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Und die nächsten vier Stunden

Montagmittag, kurz vor zwei, vierter Kunde.

„Hallo, ich will laden für Italien.“
„Hallo, Ladenummer und Kennzeichen?“

„Moment…

…Ladenummer lautet 987123. Das Kennzeichen ist WAR TE 963.“
„Du hast ein Zeitfenster für 19.00 Uhr. Kannst Dich aber eine Stunde früher melden.“

Und ja. Die Warterei nervt.

10 comment

  1. Dominik
    Dominik 09/05/2017

    Hi Mike,
    was mich an der Sache stutzig macht sind die erheblichen Potentiale die man heben könnte wenn alle Parteien in der Logistik (Spediteur, Dispo, Fahrer und Kunde) ihre Informationen zentral zur Verfügung stellen/koordinieren würden. Warum erfährst du von Ladeterminen erst vor Ort? Warum erhält der Kunde keine automatische Info das du noch x-Minuten bis zur Ankunft hast. Warum kann die Dispo diese Infos nicht verwenden um dich optimierter einzusetzen statt rumstehen zu lassen. Man liest immer von gläsernen Fahrern mit GPS-Trackern und allem drum und dran…mir scheint in der Logistik kann man noch einiges tun um die Kapazitäten sinnvoll einzusetzen.

    Ist das ein spezifisches Problem in deiner Branche? Ich kann mir nicht vorstellen dass das bspw. in der Automobilindustrie mit Just-in-time so funktioniert?

    • maik
      maik 14/05/2017

      Hallo Dominik,

      ein beliebter Spruch unter Fahrern lautet: „Logistik kommt nicht von Logik!“ Der klingt vielleicht lustig, aber nicht so verkehrt.

      Sicher gibt es erhebliche Potenziale. Nur bin ich mir nicht sicher, ob diese überhaupt ausgeschöpft werden sollen. Aber da kenne ich mich nicht so aus.

      Warum erfährst du von Ladeterminen erst vor Ort?

      Weil es bei uns oftmals keine festen Termine gibt. Ich werde angemeldet, die jeweilige Firma weiß bescheid, dass ich komme. Allerdings nicht den genauen Zeitpunkt. In der Regel passt das.

  2. Hajo
    Hajo 09/05/2017

    Du hast sicherlich in eingen Punkten Recht, allerdings gbt es Unwägbarkeiten wie den Strassenverkehr und letztendlich auch im Bereich der Fertigung/Produktion, insbesondere im Zeitalter des „just-in-time“.
    Und in gewissen Maßen gilt der Spruch „Planen heisst, den Zufall durch den Irtum zu ersetzen“ 😀

  3. Lumpi
    Lumpi 09/05/2017

    Ich habe sowohl in der Lebensmittelbranche mit Tiefkühlkost als auch bei der Belieferung von Elektroherstellern die Erfahrung gemacht das man Häufig trotz Termin lange warten muss. Am besten war es beim Beliefern von Baustellen. Die warten meist auf die Ware und sind froh das man endlich da ist. Auch wenn man vorm Termin d ankommt…Außer der Fliesenkeger ist noch nicht fertig…

  4. Ole Anderson
    Ole Anderson 11/05/2017

    Ist das dann für dich Pause oder Arbeitszeit?

    • maik
      maik 11/05/2017

      Kommt darauf an. Im Fall mit dem Zeitfenster ist es Pause. Ich weiß ja, wie lang ich warten muss. Also bis 19.00 Uhr. Bis dahin kann ich selbst bestimmen, was ich schönes mache. Auch wenn ich nur dumm rum stehe.

      Muss ich jedoch warten, ohne zu wissen, wie lange, ist es für mich Bereitschaftszeit. Also Arbeitszeit. Denn dann kann ich ja über meine Zeit nicht frei bestimmen. Ich stehe quasi rum auf Abruf.

      Heißt, habe ich z.B. an einen Tag fünf Kunden und bei jeden stehe ich zwei Stunden, ohne zu wissen, wann ich be- oder entladen werde, bleiben nur noch fünf Fahrstunden.

      • Ole Anderson
        Ole Anderson 12/05/2017

        Mein Gott, das ist ja schrecklich.

        Und nach 10 Stunden Warterei würdest du dann auch noch 5 Stunden fahren???

        Verlangt das dein Chef? Wieso hast du nicht nach 8-9 Stunden Feierabend so wie jeder andere Berufstätige auch?

        Das ist ja echt kein Wunder, warum keiner den Job machen will.

  5. maik
    maik 13/05/2017

    Nein, nicht schrecklich. Also bitte nicht überbewerten.

    Wenn ich wie in Deinem Beispiel zehn Stunden Standzeit habe und das vorher weiß, dann ist das eine ganz normale Pause. Danach beginnt ein normaler Arbeitstag. Also nach der Standzeit von zehn Stunden darf ich wieder neun b.z.w. zehn Stunden fahren. Ganz legal.

    Wichtig ist, dass Arbeitszeit nicht gleich Lenkzeit ist. Denn die Lenkzeit ist nur ein Teil von dieser. Zur Arbeitszeit zählen auch Be- und Entladetätigkeiten, Reinigungsarbeiten u.s.w. Das klingt hier einfach, ist es aber nicht immer.

    Mein Chef verlangt, dass ich meine Arbeit mache. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und das – ganz wichtig – im gesetzlich erlaubten Rahmen. Illegales wird nicht toleriert. Sonst würde ich nicht seit über zwanzig Jahren für Ihn arbeiten.

  6. highwayfloh
    highwayfloh 20/05/2017

    @maik: wenn dan schon bitte genau sein, „Bereitschaftszeit“ ist nach Gesetzt NICHT „Arbeitszeit“! Der Hintergrund dafür ist, dass in der Praxis damit die höchstzulässige „Einsatzzeit“ (in der Praxis oftmals „Schichtzeit“ genannt, welcher aber im Gesetz NICHT existiert) umgangen wird und umgangen werden soll! Was Du da machst, konterkarriert genau die Vorschriften, welche uns Fahrer schützen sollen!

    Wenn Du den ganzen Tag schon gefahren bist, stellst dann auf „Bereitschaft“ schiesst Du Dir selbst ins Knie, denn nach der Zeit bist Du genauso Müde wie vorher bzw. hast noch mehr Streß, denn wenn unerwartet du „früher“ zum Laden aufgerufen wirst, was ist dann? Und dann musste wieder los und den Termin einhalten! Kann mich ob Deiner laxen Einstellung nur noch wundern!

    Solange NICHT definitv fest steht, selbst beim Kunden, dass die bestätigen, dass man dann „Pause“ macht, ist es ARBEITSZEIT, denn „Pause“ ist „Ich bin NICHT DA, egal für wen!“ Auch nicht für nen „Piepser“ etc. In der Pause, ist Telefon und alles aus, egal was sich Dispo etc. einbilden!

  7. maik
    maik 21/05/2017

    Steht doch da:

    Muss ich jedoch warten, ohne zu wissen, wie lange, ist es für mich Bereitschaftszeit. Also Arbeitszeit. Denn dann kann ich ja über meine Zeit nicht frei bestimmen. Ich stehe quasi rum auf Abruf.

    Was ist daran lax?

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