Lkw fährt er als Subunternehmer für ein anderes, größeres Logistikunternehmen. Also wie so viele andere kleine Krauter auch.
Seine Frachtpreise anheben kann er wohl kaum. Zumindest nicht von einen Tag auf den anderen. Zum einen hat er Verträge mit seinem Auftraggeber, wie auch dieser mit diversen Kunden.
Also bleiben Mehrkosten an meinem Chef hängen. Dazu zählen neben der wohl bevorstehenden Maut auf Bundesstrassen auch die hohen Spritpreise und immer weiter steigende Versicherungsprämien.

Klar. Das könnte mir egal sein. Hauptsache mein Gehalt kommt jeden Monat pünktlich auf meinem Konto an. Nur das zählt. Logisch. Dafür arbeite ich ja auch. Und das weit mehr als zehn Stunden. So gut wie jeden Tag.
Das war es aber auch schon. Die Frage nach einer Gehaltserhöhung kann ich mir sparen. Mein Arbeitgeber sagt eh nein. Nicht weil er nicht mehr zahlen will, sondern weil der es nicht kann. Und ich verstehe das und habe dafür Verständnis. Kein Scherz. Mehr noch: Eigentlich muß ich froh sein, noch einen Job zu haben.

Umso mehr ärgern mich Vorträge wie dieser:

Da schimpft ein linker Politiker namens Herbert Behrens über die Logistiklobby und nennt im gleichen Atemzug andere, Ihm genehme Lobbyisten vom ACE und VCE Experten. Verlogener geht es kaum.
Immerhin erkennt er, dass ich mit dem Lkw auch Strassen nutzen muß, die nicht dicht an der Autobahn liegen.
Klar, muß ich das. Schließlich beliefere ich auch keine Autobahnraststätten und mir ist kein Betrieb bekannt, welcher eine direkte Anbindung an eine Autobahn hat. Was bleibt mir also anderes übrig?

Verantwortungsvolle Verkehrspolitik. Diese Wörter aus dem Mund eines Politikers zu hören, klingt infam. Jahrzehntelang wurde eben diese Verantwortung von Seiten der Politik nicht wahr genommen. Mehr noch – diese wurde ignoriert und mißachtet. Ein Umdenken war einfach nicht erwünscht. Plötzlich – kurz vor dem kompletten Verkehrsinfarkt – versucht man, diesem Einhalt zu bieten. Aber natürlich nur auf Kosten des Güterverkehrs. Dabei muß jeglicher individueller Verkehr, auch der von Personen, grundlegend in Frage gestellt werden.

Das viele Lkw auf den Strassen unterwegs sind, haben auch Politiker zu verantworten. Vieles wäre anders organisierbar. Aber das ginge sowohl auf Kosten der Wirtschaft, wie auch der Allgemeinheit. Und würde Wählerstimmen kosten. Also schwingt man lieber populistische Reden. Die nächste Wahl kommt ja sicher und welcher Politiker verprellt schon gern seine Wähler? Kein einziger!

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In der Wartezone

Dienstagnachmittag, kurz vor drei. Ich stehe am Haupttor einer Firma mit selbsternannten Weltruf, irgendwo in Mittelhessen. Der Pförtner erklärt mir in seiner überschäumenden Art, dass ich meine Ware in einer anderen Niederlassung entladen lassen soll. Das hätte man Ihm so mitgeteilt und er würde keine Widerrede dulden. Eigentlich hatte ich das auch nicht vor.
Er erklärt mir den Weg. Es sollten gerade einmal 25 Kilometer sein und man würde mich natürlich noch abladen. Das wäre überhaupt kein Problem.

Dreisig Minuten später meldete ich mich in der dortigen Warenannahme. Es waren wirklich kaum mehr als zwanzig Kilometer. Nur wußte dort keiner etwas von meiner Ankunft und so behandelte man mich auch. In arroganter Art erklärte man mir, dass meine Ladung dort ebenfalls unerwünscht ist und schickte mich in ein anderes Lager. Dieses lag atemberaubende 300 Meter unterhalb der Zweigstelle dieses weltbekannten Kombinats.

Dort angekommen erwartete mich eine wohlbekannte Antwort: „Heute nicht mehr. Aber morgen früh ab sechs Uhr kannst Du hier entladen!“ Ich verabschiedete mich freundlich und suchte mir einen Standplatz für die Nacht.

Mittwochmorgen, 5.15 Uhr. Der Wecker reist mich aus dem Tiefschlaf. Nach einer kurzen Morgenhygiene am 10 – Liter Wasserkunstoffkanister begebe ich mich wieder zum Aussenlager. Dort ist es stockdunkel. Während ich zentimeterweise rückwärts an eine freie Rampe fahre, erleuchten schräg vor mir auf dem Gelände der bereits erwähnten Wagenburg zwei grelle Halogenschweinwerfer. Nun sehe ich überhaupt nichts mehr. Ich steige mehrmals aus, um die Lage hinter dem Auflieger zu peilen. Kurz vor sechs stehe ich schließlich halbwegs gerade an meiner anvisierten Rampe.

Nun passierte nichts mehr. Es wurde um sechs, viertel sieben, halb sieben. Ich stieg aus, drehte eine halbe Runde um den Zweckbau. Durch eine angelehnte Tür gelangte ich in das innere und erspähte den Mitarbeiter, dem ich das frühe Aufstehen zu verdanken hatte.
Ich habe Dich schon gesehen„, rief er mir entgegen, noch bevor ich etwas sagen konnte. „Die Nachtschicht hat aber Chaos hinterlassen, dass muß ich erst aufräumen!“ Ich nickte nur mit dem Kopf und ging wieder durch die morgendliche Kälte zum Lkw.

Mittlerweile war es kurz nach sieben. Das Rolltor der Rampe öffnete sich, kurz darauf hörte ich lautes Fluchen. „Was ist los„, rief ich fragend nach hinten. Eine Antwort bekam ich nicht. Langsam ging ich nach hinten.
Der Lagerarbeiter schaute sich kopfschüttelnd die Ladung an. „Sind das alles Retouren„, fragte er. „Ah ja„, antwortete ich wahrheitsgemäß. „Alles Retouren!
Nun begann er abzuladen – immer darauf bedacht, nicht noch mehr Schäden an der Ware zu verursachen. Nach knapp zehn Minuten hatte er drei Paletten abgeladen. Kurz darauf war er wieder verschwunden. Da es mir zu dumm war, wieder zum Lkw zu gehen und ich die Hoffnung hegte, durch meine Anwesenheit das ganze etwas zu beschleunigen, wartete ich im Lager. Und wartete. Und wartete.

Mittlerweile waren weitere Mitarbeiter am schaffen. Zumindest hörte ich aus verschiedenen Ecken verdächtige Geräusche. Aber keines galt mir.
Irgendwann – ich hatte jegliches Zeitgefühl verloren – holte mich eine Stimme zurück in die Gegenwart: „Ich weiss. Das hier ist ärgerlich. Aber mir wurde gesagt, ich soll nur abladen, wenn ich ein wenig Zeit habe. Andere Arbeit geht vor!“ Ausser ein „Achso“ viel mir nichts ein, was ich darauf entgegnen sollte.

Gegen halb zehn war der Auflieger leer. Bei den Lieferscheinen reichte mir eine Unterschrift. Ich hatte bedenken, dass meine Frage nach einem Stempel der Tag vorrüber gewesen wäre.

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