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Interview mit einem Pächter

Interessantes Interview mit einem (mittlerweile gescheiterten) Rasthofpächer im Magazin der Süddeutschen Zeitung. Nur bei seiner zweiten Antwort nach der Alternative Autohof musste ich lachen:

Und die Lkw-Fahrer – wohin fahren die?

Zum Autohof, das ist eine komplett andere Welt. Die sind tagelang allein auf Tour, brauchen Ansprache und freuen sich, wenn die Bedienung mit ihnen plaudert. Sie legen Wert auf gute Duschen und große, günstige Portionen, kein Fertigzeug, sondern ehrliche Küche, Bratkartoffeln mit Butterschmalz, und zwar mit richtigem Butterschmalz und nicht mit diesem Öl, das wie Butterschmalz schmeckt und einem die ganze Nacht im Magen liegt.

Warum fahren dann nicht mehr Leute zum Autohof?

Faulheit. Die Autohöfe liegen ja immer etwas abseits der Autobahn. Dazu kommt, dass die Atmosphäre ziemlich rau ist, da sitzen die Fernfahrer im Sommer in Unterhemden und Shorts und trinken den halben Abend Bier. Dort würde ich mit meinen Kindern nur ungern Pause machen.

Der zweite Teil der ersten Antwort mag ja noch ok sein. Also ab da, wo es mit den Duschen los geht.
Die zweite Antwort aber, nun ja. Fahrer in Jogginghosen sind ja mittlerweile alltäglich. Selbst ausserhalb vom Lkw. Kann man nicht nur hässlich finden, dass muss man sogar.

Im Unterhemd aber habe ich noch keinen in einem Autohof sitzen sehen. So viel Ästhetik sollte man Lkw-Fahrern schon zutrauen.

5 comment

  1. hajo
    hajo 24/08/2016

    Lieber Maik,
    das mit der „Faulheit“ kann ich schon nachvollziehen (hier oute ich mich 🙂 ).
    Im Übrigen liegt es wohl auch daran, wenn nicht mehr Fahrer zu den Autohöfen kommen, dass diese auf den Autobahnen nur schlecht ausgeschildert sind. Das wird sich wohl kaum ändern, denn ich vermute da einen massgeblichen Einfluss der T&R (u.ä.)-Lobby.

    Und was die „Bekleidungsordnung“ betrifft: da sollten sich so manche PKW-Fahrer mal an die eigene Nase fassen! Mal abgesehen davon stellt sich die Frage, was an Shorts und (sauberen) Unterhemden soooo schlimm ist und eine Gefährdung für die Kleinen darstellt.

    Weiterhin gute Fahrt.
    Grüsse
    Hajo

  2. Mitleser
    Mitleser 27/08/2016

    Bin dafür, dass solche Toiletten prinzipiell kostenlos zu sein haben, dann hört auch das in die Büsche gescheiße aus.

  3. hajo
    hajo 27/08/2016

    @Mitleser: das sind leider fromme Wünsche, „Fremdscheisser“ gibt es trotzdem noch, das zeigt die Realität.
    Auch werden die Plätze trotz aussreichender Entsorgungsgefässe hoffnungsgemäss zugemüllt.
    .. und es werden Plätze zugeschissen und -gepisst, trotz vorhandener (kostenloser) Toiletten
    frag‘ mal die Srassenmeistereien.

  4. Mitleser
    Mitleser 28/08/2016

    @hajo, das liegt vielleicht auch mit an dem Zustand der Toiletten, gerade die auf den einfachen Autobahnplätzen, wo vielleicht 1x am Tag, wenn überhaupt, jemand zum putzen vorbei kommt. Dann hast dort kein Klopapier oder Tücher zum Hände trocken…

  5. hajo
    hajo 28/08/2016

    Lieber Mitleser, Du hast ja recht, dass einige Toiletten in einem erbärmlichen Zustand sind, aber an wem liegt das wohl? Selbst wenn die Anlagen zwei-/dreimal am Tag gereinigt werden, schaffen es solche „Wildsäue“, sie in Nullkommanichts wieder in den „Urzustand“ zu versetzen, eine Sisyphus-Arbeit also.
    Und für das fehlende Papier hätte ich eine gute Lösung: die gute alte gestrickt-verdeckte Klopapierrolle :-D.
    Übrgens: ich sehe in fast jeder Anlage, dass Papier auf dem Boden „verteilt“ ist, also auch das etwas für den griechischen Helden 😉

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