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Kategorie: Raststätten

Brummis unerwünscht und die Argumente dafür

Die dicken Brummis parken in einer Reihe. Schwere Containerzüge aus Osteuropa sind dabei, auch ein Autotransporter aus Spanien. Neben den Lkw sammeln sich leere Mineralwasserflaschen, der Mülleimer quillt schon über. Der Neufelder Weg im Spadener Gewerbegebiet ist zum Mini-Rasthof für Trucker aus ganz Europa geworden.

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Spaß mit SaniFair

An dieser Stelle habe ich mich vor einigen Wochen über SaniFair ausgelassen. Gut, nicht über SaniFair direkt, sondern eines Ihrer Klo’s. Oder Duschen. Was im Endeffekt das gleiche ist.
Damals erwähnte ich, dass es als Belohnung für meine Beschwerde fünf Grattisvouches gibt. Das stimmt nicht ganz. Dem Antwortbrief von denen waren nur drei beigelegt.

SaniFair Bon

So kann ich demnächst stimmungsvoll und befreit urinieren gehen. Zuvor warte ich aber auf eine Busgesellschaft und geniese deren Blicke, wenn ich anstatt Münzen ein Stück Papier in den Schlitz stecke. Für irgendwas müssen die sechzig Cent Ersparnis schließlich gut sein.

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Mit Frau S. auf dem Autohof

Als ich Frau S. zu mir rufe, denkt Sie, ich will Sie vertreiben. Dabei wollte ich Ihr nur einige Pfandflaschen geben, die in einer Ecke des Lkw seit Tagen Ihr Dasein fristeten.
Als Sie versteht, kommt Sie zögerlich näher. Zuvor schließt Sie vorsichtig den Deckel der Mülltonne, in der Sie nach verwertbaren Abfall suchte.
Es waren nur drei oder vier Stück, die ich Ihr geben konnte. Aber Sie strahlte über’s ganze Gesicht. Dabei freute Sie sich wohl weniger über die Flaschen, sondern eher über die kurze Aufmerksamkeit, die Ihr jemand schenkte.

Einen Tag später sah ich Sie wieder. Mülltonne für Mülltonne durchsuchend, zwischendurch streifte der Blick über die angrenzende Wiese. Aber Ihre Ausbeute war gering. Klar, es war ja auch Wochenende. Da passiert nicht viel auf Autohöfen.

Als Sie mich sah, hob Sie Ihren rechten Arm. Ich winkte zurück. Vielleicht verstand Sie das als Aufforderung, wieder näher zu kommen. Dabei verspürte ich wenig Lust, mich mit dieser Frau zu unterhalten.
Kurze Zeit später war Sie am Lkw. Ich sagte Ihr, dass ich keine leeren Flaschen mehr habe. „Aber das macht doch nichts„, antwortete Sie.

Mir macht das auch keinen Spass„, fuhr Sie fort. „Aber seitdem mein Mann gestorben ist, bleibt mir oft nichts anderes übrig“!
Ich stimmte Ihr zu. Allein schon deshalb, weil ich es mir nicht vorstellen kann, in Abfallbehältern rum zu wühlen. Dann begann Sie in kurzen Sätzen zu erzählen. Über Ihren Mann, den Sie mit achtzehn Jahren geheiratet hat. Die erste Schwangerschaft mit 21, schließlich das zweite Kind mit 23. Glückliche Jahre waren es gewesen.
Plötzlich, mit neunzehn, hatte Ihr Zweitgeborener einen Unfall. Er fuhr zu schnell, vor dem Baum am Ende der Kurve gab es keine Leitplanke.

Sein Tod veränderte vieles. Der Mann zog sich innerlich zurück, weit zurück. Nicht einmal Sie, die seit mehr als zwanzig Jahren mit Ihm zusammen lebte, kam an Ihn ran. Die verbliebene Tochter zog an das andere Ende der Republik. Besuche sind seitdem selten.

Irgendwann wurde Ihr Mann krank: „An der Seele. Wissen Sie?“ Einige Monate später starb er. Woran und weshalb wagte ich mich nicht zu fragen.
Geld hätten Sie nie viel gehabt. Immerhin reichte es für ein kleines Häuschen. Mit der Hand deutete Sie in Richtung des Dorfes, welches auch der Autohof seinem Namen zu verdanken hatte.

Heute reicht es nicht einmal, um regelmäßig frische Blumen auf das Grab des Mannes zu stellen. Auch deshalb würde Sie Flaschen sammeln. Ob die Leute im Dorf hinter Ihrem Rücken tuscheln, sei Ihr egal.
Schmerzhafter sei, dass sich die Tochter kaum noch meldet. Zum Geburtstag und zu Weihnachten eine Karte, mehr nicht.
Sie würde sie gerne mal besuchen. Aber eine Fahrkarte ist unerschwinglich. Und ausserdem, die lebt ja Ihr eigenes Leben. Das würde Sie nur stören.

Dann geht Sie unvermittelt weiter. Ich schaue Ihr kurz nach, dann verliere ich Sie aus dem Blick. Aber vielleicht entdeckte Sie auch nur eine leere Flasche.

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Kein Platz für mich

Seit zwei oder drei Wochen stellen die Südtiroler auf Ihrer Brennerautobahn Parkverbotsschilder vor jeder Haltebucht auf. Somit sind es keine Haltebuchten mehr, sondern Halteverbotsbuchten. Gut, von mir aus auch Nothaltebuchten. Kommt im Endeffekt das gleiche raus.

Parkverbot in Südtirol

Letzte Woche habe ich dieses Verbot ignoriert. Man kann es ja mal probieren. Nach knapp fünf Stunden Nachtruhe wurde ich von der Polizei weggejagt. Immerhin klopften die zärtlich an die Tür. Einen dicken Hals hatte ich trotzdem.

Auf den meisten Rastanlagen in Italien können kaum zehn Lkw vernünftig parken. Dazu werden besonders im Sommer die wenigen Stellplätze von Urlaubern mit Ihren Wohnanhängern okkupiert. Da war es manchmal nicht so übel, diese Buchten als Alternative nutzen zu können. Aber auch das ist nun vorbei – zumindest in Südtirol.

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Meine ganz persönliche Globalization

Autohof Regensburg an diesem Sonntag: Hier stehen gefühlte einhundertdreißig Rumänen, achtundvierzig Polen, dreiundzwanzig Tschechen, achtzehn Slowaken, zwölf Ungarn, vier Türken und ja – auch drei Deutsche. Mich eingeschlossen. Eine globalisierende Pause halt.

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SaniFair: Unser Ziel ist Ihr Wohlbefinden

Lange nicht mehr über SaniFair ausgelassen. Vielleicht zu lange…

Duschen war angesagt. Ich habe damit extra bis Kiefersfelden gewartet – die erste Raststätte auf deutschen Boden. Denn es ist ja allgemein bekannt: Deutschland = Sauberland. Dazu noch unter der Kontrolle von SaniFair, was kann da noch schief gehen.
Denn schließlich sind deren Klo’s TÜV – geprüft. Noch so eine deutsche Eigenheit.

Erstmal mußte ich warten. Die einzig dort vorhandene Dusche war besetzt. Gut, nicht allzu schlimm. Kommt öfters vor. Besonders am späten Abend. Da verdrängt man auch mal die eigene Müdigkeit.
Fünfzehn Minuten später war ich an der Reihe. Drei Euro durfte ich löhnen und ein Pfand hinterlassen.

Ich postierte mich an der Tür und wartete darauf, dass der Raum gesäubert wird. Aber nix passierte. Also wieder zur Rasthofkasse und meinen Wunsch nach einer sauberen Dusche geäusert. Aber umsonst: „Keine Zeit“ und „nicht zuständig“ bekam ich zur Antwort.

Müde war ich und hatte keine Lust auf irgendwelche Diskussionen. Meine Körperpflege verrichtete ich zwischen Sack- und Barthaaren, in der Toilettenschüssel klebten die braunen Überreste vom Vorgänger. Oder dessen Vorgänger. Ich habe es halt nie gelernt, dass Alter von Scheiße menschlichen Ausscheidungen mit blosen Auge festzustellen.

Vorhin habe ich mich beschwert. Geht ganz einfach und kostet nichtmal Geld. Ausserdem habe ich Zeit. Stehe dieses Wochenende eh nur dumm in der Gegend herum. Als Entschuldigung wurde mir ein kleines Präsent versprochen.
Die Geschenke von denen kenne ich: Fünf Grattisvouches. Wert ein Euro. Die sollten eher Wischmops verschicken. Dann kann jeder diese Örtlichkeiten selber säubern. Hat doch auch was.

Was ich aber wirklich will, sind Duschen, die auch abends um zehn noch gesäubert werden. Und das nach jedem Benutzer.

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Mit nix zufrieden

Drei Abladestellen gestern. Jedes mal von der Seite. Heißt Schlösser vom Auflieger öffnen, Seite aufziehen, Alulatten entfernen, Gurte lösen und schauen, was der Staplerfahrer so treibt. Eigentlich nicht weiter schlimm. Es sei denn, Regen klatscht mir von oben und der Seite an den Körper. Das mag ich nicht. So wie gestern.

Null Ladestellen heute. Die für mich vorgesehene Ladung ist nicht fertig. Morgen früh – oder eher vormittag – soll ich mal nachfragen. Heißt: Seit Mittag gammeln. Oder Zeit sinnlos totschlagen. Dazu bewegen sich die Temperaturen irgendwo oberhalb der dreißig Grad.
Ich wollte an den gar nicht mal so weit entfernten Strand pilgern. Nur gibt es nicht mal einen Ausgang, durch den ich die Raststätte, auf der ich stehe, verlassen könnte. Oder ich habe Ihn nicht gefunden. Tolle Show.

Sonne Adria

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Unterschiede

Dienstagabend, irgendwann gegen halb elf. Seit knapp drei Stunden stehe ich auf dem Rasthof Würzburg und mache meine elf Stunden Pause. In der Zwischenzeit war ich duschen, habe etwas gegessen und lungerte vor dem Laptop herum. Schließlich wird es Zeit, pennen zu gehen.

Dazu kommt es aber nicht. Der kalte weisse Strahl einer Taschenlampe trifft mich voll im Gesicht. Noch ehe ich den Sinn dieser Maßnahme begreife, höre ich ein Brüllen: „Polizei. Verschwinden Sie hier.“ Selbst durch das geschlossene Fenster sind diese Worte klar zu verstehen. Ich öffne dieses und frage: „Warum?
Die genaue Antwort des Uniformierten habe ich vergessen. Oder nicht begriffen. Spielt eigentlich auch keine Rolle. Er war der Meinung, ich würde mit dem Lkw im Weg stehen. Wie so viele andere auch. Verschwinden sollte aber nur ich. Mein Einwand, dass andere einen wesentlich kriminelleren Standplatz haben, hatte eine Kontrolle zur Folge. War klar. Wenn Argumente ausgehen, kommen Staatsbedienstete mit dieser Maßnahme. Peinlich, hilflos, lächerlich. Was auch immer.

Gefunden wurde nichts. Wie auch. Für die achtzehn Minuten Überschreitung haben mich die Italiener schon abgezockt.
Anschliesend mußte ich fahren. Abends kurz vor elf. Ob ich müde bin? Egal! Ob ich Alkohol getrunken habe? Scheiss egal. Hauptsache ein Erfolgserlebnis. Für den Staatsdiener versteht sich.

Jeder Bauer würde die mit einer Mistgabel vom Hof jagen. So schaut es aus. Aber nun gut. Gefunden habe ich einen annehmbaren Standplatz für den Rest der Nacht auf einem Rasthof kurz vor Nürnberg. Also weit mehr als eine Stunde später. Verkehrssicherheit pur.

Freitagabend, Rasthof Irschenberg. Auch diesmal stehe ich abseits der Lkw – Stellplätze. Parkplatznot, Ihr wißt schon. Kurzes Gespräch mit einer Polizistin. Sie kennt die Situation, hat Verständnis und gibt sogar noch hilfreiche Tipps. Es geht also auch anders. Humaner. Und freundlicher. Danke nach Oberbayern.

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