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Mit halber Kraft voraus

Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen versiegte heute früh der AdBlue – Strom in Richtung Abgastrakt. Dieser Harnstoff wird gebraucht, um den Ausstoß von Stickoxiden und Partikeln zu senken und um die gesetzlichen Bestimmungen zum Emissionsschutz zu erfüllen.

Zuerst kam die Meldung „Emissionen zu hoch“ und kurze Zeit später wurde die Motorleistung reduziert. Blöde Sache, wenn man mit hochgelassener Liftachse den Brenner mit 40 km/h erklimmt.
Später in Deutschland telefonierte ich mit Scania in München. Der dortige Werkstattmeister zählte mir vier oder fünf Ursachen auf, die dafür verantwortlich sein können. So z.B. ein defektes Ventil oder eine zugesetzte Leitung. Ich sollte einfach mal vorbei kommen.

Kaum hatte ich das Gespräch beendet, erloschen die Fehlermeldungen und der Lkw lief wie am ersten Tag. Vielleicht sollte ich der Karre öfter mal mit der Werkstatt drohen.

Motor halbe Kraft vorraus

6 comments

  1. Ralf
    Ralf 19/04/2012

    Das mit der spontanen Selbstheilung hat meiner auch verdammt gut drauf. Bei mir war es aber der Luftfilter der angeblich gewechselt werden müsste. Immer am Berg und wenn ich beladen war. Wenn es regnete, dann noch häufiger als sonst. Klar das die bei MAN im Fehlerspeicher nichts gefunden haben. Also habe ich mir mittlerweile angewöhnt von jeder Fehlermeldung ein Foto zu machen.

    MAN hatte dann mal auf Verdacht hin (!) beide Sensoren ausgetauscht (zweimal Werkstatt) und schlussendlich die Software mal aktualisiert (noch zweimal in die Werkstatt weil beim ersten mal der Server abgestürzt war).

  2. maik
    maik 19/04/2012

    Wenn man sich nicht zu helfen weiss, wechselt man halt auf Verdacht irgendetwas aus. Es könnte ja die Ursache sein.
    Letztlich läuft es aber darauf hinaus, die jeweilige Software zu aktualisieren. Oftmals ist das die Lösung und die Probleme verschwinden.

  3. Hajo
    Hajo 20/04/2012

    ja Maik, wenn’s „so“ nicht geht, probieren wir’s mal anders
    .. vielleicht geht’s so auch nicht 😉

  4. Marc
    Marc 21/04/2012

    Ich kenne das aus eigener Erfahrung in der Werkstatt.
    Wenn ein Fehler bei der Fehlersuche nicht auftritt ist es auch schwer ihn zu beheben, jedenfalls bei der ganzen Elektronik. Man versucht dann eben erstmal das Naheliegendste zu wechseln und hofft dass es das war. Ich verstehe auch dass ihr als Fahrer dann den ganzen Ärger damit habt, sollte es dann doch nicht funktioniern. Aber in solchen Fällen muss sich auch der Hersteller mit einer besseren Protokollierung der Fehler und den Bedingungen als sie aufgetreten sind befassen.

  5. Ralf
    Ralf 22/04/2012

    @Marc: Ich entwickele nebenbei Software, da bekomme ich auch ständig Fehlermeldungen und Anfragen warum es nicht funktioniert. Allerdings muss ich dann jedesmal schauen welche Komponenten wie wann wo weshalb aktiv sind. Kein PC-System gleicht dem anderen.

    Bei den LKWs die wir fahren handelt es sich ja nicht um brandneue Produkte, sondern um Fahrzeuge die seit einigen Jahren (!) zu einigen hunderttausenden herum fahren. Und die sind auch alle mehr oder minder gleich konfiguriert. Normalerweise sollte man davon ausgehen können das mittlerweile ausreichend Erfahrung vorhanden ist. Man stellt aber immer wieder fest das es den Herstellern quasi egal ist. Im MAN TGX/TGS werkelt teilweise noch die Software aus seinen Vorgänger dem TGA. Da verwundert es um so mehr wenn die Fehlersuche mehrere Anläufe benötigt.

    Für mich ist es eine Kostenfrage. Man versucht innerhalb der Garantiezeit so billig wie möglich zu reparieren. Ein Sensor kostet halt nur ein paar Euro. Ein Softwarepatch kann da schnell mal ein paar tausend Euro kosten verursachen.

    Das grundsätzliche Problem ist aber wahrscheinlich das, dass die Fahrzeuge nicht mehr mit Herzblut entwickelt werden, sondern unter Kostendruck. Dann ist „Geht schon“ halt gut genug. Hauptsache das Entwicklungsbudget wird eingehalten.
    Mein LKW ist 10 Monate alt und hatte bereits ein fehlendes Relais (welches dafür sorgte das ich mitten auf der Kreuzung mit defekten Getriebe liegen blieb), ein defektes Kabel an der Freisprecheinrichtung, verklemmte Bremmsbacken an der Liftachse, ein defektes Magnetventil an der Liftachse, fehlerhaft programmierte Luftfiltersensoren und falsch verlegte Luftschläuche.
    Und jedesmal wahr die Fehlersuche deutlich aufwendiger als die Fehlerbehebung. Von MAN gab es nicht mal eine Entschuldigung, von einem Ausgleich für die Zeit die der LKW in der Werkstatt stand ganz zu schweigen.

  6. highwayfloh
    highwayfloh 22/04/2012

    @Ralf:

    daher meine Ansicht: „weniger“ ist „mehr“! Back to the roots … unsynchronisiertes Getriebe, nur das notwendigste an Elektronik und unsere Böcke laufen so wie sie sollen!

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