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Kategorie: Ladung

Kraftakt

Manchmal sollte man seinen Mund nicht zu voll nehmen. Besonders dann, wenn man „etwas“ unwissend ist.

Staplerfahrer: „An die drei Paletten komme ich mit den Gabeln nicht ran!
Ich: „Bring mir einen Hubwagen. Ich ziehe die dann nach vorne!

Staplerfahrer: „Die sind schwer. Mach besser die andere Seite auf!
Ich: „Ach wo. Mit Hubwagen geht das schneller!

Gesagt, getan. Der Hubwagen war fix da und ich versuchte die erste Palette so zu stellen, um diese abladen zu lassen. Beim „Versuch“ hörte es aber auch schon auf.
Es war bereits ein Kraftakt, dass Teil auch nur etwas anzuheben. An einem „bewegen“ des ganzen war nicht zu denken.

Letztlich öffnete ich doch die andere Seite des Aufliegers. Hätte auch einfacher vonstatten gehen können.

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Schüchtern und bescheiden oder Montag ist Schontag

Anmelden, Ladestelle vortragen, an die Rampe fahren. Bis dahin lief alles prima. Nur warum ich jetzt seit einer Stunde an eben dieser Rampe stehe, ohne das was passiert, weiss ich nicht.
Nach dem Grund fragen, ist mir aber auch zu blöd. Ich will ja nicht aufdringlich wirken. Lieber warte ich noch ein wenig.

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Ich warte…

…seit Stunden, dass man eine lumpige Kiste am Frankfurter Flughafen von meinem Auflieger hebt. Das Teil soll Mittwochfrüh nach New York fliegen – leider ohne mich.

Erst hieß es, dass nur Ware entladen wird, die innerhalb 24 Stunden weiter geleitet werden kann. Wegen des schlechten Wetters gibt es Abfertigungsprobleme auch bei Fracht. So ist das Lager von Lufthansa Cargo überfüllt. Nach Intervention des Auftraggebers soll die Kiste nun doch entladen werden. Irgendwann.

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Es ist, wie es ist

Wißt Ihr, wo Deutschland’s größter Parkplatz ist? Nein? Dann fahrt mal in die südwestlichste Ecke unseres Landes. Da stehen jede Nacht zig Lkw. Schön aufgereiht auf zwei Spuren und das über mehrere Kilometer.
Einfach Weil am Rhein in ein Navigationsgerät eingeben und dann findet Ihr das schon. Das ist wirklich nicht schwer.

Mit etwas Glück entdeckt Ihr dort auch mich in dieser Nacht. Wir könnten anschließend Mau Mau spielen. Gut, zur Not auch Siebzehn und vier. Weitere Kartenspiele kann ich leider nicht. Selbst Skat habe ich nie kapiert. Von Pokern ganz zu schweigen.

Der Vorteil dieser Spielerunde wäre, dass ich nicht überlegen müßte, wann ich morgen früh aufstehe. Um fünf Uhr beginnen die Zöllner mit Ihrer Arbeit. Nur heißt das nicht automatisch, dass dieser Parkplatz bereits um diese Zeit von vorne her verkürzt wird.
Nein, manchmal beginnt das erst um sechs. Oder auch um sieben. Und ich habe keine Lust, zwei Stunden mit halboffenen Augen und ungewaschenen Gesicht die Hecktüren des vor mir stehenden Lkw anzuschauen.

Ja ja. Jetzt denkt Ihr, ich wäre eine Sau. Quält sich aus seiner Koje und wäscht sich nicht einmal. Recht habt Ihr. Aber: Lieber mal ein weibliches Schwein sein, als sich den Pops von Pkw – Fahrern abfahren zu lassen.
Immerhin hole ich das später nach. Also das waschen. Versprochen. Zeit habe ich ja dazu.

Wenn ich an die Schweiz denke, wird mir leicht übel. Nein, nicht wegen der Menschen in diesem Land, auch nicht wegen der Berge. Obwohl, bei den Menschen…?
Viele Eidgenossen haben ja etwas gegen Ausländer. Na ja, zumindest gegen solche, die in irgendeiner Weise straffällig geworden sind. Und einige sind ja der Meinung, auch ich wäre kriminell. Allein schon deshalb, weil ich mit einem Lkw durch Ihr schönes Land fahre.
Aus diesem Grund hat man sogenannte Stauräume geschaffen, in denen man mich festhält. Also nicht nur mich, sondern auch meine Kollegen der fahrenden Zunft. Da steht man dann und wartet auf seine Freilassung.
Wie lange das dauert, kann natürlich keiner sagen. Den Grund auch nicht.

So kann es passieren, dass ich für diese lumpigen 290 Kilometer von Basel nach Chiasso fünf Stunden brauche. Super, da freue ich mich.
Es können aber auch sieben werden. Oder acht. Oder sogar noch mehr. Dann werde ich etwas grantig. Und bin auf dieses Land nicht gut zu sprechen.

Tage wie der morgige sind der Grund, dass ich immer dicker werde. Ich sitze und fahre. Sonst nichts. Gut, in der Schweiz heißt es: Sitzen und stehen. Also ich sitze und der Lkw steht. Nur Kalorien verbraucht man da auch kaum.

Bis Genua – also da, wo ich hin muß – sind es noch knapp 500 Kilometer. Angenehm wäre es schon, morgen noch abladen zu können. Allein schon deshalb, um nicht wieder erst Samstagabend ins Wochenende zu kommen.
Aber abwarten. Es ist wie es ist. Ich nehm’s so hin.

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Eine fromme Hoffnung

Manchmal ist es angenehm, einige Tage zu spät bei einem Kunden einzutreffen – so wie heute bei einer Spedition in einer osthessischen Stadt. Normalerweise ist dort langes stehen angesagt. Warten die jedoch auf Ihre Ware, geht das Entladen ziemlich fix.
Selbst als ich bemerkte, dass von der Seite abgeladen werden muß, gab es keine Widerworte. Da fragt man sich zwangsläufig, warum das nicht immer so geht.

Jetzt habe ich aber ein Problem: Auf den ersten vier Metern des Aufliegers steht nichts. Dann kommen einige leichte Paletten und auf dem letzten Drittel steht eine Maschine. Die wiegt ungefähr fünf oder sechs Tonnen.
Sollte es morgen Vormittag schneien und das weiße Zeug liegen bleiben, war es das für mich. Ohne Druck auf die Hinterachse der Zugmaschine komme ich nicht mal den kleinsten Hügel hoch. Na ja, erstmal abwarten – vielleicht hat Petrus ja ein wenig Mitleid mit mir.

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Manches sieht schlimmer aus, als es letztlich ist

Anruf meines Disponenten: „Wenn Du in Siegen fertig bist, fährst Du nach Kreuztal zur Firma Dingenskirchen. Da bekommst Du 7,5 Tonnen für Bergamo!“
Gegenfrage von mir: „Was ist das für Zeug?“ Die Antwort: „Hmm, Stahl oder sowas!“

Eine halbe Stunde später fuhr ich auf das Gelände der Firma. Auf dem gesamten Hof lagen lange, dicke, unförmige Rohre. Bei dieser Art Ladung reicht mir bereits der Anblick, um – auf gut deutsch – die Schnauze voll zu haben.
Ein Belgier war gerade fertig mit laden. Dessen Auflieger war komplett mit diesen Rohren vollgestopft. Bei dem Anblick weiteten sich meine Augen krampfhaft auf Ihre doppelte Größe.

Ich hielt an, um dem Kranführer die Ladenummer zu nennen. Er wies mir einen Platz zu. Dort angekommen, begann ich den Auflieger zu öffnen..
Noch während ich am Dach hantierte, kam ein zweiter Verlader. „Moin, wieviel Rohre bekomme ich eigentlich?“ „Nur vier Stück„, antwortete er. „Du hängst 5 Gurte ein, dann passiert nichts!“ Gut, letztlich habe ich sieben Gurte genutzt. Aber fünf hätten auch gereicht.

Nach zehn Minuten waren die Teile geladen und verzurrt. Eine bessere Ladung gibt es kaum – selbst dann, wenn ich dort komplett geladen hätte. Man sollte sich halt nicht vom ersten Eindruck täuschen lassen.

Ladung

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…da stellt sich mir die Frage, ob in manchen Firmen nur Deppen arbeiten

Zwei Kisten abladen lassen, geht fix. Also rechnet man auf dem Weg zum ersten Kunden schon mal den weiteren Tagesablauf durch. Was soll auch schon passieren: Eine Seite des Aufliegers öffnen, Gurte lösen, Dach zurück schieben, der Kran kommt, hebt die erste Kiste herunter und schließlich die zweite.
Nach nicht mal einer halben Stunde ist alles vorbei. Na ja, normalerweise.

Harzgerode, gegen 8.30 Uhr: Meine Entladestelle liegt in einem Industriepark. Ich melde mich beim Pförtner: „Moin, ich möchte zur Firma ABC – Metallverarbeitung„! „Was liefern Sie denn für die an„, werde ich gefragt. „Eine Maschine“ antworte ich wahrheitsgemäß.
Während sich mein Gegenüber die Lieferscheine anschaut, murmelt er: „Da muss ich telefonieren. Die kommt sicher nicht hier her, sondern nach Quedlinburg. Die bauen dort nämlich neu, wissen Sie!

Nein, dass wusste ich natürlich nicht. Woher auch. Auf den Papieren steht Harzgerode und genau da bin ich. Nur das interessiert mich.
Der Pförtner reißt mich aus meinen Gedanken: „In fünf Minuten kommen zwei Mitarbeiter dieser Firma. Mit denen können Sie dann alles bereden!“ Ohne etwas zu sagen, wartete ich abseits der Pförtnerbude.

Kurze Zeit später kam ein Pkw aus dem Werksgelände gefahren und hielt hinter dem Tor. Ein Mann stieg aus, schaute mich kurz an, ging zum Lkw und versuchte durch die geschlossenen Scheiben etwas zu erkennen. Dann klopfte er zaghaft an die Tür.
Keiner da„, antwortete ich. „Wo ist denn der Fahrer“ kam als Frage zurück. Bevor ich etwas sagen konnte, rief der Pförtner: „Da, dass ist der Fahrer“ und zeigte gleichzeitig mit den Finger auf mich.

Sichtlich erleichtert begann der Mann zu erzählen: „Sie sind zu früh. Wir haben Sie erst morgen erwartet. Außerdem muss die Maschine nach Quedlinburg. Dort bauen wir neu. Deshalb können wir die hier nicht gebrauchen.
Ich schaute Ihn nur an, er fuhr fort: „Passen Sie auf. Ich fahre jetzt mit meinem Kollegen zu dem Neubau. Dort versuchen wir irgendetwas zu managen, um die Maschine heute doch noch entladen zu können. Wir rufen dann hier beim Pförtner an und der sagt Ihnen, wie es weiter geht!“ „Managen ist gut„, erwiderte ich. Dann war er bereits verschwunden.
Neunzig Minuten später klopfte es an der Tür des Lkw. Ich erwachte aus meinem Dämmerschlaf und öffnete das Fenster. Der Pförtner reichte mir einen Zettel mit der neuen Adresse dieser Firma.

Gegen elf trudelte ich auf der Baustelle ein und wurde schon erwartet. „Wie sieht denn die Kiste aus„, bestürmte mich ein junger Mann. Der war wirklich jung. Höchstens fünfundzwanzig. Und das ist nicht alt. Zumindest für mich.
Aber lassen wir das, denn jetzt kam mein Part: „Wo steht der Kran? Wo soll ich mich hinstellen? Dann öffne ich den Auflieger und dann, erst dann, kannst Du die Kiste bestaunen!

Siehst Du hier irgendwo einen Kran„, bekam ich vom Jungspund zur Antwort. „Ich lade das Ding mit einem Stapler ab!“ Nun mußte ich kurz husten: „Klar, mit einem Stapler! Das Teil wiegt neun Tonnen!
Aber irgendwie scheint der Jüngling auf diese Bemerkung gewartet zu haben: „Der hebt 14 Tonnen. Das ist kein Problem für mich„!

Ich begann den Auflieger zu öffnen, kurze Zeit später war die Kiste zum abladen bereit. Mittlerweile stand die halbe Führungsriege der Firma am Lkw. Plötzlich fiel einem auf, dass dieses Teil nicht quer durch das Tor in die Halle passt.
Man diskutierte kurz und kam zum Ergebnis, in der Werkhalle zu entladen. Nun war es an der Zeit, meine Neuigkeiten kund zu tun: „Auch da bekommen wir Probleme. Die Kiste ist zu hoch, um sie von der Seite zu abzuladen!“
Um die fragenden Blicke zu beenden, zeigte ich auf die Ladekante am Boden des Sattelaufliegers und auf die Aluleiste am Rand des Daches: „Das sind feste Teile, die kann ich nicht entfernen. Und deshalb bekommen wir die Kiste von der Seite nicht runter!
Das flechsen wir ab„, antwortete einer. „Ich flechse Ihnen gleich was anderes ab„, erwiderte ich. Schon war Ruhe.
Fahren Sie trotzdem in die Halle. Wir probieren es„, erzählte ein anderer. Kopfschüttelnd baute ich den Auflieger wieder zusammen.

Kurze Zeit später das gleiche Spiel. Während ich den Sattel wieder auseinander baute, fragte mich der Mann mit der Flechs. ob man denn die Seite nicht höher kurbeln könne. Ich schüttelte mit dem Kopf. Meine negative Reaktion befriedigte Ihn aber nicht: „Am Freitag war einer hier, da konnte man das„! Ich, betont freundlich: „Das mag sein. Nur bei dem Auflieger geht das nicht„!
Mit einer Handbewegung machte er eine Kurbel nach. Ich nickte Ihm zu und lächelte.

Nun kam die Stunde des jungfräulichen Staplerfahrers. Über Funk verständigte er sich mit einem Gehilfen. Das verhinderte aber nicht, dass die Gabeln sich laut quitschend über die Ladekante quälten.

Kiste zu hoch

Letztlich war alles umsonst – nichts ging von der Seite. Man suchte eine Kranfirma und fand diese: In Halberstadt. Dort ging das Entladen wie am Anfang gedacht: Eine Seite des Aufliegers öffnen, Gurte lösen, Dach zurück schieben, der Kran kommt, hebt die erste Kiste herunter und schließlich die zweite.
Nach nicht mal einer halben Stunde war alles vorbei.

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So, fertsch geladen und zwar…

…zehn Paletten mit Hot Rolled Strip In Coils. Zumindest steht es so auf den Lieferscheinen. Für mich ist das lumpiger Bandstahl, sonst nix.
Na ja, gesichert ist das Zeug – nun kann es losgehen Richtung Italien…

Ladung

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