Kommentare geschlossenWie zum Teufel kann ein Mensch es genießen, um 6:30 Uhr morgens von einem Wecker geweckt zu werden, aus dem Bett zu springen, sich anzuziehen, sich zum Essen zu zwingen, zu kacken, zu pissen, Zähne zu putzen und im Verkehr zu kämpfen, um an einen Ort zu gelangen, wo man im Wesentlichen viel Geld für jemand anderen verdient und gebeten wird, dankbar dafür zu sein?
Charles Bukowski (1920 – 1994), deutschamerikanischer Dichter und Schriftsteller
TruckOnline.de Posts
Vor zwei Wochen online zwei T-Shirts bestellt, letzte Woche wurden die geliefert. Das erste was mir auffiel, war die Adresse des Herstellers.
Die ist der absolute Endgegner bei „Gib mal die Adresse im Navi ein“.:

Wir Lkw-Fahrer sollen mehr und länger arbeiten dürfen. Also länger wie zehn Stunden pro Tag. Fordert das Thüringer Verkehrsgewerbe. Weil die Branche habe strukturelle Nachteile insbesondere gegenüber der Konkurrenz aus Osteuropa.
Sagte Martin Kammer, Hauptgeschäftsführer des Landesverbandes Thüringen des Verkehrsgewerbes (LTV), der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt.
Deshalb brauche es eine Angleichung der gesetzlichen Regelungen mit dem EU-Ausland. Denn durch Be- und Entladezeiten, Wartezeiten an Grenzen oder langwierige Parkplatzsuchen für Ruhepausen sei die Höchstgrenze für Unternehmen in der Praxis schwer einzuhalten.
Und außerdem. Diese derzeitigen bis zu zehn Stunden Arbeitszeit pro Tag wären eh nur Makulatur. Denn eigentlich werden schon heute die Arbeitsabschnitte im Transportgewerbe regelmäßig überschritten.
Denn, laut Aussage von Kammer, werden mittlerweile rund 80 Prozent der durch Behörden geahndeten Verstöße wegen Überschreitens der Höchstarbeitszeit geahndet.

Bei größeren Unternehmen kämen so je Quartal mehrere Hundert Bußgeldverfahren und entsprechend hohe Geldsummen zusammen.
Deshalb brauche es eine Ausnahme für die Branche, um die maximal erlaubte Tagesarbeitszeit im Bedarfsfall überschreiten zu dürfen.
Klingt, als arbeiten meine Kollegen und ich bald länger für den gleichen oder gar weniger Lohn.
Und das, wo Arbeitszeitmodelle in meiner Branche bereits heute als überflexibel bezeichnen werden können.
Dieser Vorschlag wird kein Gewinn für uns Fahrer sein. Auch wenn es durchaus mal Umstände gibt, wo flexible Arbeitszeiten von Vorteil sein könnten. Problem ist nur, ich kann mir keine Regelung vorstellen, bei der Beschäftigte von ihren Arbeitgebern dazu nicht gezwungen werden könnten.
Zumal, Transportverbände und Unternehmer wissen heute nicht mehr, wie unbesetzte Stellen zu kompensieren sind. Denn viele Fahrer kündigen und schmeißen den Job hin, fangen in anderen Branchen an.
Neue Fachkräfte sind nicht in Sicht, oder wenn, dann oft niedrigstes Niveau.
Statt also über neue, flexible Arbeitsmodelle nachzudenken, werden höhere Arbeitszeiten gefordert.
Nee, damit kann keine Sparte auf Dauer existieren. Ich kann jeden verstehen, der von diesem Job weg will. Es wird ja nicht besser.
Wenn sich diese geforderte Mehrarbeit wenigstens lohnen würde. Aber die weitaus meisten Fahrer bekommen ein Festgehalt.
Und ich behaupte jetzt mal frech verwegen, diese dann geleisteten Überstunden werden nicht vergütet.
Denn dem Sektor Transport geht es ja so schlecht.
Das Arbeitszeitgesetz gibt eine Obergrenze an. Die liegt doch wirklich hoch genug.
Wenn nun ausgerechnet ein Transportverband daran rütteln will, zeigt das auch, wie viel Sympathie und Interesse gewisse Unternehmer an uns Fahrern haben.
Ich habe keine Ahnung, wie es anderen Kollegen geht. Aber ich habe nach einem 10-Stunden-Tag nicht das Gefühl, „zu wenig“ gearbeitet zu haben.
Ich kann, soll und will arbeiten. Nur ab einem bestimmten Punkt ist eine reine Verlängerung der Arbeitszeit einfach nur kontraproduktiv.
Von der Frage, ab wann es gesundheitsschädlich wird, für mich und auch für andere, mal ganz abgesehen. Den neun- oder zehn-Stunden-Tag halte ich für einen ausgewogenen Kompromiss zwischen Interessen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber.
Wer das wirklich ändern will, muss es gut begründen. Das Fahrer die für osteuropäische Speditionen fahren, eventuell länger arbeiten dürfen, ist aber keine gute Rechtfertigung.
Also will man Gesetze und Verordnungen nun so um basteln, dass diese zur angeblichen Realität passen? Denn diese geforderte Mehrarbeit wird nicht verhindern, strukturelle Probleme zu übertünchen.
Fakt ist, werden sich Kammer und sein Verband damit durchsetzen, uns Fahrern wird es niemand danken. Kein Kunde, kein Vorgesetzter.
Wenn diese Stunden dann noch unbezahlt sind, ist man auf einem weiteren Weg, der Depp vom Dienst zu sein.
Also weiter Dienst nach Vorschrift. Heißt nur die Stunden arbeiten, die auch bezahlt werden. Um den Rest der erledigt werden muss, dürfen sich gerne die Leute kümmern, die eben dafür entlohnt und honoriert werden.
Denn das zu planen ist nicht des Fahrers Aufgabe und Verantwortung.
Ich frage mich ernsthaft, wann diese Erkenntnis auch die letzten Drecksklitschen erreicht oder ob man wirklich erst warten muss, bis die letzten Boomer – ja, auch ich – unter der Erde liegen.
Denn das bissel Nachwuchs was nachkommt, lässt sich nicht so schröpfen.
Nach Angaben der US-Bundesbehörden werden in den USA keine Arbeitsvisa mehr für gewerbliche Lkw-Fahrer ausgestellt. Grund dafür ist die landesweite Untersuchung eines tödlichen Unfalls in Florida, an dem ein Lkw-Fahrer ohne US-Staatsbürgerschaft beteiligt war.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Weitere InformationenAm 21. August 2025 kündigte der Außenminister der Trump-Administration, Marco Rubio, sofortige Maßnahmen bezüglich Arbeitsvisa für Fahrer von Nutzfahrzeugen an:
Mit sofortiger Wirkung setzen wir die Ausstellung von Arbeitsvisa für gewerbliche Lkw-Fahrer aus. Die steigende Zahl ausländischer Fahrer, die große Sattelschlepper auf US-Straßen fahren, gefährdet das Leben amerikanischer Menschen und untergräbt deren Lebensgrundlage.
Rubio machte keine Angaben dazu, wie lange die Aussetzung der Erteilung neuer Arbeitsvisa dauern könnte.
Das US-Heimatschutzministerium hat außerdem zugesagt, Maßnahmen zu ergreifen, um Fahrern ohne US-Staatsbürgerschaft den Erwerb eines gewerblichen Führerscheins zu untersagen.
Der Schritt, die Visaerteilung für Lkw-Fahrer einzustellen, erfolgte vor dem Hintergrund der Aufregung über einen Unfall am 12. August auf dem Florida Turnpike.
Ein Fahrer aus Indien hatte angeblich ein illegales Wendemanöver vollzogen, bei der es zu einem Zusammenstoß kam. Dabei starben drei Menschen. Ihm wurde dreifache fahrlässige Tötung vorgeworfen.
Seit dem Unfall untersuchen das US-Verkehrsministerium (USDOT) und die Federal Motor Carrier Safety Administration (FMCSA), wie der Inder einen Führerschein ohne gültige Staatsbürgerschaft erhalten konnte.
Die Behörden machen den Bundesstaat Washington und New Mexico dafür verantwortlich, die FMCSA-Regeln im Fall Singh nicht eingehalten zu haben.
Das US-Verkehrsministerium berichtete, dass der Fahrer einen nach dem Unfall durchgeführten Englisch-Sprachtest der FMCSA nicht bestanden habe.
Der Trucker wurde wenige Tage nach dem Unfall in Kalifornien festgenommen. Die Behörden in Florida haben ihn inzwischen in Gewahrsam genommen.
Kommentare geschlossenKreisverkehr in Cinisello Balsamo (Metropolitanstadt Mailand). Aufgenommen am 22. Juli 2025.

Der nächste, nicht übervolle, Müllbehälter stand eigentlich nur zwanzig, dreißig Meter entfernt:

Deshalb, keine Ahnung wieso Leute ihren Abfall trotzdem auf oder neben der vollen Drecktonne hinterlassen. Ja, und auch wenn es hier nicht ganz so übel aussieht und es sicher schlimmere Hinterlassenschaften gibt.
Trotzdem. Personen die einen Platz so hinterlassen, sind, finde ich, ignorante asoziale Arschlöcher jeglicher Prägung und jeder Herkunft. Und ich denke, auch davon wird das Miteinander zwischen uns allen nicht besser.
Kommentare geschlossenVon Udo Skoppeck
Im Laden: Wir Kunden scannen und packen unsere Einkäufe selbst. Wir übernehmen den Job, den früher Kassiererinnen und Kassierer gemacht haben. Kostenlos, ohne Mitarbeiterrabatt, ohne Bezahlung.
Und am Ende wird sogar noch der Kassenbon kontrolliert, als müssten wir beweisen, dass wir unsere Arbeit „richtig“ erledigt haben.
Im Zentrallager: Wir Lkw-Fahrer entladen die Ware, wuchten Paletten auf das Förderband, entfernen Folien, kleben Etiketten. Und das alles, obwohl wir gar nicht für die Handelsketten arbeiten.
Eigentlich sind wir dafür da, Ware zu transportieren, nicht um Lagerarbeit zu übernehmen.
Der Unterschied zwischen beiden?
Es gibt keinen.
In beiden Fällen spart der Handel Personal und überträgt seine Arbeit an Leute, die eigentlich etwas anderes zu tun hätten.
Früher gab es Kassiererinnen im Laden und Lagerarbeiter im Zentrallager. Heute machen das Kunden und Fahrer „gratis“.

Die Gewinne der Ketten steigen, während bezahlte Arbeitsplätze verschwinden. Und die Ausrede vom „Personalmangel“ ist nur ein Vorwand.
Der wahre Grund ist Profitmaximierung. Wenn wir uns weigern, heißt es: „So läuft das halt jetzt.“
Nein, so läuft es nur, weil wir es mit uns machen lassen. Unsere Zeit, unsere Arbeit und unsere Leistung sind etwas wert.
Wer Arbeit haben will, muss sie auch bezahlen. Egal ob an der Kasse oder am Rolltor.
Mein Appell?
Kunden: Geht wieder an die normale Kasse und sprecht mit den Mitarbeitern. Sie sind wichtig.
Fahrer: Macht euch bewusst, dass jede übernommene Zusatzarbeit nicht selbstverständlich ist.
Alle: Lasst euch nicht erzählen, das sei „der Lauf der Zeit“. Nein. Es ist eine bewusste Entscheidung der Unternehmen.
14 KommentareThe Smashing Pumpkins – Tonight, Tonight
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Weitere InformationenYouTube-Originallink >>>
Kommentare geschlossen