Der Lkw-Hersteller Kenworth kündigte Pläne an, mehrere Modelle im nächsten Jahr aus dem Programm zu nehmen.
Am 19. März gab Kenworth seine Entscheidung bekannt, die Produktion älterer Lkw der Klasse 8 mit 1,9-Meter-Kabine im Jahr 2026 einzustellen. Dazu gehören Kenworths W900 (Modelle W900L und W900B), T800W (mit breiter Haube) und C500.…
Eines der bekanntesten Startups für elektrische Nutzfahrzeuge hat Insolvenz angemeldet. Am 19. Februar gab die Nikola Corporation mit Hauptsitz in Phoenix, Arizona, bekannt , dass das Unternehmen beim US-Konkursgericht für den Bezirk Delaware Insolvenz nach dem US-amerikanischen Verfahren Chapter 11 angemeldet hat.
Das Unternehmen erklärte, man habe nach alternativen Lösungen gesucht, um die finanzielle Zahlungsfähigkeit des Unternehmens aufrechtzuerhalten. Doch die Unternehmensleitung sowie die Finanz- und Rechtsberater seien zu dem Schluss gekommen, dass der beste Weg nach vorn darin bestünde, Insolvenz anzumelden und den Betrieb geordnet abzuwickeln.
„Dank des Einsatzes unserer Mitarbeiter und der Unterstützung unserer Partner hat Nikola bedeutende Schritte unternommen, um den emissionsfreien Transport voranzutreiben, darunter die Markteinführung der ersten kommerziell erhältlichen Elektro-Lkw der Klasse 8 mit Wasserstoff-Brennstoffzellen in Nordamerika und die Entwicklung der Wasserstoff-Tankstelle HYLA, die Nordkalifornien mit Südkalifornien verbindet“, sagte Steve Girsky, Präsident und CEO von Nikola. „Unsere Kunden haben mit unseren FCEV- und BEV-Lkw-Plattformen rund 3,3 Millionen Flottenmeilen zurückgelegt, und unser HYLA-Tankstellennetz hat weit über 330 Tonnen Wasserstoff abgegeben. Wie andere Unternehmen in der Elektrofahrzeugbranche waren wir mit verschiedenen Markt- und makroökonomischen Faktoren konfrontiert, die unsere Betriebsfähigkeit beeinträchtigt haben. In den letzten Monaten haben wir zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um Kapital zu beschaffen, unsere Verbindlichkeiten zu reduzieren, unsere Bilanz zu bereinigen und Barmittel zu erhalten, um unseren Betrieb aufrechtzuerhalten. Leider haben unsere allerbesten Bemühungen nicht ausgereicht, um diese erheblichen Herausforderungen zu bewältigen, und der Vorstand hat entschieden, dass Kapitel 11 unter den gegebenen Umständen den bestmöglichen Weg für das Unternehmen und seine Stakeholder darstellt.“
Nikola kündigte außerdem Pläne an, eine Versteigerung und einen Verkauf der Vermögenswerte des Unternehmens durchzuführen.
Das 2015 gegründete Unternehmen Nikola geriet 2021 wegen eines Werbevideos für den Sattelschlepper-Prototyp Nikola One ins Visier der US-Börsenaufsicht SEC.
Die Bundesbehörden warfen dem Unternehmen vor, Investoren in die Irre geführt zu haben. Zur Bewerbung des Nikola One-Prototyps für den Sattelschlepper wurde ein gestelltes Video verwendet. Darin wurde fälschlicherweise behauptet, der Elektro-Lkw sei voll funktionsfähig und fahre aus eigener Kraft. In Wirklichkeit wurde der Lkw dabei gefilmt, wie er einen Hügel hinunterrollte.
Firmengründer Trevor Milton trat 2020 bei Nikola zurück. Milton wurde im Oktober 2022 des Wertpapierbetrugs und des Überweisungsbetrugs in zwei Fällen für schuldig befunden. Im Jahr 2023 wurde er zu vier Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 1 Million Dollar verurteilt.
1. Historische Parallelen: Jahrzehnte des Missbrauchs
Bereits in den 1980er Jahren kam es in Deutschland zu wilden Streiks, beispielsweise von Fahrern der Firma Stadler in Hengersberg, die auf dem Autohof Feuerecker protestierten.
Die Missstände waren schon damals ähnlich: Unbezahlte Löhne, miserable Arbeitsbedingungen und ein völlig aus dem Ruder gelaufener Wettbewerb, der nur noch auf Lohndumping und Ausbeutung basierte.
2. Die Streiks von Gräfenhausen: Das erste Aufbäumen der Fahrer im April 2023
Rund 60 Fahrer einer polnischen Spedition legten ihre Arbeit nieder, da sie monatelang keinen Lohn erhalten hatten. Nach zähen Verhandlungen zahlte der Arbeitgeber die ausstehenden Gehälter.
September 2023: Ein weiterer Streik folgte, diesmal mit Hungerstreik von etwa 30 Fahrern. Nach massivem öffentlichen Druck kam es erneut zu einer Lohnzahlung. Ergebnis: Zwar erhielten die betroffenen Fahrer ihr Geld, aber an den grundsätzlichen Problemen änderte sich nichts. Politik und Kontrollbehörden schauten tatenlos zu.
3. Die neuen Opfer: Simbabwische Fahrer und der Fall Hegelmann im Januar 2025
Berichte über Einschüchterung, Bedrohung und sogar versuchte Entführungen häufen sich. Ihr Arbeitgeber? Eine slowakische Tochterfirma des deutschen Logistikriesen Hegelmann.
Die Fahrer fordern lediglich ihr verdientes Geld – doch ihr Kampf zeigt, dass sich in der Branche nichts verändert hat.
4. Der Fall Sherbodzek Khudayberdiev
Der usbekische Fahrer, angestellt bei Baltic Transline (Litauen), bleibt Ende Januar 2025 in Venlo stehen. Seine Forderung: Zahlung seines ausstehenden Lohns, den er seit über sechs Monaten nicht vollständig erhalten hat.
Sein „Verbrechen„: Er nutzt sein gesetzlich verbrieftes Zurückbehaltungsrecht, um seinen Lkw und die Ladung nicht herauszugeben, bis er bezahlt wird. Reaktion des Arbeitgebers: Versuche, den Anhänger gewaltsam zu entfernen. Einschüchterung durch eine litauische Schlägertruppe. Sperrung seiner Temporary Resident Card (TRC), um ihn in einen illegalen Status zu drängen und seine Abschiebung zu erzwingen.
Seine Angst: Er schläft kaum noch, aus Angst, überfallen oder getötet zu werden. Die erschreckende Realität: Eine Branche im moralischen Verfall. Die Branche ist so verrottet, dass selbst bestehende Gesetze – wie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz oder die Generalunternehmerhaftung nicht greifen.
Eine typische Kombination: Zugmaschine neutral weiß. Auflieger meist graue oder wie hier rote Plane oder weißer Kühler. Oft ohne Werbung, um nicht aufzufallen.
Unternehmen haben ein perfektes System entwickelt, um Fahrer aus Drittstaaten auszubeuten: Sie rekrutieren gezielt Arbeitskräfte aus armen Ländern. Sie halten sie in völliger Abhängigkeit, indem sie Dokumente einbehalten oder sperren.Sie setzen auf Gewalt und Einschüchterung, um ihre Profite zu schützen.
Ein Versagen auf ganzer Linie
Nationale Behörden versagen auf ganzer Linie: Das BALM (Bundesamt für Logistik und Mobilität) kontrolliert kaum. Verstöße gegen EU-Vorschriften werden oft nicht an ERRU (Europäisches Register für Verkehrsverstöße) gemeldet.
Unternehmen wie Hegelmann oder Baltic Transline agieren nahezu rechtsfrei, da sich die Politik nicht bewegt. Schlussfolgerung: Wann wacht die Exekutive endlich auf? Es gibt genug Gesetze! Das Problem ist nicht die fehlende Regulierung, sondern die fehlende Durchsetzung.
Gräfenhausen war der Anfang
Wie viele Fahrer müssen noch leiden? Wie viele müssen noch von Schlägertrupps bedroht werden, bevor Politik und Behörden reagieren? Deutschland und Europa brauchen eine knallharte Exekutive, die gegen diese Machenschaften endlich durchgreift!
Gräfenhausen war nur der Anfang. Wenn sich nichts ändert, werden wir noch viele solcher Streiks erleben – mit Fahrern, die um ihr Leben fürchten müssen.
Erinnert Ihr Euch noch? Vor fast zwei Jahren ließen Lkw-Fahrer einer polnischen Spedition auf der Rastanlage Gräfenhausen, die ist an der A5 zwischen Frankfurt/M. und Darmstadt, einfach mal ihre Lkw stehen. Der Grund war, dass sie von ihrem Arbeitgeber kein Geld bekommen haben.
Damals sagten sie, wir fahren erst weiter, wenn wir die uns zustehende Kohle erhalten und warteten dann darauf, dass etwas geschah. Und mehr als ihr Geld wollten sie auch nicht. Obwohl Sie viel mehr hätten fordern können.
Seit einer Woche befinden sich wohl wieder einige Lkw-Fahrer, dieses Mal aus Simbabwe, im Ausstand. Laut Verdi stehen die meisten von ihnen in Deutschland auf Raststätten bei Krefeld, Nürnberg, Merklingen und Bremen, einige in Frankreich und einer in Italien.
Nach Aussagen der Fahrer hätten sie monatelang in ihren Fahrzeugen übernachten müssen und nicht einmal den gesetzlichen Mindestlohn erhalten, sondern seien mit 30 Euro pro Tag abgespeist worden. Seit Beginn der Proteste soll es nach Angaben der „Frankfurter Rundschau“ zu Einschüchterungsversuchen durch den Arbeitgeber gekommen sein, sodass wohl sogar die Polizei zu deren Schutz einschreiten musste.
Lkw-Fahrer haben ja in Deutschland eh kaum eine Lobby. Nur das was osteuropäische Transporteure abziehen? Das sind Zustände wie im Frühkapitalismus und Europa und seine Bürger profitieren ohne Ende von diesen miesen Verhältnissen.
Es gibt da dieses Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. In kurz LkSG. So heißt das wirklich. In der EU wird es als Richtlinie gerade umgesetzt, hier in Deutschland gibt es das schon länger. Dieses Gesetz soll dafür sorgen, dass Betriebe mit mehr als eintausend Beschäftigten sich dazu verpflichten, keine menschenunwürdigen Arbeitsverhältnisse zu akzeptieren.
Gesetze gibt es also. Die müssen nur angewandt und toleriert werden. Und es gibt das Mobilitätspaket. In dem sind auch Sozialvorschriften geregelt. So zum Beispiel, dass wenn ein Fahrer grenzüberschreitend unterwegs ist, er den Mindestlohn des Landes zu bekommen hat, in dem er gerade auf Achse ist. In Italien also den italienischen, in Frankreich den französischen oder in Deutschland den deutschen Mindestlohn¹.
Nur kann es nicht sein, dass Fahrer von osteuropäischen Speditionen die ganze Zeit in der die sich innerhalb der EU bewegen, immer nur den heimischen Mindestlohn bekommen. Der, wen wundert es, weit unterhalb von dem in Westeuropa liegt.
Ja, es wird Zeit, dass solchen Unternehmen ein Stopp-Schild gezeigt wird und sie zur Rechenschaft gezogen und überdies noch als warnendes Beispiel an den Pranger gestellt werden. Damit diese Ausbeuterei in Zukunft aufhört.
Ein frommes Wunschdenken von mir? Vielleicht. Denn undurchsichtige Unternehmer, gerade im Speditions- und Transportgewerbe, gibt es auch im restlichen Europa. Aber mal ehrlich. Nirgends ist doch die Ausbeuterei derart krude, wie in den östlichen EU-Mitgliedsstaaten. Menschenrechte werden dort derart dreist verletzt und niemand schreitet ein.
Denn wenn ich etwas klaue und werde dabei erwischt, bekomme ich die Konsequenzen sofort zu spüren. Bringen aber Firmen andere um ihren Lohn oder werden Angestellte kacke behandelt, haben die fast nichts zu befürchten. Das darf so nicht sein.
Schade nur, dass die Fahrer, die jetzt wieder auf Ihre Rechte pochen, eigentlich auf sich allein gestellt sind. Für vieles ist Geld da. Aber eben nicht für die, die unsere Supermärkte und die Wirtschaft versorgen.
Es sind eben unglückliche Teufel aus weit entfernten Ländern. Ob es mir uns gefällt oder nicht. Alles das ist nicht richtig. Aber Lkw-Fahrer waren schon vor dreißig Jahren und mehr die ärmsten Kerle. Und es wird nicht mehr besser.
Nachtrag: ¹Das mit dem Mindestlohn stimmt so nicht ganz. Maximal gilt der bei Fahrten, die der Kabotage unterliegen. Also z.B. in Italien laden und auch in Italien wieder entladen. Mein Fehler. Deshalb danke für die Hinweise, die ich dazu bekommen habe.
Aurora, ein Unternehmen welches autonome Lkw herstellt, hat Klage gegen die Federal Motor Carrier Safety Administration (FMCSA) eingereicht, weil die Behörde kürzlich einen Antrag auf Ausnahme von der Vorschrift zur Platzierung von Warngeräten abgelehnt hat.
Am 10. Januar 2025 reichte der Hersteller selbstfahrender Lkw beim Berufungsgericht des District of Columbia Klage gegen das US-Verkehrsministerium, Verkehrsminister Pete Buttigieg, die FMCSA und den FMCSA-Administrator Vincent G. White ein. …
Anmeldung beim Staplerfahrer: „Tach. Ich hab sechzehn Gitterboxen für Euch. Gussteile aus Italien. Von der Firma Ferro una due„. „Ah ja. Ich mach den Lkw schnell fertig. Wenn der raus fährt, kannst Du rein.“ „Also nicht warten, bis die Ampel grün wird?“ „Nee. Die ist kaputt.“ „Wie unsere Regierung?“
Noch ein kleiner Nachtrag zur Tour mit der leichten Überladung von vor anderthalb Wochen. Mein Disponent rief nach der Kontrolle den Empfänger der Ware an, erzählte dem von der Überprüfung. Die war ärgerlich, klar. Vielleicht sollte ich doch ein bissel drauf achten, etwas weniger Diesel in den Tanks zu haben. Dann passt das auch wieder mit dem Gewicht.
Und der Kunde konnte da ja nun gar nix dafür. Trotzdem entschuldigte sich der Vorarbeiter, als ich am nächsten Vormittag dort ankam. Sogar einen kompletten Steckschlüsselsatz gab es. Ich wollte den nicht, überhaupt nicht. Aber gegen Vorarbeiter bin ich machtlos.