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Brenner-Stau. Die Rechnung zahlen wieder wir Lkw-Fahrer

Gestern Lkw-Stau von Trento bis zum Brenner. Kann man hier lesen. Und hier. Also wie immer nach Feiertagen in Österreich mit einem Fahrverbot.
Dieses stundenlange Stehen hab ich auch schon einige Mal hinter mir. Aber nicht auf so einer lange Strecke. Das ist nur noch krank.

Denn seit Jahren wird der Güterverkehr am Brenner durch Fahrverbote, Nachtfahrverbote, Blockabfertigungen und andere Einschränkungen immer stärker in quasi enge Zeitfenster gedrängt.

Und wenn dann nach einem Feiertag tausende Lkw gleichzeitig wieder losfahren, tut man überrascht, dass es Stau gibt.
Das ist ungefähr so, als würde man einen Fluss immer weiter einengen und sich anschließend wundern, dass das Wasser über die Ufer tritt.

Vielleicht sollte wirklich einmal über das Nachtfahrverbot in Tirol diskutiert werden. Denn tagsüber stehen die Lastwagen Stoßstange an Stoßstange auf der Autobahn, nachts wäre auf vielen Abschnitten eine Menge Platz vorhanden.
Aber gefahren werden darf dann nicht. Also stehen die Fahrzeuge tagsüber im Stau und alle beklagen das Verkehrsproblem.

Denn wenn ein Feiertag ausreicht, um den Verkehr auf einer der wichtigsten Nord-Süd-Achsen Europas derart aus dem Takt zu bringen, dann sollte man vielleicht über die Ursachen sprechen und nicht nur über die Symptome.

lkw-stau stau auf der brennerautobahn. ein tagtägliches ärgernis.

Seit Jahren wird über Blockabfertigungen, Fahrverbote und Verkehrsbeschränkungen geredet. Gleichzeitig fehlen aber Lösungen, die den Verkehr tatsächlich flüssiger machen würden.

Man könnte beispielsweise darüber nachdenken, ob bestimmte Feiertagsregelungen im Güterverkehr noch zeitgemäß sind.
Wenn tausende Lkw einen Tag lang stehen müssen und sich anschließend die gesamte Transportmenge auf die folgenden Stunden konzentriert, sind Staus praktisch vorprogrammiert.

Genauso stellt sich die Frage nach dem Nachtfahrverbot in Tirol. Natürlich müssen die Interessen der Anwohner berücksichtigt werden.
Doch wenn Lastwagen nachts nicht fahren dürfen, tagsüber durch Blockabfertigung, Baustellen und Pendlerverkehr ausgebremst werden und zusätzlich an Feiertagen stillstehen müssen, dann darf man sich über kilometerlange Staus am nächsten Tag nicht wundern.

Der Verkehr verschwindet ja nicht einfach. Nee, der wird auf wenige Stunden konzentriert.

Die Folgen tragen am Ende vor allem wir Fahrer. Wir sitzen stundenlang im Stau, verlieren wertvolle Lebens- und Arbeitszeit, geraten unter Termindruck und müssen später oft um jeden freien Parkplatz kämpfen.
Gleichzeitig werden wir in der öffentlichen Debatte häufig nur als Teil des Problems wahrgenommen, obwohl wir lediglich unseren Job machen.

Der gestrige Stautag zeigt einmal mehr, dass die Verkehrspolitik entlang des Brennerkorridors so dermaßen kaputt ist.
Wer aber immer neue Einschränkungen beschließt, ohne ausreichend Alternativen zu schaffen, produziert zwangsläufig neue und immer längere Staus.

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WmDedgt 5.6.26

Es ist wieder so weit, der fünfte eines Monats. Und wie immer fragt „Gut gebrüllt“, wie denn der Tag anderer Leute Blogger so verlaufen ist.
Das Ganze läuft unter dem konstruktiven Motto „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ Oder kurz: WmDedgT.

Hier also meine inzwischen achtzehnte Ausgabe. Joa mei, wie die Zeit vergeht.

02.15 Uhr, die Weckfunktion vom Handy nervt. Ich muss aufstehen, hab noch zweieinhalb, drei Stunden bis zu meiner Abladestelle im Siegerland.

02.19 Uhr, Morgenwäsche am Wasserkanister. Während ich Zähne putze, dreh ich eine Runde um den Lkw.
Plane ganz, in den Reifen ist noch Luft, Beleuchtung funktioniert, alle drei Tankdeckel zu, an der Sattelkupplung hat sich auch niemand vergangen. Abfahrtskontrolle im Schnelldurchgang.

02.26 Uhr, Abfahrt. Bis zur Autobahn brauche ich gute zwanzig Minuten. Außer mir ist niemand unterwegs. Na ja, ist noch arg früh, und in NRW ist Brückentag.

05.30 Uhr, ich bin bei meinem ersten Kunden. Das Tor zur Firma ist offen. Gut, kann ich mich schon vor die Rampe stellen. Ich dachte, die im Lager fangen um halb sieben an. Aber nix da, erst um sieben. Dafür hab ich jetzt Zeit um abzugurten und ne Stunde zu dösen.

07.08 Uhr, es klopft an der Tür. Ein Lagermensch will wissen, was ich bringe. Ich gebe dem die Papiere. Kurz darauf merke ich, wie die Rampe aufgelegt wird. Dann passiert erstmal nichts mehr.

08.10 Uhr, der Lagermensch klopft wieder an die Tür und bringt mir die unterschriebenen Papiere. Was ein Service. Und ich habe ausgedöst.

08.28 Uhr, an meiner ersten Ladestelle angekommen. Hier gibt es ein Gestell für irgendwo bei Monza. Das laden geht fix. So fix, dass sogar noch Zeit für ein Gespräch mit dem Staplerfahrer bleibt. Und das an einem Freitag, wo ich eigentlich nach Hause will.

08.47 Uhr, kurzer Abstecher in die Firma für die ich fahre. Papiere abgeben, kurzer Plausch mit dem Disponenten, der mich diese Woche verplant hat.

09.36 Uhr, zweite Ladestelle. Hier wird der Auflieger voll. Ich bekomme Rohre, für Brescia und Mailand. Ein Rumäne wird gerade beladen. Passt, so hab ich Zeit die Plane zu öffnen und alles für die Ladungssicherung fertig zu machen. Und das ganze ohne Hektik.

11.08 Uhr, Auflieger ist voll, Ladung ist gesichert. Ab nach Hause.

14.27 Uhr, Fertsch und Wochenende. Noch einige Sachen zusammen suchen und dann zweihundert Meter nach Hause.

Der Rest des Tages? Noch ein bissel einkaufen, auch für nächste Woche, und den Beitrag hier fix schreiben. Und dann nichts mehr. Bin ein wenig platt.

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