{"id":6180,"date":"2015-12-05T15:15:43","date_gmt":"2015-12-05T14:15:43","guid":{"rendered":"https:\/\/truckonline.de\/blog\/?p=6180"},"modified":"2015-12-05T20:51:07","modified_gmt":"2015-12-05T19:51:07","slug":"gregor-auf-den-weg-nach-morgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/truckonline.de\/blog\/2015\/12\/05\/gregor-auf-den-weg-nach-morgen\/","title":{"rendered":"Gregor auf den Weg nach morgen"},"content":{"rendered":"<p>Da gab\u00b4s doch irgend ein altes bekanntes Volkslied mit dem interessanten Titel: \u201eDie Gedanken sind frei &#8230;\u201c, dachte sich Gregor*, als er seinen Truck im \u201eContainer-Terminal\u201c in Wei\u00dfrussland mit dem Sattelauflieger automatisch am Rampentor andockte und \u00fcber den Monitor per Zoom, seinen aufzunehmenden Neuen entdeckte.<br \/>\nEs ist doch sch\u00f6n, dass er bei diesen Regen nicht aussteigen muss, um abzukuppeln und auch keine 10 Minuten zur entfernten Disposition gehen muss, um zu erfahren wo der neue Auflieger steht. Jetzt kann er vollautomatisch aufsatteln und braucht keine Ladungssicherung machen, sowie die T\u00fcren oder Planen der Nutzfahrzeug-Aufbauten schlie\u00dfen. <\/p>\n<p>Das macht heute alles selbstverst\u00e4ndlich die automatische Technik oder der Absender. Wenn Gregor zum Beispiel einen K\u00fchl-Sattelauflieger aufnimmt, braucht er nicht mehr auf die empfindliche Ware achten, denn das ist schon im Ladungs-Bestellungs-Programm enthalten, indem automatisch \u00fcber das Mikrosystem RFID UHF-Transponder, die Temperatur, der Druck und die Feuchtigkeit gemessen &#038; geregelt wird.<br \/>\nGregor wollte vor ca. 10 Jahren sicherlich kein Fernfahrer, Trucker oder Dieselknecht gewesen sein, denn schon seit dem Jahr 1931, mussten Frachtbriefe teils selbst ausgef\u00fcllt, ein Fahrtenbuch-Eintrag get\u00e4tigt oder ab dem Jahr 1953 auch Tachoscheiben ausgef\u00fcllt und andere interne LKW-Begleit- &#038; Fahrtberichte erstellt werden.<\/p>\n<p>Bei Grenzabfertigungen an den Zollgrenzen mussten die Frachtpapiere &#038; viele Begleit-Dokumente erledigt werden. Die damaligen Fernfahrer wurden bei der Zollabfertigung an den osteurop\u00e4ischen Grenzen von Z\u00f6llnern schikaniert und hatten vorher schon extrem lange Staus mit Wartezeiten bis zu rund 20 Stunden hinter sich, indem zeitweise der LKW langsam vorgezogen werden musste. Einige osteurop\u00e4ische Touren waren auch gef\u00e4hrlich, weil Stra\u00dfenr\u00e4uber auf Bestellung einen \u00dcberfall organisierten und die korrupten Polizisten nichts unternahmen.<\/p>\n<p>Binnenmarkt Europa &#038; G\u00fcterkraftverkehr, bedeutet nun \u00fcberall keine Zoll-Dokumente oder sonstige Papiere an den ehemaligen nationalen Grenzen, denn das wird heute alles per PC vom Absender im Bruchteil einer Sekunde bei Bestellung schon erledigt.<br \/>\nDa freut sich Gregor nun, wenn die Waren elektronisch digital automatisch vom Gro\u00dfmarkt bzw. den Lebensmittel-H\u00e4ndlern oder vom Industrie G\u00fcter-Einkauf bestellt, organisiert und selbstverst\u00e4ndlich auch alle Zoll-Formalit\u00e4ten erledigt werden. Damals hatte Gregor geh\u00f6rt, das z.B. in Dissen der Disponent Bernd R. und andere Speditions-Kaufleute von der EMHaGe-Spedition, f\u00fcr die Fernfahrer alles erledigen mussten, wobei sich heute alles per Computer wie von selbst erledigt. <\/p>\n<p>Gregor kann auch heute selbst \u00fcber sein iPad (Tablet-Computer) oder iPhon (Mobil-Funk-Telefon \/ Handy) entscheiden, welche Ladung oder \/ und welche Tour er fahren m\u00f6chte, wobei nat\u00fcrlich der Frachtpreis der Internet-Frachtb\u00f6rsen automatisch \u00f6konomisch passend kalkuliert wird.<\/p>\n<p>Wer h\u00e4tte im Jahr 2015 daran gedacht, das der Disponent Beruf als moderner neudeutscher \u201eTransportoperateurdienstleitungsdispositionslogistiker\u201c (en. Third Party Logistics-Provider) (3PL) ausstirbt und Gregor kann sich auch gut vorstellen, dass man sp\u00e4testens im Jahr 2040 den Logistischen Transportoperateur (ex BKF) in der Truck-Kanzel gar nicht mehr braucht.<br \/>\nEr sitzt dann sicherlich im Wohnzimmer oder irgendwo am Strand und beobachtet hin &#038; wieder das Echtzeit-Geschehen auf den europ\u00e4ischen Highways, wobei er ab &#038; zu \u00fcberpr\u00fcft, ob auch alles \u201ei.O.\u201c ist, sodass sich der Truck auch rechnet. <\/p>\n<p>Vor 30 Jahren, also im Jahr 1995, hatte er als 20j\u00e4hriger Student mit dem alten Uni Professor gesprochen, der erz\u00e4hlte was f\u00fcr M\u00f6glichkeiten \u00fcber die Galileo Satelliten sp\u00e4testens im Jahr 2040 bewerkstelligt w\u00fcrden. Ohne Driver k\u00f6nnen dann die cm-genauen vollautomatischen Navigations Touren, mit 26,50 m langen Trucks get\u00e4tigt werden, die dann wie an einer Perlenschnur unsichtbar gekettet, im Abstand von nur einem Meter sich vorw\u00e4rts bewegen.<br \/>\nDer Professor erz\u00e4hlte auch, das sogar schon im Jahr 2010 in Bruchteilen von Sekunden, viele Sensoren und Infrarotkameras beim vorbeifahrenden LKW auf der Autobahn, das Gewicht je Achse, die Reifenprofiltiefe, sowie den Reifendruck messen und eine Thermokamera die Bremsanlage untersucht. <\/p>\n<p>Die Ladepapiere, die digital elektronisch im LKW eingespeichert sind, werden nat\u00fcrlich auch \u00fcberpr\u00fcft, sodass alle Daten in Sekunden abgeglichen sind, wobei dann die Polizei Bescheid bekommt, wenn ein Versto\u00df vorliegt. Gott sei Dank, gibt es heute im Jahr 2025 nur sehr wenige Mess-Stellen, denkt sich Gregor und die sind nat\u00fcrlich jedem Driver bekannt.<\/p>\n<p>Alle Angelegenheiten sind bei nationalen Beh\u00f6rden in der Umsetzungen der EU-B\u00fcrokratie sehr langsam und Gregor hat ja noch Zeit. Als \u201eInternationaler logistischer Transportoperateur\u201c (kurz Driver), geht es ihm heute in Europa sehr gut, denn er macht auf dem Truck mit seinem Kumpel Heiko Job-Sharing (Arbeitsplatz-Teilung). <\/p>\n<p>Heiko ist Zuhause gerade Vater geworden und wenn es diese M\u00f6glichkeit des geteilten Arbeitsplatzes nicht gegeben h\u00e4tte, wobei er nur einen halben Monat unterwegs ist, w\u00e4ren schon vor 10 Jahren die Truck-Driver fast ausgestorben. Die schlauen Industrie-Logistiker h\u00e4tten dumm aus der W\u00e4sche geschaut, denn dann w\u00e4ren ihre Trucks schon viel eher \u00fcber Satellit per Computer ganz alleine unterwegs gewesen.<\/p>\n<p>Deswegen ist Gregor jetzt, weil Heiko Urlaub hat, etwas l\u00e4nger unterwegs. Aber es ist f\u00fcr ihn auch immer wieder mal sch\u00f6n, nach Wei\u00dfrussland oder nach Anatolien zu fahren.<\/p>\n<p>Vor 50 Jahren gab`s doch mal ein Song von einem Gunter Gabriel, dachte sich Gregor und der hie\u00df: \u201e<em>Er fuhr ein 30 Tonner Diesel und war die meiste Zeit auf Tour &#8230;<\/em>\u201c und dann war da noch was mit \u201e <em>&#8230;und nur noch 100 km, aber die T\u00fcr ist zu das Haus ist leer und l\u00e4ngst ist sie schon nicht mehr da.<\/em>\u201c<br \/>\nNein, denkt er sich, so etwas kann ihm doch heute nicht mehr passieren, denn wozu gibt es sp\u00e4testens nach drei Wochen ein Flugzeug, um den Truck mit Heiko zu wechseln. <\/p>\n<p>Gregor hat dann zu Hause f\u00fcr Frau &#038; Kinder genug Freizeit, bis er seinen Kollegen wieder abl\u00f6sen m\u00f6chte. \u201eZeit macht Gl\u00fccklich\u201c denkt sich Gregor, denn seine Zufriedenheit wird bei ihm nicht unbedingt mit Geld verkn\u00fcpft. Sein Einkommen nutzt ihm nichts, wenn er keine Zeit hat. Er hat sich im Anstellungs-Vertrag, ein Lebens-Arbeits-Zeit-Konto einrichten lassen, dass ein relativ hohes Mindest-Einkommen beinhaltet.<\/p>\n<p>Der Globalisierung in Europa sei dank, dass hei\u00dft f\u00fcr Gregor \u201eBefreiung von Raum und Zeit\u201c, denn sonst w\u00e4re er heute nicht hier. Das Bl\u00f6de dabei ist, meint Gregor, das er als Road Commander, ein Leasing Truck-Driver aussuchen muss, der dann hin und wieder wegen der Drive-Time (ex Lenkzeit) bzw. den 20 Std. Anwesenheit in der Truck-Kanzel , wo er evtl. auch mal mit dem Joystick (ex Lenkrad) eingreift.<br \/>\nSo muss er nun leider von Terminal zu Terminal oder zum Depot einen fremden Driver mitnehmen. Das soll sich f\u00fcr das Transport-Management auch rechnen, denn das herumstehen bei der Arbeitsbereitschaft als Ruhezeit, bringt ja bekanntlich kein Geld ein, wobei es deswegen bei Kunden ein genaues Zeitfenster zur Be- und Entladung gibt.<\/p>\n<p>Digitale Kommunikation &#038; Internet ist ja gut, sagt sich Gregor. Au\u00dferdem ist er froh, das er im Jahr 1995 noch so jung war, um das \u201eGed\u00f6ns\u201c perfekt zu beherrschen. Sonst h\u00e4tte er in Zentral-Europa (Deutschland) nicht die \u201eLogistische Transportoperateur\u201c Card (ex BKF-Fahrerkarte) bekommen. Dann w\u00e4re er heute nicht mit dem selbstfahrenden, vollautomatisch lenkenden neuen \u201e700 Hammer-Down\u201c Active Wheels Truck unterwegs, der mit einer eigenen Ladung- und Dispo-Workstation ausgestattet ist. <\/p>\n<p>Den Job mit Standort Osnabr\u00fcck hatte er also nur bekommen k\u00f6nnen, weil er die digitale Telekommunikation beherrschte, wobei er jetzt nur noch sprechen muss, denn alles andere macht ja der Computer.<br \/>\nAlle elektronischen und digitalen Bus-Datenverarbeitungs Angelegenheiten (Truck Daten-\u00dcbertragungswege), werden per Galileo (Satellitennavigation) eingestellt und \u00fcberwacht. Auf dem EU-Highway klinkt sich Gregor in die elektronische Deichsel ein, obwohl sein Truck schon 15 % Energie mit den Lithium-Ionen-Batterien einspart und wenn der vordere erste Truck volle Leistung f\u00e4hrt, kann er mit den anderen im Abstand von 6 &#8211; 8 m unsichtbar angeh\u00e4ngt bleiben, um insgesamt etwa 40 % Energie einzusparen. <\/p>\n<p>Sein Truck erkennt ihm schon am Gesicht. Die T\u00fcr geht auf, seitliche Treppen-Stufen klappen aus und alles wird im Truck automatisch eingestellt, weil Gregor ein \u201eWireless Body Area Network\u201c -Implantat (Funkchip im Arm) hat. Gregor hatte vor einiger Zeit mit einem \u00e4lteren Fernfahrer gesprochen, der wusste aus dem USA-Urlaub, dass die seid 1988 Truck-Bordcomputer mit Logistik-Controlling \u00fcber das Galileo oder GPS (Globales Position System) bewerkstelligen konnten und in Europa begann man mit dem System erst ca. 1990.<\/p>\n<p>Seine Fahrerhaus-Kanzel besteht aus einer zwei Etagen-CoE (Kabine ohne Energie), denn der Hybrid-electric drive-Active Wheels Truck (Hybrid-Elektro-Radnabenmotor) stellt damit vollkommen den ehemaligen Motor-Raum f\u00fcr den Truck-Diver zur Verf\u00fcgung.<br \/>\nSein Truck hat nat\u00fcrlich einen sehr gut gefederten verschieb- und drehbaren Ruhe-Sessel und dahinter befindet sich der Wohnraum und Schlafraum. Der K\u00fcchen-, Bade-Raum ist nat\u00fcrlich unten. <\/p>\n<p>Der damalige sehr alte Kapit\u00e4n der Landstra\u00dfe \u2013 Herbert H., der in Osnabr\u00fcck als Fernfahrer ab 1946 im Werkfernverkehr bei Titgemeyer fuhr -, erz\u00e4hlte ihm einmal, das die damaligen Kapit\u00e4ne der Landstra\u00dfe keine Heizung im Fahrerhaus hatten und es zog dort wie Hechtsuppe, denn es gab noch keine ordentliche Isolierung gegen K\u00e4lte, Hitze &#038; Krach.<br \/>\nDie LKW hatten nat\u00fcrlich keine Standheizung und eine Standklima-Anlage war unvorstellbar. Denn damals mussten die alten Fernfahrer noch w\u00e4hrend der Fahrt im Winter, von innen an der Windschutz-Scheibe das Eis wegkratzen. Unvorstellbar, sagte sich Gregor, denn das w\u00fcrde sich heute im Jahr 2025 garantiert kein einziger Truck-Driver gefallen lassen, geschweige \u00fcberhaupt mitmachen.<\/p>\n<p>Automatik &#038; Elektronik im LKW ist doch sch\u00f6n, dachte Gregor und freut sich au\u00dferdem wie gut es ihm heute doch geht, denn die damaligen EU-Schergen (EU-Ministerrat) hatten sich bei den Truck-Abmessungen und deren Truck- &#038; Einkommen-Steuern geeinigt.<br \/>\nHeute ist es Gott sei Dank egal wo der Truck zugelassen ist und Gregor sich angemeldet hat, um alle Sozial- und Steuer-Vorteile auszunutzen. Au\u00dferdem ist es ein Vergn\u00fcgen, dass diese ganzen  technischen und elektronischen M\u00f6glichkeiten, in seinem Truck vorhanden sind. <\/p>\n<p>Das gab es schon alles im Jahr 2010, wobei jetzt nat\u00fcrlich alles praktikabel vorhanden ist, indem die CMOS-Kamera, mit Lidar-, Infrarot-, Radar- und Ultraschall-Sensorik alles erfassen und mit bzw. \u00fcber die Daten, mit den Advanced Driver Assistance Systems (Fahrer-Assistenz-Systeme) miteinander fusionieren.<br \/>\nDiese ADAS werden dann mit den heute \u00fcblichen sogenannten Safety Brake II (Sicherheits-Bremsen) und Lane Departure Warning (Spurhalte-Assistenten) Systeme funktionf\u00e4hig und sind in jeden Truck eingebaut. Damit kann auch durch die eigenst\u00e4ndige Kommunikation unter den Trucks \u00fcberhaupt kein Unfall mehr geschehen. Leider gibt es diese Vorschriften noch nicht f\u00fcr Pkw, denn weil viele von ihnen das ADAS noch nicht eingebaut haben, verunfallen diese manchmal an den sicheren Trucks.<\/p>\n<p>Heute ist nur noch der Truck-Driver das einzige Manko, denn den St\u00f6rfaktor Mensch gibt es ja immer noch und wer wei\u00df, wann man Ihn durch die elektronisch modernen Techniken ersetzen kann. Gregors Truck hat nat\u00fcrlich Automatikgetriebe, ein Tire Pressure Monitoring (Reifendruck-Automat), Anti-Blockier-System, Antriebs-Schlupf-Regelung, Electronic Stability Control (Fahr-Dynamic-Regeler), Speed Limit Assist (Geschwindigkeitsbegrenzer) und Adaptive Cruise Control (Abstands-Automatik). Ach ja, und nat\u00fcrlich den Active Brake Assist II (Notbrems-Automat II).<\/p>\n<p>Auch auf die unverzichtbare Head-Up-Display (Windschutzscheiben-Anzeigen) und dem Night View Assist (Nachtsicht-Assistent) m\u00f6chte er nat\u00fcrlich nicht verzichten. Mit der unverzichtbaren Geoinfo wird Gregors Truck mit dem jeweiligen Navi-Touren Planungs-Sytem gesteuert, denn sonst k\u00f6nnte der Truck ja nicht alleine ohne Joystick fahren. <\/p>\n<p>Ein Lane Keeping Assist (Spurhalte-Assistent), mit Blind Spot Assist (Abbiege-Assistent) und Direction Assi (Fahrtrichtungswechsel- Assistent) kann alle Stra\u00dfen sowie die Umgebung erkennen und arbeitet mit dem Attention Assist (M\u00fcdigkeitswarner) zusammen. Somit wird gef\u00e4hrlichen Situationen vorgebeugt und mit der neusten Digi-Elektronik kann der Truck \u00fcber den \u201eCruise-Activ-Assist\u201c (Fahr-Automat) von ganz alleine fahren.<\/p>\n<p>Schon im Mai 2015 bekam ein Freightliner Inspiration Truck eine Stra\u00dfenzulassung in den USA, um das autonome \u201eFahren\u201c ohne den Internationalen Logistischen Transportoperateur auszuprobieren. Die LKW Konstrukteure meinten: \u201e<em>Der Fahrer gewinnt gleichzeitig Zeit f\u00fcr andere Aufgaben und die Kommunikation mit seiner Umwelt. Denkbar ist die \u00dcbernahme von T\u00e4tigkeiten, die bisher der Disposition vorbehalten sind oder dem sozialen Kontakt dienen. Vor allem selbstfahrende Unternehmer k\u00f6nnen B\u00fcrot\u00e4tigkeiten bei Bedarf bequem unterwegs erledigen<\/em>\u201c.<\/p>\n<p>Die Wochenend und Video-Schaltung k\u00f6nnte im Jahr 2025 f\u00fcr manchen Driver zum Problem werden, denn unterwegs ohne Video, ist nicht jedermans Sache. Die Frau von Gregor macht gleich um 19 Uhr eine Video-Life Schaltung zum Truck, und er freut sich auf Jens, den er beim Spielen zusehen und life sprechen kann.<br \/>\nH\u00e4tte Gregor so eine moderne Technik nicht im Truck, w\u00fcrde es ihm schwer fallen, mal hin und wieder international unterwegs zu sein. <\/p>\n<p>Auch wenn der Kollege Heiko im Urlaub ist, macht Gregor das internationale Unterwegs sein nichts aus. Nat\u00fcrlich hat sein Truck auch eine Dusche und ein WC, denn die Fahrerhaus-Kabinen-L\u00e4nge spielt heute keine Rolle mehr. Die ist ja relativ egal, weil nur die Ladefl\u00e4che begrenzt wurde. <\/p>\n<p>\u201eFr\u00fcher\u201c, da hatten die Trucker auch schon mal ein sogenanntes <em>Bratkartoffelverh\u00e4ltnis<\/em> oder hatten mit Bordstein-Schwalben (engl. Hookers) zu tun. Eine alte Fernfahrer-Geschichte ist ihm einmal vom Werkverkehr-LKW-Fahrer Georg aus der N\u00e4he von Stuttgart erz\u00e4hlt worden. Der Fernfahrer &#8211; so erz\u00e4hlte er &#8211; hie\u00df Ralf, der fr\u00fcher immer \u201eSix Days on the Road\u201c war.<br \/>\nObwohl er jedes Wochenende bei Frau und Kindern zu Hause sein konnte, musste er sich drei (3!) Wochen lang schon alles durch die Rippen schwitzen. Er konnte leider immer nur eine Nacht im eigenen Bett schlafen, weil Samstag morgens die Wagenpflege anstand und f\u00fcr die n\u00e4chste Tour, &#8211; die immer sonntags 22 Uhr begann &#8211; vorgeladen wurde: <\/p>\n<p><em>1. Das erste Wochenende sagte er zu seiner Frau, als die Kinder im Bett waren: \u201eHeidi komm jetzt, schnell duschen, und ab ins Bett\u201c. Seine Frau Heidi sagte: \u201eNein, Ralf wir haben heute unseren Kegel-Abend\u201c. Da wurde es also nichts mit seinem Vorhaben, denn wenn er etwas getrunken hatte, lie\u00df seine Heidi es nicht zu.<\/p>\n<p>2. Am n\u00e4chsten Wochenende wieder: \u201eKomm Heidi, duschen und ab ins Bett\u201c. Heidi zu Ralf: \u201eHeute Abend kommt gleich unsere alte Erb-Tante Soffi\u201c. Die trinkt gerne einen und Ralf musste leider mitmachen.<\/p>\n<p>3. Am dritten Wochenende: \u201eHeute Abend haben wir doch nichts vor, also duschen und ins Bett\u201c. Heidi antwortete: \u201eArmer Ralf, heute Abend wird leider wieder nichts, denn ich hab \u00d6lwechsel\u201c.<\/em><\/p>\n<p>Somit hatte der arme Ralf einen Monat lang wie ein Klosterbruder oder wie ein Pastor mit einem Z\u00f6libat gelebt, obwohl er jedes Wochenende zu Hause war. Der Georg wusste auch, dass die damaligen ausl\u00e4ndischen Trucker aus den MOE-Staaten, die ja laut Papier alle Berufskraftfahrer (BKF) waren, monatelang fern der Heimat unterwegs sein mussten und auf Autoh\u00f6fen oder Rastanlagen regelrecht am Wochenende menschenunw\u00fcrdig ihr Trucker-Dasein fristeten. <\/p>\n<p>Vor allem die armen billigen Drittland Dumping-Trucker aus Osteuropa, hatten 100 \u20ac Gehalt und ca. 1000 \u20ac Ausl\u00f6se (Spesen) daf\u00fcr bekommen, wobei die Jungs sich auch nie einen Besuch im Haus mit der Roten Laterne geg\u00f6nnt hatten.<\/p>\n<p>Da hat Gregor es jetzt eigentlich gut, denn er ist zwischendurch oft genug zu Hause. Nur wundert es ihm heute, wie schwer es schon 2015 die einigerma\u00dfen gut bezahlten Trucker hatten, denn an Prestige war \u00fcberhaupt nicht mehr zu denken. Ihre berufliche T\u00e4tigkeit war unter aller W\u00fcrde, denn f\u00fcr 2.500,- \u20ac Brutto inkl. ca. 500,- \u20ac Ausl\u00f6se (Spesen) f\u00fcr vier Wochen war schon zu wenig. Fast zehn Jahre lang hatten die Jungs keine nennenswerte Lohnerh\u00f6hung mehr bekommen und das selber absatteln m\u00fcssen, Be- und Entladen, Ladungssicherung , selber T\u00fcren zumachen, sowie lange Wartezeiten ohne Bezahlung eine Woche unterwegs zu sein, war eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, und f\u00fcr fast alles wurden sie haftbar gemacht.<br \/>\nAuch das Selberlenken sowie die mindenstens 16 G\u00e4nge schalten war ganz normal. Sie nannten sich \u201eKnecht der Nation\u201c oder &#8222;Kanonenfutter der EU\u201c, um f\u00fcr \u201eDie da oben\u201c die Wirtschaft aufrecht zu erhalten. Selbst konnten oder durften sie nichts entscheiden Also auch, wo lang, wo hin, wann und zu welchen Preis die Ladung bzw. die Reise ging.<\/p>\n<p>Heute im Jahr 2025 wird mit Job-Sharing ganz gut verdient, denn das Driver-Gehalt wird wie ein sehr guter Warenoptimierungs-Logistiker oder Industrie-Vernetzungs-Operateur bezahlt.<br \/>\nDer Truck-Driver hat zus\u00e4tzlich die Privilegien der Steuerfreiheit f\u00fcr sein Gehalt in ganz Europa, so das er im monatlichen Durchschnitt auf etwa 5.000,- \u20ac netto inkl. Ausl\u00f6se kommt.<br \/>\nWas f\u00fcr ein Gl\u00fcck, das damals die ITF und die IRU als Tarif-Partner in der EU, einen grenzenlosen vern\u00fcnftigen internationalen Kollektiv-Vertrag mit einem gerechten Gehalt abgeschlossen hatten.<br \/>\nNur so konnte in der EU der ruin\u00f6se Dumping-Wettbewerb, der auf den R\u00fccken der Fernfahrer stattfand, im gewerblichen G\u00fcterkraftverkehr abgewendet werden. EU-weit gibt es jetzt keine Briefkasten-Firmen mehr und \u00fcberall eine \u00f6ffentlich einsehbare Transparenz im \u201eUnternehmer-Zentralregister des gewerblichen G\u00fcterkrafterkehrs\u201c mit vergebener Steuer-Identifikation des Frachtf\u00fchrers und \u201eCode-of-Construct\u201c (Compliance) als Regeltreuevorschrift.<\/p>\n<p>Damals hatte Ihm ein alter Fernfahrer erz\u00e4hlt, dass seine Kinder Ihn nur noch an seiner Fernfahrer-Kapit\u00e4ns-M\u00fctze erkannten, aber das hatte Gregor nicht wirklich geglaubt. Nun freut er sich schon jetzt auf die Ferien mit seinen Kindern, denn das Unterwegs sein mit der Familie im Truck macht ihm sehr viel Spa\u00df.<br \/>\nSeine Frau m\u00f6chte mal nach Rum\u00e4nien und Albanien. Da war sie bisher noch nicht. <\/p>\n<p>Sein Truck-Kumpel Heiko macht Ferien in Skandinavien und es ist prima, das sein Co-Driver mit seinem Wohnmobil keine Staus mehr hat. Denn seit f\u00fcnf Jahren bekommen auch alle Lkw und Pkw durch das On-Board-Units (Maut-Abbuchung) mit dem \u201eEuropean Electronic Toll Service\u201c (EETS) in der EU auf Stadt-, Kreis- und Landstra\u00dfen, sowie auf Autobahnen, je nach Verkehrsdichte, Rushhour, Br\u00fccken, Tunnel, Stadtdichte, die Maut erh\u00f6ht oder verringert und automatisch abgebucht. Es ist f\u00fcr die Transportlobby nur gerecht, denn sonst h\u00e4tten die Truck-Driver, vor allem auf den deutschen Stra\u00dfen, immer noch so viele Staus wie fr\u00fcher.<\/p>\n<p>Irgendwann hatte Gregor einmal fr\u00fcher etwas von einem George Orwell geh\u00f6rt, der 1948 ein Buch \u00fcber das Jahr 1984 geschrieben hatte, in dem er den Big Brother beschrieb. Nur h\u00e4tte er es auch f\u00fcr das Jahr 2010 schreiben k\u00f6nnen, denn da war erst das RFID-Verfahren (Total-Identifizierung), die Nanos (Mikro-Technologie), die 30 Galileo EU-Satelliten inkl. der wichtigen Long Term Evolution (Super-Mobil-Netze) optimiert oder entwickelt und in der Anfangsphase alltagstauglich funktionsf\u00e4hig sowie praktikabel. <\/p>\n<p><em>The Big Brother is watching you<\/em> oder auf deutsch: \u201e<em>Der Gro\u00dfe Bruder alles sieht Alles<\/em>\u201c. Gemeint ist der \u201eGro\u00dfe Bruder\u201c USA, der mit dem Geheimdienst \u201eNational Security Agency\u201c (NSA), auch den Fernfahrer seit dem Jahr 2005 \u00fcber die USA-Satelliten, z.B. mit dem PRISM (\u00dcberwachungs-Programm) genau beobachtet.<br \/>\nDas das nun mittlerweile eine echte Wirklichkeit geworden ist, indem der Staat auch immer zuschauen kann, wo sich gerade der Internatonale Logistische Transportoperatuer befindet. Ja, dass  konnte sich eigentlich ab dem Jahr 1990 \u2013 wenn er sich informiert h\u00e4tte &#8211; jeder damalige EUDriver doch schon denken. <\/p>\n<p>Alle Bewegungsprofile der Lkw und deren Fahrer k\u00f6nnen durch das BAG usw., w\u00e4hrend der Fahrt und durch die Satelliten basierte Lkw-Maut, sowie deren Mautbr\u00fccken mit der automatischen Nummernschild-Erkennung (Zeichen-Erkennungssoftware), den On-Board-Units, dem Autotelefon, total \u00fcberwacht werden.<br \/>\nDer \u201eGl\u00e4serne Mensch\u201c waren auch damals schon Fernfahrer, denn f\u00fcr den deutschen \u00dcberwachungsstaat war nat\u00fcrlich die totale Satelliten\u00dcberwachung ab dem 1. Januar 2005 eine Wirklichkeit geworden. &#8222;Ja, dann wird es wohl nicht so schlimm sein&#8220;, denkt sich Gregor, denn er hat ja nicht verbotenes getan.<\/p>\n<p>War fr\u00fcher alles besser? Nun ist es f\u00fcr Gregor auch nicht immer gut mit der Satelliten-Kommunikation, denn gleich wird er sicherlich von dem neugierigen Terminal-Operator in der Ukraine \u00fcber Video-Life-Schaltung bel\u00e4stigt.<br \/>\nFr\u00fcher, ja da hatten seine damaligen Truck-Driver Berufsvorfahren, an ihren Pausen-Stammtischen, bei einer gesetzlich vorgeschriebenen Zwangspause in einer Rastst\u00e4tte oder Autohof (engl. Truck-Stop), einen Pot Kaffee getrunken oder an der A 45 auf den BAB-Rastplatz Kiosk Kaltenborn bei Oma Hildegard ihre guten Schinken-Nudeln gegessen. Dabei wurde nat\u00fcrlich immer nur richtiges Fernfahrerlatein gesprochen, bis sich die Balken bogen. Allerdings verstanden dieses Latein nur echte Fernfahrer, dass nat\u00fcrlich nur Sie selber glaubten und auch noch den anderen glauben machen wollten.<\/p>\n<p>Ja, \u201edamals\u201c hatten demnach die Fernfahrer in den 70er &#038; 80er Jahren, im Europa-Zentrum (Deutschland), an den vielen Grenzen so manches Abenteuer erlebt. Nur derjenige, der fr\u00fcher unter T.I.R. gefahren war, konnte da mitreden und alle anderen, die innerhalb von Deutschland unterwegs waren, wurden als Heimat-Kutscher bezeichnet.<br \/>\nAls \u00e4u\u00dferes Zeichen hatten viele Fernfahrer eine gro\u00dfe dicke Geldb\u00f6rse an einer sichtbaren langen Eisenkette, sowie wei\u00dfe Socken und Holzgaloschen an, weil man sich als Trucker ja unbedingt vom normalen Fernfahrer unterscheiden wollte. Ja, wenn man als internationaler Fernfahrer in Europa zu Hause war und sich mit Versandanmeldungen T1 ,T2 , CEMT-Genehmigung , Carnet-TIR und Carnet-de-Passages auskannte, war man schon jemand.<br \/>\nNat\u00fcrlich kannten die Jungs alle den &#8222;<em>Theo<\/em>&#8220; im nordgriechischen Polikastro oder die Maria an der E 90 Richtung T\u00fcrkei kurz vor Ardani.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich tankten viele internationale Fernfahrer bei Oma Hubmann in Lebring (\u00d6sterreich), wobei jeder der tankte, danach 2 Spiegeleier mit Brot und Kaffee-Satt bekam. Die Jungs haben in der LKW-Rast-Kneipe &#8222;Zur Wildsau&#8220; in Spanien hinterm Baskenland gespeist oder an der portugiesischen Grenze, in Vilar Formoso \u00fcbernachtet.<br \/>\nZur\u00fcck sind sie aus dem weiten Europa \u00fcber den Reschenpass oder Mont-Blanc und wenn die Fernfahrer \u00fcber`n Brenner-Pass fuhren, waren sie nat\u00fcrlich auch beim Brenner-Streik im Jahr 84 dabei. <\/p>\n<p>Fast jeder kannte den Pater Hieronimus Hofer vom gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Zollhof in Sterzing, der \u00f6fters zwischen Fernfahrern und Beh\u00f6rden schlichten musste oder die Jungs hatten am Autoput in Jugoslawien kurz hinter Maribor angehalten, um die sch\u00f6ne \u201eLutscher Lilli\u201c zu treffen, die f\u00fcr zwanzig Mark nur auf den Felgen ihre Dienste anbot. So viel Fantasie hat Gregor nun wirklich nicht, denn er kann ja kein Fernfahrerlatein.<\/p>\n<p>Jetzt wird Gregor sicherlich ein freundliches Gesicht machen und sich die Haare k\u00e4mmen, denn gleich wird Ihm der MMS-Operateur \u00fcber die Video-Life Schaltung ansprechen. Seine Gedanken kennt der zum Gl\u00fcck nicht. Auch das ist heute dank der Networked-Driver CipCap (IP-Vernetzte-Fahrer-M\u00fctze) m\u00f6glich. Aber die hat Gregor heute nicht auf.<br \/>\nDer wird sich sicherlich etwas \u00e4rgern, weil Gregor anstatt Englisch im Original zu sprechen, die automatische Voice Recognition (Spracherkennung) mit der weiblichen Ru\u00dfland-\u00dcbersetzerin einschaltet. Diese hat eine von ihm speziell ausgesuchte Stimme und die ist schrecklich.<\/p>\n<p>Ein bisschen Spa\u00df will Gregor ja auch noch haben d\u00fcrfen? Oder?<\/p>\n<p>Gott sei Dank ist der heutige Tag &#038; diese Tour, nicht die gute alte Zeit von \u00dcbermorgen.<\/p>\n<p><em>*Meinen gr\u00f6\u00dften Dank an Gregor ter Heide f\u00fcr seinen Blick nach morgen&#8230;<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da gab\u00b4s doch irgend ein altes bekanntes Volkslied mit dem interessanten Titel: \u201eDie Gedanken sind frei &#8230;\u201c, dachte sich Gregor*, als er seinen Truck im&#8230;<\/p>\n<div class=\"more-link-wrapper\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/truckonline.de\/blog\/2015\/12\/05\/gregor-auf-den-weg-nach-morgen\/\">Sie haben Ihr Ziel fast erreicht.<span class=\"screen-reader-text\">Gregor auf den Weg nach 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