Wer gerade wie ich seit Stunden auf der A3 im Spessart steht. Am Winterdienst liegt es nicht. Denn der würde gerne räumen.

Wer gerade wie ich seit Stunden auf der A3 im Spessart steht. Am Winterdienst liegt es nicht. Denn der würde gerne räumen.

Ein Unfall im Fuhrpark ist für jeden Spediteur ein operativer Schock. Während die Werkstatt den Kostenvoranschlag erstellt, tickt die Uhr. Doch Vorsicht: Wer aus Gewohnheit sofort den Reparaturauftrag unterschreibt, handelt oft unwirtschaftlich.
Kommentare geschlossenHeute Vormittag wollte ich duschen, nicht an einer Autobahnraststätte, sondern an einer normalen Tankstelle, aber auch gleich an der Autobahn gelegen.
Vor mir war noch ein anderer Koleka in der Dusche. Ich wartete also. Vielleicht zehn, fünfzehn Minuten.
Der kam dann irgendwann raus, gibt die Schlüssel ab. Ich tausche die anschließend mit dem Tankstellenmann, also meinen Zündschlüssel gegen seinen Duschraumschlüssel.
Dann gehe ich nach hinten in den Sanitairbereich, lass die Tür noch kurz auf, damit der Dunst raus ziehen kann. Nebenbei hänge ich meine Tasche an einen der Haken und räume das was ich gleich brauche, schon raus.
Dann kommt eine Frau, keine Ahnung, wie alt die war. Vielleicht Anfang, Mitte sechzig, schätze ich mal.
Die schaut mich an, guckt in den Duschraum, schaut mich wieder an. Dann kommt die rein und schiebt mich raus.
Ich sage „Hallo!? Hallo, was treiben Sie hier?“ Ja, sie müsste auf Toilette und sie würde nicht auf Toilette gehen, wenn ich da drin bin.
Ich antworte, „Aber doch nicht hier. Das ist eine Dusche, dafür habe ich bezahlt. Das Frauenklo ist hier daneben, da müssen sie rein. Und jetzt raus hier, Sie komische Dullitante.“
Dann guckt sie mich noch mal an und geht. Ohne ein weiteres Wort.
Ganz ehrlich? Die Leute werden irgendwie immer wunderlicher. Was ist nur passiert? Warum sind Menschen so? Haben wir irgendwo eine Abzweigung genommen Richtung „Absurdistan – nächste Ausfahrt rechts“? Unglaublich.
Ich war ehrlich ein wenig irritiert. Es geht mir nicht nur um die Situation an sich, sondern um das Selbstverständnis, mit dem manche Menschen in fremde Räume und Abläufe eingreifen, ohne nachzufragen oder Rücksicht zu nehmen.
Solche Begegnungen hinterlassen schon ein bissel ein ungutes Gefühl und die Frage, warum respektvolle Kommunikation für manche offenbar nicht mehr selbstverständlich ist.

Wenn ich an einer Tankstelle vorbei fahre, schaue ich oft auf die Preise. Vielleicht so was wie eine Berufskrankheit, ich weiß es nicht.
Letzte Woche ist mir dabei zum ersten Mal aufgefallen, dass die Spritpreise in Deutschland höher sind als in Italien.

Das habe ich in den zwanzig Jahren, die ich mittlerweile fast jede Woche darunter fahre, nie gesehen. Im Gegenteil, es gab Zeiten, da lag der Unterschied bei über zwanzig Cent der Liter.
Für mich war immer klar: Italien = teurer, Deutschland = etwas entspannter. Und jetzt plötzlich genau andersrum. Komische Realität.
Warum das so ist? Keine Ahnung. Steuern, Politik, Schicksal, kreative Preisgestaltung?
Am Ende ist es mir auch egal. Fakt ist: Deutschland hat es vollbracht, Italien bei den Spritpreisen zu überholen. Respekt. Das muss man auch erst mal schaffen.
Schreibe den ersten KommentarEs ist mal wieder der fünfte eines Monats. Und an diesem fragt „Gut gebrüllt“, wie denn von anderer Leute Blogger der Tag so war. Das nennt sich dann „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag„.? Oder eben in Kurzform „WmDedgT„.
Hier ist, zum fünfzehnten Mal – joa mei, wie die Zeit vergeht – meine Ausgabe:
02.50 Uhr, die Weckfunktion vom Handy weckt mich. Lust hab ich nicht, aber hilft ja nix. Steh am Irschenberg, mein erster Kunde ist bei Wetzlar. Bis dahin brauch ich noch sieben Stunden. Länger schlafen ist also nicht.
Außerdem ist es kalt in der Hütte. Die Standheizung ist aus. Der Tag beginnt schon mal kacke.
02.56 Uhr, fertig angezogen. Tacho auf Arbeitszeit stellen, Motor anmachen. Die Anzeige für die Außentemperatur zeigt minus ein Grad an. Und es nieselt. Toll.
Ich piesel ins Gras, danach die übliche Kanisterwäsche und beim Zähne putzen die Runde um den Lkw. Plane ganz, in den Reifen ist noch Luft, Beleuchtung funktioniert, alle drei Tankdeckel zu, an der Sattelkupplung hat sich auch niemand vergangen. Abfahrtskontrolle im Schnelldurchgang.
Nur glatt scheint es nicht zu sein, trotz leichten Regen und Minustemperatur. Das ist doch schon mal was.
03.10 Uhr, Abfahrt. Die entspannendste Zeit um zu fahren. Wenigstens dafür lohnt das frühe Aufstehen.
Der Verkehrsservice um halb vier in der „ARD-Hitnacht“ erzählt was von einer Unwetterwarnung. Eisregen, Schneefall irgendwo in Deutschland. Ich bin bei München, hier ist alles gut. Selbst der leichte Regen hat aufgehört. Darauf den zweiten Kaffee.
06.38 Uhr, Zeit für ne erste Pause. Die mach ich auf dem Autohof bei Geiselwind. Ich geh duschen und hole mir zwei belegte Brötchen in der Metzgerei.
07.12 Uhr, weiter geht’s. Apropo Geiselwind und A3. Bis auf zwei kurze Baustellen bei Erlangen und Höchstadt ist die fertig ausgebaut. Freie Fahrt auf drei Spuren bis Aschaffenburg. Geil
8.10 Uhr, knapp viereinhalb Stunden Fahrzeit. Wird also Zeit für die zweite halbe Stunde Pause. Die mache ich auf einem Parkplatz bei Marktheidenfeld.
Lehne vom Sitz zurück, Augen zu.
11.00 Uhr, in einem Dorf bei Wetzlar ist mein erster Kunde. Zehn Paletten bekommt der. Ich melde mich an. Die Frau in der Annahme sagt völlig schuldbewusst, „Oh, Sie haben aber zwei andere Lkw vor sich. Das kann etwas dauern“. Aber die Dame kann ja nix dafür.
Sie telefoniert mit dem Staplerfahrer, der verspricht, mich noch vor der Mittagspause abzuladen. Läuft doch.
12.02 Uhr, hat geklappt. Jetzt zum zweiten Kunden nach Siegen.
Ich sag ja immer, wäre Siegen noch in Hessen, wäre Kassel nicht die hässlichste Stadt Hessens.
12.56 Uhr, für die Firma in Siegen habe ich zwei Kisten geladen. Beide nicht sehr groß, jede wiegt etwas 800 Kilo. Türen auf, Hubwagen drauf, Kisten abladen lassen. Nach zehn Minuten ist alles erledigt.
Danach noch ein kurzer Plausch mit dem Staplerfahrer und dann Abfahrt. Einen Kunden hab ich noch.
13.44 Uhr, ich bin beim letzten Kunden. Der ist in einem Ort auch im Siegerland. Oder Wittgensteiner Land. Keine Ahnung.
Man muss aber aufpassen, wie man die Leute da bezeichnet. Hab mal in Bad Berleburg jemanden als Siegerländer benannt. Der wollte mir fast an die Gurgel. Ganz gefährlich.
Aber wie auch immer. Dort lade ich meine letzten Paletten ab. Das gleiche Spiel. Türen auf, Hubwagen drauf, der Staplerfahrer nimmt die runter.
Danach noch das bissel Papierkram erledigen und fertsch. Auflieger ist leer, ich bin zufrieden.
Morgen habe ich eine Ladestelle, die ist bei Korbach. Dort kann ich auch übernachten. Meine Fahrzeit reicht sogar noch bis dahin. Die Nacht verbringe ich also da.
Danach geht’s nach Hause, Wochenende.
Heute auf der Brennerautobahn, es war wieder ein Krampf. Die Osteuropäer oder Asiaten, wo sie auch immer herkommen, bei vielen ist bei 75km/h Schluss. Achtzig fährt von denen mittlerweile kaum noch einer.
Bis vor einigen Jahren, wenn es auf der Autobahn, also der Brennerautobahn, kacke lief, bin ich raus auf nen Rasthof gefahren, hab da eine viertel Stunde Pause gemacht, dabei einen Kaffee getrunken und weiter gefahren.
Danach hatte ich meist erstmal freie Fahrt.
Heute wenn es scheiße läuft, fahr ich runter, mach ne viertel Stunde Pause, fahr danach wieder auf die Autobahn.
Aber zack, hänge ich in der nächsten Kolonne, die mit 70, 75 dahin gurkt. Jedes Mal.
Weil es einfach nur noch ein Pulk ist. Es gibt kaum ein Stück, auf dem mal kein Lkw fährt. Ich frage mich echt, was ist hier passiert? Wo kommen die Lkw alle her, wo wollen die hin?
Italien ist doch eigentlich das Ende. Zumindest von Nord nach Süd. Gut, ein paar fahren vielleicht weiter nach Griechenland, aber die kann man vernachlässigen.
Was hier über den Brenner fährt, unglaublich. Und es ist ja nicht so, dass keiner durch die Schweiz juckelt. Oder über die Tauern.
Grad Schweiz, da bin ich das letzte Mal vor sieben Wochen durch, da war auch nicht gerade wenig Schwerverkehr unterwegs.
Apropo raus fahren. Vorhin am Brenner eine kurze Pause gemacht. Dabei an einer Möhre geknabbert, nebenbei aufs Regenradar geschaut, wie das Wetter in Deutschland ist.
Sehe ich, oh, Hannover orange, noch immer Eisregen. Dann schaue ich etwas genauer, war es nur ein Stückchen Möhre, welches auf dem Display vom Handy lag.
Oh je…
Ich hab mir eben auf TikTok einige Videos von dem Schneechaos von letzter Nacht und heute Vormittag angeschaut. War ja teilweise schon heftig.
Bei mir lief es ziemlich gut. Die Autobahn war zwar ab Eisfeld, Coburg mit Schnee bedeckt, bis hier wo ich stehe. Der Parkplatz nennt sich Offenbau, zwischen Nürnberg und Ingolstadt.
Aber es lies sich gut fahren. Mit 60, 70 kam ich gut durch.

Vor Abfahrt hab ich die Liftachse vom Auflieger hoch gemacht, dass brachte auch noch einige Kilo mehr Druck auf die Antriebsachse. So bin ich gut durchgekommen.
Hab zwar für die Strecke, wo ich normal 3h50 oder so brauche, etwas mehr wie viereinhalb Stunden benötigt, aber das ist völlig okay.
Ich glaube, mit 4h34 war ich hier, aber wegen den vier Minuten sagt eh niemand was. Wichtig ist, die Karre ist heile geblieben.
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