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Monat: April 2023

Schlaue Zitate

Die Bürger müssen wissen, daß in unseren Städten weniger Automobile nicht weniger, sondern mehr Lebensqualität bedeuten.

Johannes Rau (1931 – 2006), ehemaliger Politiker und von 1999 bis 2004 der achte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland
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Ein ungelöstes Rätsel

Vorhin gegen halb sechs Uhr am frühen Abend auf dem Rasthof Medenbach an der A 3 bei Wiesbaden. Langsam fahre ich durch die Spur zwischen den Lkw-Parkplätzen. Die regulären Stellplätze links und rechts sind schon belegt, Kollegen parken bereits längs dahinter. Also nichts unbekanntes.

Dann erspähe ich doch noch einen freien Platz, sogar auf einem der regelgemäßen Parkplätze. Und auch noch genau in einer Lücke zwischen zwei dahinter parkenden Lkw. Prima.
Bin zwar schon vier, fünf Meter zu weit gefahren, aber macht ja nichts. Halten, Warnblinker an, aussteigen und gucken, ob ein Auto hinter mir steht. Falls ja, Wagen vorbei lassen, wenn nicht, dann die paar Meter zurück fahren, einparken, fertsch. Feierabend.

Manchmal dauert es aber auch eine Minute länger. Nämlich wenn während des zurücksetzen doch ein Pkw angefahren kommt und statt zehn Sekunden zu warten, sich noch durchpressen will. Dann gibt es als Zugabe sogar noch eine kurze Unterhaltung:

N`abend. Können Sie nicht kurz warten, bis ich eingeparkt habe?
Na wo soll ich denn hin? Hier ist ja alles voll mit Lkws.

Vielleicht einfach zehn Meter hinter mir stehen bleiben? Ich fahre doch nicht zum Spass rückwärts. Jeder halbwegs normal mitdenkende Mensch erkennt doch, was ich hier mache.
Passen Sie mal auf. Sie wissen wohl nicht, mit wem Sie hier reden? Schauen Sie mal auf mein Nummernschild!

Habe ich dann gemacht. Da stand „HEL 4-30“. Und ehe ich ihn fragen konnte, wer er denn nun ist, fuhr er auch schon weg. Tja nu.

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Exotische Kennzeichen

Hier aus Usbekistan. Usbekistan ist ein knapp 500 000 km² großer Binnenstaat. Nachbarländer sind Kasachstan im Norden, Kirgisistan im Nordosten, Tadschikistan im Südosten. Im Süden grenzen Afghanistan und im Südwesten Turkmenistan an das Land.

In Usbekistan leben 36 Millionen Einwohner. Hauptstadt ist Taschkent und mit rund 2,5 Millionen Einwohnern auch größte Stadt des Landes.
Kleiner Funfact: Neben Liechtenstein ist Usbekistan der einzige Binnenstaat der Welt, der nur von anderen Binnenstaaten umgeben ist.

vorderes kennzeichen aus usbekistan
Das „Z“ fehlt. Keine Ahnung, wer es abgeknubbert hat

Die Kennzeichen entsprechen dem europäischen Standardmaß und besitzen schwarze Schrift auf weißem Hintergrund.
In ihrer heutigen Form wurden die Kennzeichen im Jahr 2008 eingeführt. Seit diesem Datum wird auch die FE-Schrift wie bei deutschen Autokennzeichen verwendet.

Die derzeitigen Nummernschilder zeigen am rechten Rand die usbekische Nationalflagge und das Nationalitätskennzeichen UZ. Hier auf dem Bild fehlt das „Z“, keine Ahnung, wer es abgeknubbert hat.
Links ist in einem abgetrennten Feld eine zweistellige Zahl zu sehen, die die entsprechende Provinz angibt. Die „10“ gehört zur Provinz Taschkent.

anhänger kennzeichen aus usbekistan
Gesehen und fotografiert am 13. April auf dem Rasthof Irschenberg

Bei Anhängern besteht die Kombination aus vier Ziffern und zwei Buchstaben, Flagge und Landeskürzel befinden sich in der unteren rechten Ecke.

Seit 2013 erhalten Traktoren und fahrbare Arbeitsmaschinen gesonderte Kennzeichen. Sie haben ein Piktogramm eines Traktors, drei Zahlen und zwei Buchstaben als Kombination.
In der rechten unteren Ecke befindet sich die regionale Herkunftscodierung und das Landeskürzel. Außerdem sind die oberen Ecken des Nummernschildes abgeschrägt.

Ausländer bekommen in Usbekistan gelbe Autokennzeichen. Diese tragen auch ein Regionsfeld am Anfang und folgend den Buchstaben „H“ und 6 Zahlen.

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Tatort Gräfenhausen

Eigentlich wollte ich zum „Tatort Gräfenhausen“ gar nix groß schreiben. Denn über die Aktion vom Karfreitag, die der Inhaber von „Luk Maz“ da auf diesem Rasthof zwischen Frankfurt und Darmstadt veranstaltet hat, wurde ja auch in überregionalen Zeitungen und Fernsehstationen genügend berichtet.

Aber drei Leser haben mir Mails geschickt, in denen sie darauf hinweisen. Danke an Marko, Sebastian und Peter. Und auch in einem Kommentar wurde darauf verwiesen.

Aber kurz zur Einordnung:

Fahrer der polnischen Firmengruppe „Luk Maz“ (Lukasz Mazur) und „Agmaz“ (Agniezka Mazur) haben vor knapp zwei Wochen ihre Lkw aus Protest an mehreren Stellen in Europa abgestellt.
Übrig geblieben ist aber wohl nur noch die Raststätte Gräfenhausen-West an der A5 in Südhessen.

Es gibt kaum Widerstand

Ein weiterer Streik auf dem Autohof Sadobre bei Sterzing in Südtirol wurde Anfang letzter Woche von italienischen Behörden aufgelöst.
Der Grund für den Ausstand sind schlechte Arbeitsbedingungen und ausbleibende Lohnzahlungen. So haben viele Fahrer nach eigenen Angaben seit Januar kein Gehalt mehr bekommen.

Die Firmengruppe, zu der auch ein weiteres Transportunternehmen mit dem Namen „Imperia sp.z.o.o.“, gehört, ist mit mehreren hundert Lkw eine ziemlich große Nummer im polnischen Transportgewerbe.

Ich selbst fand es letzte Woche schon beachtlich, dass solch ein Streik überhaupt stattfindet. Denn wie ich letztes Jahr schon geschrieben habe…

Denn wirklicher Widerstand ist in der Fahrerschaft fast ein Fremdwort. Logo. Denn einen Einfluß von Gewerkschaften gibt es bei uns Fahrern kaum. Man kann durchaus sagen, dass unsere scheinbare Unabhängigkeit uns nicht gerade zu fanatischen Gewerkschaftsanhängern macht.

Hier im Blog vor einem Jahr vor

…ist es eigentlich ungewöhnlich, dass sich Fahrer zu solchen Aktionen zusammen finden. Denn gerade Osteuropäer oder Asiaten sind auf ihre Jobs angewiesen.
Asiaten? Klar! Denn auch Polen fahren für Firmen wie „Agmaz“ nicht mehr. Denn polnische Fahrer kennen mittlerweile auch ihre Rechte.

Müllverträge sind Standart

Usbeken und Georgier, also die, die hauptsächlich dort fahren, werden dagegen mit Dienstleistungverträgen abgespeist. Das sind eine Art Honorarverträge, für den die scheinselbstständigen Fahrer kein Gewerbe anmelden müssen.
In Polen nennt man diese Kontrakte auch „Müllverträge„, und werden kritisiert. Denn die Fahrer bekommen nur Geld, wenn sie einen Auftrag ausführen. Also fahren.

Außerdem bieten diese Dienstleistungsverträge bei sozialer Absicherung, Kündigungsschutz und Sozialbeiträgen wesentlich weniger Schutz wie reguläre Arbeitsverträge.
Verursachen sie Schäden, also am Lkw oder der Ladung, werden ihnen oft drei- bis vierstellige Beträge vom Lohn abgezogen. Was anschließend übrig bleibt, kann sich jeder selbst ausmalen.

Normalerweise sollte es ausgeschlossen sein, dass Fahrer so ausgebeutet werden. Denn es gibt Gesetze, die das eigentlich verhindern sollen. Zumindest in der Theorie ist das gut organisiert.
Fahren die zum Beispiel in Deutschland, steht ihnen der deutsche Mindestlohn zu, in den Niederlanden der niederländische u.s.w.

Nur soll es wohl auch Firmen geben, die Modelle gründen, mit denen Fahrer ausgenutzt werden. Tja. Und dann fehlen eben die Kontrollen, die dafür sorgen sollen, dass solche Gesetze eingehalten werden.

So viel dazu und jetzt zum letzten Freitag.

Da kommt der Pole Lukasz mit einer angeheuerten Söldnertruppe angerauscht, um in einem anderen Staat sein Faustrecht durchzusetzen. Das sieht so aus, die streikenden Fahrer von den Lkw zu vertreiben und neue, in Transportern mitgebrachte Fahrer einzusetzen, die mit den Lkw weiterfahren sollen.
Irgendwo habe ich allerdings gelesen, die hätten sich geweigert, als Streikbrecher gegen ihre eigenen Kollegen zu fungieren. Aber keine Ahnung, ob das wirklich so war.

Mit gepanzerten Fahrzeug auf Vormarsch

Also. Der Besitzer eines Transportunternehmens und eine Söldnertruppe wollen auf diese Art Lkw-Fahrern erklären, dass sie auf EU-Vorschriften husten.
Sorry, aber für mich läuft sowas unter, keine Ahnung, wie ich es ausdrücken soll. Vielleicht „Clan-Struktur„? Auf jeden Fall nicht unter normaler Kommunikation.

panzer von rutkowski patrol auf dem deutschen rasthof gräfenhausen
Wie kommt man mit so einer Karre überhaupt bis nach Südhessen? Keine Bundespolizei unterwegs?

Die Söldner-Truppe nennt sich übrigens „Rutkowski Patrol„. Deren Boss, Krzysztof Rutkowski, ist in Polen ziemlich prominent, tritt dort als selbsternannter Ermittler im TV auf.
Von 2003 bis 2004 war er auch Abgeordneter im Europäischen Parlament.

Seine Leute, also die „Rutkowski Patrol„, sehen aus wie aus einer FBI-Einheit geklont. Sturmhauben, schwarze Westen, ein metallener Stern um den Hals. Ziemlich gruselig.
Ein Video zeigt in Teilen, also nicht komplett, die Anfahrt der Rutkowski Leute.

Gedreht und veröffentlicht wurde es von einem Kanal, der sich „Patriot24.tv“ nennt. Ob der mit Rutkowski in Verbindung steht, weiß ich nicht. Aber ich nehme es mal an.

https://youtu.be/JEWCY_QKFvY
YouTube – Originallink >>>

Wie Lukasz Mazur, also der Spediteur, tickt, sieht man übrigens hier:

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Lukasz hat Spaß am Leben

Kennzeichen des Lkw (WGM), Grodzisk Mazowiecki. Dort ist der häufigste Sitz von Leasinggesellschaften in Polen. Mehrere Großflotten sind dort registriert, z.B. auch von Girteka oder Demotrans. Das Teil in dem Video und wohl auch der Rest seiner Flotte ist/sind demnach im Besitz einer Leasingbank.

Damit dürfte Lukasz jetzt ein Problem haben. Weniger Umsatz, Leasingraten werden fällig. Und der Gesellschaft ist es egal, ob irgendwo in Deutschland Lkw von „Luk Maz“ oder „Agmaz“ auf einem Rasthof rum stehen. Die will nur, dass die Raten bezahlt werden.
Hoffentlich fällt der mit seinem Firmengeflecht auf die Schnauze.

Keine Verantwortung

Und auch die Auftraggeber sollten müssen Verantwortung für die Arbeitsbedingungen im Transportgewerbe zeigen. Denn wie kann es sein, dass z.B. Sennder, ein hochgelobter „Sofa-Spediteur“, der als „Start-Up“ über eine Milliarde an Geldern eingesammelt hat, sich dieser Verpflichtung bisher entzieht?

Diese Fahrer dagegen vegetieren über Monate in ihren Kisten, müssen sich mit Dumpinglöhnen zufrieden geben, sind also auf jeden Euro, Złoty oder georgischen Lari angewiesen und fahren für eine Firma, die ein System aufgebaut hat, mit dem diese Fahrer nur ausgenutzt werden.

Kein Wunder, dass die rebellieren. Und statt mit einem Geldkoffer zu kommen, um die Leute wenigstens teilweise zu entschädigen, bringt man Söldner mit. Dafür hat die Spedition dann Kohle über?

Das erinnert an frühkapitalistische Zustände: Arbeiter werden brutal ausgebeutet und wenn es sein muss, auch gnadenlos niedergeknüppelt.
Aber egal wie diese Aktion ausgeht. Die Machenschaften einiger „Spediteure“ werden endlich öffentlich gemacht und Auftraggeber überlegen sich hoffentlich, mit wem sie da eigentlich zusammen arbeiten.

9 Comments

Links und rechts der (Daten-) Autobahn

Osteuropäische und asiatische Fahrer haben wochenlang keinen Lohn bekommen und hängen jetzt auf Rasthöfen, irgendwo in Europa, fest. Tja, wer sind eigentlich die Auftraggeber für Buden wie Lukmaz oder Agmaz oder wie die alle heißen?
Und wo ist eigentlich Adina Vălean? Auch Ihre Landsleute werden gnadenlos ausgebeutet.Interessiert das nicht?
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Die Bahn macht mehr Umsatz als jemals zuvor und heraus kommt ein operativer Gewinn von 1,3 Milliarden Euro. Dafür lässt sich Bahnchef Lutz feiern. Sehr schön.
Den Umsatz aber fahren die Lkw-Sparte (DB Schenker) und die DB Netz AG ein, der Eisenbahnverkehr ist doch bestenfalls bei null.

ein lkw fährt von der rola in trento in italien
Güter gehören natürlich auf die Schiene

Die DBCargo bringt weiterhin hohe Verluste. Dort zahlt der Steuerzahler für jeden eingenommenen Euro 12 Cent dazu. Letztes Jahr waren es nur 10 Cent.
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Twitter

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Das twittert Martin Hagen. Der ist Landesvorsitzender der FDP in Bayern und Mitglied des FDP-Bundesvorstands.

Ist aber kein Klassiker, sondern eher Suggestion oder Manipulation. Denn in dem linken Bild geht es um die Korridor-Maut auf der Brenner-Route. Und die hat mit der Maut in Deutschland null zu tun.
Im übrigen muss über diese Korridor-Maut nur diskutiert werden, weil die Bayern den Nordzulauf zum Brenner-Basis-Tunnel nicht mal annähernd begonnen haben. Also besser mal die Füße still halten.
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Ach ja. Ich habe gehört, diesen Freitag und den darauffolgenden Montag soll es ein Lkw-Fahrverbot geben. So als Ausgleich wegen letzten Sonntag?

An zwei Wochentagen Fahrverbot. Ist da nicht die Versorgungssicherheit in Deutschland gefährdet?
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Wisst Ihr, was ich gerade herausgefunden habe? Das wenn zwei Mann in einem Lkw sitzen und einer pupst, der pupsende eine aufs Maul bekommt.
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Weshalb Lkw-Fahrer nicht streiken
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Sieben Tote bei schwerem Verkehrsunfall in Thüringen. Warum sind es oft die Unfallverursacher, die solche schweren Unfälle überleben, während Unschuldige sterben?

Die B247 kenne ich gut, wohne ja an dieser Bundesstraße. Ist vom Eichsfeld über Mühlhausen nach Erfurt die einzige akzeptable Verbindung. Straßenbaumaßnahmen gab es bisher kaum. Eigentlich nur bei Leinefelde – Worbis und eben die Ortsumgehung Bad Langensalza. Also da, wo dieser Unfall passierte.

Ich fahre ja regelmäßig sowohl von Mühlhausen nach Erfurt, als auch ins Eichsfeld. Und andersrum. An vielen Stellen wird gefahren, als gäbe es kein morgen. Fahre ich mit dem Lkw schon 70, bin ich nicht mehr als ein lästiges Hindernis und werde an den unglaublichsten Stellen überholt. Mobile Blitzer sind selten und Verkehrskontrollen habe ich noch nie gesehen.

Aber wie auch immer. Solche Unfälle sind einfach nur schrecklich und traurig.
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Eine ganz gewöhnliche Geschichte

In einer Norddeutschen Spedition haben heute morgen Angestellte den Geschäftsführer verprügelt.
Als Grund gaben sie an, er klebe zu sehr an seinem Chefsessel.

Der Betriebsrat teilt mit, dass diese Angestellten ihnen eigentlich als höflich, zurückhaltend und nett bekannt waren.

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