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TruckOnline.de Posts

Zwei Bons, zwei Brötchen und trotzdem ärmer

Bei Rohrdorf, also kurz vor Rosenheim, mal wieder Stau. Wie so oft in letzter Zeit wegen einer Baustelle.

Ich dachte mir: Fährst du bei Achenmühle, einem Rasthof, fix runter. Da kann ich den Wasserkanister auffüllen und an der Tankstelle zwei Brötchen holen. SANIFAIR-Bons habe ich schließlich genug.

Also fülle ich den Kanister auf, gehe anschließend in den Shop und sage zu der netten Verkäuferin: „Ich hätte gerne zwei Brötchen. Kann ich dafür diese SANIFAIR-Bons einlösen?“

Sie antwortet: „Ja, das geht.“

Ich lege beide Bons auf den Tresen. Sie gibt mir die Tüte mit den Brötchen, und ich will gerade gehen. Da ruft sie: „Halt! “

Ich, etwas verblüfft: „Was?“

„Ich bekomme noch 38 Cent.“

„Aber ich habe doch die zwei SANIFAIR-Bons hingelegt.“

„Ja, aber ein Brötchen kostet bei uns 1,19 Euro.“

„Ist nicht euer Ernst!“

„Doch, Tankstellenpreise halt.“

Na ja, also habe ich noch 38 Cent draufgezahlt. Aber mal ehrlich, 1,19 Euro für ein einziges Brötchen? Wahnsinn.

Aber so ist das eben. Nichts ist mehr preiswert. Auch nicht zwei einfache Brötchen für unterwegs.

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Lkw eingeräumt, Urlaub vorbei

Klamotten verstaut, ein bissel Verpflegung schon eingeräumt. Alles ist wieder an seinem Platz. Zweieinhalb Wochen Urlaub sind Geschichte.

Gestern früh bin ich zweihundert Kilometer zur Firma gefahren und habe den Lkw für nächste Woche vorgeladen. Danach ging es mit dem Lkw wieder nach Hause.

Montagfrüh geht es nach Italien, also alles wie immer. Monza und Mailand sind die ersten Abladestellen.
Tja. So schnell geht es, bis der Alltag mich wieder hat.

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„Elektrotrucker“ auf Weltreise. Technik vorhanden, aber reicht das für den Alltag?

Letzte Woche wieder eine Diskussion einen Disput gelesen, ich glaube auf Threads, in dem es um Elektromobilität bei Lkw ging. Der Diskurs eigentlich wie immer pro und contra, von Leuten, die der Branche fremd sind und dann wurde von jemanden der YouTube-Account von Tobias Wagner, der sich „Elektrotrucker“ nennt, verlinkt. Ohne eine weitere Information, einfach nur einen Verweis darauf.

Kann man machen, ist aber ein bissel einfallslos. Zumindest eine kurze Begründung wieso der Kanal verlinkt wird, wäre doch schön. Habe ich so auch geantwortet, es kam aber keine Antwort.

Aber wie auch immer. Tobias Wagner hat viel vor. Gerade fährt er mit einem Mercedes-Benz eActros 600 einmal um die Welt.
45.000 Kilometer, mehr als 35 Länder und rund 80 Ladestopps. Das ist schon ein ambitioniertes und spannendes Projekt.

Der Elektrotrucker fährt mit maximal 80 Stopps um die Welt. Das Bild zeigt den Mercedes-Benz eActros 600.
Quelle: Daimler Truck AG

Er will damit aber mehr als nur eine spektakuläre Weltreise absolvieren. Seine Botschaft ist klar. Die Technik für elektrische Lkw sei inzwischen weit genug entwickelt.
Das eigentliche Problem liege zunehmend bei den Unternehmen, bei Investitionen, Planungssicherheit und dem Mut, den nächsten Schritt zu gehen.

Aber der Alltag sieht manchmal etwas anders aus. Denn eine Weltreise mit einem Elektro-Lkw ist zwar ein eindrucksvoller Praxistest, aber eben kein Beweis dafür, dass der batterieelektrische Fernverkehr bereits überall alltagstauglich ist.

Wagner fährt unter besonderen Bedingungen. Er hat einen Hersteller im Hintergrund, technische Unterstützung, zusätzliche Ausrüstung und kann seine Reise entsprechend planen. Relativ entspannt sogar.
Ein Spediteur mit 50 oder 100 Fahrzeugen kann seinen Fuhrpark dagegen nicht einfach nach den Bedingungen einer Weltreise organisieren.

Zwischen Rekordfahrt und Speditionsalltag

Auch Wagner selbst räumt ein, dass seine maximal 80 Ladestopps wenig mit einem normalen Logistikbetrieb zu tun haben. Für den Rekord muss der Akku teilweise möglichst weit heruntergefahren werden und geeignete Ladeparks werden bewusst nicht immer genutzt.

Das zeigt auch die Grenzen des Projekts

Wenn ein Elektro-Lkw unter diesen besonderen Voraussetzungen um die Welt fahren kann, ist das sicherlich ein Argument dafür, dass die Technik funktioniert.
Es beantwortet aber noch nicht automatisch die wesentlich wichtigere Frage für die Transportbranche: Nämlich kann ein Elektro-Lkw unter wirtschaftlich sinnvollen Bedingungen jeden Tag zuverlässig im normalen Fernverkehr eingesetzt werden?

Dafür zählen nicht nur Reichweite und Ladeleistung. Entscheidend sind auch Ladezeiten, Strompreise, Netzanschlüsse, Fahrzeugauslastung, Tourenplanung, Standzeiten und die Verfügbarkeit geeigneter Ladeinfrastruktur.

Das Problem beginnt beim zweiten oder dritten Lkw

Ein Elektro-Lkw auf dem Hof ist inzwischen vielerorts machbar. Interessant wird es, wenn aus einem Testfahrzeug eine Flotte werden soll. Dann reicht ein vorhandener Netzanschluss möglicherweise nicht mehr aus.
Ladepunkte müssen geplant, Stromkapazitäten aufgebaut und teilweise erhebliche Investitionen getätigt werden.

Dazu kommt eine Frage, die in der Diskussion gerne etwas untergeht: Was passiert mit einem Unternehmen, das heute viel Geld in Ladeinfrastruktur investiert, aber in fünf oder zehn Jahren seinen Standort verändert oder verkauft wird?

Gerade für kleinere Speditionen ist das keine theoretische Überlegung. Wagner bezeichnet solche Probleme deshalb als klassisches „Change Management“. Das ist nachvollziehbar.
Aber man sollte daraus nicht den Schluss ziehen, dass jede Zurückhaltung der Unternehmer mangelnder Mut ist.

Ein Unternehmer muss schließlich nicht nur mutig sein, sondern auch rechnen.

Die Rechnung muss am Ende aufgehen

Die Elektrifizierung wird langfristig eine größere Rolle im Straßengüterverkehr spielen. Die Fahrzeuge werden besser, die Ladeinfrastruktur wächst und die Auswahl nimmt zu.

Aber zwischen einem technisch möglichen Einsatz und einem wirtschaftlich sinnvollen Einsatz liegt manchmal ein ziemlich großer Unterschied.
Ein Unternehmer darf schließlich auch einmal fragen: Was kostet mich der Spaß und funktioniert er im täglichen Betrieb?

  • Was kostet das Fahrzeug tatsächlich?
  • Was kostet der notwendige Netzanschluss?
  • Wie teuer wird die Ladeinfrastruktur?
  • Wie hoch sind die Stromkosten?
  • Wie lange dauert das Laden?
  • Wie zuverlässig funktioniert die Infrastruktur?
  • Was passiert bei einem ungeplanten Umweg?
  • Wie sieht die Rechnung bei Winter, hoher Beladung oder schwierigen Topografien aus?
  • Und vor allem: Passt das Fahrzeug zu den tatsächlichen Touren?

Diese Fragen lassen sich nicht mit einer Weltreise beantworten. Das ist keine Technikfeindlichkeit, sondern schlicht Wirtschaftlichkeit.

Trotzdem ist das Projekt wichtig

Damit will ich Wagners Projekt keineswegs klein reden. Das steht mir auch null zu. Im Gegenteil, Genau solche praktischen Erfahrungen sind wichtig.
Ein Elektro-Lkw muss irgendwann raus aus dem Messestand und raus aus dem Pilotprojekt. Er muss fahren.

Und wenn Tobias Wagner tatsächlich 45.000 Kilometer durch mehr als 35 Länder schafft, wird das interessante Erkenntnisse liefern. Gerade dort, wo die Infrastruktur noch nicht auf europäischem Niveau ist.

Auch der Wettbewerb dürfte dabei eine Rolle spielen. Neben europäischen Herstellern drängen zunehmend chinesische Anbieter auf den Nutzfahrzeugmarkt. Für die etablierten Hersteller ist das durchaus ein Weckruf.

Der wichtigste Test findet aber nicht auf der Weltreise statt

Am Ende ist die Weltreise des Elektrotruckers deshalb vor allem eines. Nämlich ein beeindruckendes Symbol für den technischen Fortschritt.
Sie zeigt, was heute möglich ist. Sie zeigt aber nicht automatisch, was morgen für jede Spedition wirtschaftlich sinnvoll ist.

Der entscheidende Test wird deshalb nicht irgendwo in Zentralasien oder Südamerika stattfinden. Er findet auf den täglichen Touren europäischer Transportunternehmen statt, mit Zeitdruck, voller Ladung, knappen Margen, Fahrermangel und der ganz normalen Realität des Fernverkehrs.

Wenn der Elektro-Lkw dort zuverlässig, wirtschaftlich und planbar funktioniert, dann braucht es irgendwann tatsächlich weniger Überzeugungsarbeit.
Bis dahin darf man das Projekt des Elektrotruckers gerne spannend finden. Und trotzdem kritisch bleiben.

Denn Technikbegeisterung ist gut. Aber im Transportgeschäft muss am Ende nicht nur der Akku voll sein. Die Rechnung muss es auch sein.

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SaniFair-Bon. Wer löst die Dinger eigentlich ein?

Vor kurzem habe ich meine Geldbörse mit SaniFair-Bons ausgeräumt. Knapp zwanzig Stück waren es mal wieder.

Früher habe ich die gesammelt und bin alle paar Wochen in einen Autobahn-Tank&Rast gefahren und habe dort etwas gegessen. Ein Steak, Nudeln oder eine Currywurst. Oder eben zu McDonald’s oder Burger King.

Jetzt, wo pro Produkt nur noch ein Bon akzeptiert wird, habe ich für die Dinger eigentlich keine Verwendung mehr. Denn ich kaufe dort nichts. Es ist mir einfach zu teuer.

Manchmal lasse ich die Zettel deshalb auch einfach im Automaten stecken. Soll sich der oder die Nächste daran erfreuen.

Das Bild zeigt SaniFair Bons. Diese einzulösen lohnt meist nicht mehr.

Ich habe diese Bons auch schon den Reinigungskräften angeboten. Aber selbst die wollen die Gutscheine nicht haben. Ob sie diese nicht annehmen dürfen oder mit der Regelung „ein Bon pro Produkt“ ebenfalls nichts anfangen können? Keine Ahnung.

Weil ich wissen wollte, ob das nur mir so geht, also ob andere Reisende diese Quittungen ebenfalls lieber wegwerfen, statt sie einzulösen, habe ich mal bei Tank & Rast nachgefragt, wie denn die Quote aussieht.

Also, wie viele dieser Voucher werden eigentlich tatsächlich eingelöst? Meine Frage klang dann so:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mich würde interessieren, wie häufig die von SANIFAIR ausgegebenen Wert-Bons tatsächlich für Waren oder andere Leistungen bei den angeschlossenen Tank & Rast-Betrieben eingelöst werden.

Könnten Sie mir bitte mitteilen, wie hoch der prozentuale Anteil der SANIFAIR-Bons ist, die für Waren bzw. Verzehr bei Tank & Rast eingelöst werden, für andere Leistungen verwendet werden bzw. nicht eingelöst werden?

Falls Sie hierzu keine aktuellen Zahlen für das laufende Jahr veröffentlichen können, wären auch Zahlen aus den vergangenen Jahren oder eine ungefähre Größenordnung interessant.

Hintergrund meiner Frage ist, dass mich interessiert, welcher Anteil der ausgegebenen SANIFAIR-Gutscheine tatsächlich wieder in den Tank-&-Rast-Betrieben als Umsatz ankommt.

Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
Maik Erdmann

Relativ fix, ich glaube nach zwei Tagen, kam schon die Antwort. Diese will ich Euch natürlich nicht vorenthalten:

Sehr geehrter Herr Erdmann,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Wir wissen, dass gerade Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrer auf ihren Touren auf schnell erreichbare, verlässliche und saubere Sanitäranlagen angewiesen sind. Genau darauf sind unsere SANIFAIR Anlagen ausgerichtet.

Das SANIFAIR Wert-Bon-Modell an Autobahntankstellen und -raststätten ist einfach und kundenfreundlich: 1 Euro Entgelt für die Nutzung der SANIFAIR Anlage, 1 Euro Wert-Bon, 1 Wert-Bon pro Artikel.
Das bedeutet: SANIFAIR Nutzer zahlen für die Nutzung der hygienischen Sanitäranlagen ein Entgelt in Höhe von 1 Euro.

Im Gegenzug erhalten sie einen Wert-Bon in gleicher Höhe, den sie für jeweils einen Artikel aus einem breiten Angebot in Shop und Gastronomie einlösen können.
Kauft ein Kunde beispielsweise einen Kaffee und eine Bockwurst, dann sind das zwei Artikel, für die er zwei Wert-Bons im Gesamtwert von 2 Euro einlösen kann.

SANIFAIR Wert-Bons von Autobahntankstellen und -raststätten sind innerhalb des Kalenderjahres, in dem sie ausgegeben wurden, sowie in den drei jeweils darauffolgenden Kalenderjahren gültig.
So ist beispielsweise ein Wert-Bon, den Sie am 31.08.2026 erhalten haben, bis einschließlich dem 31.12.2029 gültig.

Unserer Erfahrung nach machen unsere Kundinnen und Kunden sehr gerne von der Möglichkeit Gebrauch, ihren SANIFAIR Wert-Bon bei unseren Partnern einzulösen – entweder direkt im Anschluss an den Toilettenbesuch oder zu einem späteren Zeitpunkt. Der weit überwiegende Teil der Wert-Bons wird entsprechend eingelöst.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir aus Wettbewerbsgründen grundsätzlich keine umsatz- oder ergebnisrelevanten Informationen zu einzelnen Unternehmensbereichen wie SANIFAIR bereitstellen.

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen geholfen zu haben.

Wenn Sie zitieren, dann bitte „ein Sprecher der Tank & Rast Gruppe“.

Mit freundlichen Grüßen
ein Sprecher der Tank & Rast Gruppe

Tja, Eigentlich ist meine Anfrage offen geblieben. Denn meine Frage zielte darauf ab, wie hoch der Anteil der ausgegebenen SANIFAIR-Wert-Bons ist, der tatsächlich wieder eingelöst wird.
Dazu schreibt der „Sprecher der Tank & Rast Gruppe“ lediglich, dass der „weit überwiegende Teil“ der Wert-Bons eingelöst werde.

Klar, ich verstehe schon, dass aus Wettbewerbsgründen keine konkreten Umsatz- oder Ergebniszahlen zu SANIFAIR veröffentlicht werden können.
Aber eine prozentuale Angabe zur Einlösungsquote ist doch aus meiner Sicht jedoch nicht zwangsläufig eine umsatz- oder ergebnisrelevante Information.

Ein Wert wie „80 Prozent“, „90 Prozent“ oder „95 Prozent“ wäre durchaus interessant. Denn daran lässt sich zumindest erkennen, wie häufig die Wert-Bons tatsächlich als Gegenleistung für das entrichtete Nutzungsentgelt genutzt werden.

Aber die Aussage, dass der „weit überwiegende Teil“ der Bons eingelöst wird, wirft deshalb eher weitere Fragen auf. Wenn beispielsweise 90 Prozent eingelöst werden, ist das etwas anderes als bei 60 Prozent.
Beides könnte man sprachlich durchaus als „überwiegend“ beschreiben.

Ich kann es jedenfalls nur aus meiner persönlichen Erfahrung beurteilen. Bei mir landen die Dinger inzwischen meistens im Portemonnaie, sammeln sich dort und werden irgendwann aussortiert. Und verschwinden dann im Müll.

Vielleicht ist das ja nur mein persönliches Problem. Vielleicht gibt es aber auch deutlich mehr Leute, die mit den Bons inzwischen ähnlich wenig anfangen können.

Und genau deshalb hätte mich eine konkrete Zahl eigentlich interessiert.

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