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Monat: März 2009

Schweiz – Elend

Es sieht aus wie ein Flugfeld, ist aber der neue „Truckstop Gotthard“. Was auf den ersten Blick toll klingt, ist aber eine Mogelpackung, denn dieser „Truckstop“ ist in das Areal des Schwerverkehrszentrums in Erstfeld integriert. Das heißt, dass von dort der gesamte Schwerverkehr in Richtung Italien dossiert wird.

Truckstop Gotthard

Auf dem gesamten Gelände haben ca. 400 Lkw Platz. Für die, die im Fall einer „Phase Rot“ ganz hinten stehen, ist der Tag vorrüber. Gegen diesen Frust hilft auch ein Truckstop nicht weiter.

Ich will kein schweizer Käsefondue, sondern freie Fahrt durch dieses Land. Es ist demütigend, mit einem Lkw durch die Schweiz fahren zu müssen.
Das beginnt schon am Zollamt in Weil am Rhein. Täglich stauen sich die Lkw auf zig Kilometer. Viele stellen sich bereits am Abend vorher in den Stau, nur um am nächsten Morgen nicht noch mehr Zeit zu verlieren.
Für die, die im Stau stehen, gibt es keine Einkaufsmöglichkeit, keinen Kiosk, von Toiletten und Waschmöglichkeiten ganz zu schweigen. Wo bleibt da die Menschenwürde? Pisse ich notgedrungen an den Strassenrand, gelte ich als Schwein. Doch werde ich vom Staat nicht dazu gezwungen?

In der Schweiz geht es weiter. Ich werde kontrolliert und schikaniert, oftmals brauche ich für die lumpigen 280 Kilometer einen ganzen Tag.
Dann der Zollhof in Chiasso – dreckig und schmierig, dazu tiefe Schlaglöcher. Dort fühle ich mich jedesmal wie in einem Land der dritten Welt.
Bin ich als Lkw – Fahrer nicht mehr wert? Warum darf mir irgendein Schweizer Provinzpolizist ins Gesicht rotzen, indem er wegen irgendwelchen fadenscheinigen Gründen eine „Phase Rot“ verfügt? Oder weshalb muß ich mich von arroganten Zöllnern anmachen lassen?

Sorry, aber was soll ich über ein Land denken, was mich behandelt wie einen Aussätzigen? Bin ich Abschaum, nur weil ich mit einem Lkw über die Alpen fahren muß?
Ich will keinen besonderen Status oder ähnliches, sondern nur ein wenig Wertschätzung für die Arbeit die ich mache! Ist das etwa zuviel verlangt?

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Grüße aus der Heimat

Kalte 5 Grad und Dauerregen in Mailand. Wenn ich dann noch eine SMS mit folgenden Inhalt bekomme:

Wie gehts? Bei uns isses warm, bei Dir auch?

bessert das meine Laune nicht unbedingt.

Danke fLo 🙂 !

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Gähn…

Ab und an brauche ich „80er Jahre – Trash“: Besonders dann, wenn die Nacht um 4.00 Uhr vorbei ist…

Womit ich beim Thema wäre: Ich hasse frühes aufstehen. Es müßte gesetzlich verboten werden, einen Arbeitstag bereits um 4.00 Uhr beginnen zu müssen.
Ich könnte noch so einiges mehr zu diesem Thema schreiben, nur bin ich da momentan nicht in der Lage dazu.
Gähn…

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Gib Gas, Alter…

Schräg über mir hängt ein Apparat, der sich umgangssprachlich „Digitaltacho“ nennt. Das Teil zeichnet jede Minute meiner Fahrtätigkeiten auf und das äusserst großzügig – leider nicht für mich.
Das bedeudet, dass ich Gasgeben muß, um im erlaubten Rahmen eine möglichst weite Strecke hinter mich zu bringen.

Nur leider kapiert das dieser dämliche Wohnmobilfahrer nicht, der mit gemütlichen 70 – 75 km/h auf der A5 Richtung Basel vor mir rumgurgt.

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Jamie On The Road

Schon als kleiner Junge hat sich Jamie für Lkw interessiert. Sicher auch deshalb, weil sein Vater selber Lkw – Fahrer ist und er Ihn als Kind oft auf seinen Touren begleitet hat.
Was liegt da näher, als selber diesen Beruf zu erlernen.

Genau das macht er seit letzten Jahr. Nach Abschluß der schweizerischen Realschule begann er eine Ausbildung zum Chauffeur, auf hochdeutsch Berufskraftfahrer und genau darüber berichtet er in seinem Blog.
Ob Pannen am Lkw, Steckenbleiben im Schnee oder Werkstattdienste – über dies alles schreibt er:

In der Zeit als wir mit den Schneeketten beschäftigt waren, kam auch die Polizei. Natürlich haben wir mit der Panne einen riesen Stau ausgelöst.. aber trotzdem haben die Autos versucht durchzufahren, so gab es auch einen Blechschaden weil zwei Pw’s ineinander gerutscht sind

Das ganze wird von vielen tollen Bildern und selbstgedrehten Videos aufgepeppt.

Ein kleines Fazit: Tolle Arbeit Jamie…

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