Die Nr. 853 find ich gut

22 Dec 2014

Aus der Pressemitteilung Nummer 853 der SPD Bundestagsfraktion:

Gegen das Nomadentum auf den Autobahnen und Rastplätzen, wo LKW-Fahrerinnen und -Fahrer über Monate fern ihres Heimatlandes unter unwürdigen Bedingungen arbeiten und leben müssen, werden wir im kommenden Jahr aktiv werden.
Der Bundestag hat in seiner gestrigen Sitzung Änderungen zum Fahrpersonalgesetz beschlossen, und im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur wurde am Mittwoch diese wichtige Festlegung zum weiteren Vorgehen für den Schutz getroffen.

Weiter >>> (externer Link)

Kleine Geschichte am Rande: Ich habe mich vor zwei Wochen mit einem Fahrer der Spedition Waberer’s aus Ungarn unterhalten. Der Mann ist zwischen vier und sechs Wochen unterwegs, i.d.R. nur zwischen Nord-, West- und Südeuropa.

Dann darf er nach Hause. Aber nicht für eine ganze Woche. Nach seinen Angaben bekommt er nach zwei oder drei Tagen einen Anruf von seiner Firma, dass er wieder los muß. Sein Verdienst liegt monatlich um die 1 200 Euro. Inklusive Spesen.

Udo Schiefner: Arbeitnehmerrechte stärken – LKW darf nicht zur Wohnung werden

Ach Mensch

21 Dec 2014

Es sind doch wirklich tolle Kalender. Aber beide Gewinner, die ich vor drei Wochen ausgelost habe, meldeten sich bisher leider nicht. Ich will auch nicht länger warten. Pech gehabt.

Also habe ich beide neu verlost. Die neuen Gewinner sind Kommentar Nummer 22 (hajo) und Kommentar Nummer 1 (ednong). Meinen Glückwunsch.

Motorstörung

16 Dec 2014

Seit gestern leuchtet von Zeit zu Zeit die Warnung “Motorstörung” im Display auf. Die Leistung lässt aber nicht nach. Immerhin. Na ja, nächste Woche kommt die Zugmaschine eh in die Werkstatt. Die erste große Inspektion ist fällig.
Da können die neben dieser Fehlermeldung noch andere Dinge mit erledigen. Die Sitzkühlung macht komische Geräusche, ebenso die Fahrerhausaufhängung.

Ach so. Auch die Standheizung zu reklamieren, darf ich nicht vergessen. Nach einiger Zeit ertönt ein lautes Piepsen und das Teil schaltet sich ab. Dann muss ich einige Minuten warten. Stelle ich die dann wieder an, läuft das Ding wieder. Bis es irgendwann wieder piepst.
Habe ich noch etwas vergessen? Nee, glaub nicht. Aber das reicht ja auch.

Motorstörung Scania

BkF – Petition

15 Dec 2014

Gregor Ter Heide hat in diesem Kommentar eine Petition erwähnt.
Um es etwas einfacher zu machen, verlinke ich diese hier mal: Bkf – Petition

Es ist einiges an Lesestoff, aber es lohnt sich. Und ehe ich es vergesse – vielen Dank an Gregor, Udo Skoppeck und einige andere Mitstreiter für diese Wahnsinnsarbeit. Übergeben wurde die Petition am 27. November im EU – Parlament in Strasbourg.
Natürlich standesgemäß mit einem Lkw…

Petition Lkw vor EU in Strasbourg
Quelle: ET-Radio

Link zur Berufskraftfahrer – Petition

Sie haben Post

15 Dec 2014

Blogleser Zbygnev schickte mir folgendes Bild. Danke :-)

irgendwem hätte ihm sagen sollen, daß man die Twistlocks aufmachen sollte, *bevor* der Fahrer der Containerbrücke auf ‘heben’ drückt…

Lkw auf Abwegen

Der Mindestlohn ist nicht einmal eingeführt und schon soll er unterlaufen werden

14 Dec 2014

Die Abkürzung “SVG” wird vielen von Euch nix oder nur wenig sagen. Sie steht für Straßenverkehrsgenossenschaft und ist ein Beratungs- und Servicedienstleister für die Transport- und Logistikbranche.
So werden Versicherungen für Transport- und Logistikunternehmen vermittelt oder auch Weiterbildungsmaßnahmen für Berufskraftfahrer angeboten.

Hier in Deutschland haben sich 17 regionale Straßenverkehrsgenossenschaften (SVGen) unter dem Dach der SVG Bundes-Zentralgenossenschaft Straßenverkehr eG (SVG-Zentrale) mit Sitz in Frankfurt am Main zusammengeschlossen. Rund 8000 Transport- und Logistikunternehmen in Deutschland sind Mitglied bei einer SVG.

Ausserdem betreibt die SVG mehrere Autohöfe und Tankstellen. So z.B. in Köln, Dresden, Kassel oder Schwabhausen bei Gotha. Also auch durch mich als Fahrer machen die Umsatz und Gewinn. Und das bestimmt nicht wenig.
Auch in Düsseldorf gibt es einen SVG – Autohof. Dessen Standort ist direkt bei Henkel. Da habe ich vor Jahren oft geladen. Danach war meine Schichtzeit meist vorrüber. Die Standzeiten bei Henkel waren unterirdisch. Wie es da heute ist, weis ich nicht. War schon lange nicht mehr da. Traurig bin ich da nicht drüber.

So machte ich halt meine Pause auf diesem Autohof. Ich will es mal so ausdrücken: Dort war es immer irgendwie schmuddelig. Freiwillig wäre ich da nicht geblieben. Aber wie bereits erwähnt. Das ist schon Jahre her. Keine Ahnung, ob sich da mittlerweile etwas zum positiven verändert hat.

Jetzt hat eine der regionalen Straßenverkehrsgenossenschaften ein neues Geschäftsfeld entdeckt: Arbeitgebern werden Wege aufgezeigt, wie der Mindestlohn unterwandert werden kann.
Auf dem Autohof in Dresden fand oder finden Mindestlohn – Seminare für Arbeitgeber statt. Dort wird Spediteuren erklärt, wie man trotz Mindestlohn die Fahrer weiter mit Niedriglöhnen abspeisen kann.
Der Seminarleiter im Auftrag der SVG Sachsen-Thüringen hat da eine tolle Idee. Transportunternehmen verdienen nur Geld, wenn der Lkw rollt. Nur das wäre wirkliche Arbeitszeit. Wartet ein Fahrer – oder wie es der Seminarleiter ausdrückt: Steht ein Fahrer rum – , also z.B. beim Entladen des Lkw, dann wäre das Bereitschaftszeit. Dafür gilt natürlich nicht der Mindestlohn.

Stattdessen werden Musterarbeitsverträge verteilt. In denen steht geschrieben, dass bei “normale Arbeitszeiten”, also dann wenn der Lkw fährt, 8.50 Euro bezahlt wird. Steht der Lkw stattdessen, weil der Fahrer warten muss oder gerade be- oder entlädt, werden nur noch 2.55 Euro gezahlt.
Was also mehr bezahlt wird, zieht man den Fahrern später wieder ab.

Die SVG Sachsen-Thüringen sieht sich da im Recht. Der Fahrer ist während der Bereitschaftszeit nicht vollständig tätig. Oder anders ausgedrückt: Er hat gewartet, bis er arbeiten darf. Diese Zeiten müssen natürlich anders vergütet werden.
Ansonsten wäre man bei Bruttolöhnen um die zweitausend Euro. Und die kann im Osten Deutschlands kein Transportunternehmer zahlen. Findet zumindest die SVG Sachsen-Thüringen.

Anders sieht das Franz Josef Düwell. Er war lange Vorsitzender Richter am Bundesarbeitsgericht und hat sich intensiv mit dem Mindestlohngesetz beschäftigt. Er hält den Trick mit der unterbezahlten Bereitschaftszeit für illegal.
Seiner Meinung nach ist nicht nur die Vollzeit Mindestlohnpflichtig, sondern auch die Teilzeit. Das wäre die gesicherte Rechtslage.

Mindestlohn Lkw Fahrer

Aber nicht nur im tiefsten Osten werden solche Seminare angeboten. Auch in Hamburg gibt es nächste Woche eine Veranstaltung. Für 129.00 Euro netto können sich Unternehmer in den neuen Regelungsbereich des Mindestlohngesetzes einführen lassen. Ein leckeres Essen inbegriffen. Und mich würde es wundern, wenn dieser dubiose Arbeitsvertrag dort keine Rolle spielen würde. Tja, die SVG macht es möglich.

Aber nicht mehr für mich. Deren Autohöfe lasse ich in Zukunft rechts oder links liegen. Leckeres Essen bekomme ich auch anderswo.

SVG Veranstaltung Hamburg

Bericht in der ARD Sendung Monitor >>>

Update: Bei der SVG hat man sich zum Bericht auf Monitor geäußert:

In einem Bericht des Politmagazins „Monitor“ vom 11.12.2014 zum Thema Mindestlohn wurde der Eindruck erweckt, die SVG würde in ihren Seminaren Unternehmer schulen, wie man den Mindestlohn für Fahrer umgehen kann.
Dazu möchten wir heute Stellung nehmen: Im gezeigten Seminar der SVG Sachsen und Thüringen geht es darum, Berufskraftfahrer und Unternehmer über die neuen Anforderungen zu informieren und ihnen zu helfen, den ab Januar 2015 geltenden gesetzlichen Mindestlohn richtig umzusetzen, denn mit dem neuen Gesetz steigen die Anforderungen an Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Die SVGen vermitteln Wissen praxisorientiert und aus seriösen und anerkennten Quellen, wie z.B. Verbänden und aus den geltenden Tarifverträgen. Es gehört nicht zur Philosophie unserer Genossenschaft, Tricks weiterzugeben, wie man Gesetze umgeht.
Wir sind der Überzeugung, dass Berufskraftfahrer eine zentrale Rolle in der Logistik einnehmen und arbeiten seit jeher aktiv daran, die Arbeitsbedingungen für Berufskraftfahrer zu verbessern. Wir werden uns heute und in Zukunft nicht daran beteiligen, Schlupflöcher zu suchen, um Fahrer schlechter zu stellen.

Neue Plattform vernetzt Speditionen und Berufskraftfahrer

12 Dec 2014

Zunehmender Fahrermangel sowie Nachwuchsprobleme in der Logistik- und Transportbranche fordern das Transportwesen zum Umdenken auf. Laut einer aktuellen Untersuchung des Heilbronner Verkehrswissenschaftlers Dirk Lohre ist jeder vierte Berufskraftfahrer gegenwärtig älter als 55 Jahre und scheidet voraussichtlich in den nächsten fünf Jahren aus dem Berufsleben aus.
Mit dem neuen Anzeigenportal suche-lkw-fahrer.de können sich Speditionen und Berufskraftfahrer bequem vernetzen und in wenigen Schritten Stellenangebote und -gesuche deutschlandweit veröffentlichen.
„Mit suche-lkw-fahrer.de möchte ich dem zunehmenden Fahrermangel in der Transport- und Logistikbranche gezielt entgegenwirken. Nach einer unkomplizierten Anmeldung haben Speditionen und Arbeitssuchende die Möglichkeit, ihre Stellenanzeigen kostenlos aufzugeben – somit erhöhen sich die Chancen, offene Stellen schneller wieder zu besetzen“, beschreibt Betreiber Thomas Helfrich den Nutzen des neuen Portals. Nähere Informationen zur neuen Fernfahrerseite finden sich unter: www.suche-lkw-fahrer.de.

Nach Ansicht des Verkehrswissenschaftlers Dirk Lohre, der die aktuelle ZF-Studie im Auftrag des Technologiekonzern ZF, der Dekra und des ETM-Verlags durchführte, schreitet die Industrialisierung des Transportgewerbes durch die Standardisierung der Betriebsabläufe in den nächsten Jahren weiter fort, was neue Erfordernisse an die Qualifikation der Fahrer mit sich bringt.
Gleichzeitig gibt es einen Wertewandel bei den Beschäftigten der Branche, die weniger bereit sind als in der Vergangenheit, auf ein normales und geregeltes Sozialleben zu verzichten. Dadurch wird es schwerer, Fahrer insbesondere für den Fernverkehr zu gewinnen.

Seine Untersuchungsergebnisse beruhen auf ausführlichen Befragungen von Fernfahrern und Experten. „Größere Betriebe haben mehr Chancen, mit diesen Herausforderungen fertig zu werden“, sagte Lohre bei der Vorstellung der Studie. Die Unternehmen müssten ihre Betriebsabläufe weiter optimieren und das vorhandene Potenzial ihres Personals besser ausschöpfen. „Fahrer werden künftig noch mehr fahren. Dafür müssen neue Konzepte entwickelt werden.”

Der Bundesvorsitzende der Kraftfahrer-Gewerkschaft (KFG) Willy Schnieders stellte kürzlich in einer Pressemitteilung des Christlichen Gewerkschaftsbundes Deutschland (CGD) fest, dass schlechte Arbeitsbedingungen, geringe Löhne und fehlende gesellschaftliche Anerkennung hauptsächlich verantwortlich für mangelnden Fahrernachwuchs sind.
Dazu kommen noch die hohen Kosten für den Lkw-Führerschein. „Als langjähriger Berufskraftfahrer sehe ich unseren Berufsstand immer mehr als „Sklave der Landstraße“ an. Bedingt durch den harten Wettbewerb und immer größer werdenden Kostendruck ist vielen Unternehmern nicht bewusst, dass die Anforderungen an die Fahrer zunehmend steigen. Die Fahrer müssen neben dem eigentlichen Fahrdienst auch zahlreiche Nebentätigkeiten wie Zollabwicklung, Kundenkontakte oder Fahrzeugpflege und vielfach sogar das Be- und Entladen bewältigen“, bemängelt Willy Schnieders die harten Arbeitsbedingungen für Berufskraftfahrer.

Vollständige Pressemitteilung

It’s Stau Time

09 Dec 2014

Gestern war in Österreich ein Feiertag. Und deshalb durften auch keine Lkw fahren.
Die die gestern standen, sind seit fünf Uhr heute früh unterwegs. Das sind nicht wenige.

Ab dem Inntaldreieck ist deshalb Stau. Viel Stau. Das ist kacke. Weil ich nicht vorwärts komme. Hat stehender oder stockender Verkehr so an sich.

Dieses Fahrverbot an Feiertagen ist Gülle. Entweder steht man dumm rum oder vergammelt den Tag danach im Stau. Das passiert hier unten jedes mal.
Gegen das Sonntagsfahrverbot habe ich nix. Im Gegenteil. Nur dieses Fahrverbot an Feiertagen bringt eigentlich gar nichts. Also weg damit. Braucht eigentlich kein Mensch.

© 2014 TruckOnline.de | Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS)