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Kategorie: Unterwegs

Große Versprechen, leere Baustellen

Die Bundesregierung wollte 2025 groß in die Zukunft investieren. Klimaneutralität, Infrastruktur, Wachstum, alles auf Pump.
Die Rechtfertigung klang gut. Die Realität ist peinlich.

Denn laut einer Analyse des „ifo Institut“ sind rund 95 Prozent der neuen Schulden nicht in zusätzliche Projekte geflossen.
Stattdessen wurden Haushaltslöcher gestopft.

Anders gesagt: Milliarden auf Pump aufgenommen und die für fast nichts.

Denn die Zahlen sprechen Bände: 24,3 Milliarden Euro neue Schulden und die Investitionen kletterten nur um 1,3 Milliarden Euro.
Der Rest? 23 Milliarden Euro verschwinden in Luftblasen, Buchungstricks und bürokratischen Verstecken.

Denn der Clou liegt im Verschieben: Ausgaben aus dem regulären Haushalt wurden in das schuldenfinanzierte Sondervermögen verlagert.
Plötzlich wirkt es, als gäbe es neue Investitionen. In Wahrheit war es sprichwörtlich alter Wein in neuen Schläuchen.

Eine Baustelle in Mühlhausen in Thüringen..Zu sehen ist eine Baustellen Absperrung.

Die Forscherin am „ifo Zentrum für Makroökonomik und Befragungen“, Emilie Höslinger, bringt es auf den Punkt: Vieles von dem, was als „neu“ verkauft wird, war längst geplant. Die üblichen Ausreden, Bürokratie, Verzögerungen, Engpässe, sind wenig überzeugend. Wenn Projekte sich verzögern, hätte man auch die Schulden nicht in dieser Höhe aufnehmen dürfen.
Doch genau das passierte.

Max Lay, Fachreferent am „ifo Zentrum für Finanzwissenschaft“, mahnt, dass nur echte zusätzliche Ausgaben im Kernhaushalt von Investitionen sprechen. Alles andere ist Augenwischerei.

Fazit: Die Regierung verkauft Schulden als Zukunftsinvestitionen, nutzt sie aber für kurzfristige Haushaltskosmetik.

Die Milliarden fließen, die Wirkung bleibt aus und das Vertrauen der Bürger schrumpft. Wer so mit Geld umgeht, verspielt nicht nur die Zukunft, sondern auch jede Glaubwürdigkeit.

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Absurdistan? Nächste Ausfahrt rechts.

Heute Vormittag wollte ich duschen, nicht an einer Autobahnraststätte, sondern an einer normalen Tankstelle, aber auch gleich an der Autobahn gelegen.
Vor mir war noch ein anderer Koleka in der Dusche. Ich wartete also. Vielleicht zehn, fünfzehn Minuten.

Der kam dann irgendwann raus, gibt die Schlüssel ab. Ich tausche die anschließend mit dem Tankstellenmann, also meinen Zündschlüssel gegen seinen Duschraumschlüssel.
Dann gehe ich nach hinten in den Sanitairbereich, lass die Tür noch kurz auf, damit der Dunst raus ziehen kann. Nebenbei hänge ich meine Tasche an einen der Haken und räume das was ich gleich brauche, schon raus.

Dann kommt eine Frau, keine Ahnung, wie alt die war. Vielleicht Anfang, Mitte sechzig, schätze ich mal.
Die schaut mich an, guckt in den Duschraum, schaut mich wieder an. Dann kommt die rein und schiebt mich raus.

Ich sage „Hallo!? Hallo, was treiben Sie hier?“ Ja, sie müsste auf Toilette und sie würde nicht auf Toilette gehen, wenn ich da drin bin.
Ich antworte, „Aber doch nicht hier. Das ist eine Dusche, dafür habe ich bezahlt. Das Frauenklo ist hier daneben, da müssen sie rein. Und jetzt raus hier, Sie komische Dullitante.“

Dann guckt sie mich noch mal an und geht. Ohne ein weiteres Wort.

Ganz ehrlich? Die Leute werden irgendwie immer wunderlicher. Was ist nur passiert? Warum sind Menschen so? Haben wir irgendwo eine Abzweigung genommen Richtung „Absurdistan – nächste Ausfahrt rechts“? Unglaublich.

Ich war ehrlich ein wenig irritiert. Es geht mir nicht nur um die Situation an sich, sondern um das Selbstverständnis, mit dem manche Menschen in fremde Räume und Abläufe eingreifen, ohne nachzufragen oder Rücksicht zu nehmen.
Solche Begegnungen hinterlassen schon ein bissel ein ungutes Gefühl und die Frage, warum respektvolle Kommunikation für manche offenbar nicht mehr selbstverständlich ist.

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Tankstellen: Wenn Italien plötzlich günstiger ist als Deutschland

Wenn ich an einer Tankstelle vorbei fahre, schaue ich oft auf die Preise. Vielleicht so was wie eine Berufskrankheit, ich weiß es nicht.
Letzte Woche ist mir dabei zum ersten Mal aufgefallen, dass die Spritpreise in Deutschland höher sind als in Italien.

bild zeigt zwei preisanzeigen an tankstellen in deutschland und italien. der preis in italien ist mittlerweile günstiger als in deutschland.
Links Italien, rechts Deutschland. Tanken in Italien ist günstiger.

Das habe ich in den zwanzig Jahren, die ich mittlerweile fast jede Woche darunter fahre, nie gesehen. Im Gegenteil, es gab Zeiten, da lag der Unterschied bei über zwanzig Cent der Liter.

Für mich war immer klar: Italien = teurer, Deutschland = etwas entspannter. Und jetzt plötzlich genau andersrum. Komische Realität.
Warum das so ist? Keine Ahnung. Steuern, Politik, Schicksal, kreative Preisgestaltung?

Am Ende ist es mir auch egal. Fakt ist: Deutschland hat es vollbracht, Italien bei den Spritpreisen zu überholen. Respekt. Das muss man auch erst mal schaffen.

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WmDedgT 5.2.26

Es ist mal wieder der fünfte eines Monats. Und an diesem fragt „Gut gebrüllt“, wie denn von anderer Leute Blogger der Tag so war. Das nennt sich dann „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag„.? Oder eben in Kurzform „WmDedgT„.
Hier ist, zum fünfzehnten Mal – joa mei, wie die Zeit vergeht – meine Ausgabe:

02.50 Uhr, die Weckfunktion vom Handy weckt mich. Lust hab ich nicht, aber hilft ja nix. Steh am Irschenberg, mein erster Kunde ist bei Wetzlar. Bis dahin brauch ich noch sieben Stunden. Länger schlafen ist also nicht.
Außerdem ist es kalt in der Hütte. Die Standheizung ist aus. Der Tag beginnt schon mal kacke.

02.56 Uhr, fertig angezogen. Tacho auf Arbeitszeit stellen, Motor anmachen. Die Anzeige für die Außentemperatur zeigt minus ein Grad an. Und es nieselt. Toll.

Ich piesel ins Gras, danach die übliche Kanisterwäsche und beim Zähne putzen die Runde um den Lkw. Plane ganz, in den Reifen ist noch Luft, Beleuchtung funktioniert, alle drei Tankdeckel zu, an der Sattelkupplung hat sich auch niemand vergangen. Abfahrtskontrolle im Schnelldurchgang.
Nur glatt scheint es nicht zu sein, trotz leichten Regen und Minustemperatur. Das ist doch schon mal was.

03.10 Uhr, Abfahrt. Die entspannendste Zeit um zu fahren. Wenigstens dafür lohnt das frühe Aufstehen.
Der Verkehrsservice um halb vier in der „ARD-Hitnacht“ erzählt was von einer Unwetterwarnung. Eisregen, Schneefall irgendwo in Deutschland. Ich bin bei München, hier ist alles gut. Selbst der leichte Regen hat aufgehört. Darauf den zweiten Kaffee.

06.38 Uhr, Zeit für ne erste Pause. Die mach ich auf dem Autohof bei Geiselwind. Ich geh duschen und hole mir zwei belegte Brötchen in der Metzgerei.

07.12 Uhr, weiter geht’s. Apropo Geiselwind und A3. Bis auf zwei kurze Baustellen bei Erlangen und Höchstadt ist die fertig ausgebaut. Freie Fahrt auf drei Spuren bis Aschaffenburg. Geil

8.10 Uhr, knapp viereinhalb Stunden Fahrzeit. Wird also Zeit für die zweite halbe Stunde Pause. Die mache ich auf einem Parkplatz bei Marktheidenfeld.
Lehne vom Sitz zurück, Augen zu.

11.00 Uhr, in einem Dorf bei Wetzlar ist mein erster Kunde. Zehn Paletten bekommt der. Ich melde mich an. Die Frau in der Annahme sagt völlig schuldbewusst, „Oh, Sie haben aber zwei andere Lkw vor sich. Das kann etwas dauern“. Aber die Dame kann ja nix dafür.
Sie telefoniert mit dem Staplerfahrer, der verspricht, mich noch vor der Mittagspause abzuladen. Läuft doch.

12.02 Uhr, hat geklappt. Jetzt zum zweiten Kunden nach Siegen.
Ich sag ja immer, wäre Siegen noch in Hessen, wäre Kassel nicht die hässlichste Stadt Hessens.

12.56 Uhr, für die Firma in Siegen habe ich zwei Kisten geladen. Beide nicht sehr groß, jede wiegt etwas 800 Kilo. Türen auf, Hubwagen drauf, Kisten abladen lassen. Nach zehn Minuten ist alles erledigt.
Danach noch ein kurzer Plausch mit dem Staplerfahrer und dann Abfahrt. Einen Kunden hab ich noch.

13.44 Uhr, ich bin beim letzten Kunden. Der ist in einem Ort auch im Siegerland. Oder Wittgensteiner Land. Keine Ahnung.
Man muss aber aufpassen, wie man die Leute da bezeichnet. Hab mal in Bad Berleburg jemanden als Siegerländer benannt. Der wollte mir fast an die Gurgel. Ganz gefährlich.

Aber wie auch immer. Dort lade ich meine letzten Paletten ab. Das gleiche Spiel. Türen auf, Hubwagen drauf, der Staplerfahrer nimmt die runter.
Danach noch das bissel Papierkram erledigen und fertsch. Auflieger ist leer, ich bin zufrieden.

Morgen habe ich eine Ladestelle, die ist bei Korbach. Dort kann ich auch übernachten. Meine Fahrzeit reicht sogar noch bis dahin. Die Nacht verbringe ich also da.
Danach geht’s nach Hause, Wochenende.

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