Drücke "Enter", um den Text zu überspringen.

Kategorie: Lkw

TV – Tip: Könige der Strasse

Es ist wie ein Schweben. Hoch oben über den Straßen, in seinem gut gefederten Sitz, sieht der Mensch die draußen vorüber ziehende Welt mit anderen Augen. Das Versprechen von Unabhängigkeit, Freiheit und Abenteuer – hier wird es eingelöst.

Mit dem an allen Ecken und Enden reglementierten Alltag eines wirklichen LKW-Fahrers hat das freilich herzlich wenig zu tun. Im richtigen Leben können die Rebellen der Landstraße von jedem schlecht gelaunten Polizisten oder kleinkarierten Zöllner schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden.
Aber im Kino dürfen wir träumen…

Mit fünf entsprechenden Kinospielfilmen begibt sich ARTE im Oktober „on the road„: Unter der brennenden Sonne der Sahara jagt ein Laster einen anderen für 100.000 DOLLAR IN DER SONNE. In Henri Verneuils Klassiker liefern sich unternehmungshungrige Fahrer eine wilde Verfolgungsjagd voller Action und Abenteuer, an der eine Männerfreundschaft beinahe zerbricht.

In Steven Spielbergs DUELL wird das Freiheitsversprechen pervertiert, die Erlaubnis zum Brechen aller Regeln und Normen zur tödlichen Bedrohung – für den, der nicht im LKW sitzt.

Die Fahrer aus Sam Peckinpahs CONVOY fühlen, denken und handeln wie ehedem die Cowboys und erfüllen damit wie die Helden der alten Western den ewigen Zuschauertraum vom freien Leben in einem weiten Land.

Für die Brüder Joe und Paul Fabrini in Raoul Walshs Klassiker SIE FUHREN BEI NACHT bedeutet der eigene Truck vor allem wirtschaftliche Eigenständigkeit im Amerika der Großen Depression.

Und dem von Hans Albers gespielten Fernfahrer Schlüter ermöglicht das Fahrzeug zumindest für kurze Zeit das Ausbrechen aus den spießigen Konventionen der Bundesrepublik der 1950er Jahre. Die Liebe darf dann auch mal zusteigen des NACHTS AUF DEN STRASSEN.

Begleitend zu den TV-Ausstrahlungen finden sich auf den Internetseiten von ARTE.TV zahlreiche Zusatzangebote und spannende, anregende Vorabinformationen: arte.tv/trucker

Einen Überblick über die Reihe und ihre Einzeltitel könnt Ihr Euch hier verschaffen:

Alle Filme im Überblick

Convoy – Ein Spielfilm von Sam Peckinpah

Duell – Ein Film von Steven Spielberg

Sie fuhren bei Nacht – Ein Film von Raoul Walsh

Nachts auf den Straßen – Ein Film von Rudolf Jugert

Passend zur Reihe gibt es eine virtuelle Pinnwand, die man mit eigenen Erlebnissen bestücken kann: Mein Truck und ich

1 Kommentar

Elende Säcke

Letzten Donnerstag durfte ich in der Nähe von Mailand zehn Paletten mit Bigbags laden. Keine Ahnung, was genau in diesen Säcken war. Problem: Der Inhalt rutschte während der Fahrt immer weiter in sich zusammen. Die darüber geworfenen Gurte waren also nur Makulatur.

Bei der zweiten Ladestelle waren logischerweise alle wieder locker. Das ganze wieder festgezurrt – mit der Hoffnung, dass sich dieses Pulver soweit gesetzt hat, dass die Gurte halten.

Freitagfrüh habe ich nochmal geschaut. Da sah es ganz gut aus. Alle Säcke waren noch stramm angezogen.
Gestern früh beim Entladen der Paletten jedoch das gewohnte Bild: Die Zurrgurte hingen schlapp herunter.

BigBag

Trotzdem haben sich diese Bigbags kaum gewölbt oder in irgendeine Schräglage begeben. Die Ladungssicherung war demnach doch nur für’s Auge. Und damit das Gewissen beruhigt ist.

8 Kommentare

Hauptsache Ladung

Lange her, dass ich mit Gefahrgut durch die Gegend gefahren bin. Entweder hat sich in der Zwischenzeit so einiges geändert oder die Italiener nehmen es auch damit nicht so genau.
Das Laden der sechs Intermediate Bulk Container lief lässiger ab, als es an manch anderer Ladestelle mit Normalgut passiert.

Kontrolle des Lkw oder der Ausrüstung? Achwo. Der Fahrer wird schon alles dabei haben. Einen kurzen Blick auf den ADR – Schein werfen? Warum? Der ist sicher noch gültig. Oder überhaupt einen Hinweis, dass Gefahrgut verladen wird? Unnötig. Die sechs IBC verschwinden eh zwischen all der anderen Ladung.

In Deutschland ist dieser Umgang bei der Verladung mit Gefahrgut undenkbar. Oftmals wird der Lkw sowohl vor, als auch nach der Beladung kontrolliert. Das mag auf den ersten Blick nervig erscheinen – mir als Fahrer bringt es aber die Gewissheit, dass wirklich alles in Ordnung ist. Polizeikontrollen sind somit kein Problem.

In der italienischen Firma wurde nicht einmal darauf geachtet, ob ich die Warntafeln öffne. Aus den Augen, aus dem Sinn. Die Frage, wieviel Lkw Gefahrgut ohne Kennzeichnung transportieren, verdränge ich besser.

9 Kommentare

Lkw-Maut in Österreich: Kein zusätzliches Mautgerät mehr nötig

Wer regelmäßig nach Österreich fährt, braucht fortan kein zusätzliches Mautgerät mehr. Ab dem 01. September können Lkw ab 12 Tonnen, die über ein Fahrzeuggerät zur elektronischen Entrichtung der Autobahnmaut in Deutschland verfügen, dieses auch zur Mautzahlung in Österreich verwenden.

Voraussetzung ist lediglich die Teilnahme am Projekt „Toll2Go“ bei der österreichischen Autobahnengesellschaft ASFINAG.

Die besondere Schwierigkeit hierbei liegt in den unterschiedlichen Mautsystemen: In Deutschland werden die Straßennutzungsgebühren via Satellit berechnet und bezahlt, in Österreich dagegen über Mikrowellen. Allerdings verfügen die in Deutschland genutzten Zahlungsgeräte über eine entsprechende Mikrowellen-Schnittstelle, die lediglich aktiviert werden muss. Dadurch kann die Maut auch in der Alpenrepublik Österreich automatisch bezahlt werden, die zusätzliche Ausrüstung mit der „Go-Box“ ist
nicht mehr nötig.

Das Projekt „Toll2Go“ ist ein erster Schritt im Zuge der europaweiten Harmonisierungs – Bemühungen. Ziel ist es, dass alle Mautsysteme in Europa mit nur einem Fahrzeuggerät angesteuert werden können. Das erspart Vielfahrern die Anschaffung und Mitnahme weiterer Geräte, wenn sie ins Ausland fahren.
(Quelle: Newsletter Kfz-Auskunft)

1 Kommentar

Die Ein-Minuten-Regel

Das Amtsgericht Meiningen hat einen Fahrer zu einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je 30 Euro verurteilt.
Der Fahrer im gewerblichen Güterverkehr war am 13.06.2010 gegen 23.00 Uhr mit seinem LKW zu einer Verladestelle gefahren um Ware für Italien aufzunehmen. Für diese Fahrt hatte er keine Fahrerkarte in das digitale Kontrollgerät gesteckt, sondern erst am 14.06.2010 um 4.53 Uhr bis 13.55 Uhr im Kontrollgerät belassen.
(AG Meiningen Az. 361Js15799/10 10Cs)

Apropo digitaler Tacho: Nach der EU-Verordnung 561/2006 ist die Lenkzeit die Dauer der Lenktätigkeit, die entweder vollautomatisch (Digitalen Tacho) oder halbautomatisch (Diagrammscheibe) aufgezeichnet wird.

Wenn ab dem 01.10.2011 gemäß der überarbeiteten EU-Verordnung 1266/2009 alle Neufahrzeuge vom Hersteller mit der „Neuen Generation“ der digitalen Kontrollgeräte ausgerüstet werden müssen, dann wird die Lenktätigkeit der Fahrer von drei verschiedenen Systemen aufgezeichnet.

digitaler tachograph mit ein minuten regel macht ausdruck

Der alte digitale Tacho notiert bereits nach 5 Sekunden die Lenkzeit; beim neuen digitalen Tacho bestimmt die längste Aktivität innerhalb einer Minute was aufgezeichnet wird (Die 1-Minuten-Regel).
Wird der Lkw innerhalb einer Minute maximal 29 Sekunden bewegt, zeichnet der neue digitale Tacho nur Arbeitszeit auf.

Fazit: Je mehr Fahrtunterbrechungen, desto größer ist die Lenkzeitersparnis.

Laut Herstellerwerbung kann dadurch täglich bis zu 45 Minuten mehr Lenkzeit erwirtschaftet werden.
Die EU-Kommision hat inzwischen die Leitlinie 4 veröffentlicht. Danach kann von Kontrollbehörden bei Aufzeichnungen der Lenkzeit mittels digitalen Geräten der ersten Baureihen und häufigen Fahrtunterbrechungen eine Toleranz von 15 Minuten gewährt werden.
Laut Tachohersteller können „Altgeräte“ nicht nach- bzw. umgerüstet werden, so dass in der EU ein Bedarf von etwa sechs Millionen „Neugeräten“ besteht.

Und wenn die Lkw – Fahrer im Stau oder in einer Schlange nur alle 30 Sekunden weiterfahren, wissen wir jetzt warum!

6 Kommentare

Traurig

Im Jahr 2010 starben auf Deutschlands Straßen 162 Fahrerinnen und Fahrer von Güterkraftfahrzeugen.
11 539 wurden bei Verkehrsunfällen verletzt.

Unfall

5 Kommentare

Wer war der Erfinder der Schwerkraft? Bud Spencer. Er ist schwer und kräftig.

Schwergewicht am Steuer

Ok. War ein Spass. Ist halt Montag und diese Tage lassen sich nur mit Humor ertragen. Er saß auch nicht am Steuer dieses Lkw. Warum auch.
Das Teil fuhr kurze Zeit später auf einen Parkplatz und im vorbeifahren schaute ich kurz rüber. Neugier siegt halt.

Bemerkenswert fand ich die Schräglage. Keine Ahnung, ob der bereits so los gefahren ist oder die Ladung erst während der Fahrt verrutscht ist. In Deutschland wäre der so nicht weit gekommen.

4 Kommentare

Crash Boom Bang

Seit Jahren warte ich darauf, dass mir mal einer hinten drauf fährt. Stehe ich am Stauende, schaue ich erwartungsvoll in den Rückspiegel. Aber bisher haben es noch alle geschafft, rechtzeitig und sicher zu bremsen.
Nicht das ich es unbedingt wollte. Um Himmelswillen, nein. Aber man muß ja damit rechnen. Ausserdem gibt es sicher irgendwo irgendeine Statistik, die besagt, dass jeder Vielfahrer mal dran ist. Also mit dem Bums von hinten.

Heute war es soweit. Nur ganz anders, als ich immer gedacht hatte. Es krachte bei voller Fahrt.

Aber von Anfang an: Mit gemütlichen 88 Kilometern pro Stunde fuhr ich über die A45, irgendwo bei Gießen. Im Radio lief die Werbung vor den zwölf Uhr Nachrichten, mit den Gedanken war ich irgendwo im Nirgendwo. Dann – ein Schlag von hinten.
Mein erster Gedanke? Hmm, habe ich jetzt ein Rad verloren? Oder irgendein anderes lebenswichtiges Teil? Vielleicht ganz und gar den Auflieger? Ein Blick in den Rückspiegel zeigte mir jedoch, dass der noch da war. Und auch sonst kullerte nichts über die Strasse.

Dafür erspähte ich einen Transporter, der langsam auf dem Standstreifen ausrollte. Das war also der Übeltäter, der mich aus meinen Gedanken riss. Ich tat es Ihm gleich und stoppte ebenfalls am Rand der Autobahn.
Links aussteigen war unmöglich. Pkw, Lkw, Busse – keiner machte auch nur kleinste Anstalten, etwas zur Strassenmitte auszuweichen. Also quälte ich mich zwischen meinem Sattel und der Leitplanke nach hinten.

Der Fahrer des Transporters sah sich bereits den Schaden an, unterbrochen von lautem Fluchen. Abgesehen von einem leichten Schock war Ihm aber nichts passiert.
Ist nur Blechschaden„, meinte ich lapidar. „Hast Du schon die Polizei gerufen?“ „Mach Du das mal„, erwiderte er. „Ich bin zu aufgeregt dafür!

Auto kaputt wegen Unfall

Natürlich tat ich Ihm den Gefallen. Im nachfolgenden Gespräch erzählte er mir, dass er erst seit drei Wochen in dieser Firma angestellt ist und sich nun wohl wieder auf dem Arbeitsamt melden darf. Um vom persönlichen abzulenken, fragte ich Ihn, wie der Unfall passiert ist.
Er wußte es selber nicht genau. Zumindest sagte er das. Mir reichte das als Antwort, mehr interessierte mich auch nicht. Ob er kurz eingenickt ist oder irgendwie abgelenkt war, spielte auch keine Rolle. Also für mich.

Dann kam auch schon die Polizei. In Kurzform erzählte ich meine Version des Erlebten, die jeweiligen Daten wurden aufgenommen und ausgetauscht.
Was mir aber auffiel: Kaum stand ein Auto mit Blaulicht dahinter, fuhr jeder bereitwillig auf die linke Spur. Was ein blinkendes Licht so alles bewirken kann.

Die Schäden am Auflieger halten sich in Grenzen: Unterfahrschutz zerkratzt, oberhalb davon ein Blech etwas verbeult und die rechte Beleuchtungseinheit wurde nach vorne gedrückt und beschädigt. Der Schaden dürfte trotzdem vierstellig sein. Zumal das Teil noch keine sechs Monate alt ist.

Die Schäden am Transporter waren ungleich höher. Pizzablech halt. Huckepack ging es per ADAC in irgendeine Werkstatt. Auch so hält man die Wirtschaft am laufen.

14 Kommentare