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Lenk- & Ruhezeiten

Übersicht zum Ausdrucken

Die EU hat sich im Dezember 2005 auf neue Lenk- und Ruhezeiten geeinigt. Diese sind am 11. 04. 2007 in Kraft getreten.
Was sich geändert hat, habe ich hier zusammengestellt. Das neue Gesetz sieht für Berufskraftfahrer kürzere Arbeitszeiten vor:

  • * Die wöchentliche Lenkzeit beträgt maximal 56 Stunden (bisherige Höchstgrenze: 74 Stunden)
    * Die neuen Tageslenkzeiten erlauben neun Stunden täglich und zweimal wöchentlich zehn Stunden hinter dem Steuer
    * Nach spätestens 4,5 Stunden Lenkzeit muss eine Pause von mindestens 45 Minuten eingelegt werden.
    * Von den täglich elf Stunden Ruhezeiten müssen neun statt bisher acht Stunden am Stück abgefeiert werden
    * Die Gesamtlenkzeit innerhalb von zwei aufeinander folgenden Wochen darf maximal 90 Stunden betragen
    * Jeder Fahrer muss innerhalb zwei Wochen mindestens 45 Stunden am Stück pausieren
  • Mitführpflicht von Schaublättern

    Mit Einführung des digitalen Kontrollgerätes verlängert sich die Frist zum Mitführen von Schaublättern bzw. Fahrerkartendaten und den dazugehörigen Ausdrucken (EG-Sozialvorschriften: Änderung von Artikel 15 Abs. 7 der Verordnung (EWG) Nr. 3821/85).
    Ab dem 1. Mai 2006 müssen die Schaublätter der laufenden Woche sowie der vorausgegangenen 28 Tage mitgeführt werden. Die bis dahin geltende Regel, die Unterlagen der laufenden Woche zuzüglich dem letzten Fahrtag der vorangegangenen Woche vorzuzeigen, entfällt.
    Im Einzelfall bedeutet dies:

    Fall A:
    Lenkt der Fahrer zum Zeitpunkt der Kontrolle ein Fahrzeug, das noch mit einem herkömmlichen (analogen) Schaublattgerät ausgerüstet ist, so muss er den Kontrollbeamten auf Verlangen jederzeit Folgendes vorlegen können:

    1) Die Schaublätter für die laufende Woche und die vom Fahrer in den vorausgegangenen 28 Tagen verwendeten Schaublätter,
    2) die Fahrerkarte, falls er Inhaber einer solchen Karte ist,
    3) alle während der laufenden Woche und der vorausgehenden 28 Tage erstellten handschriftlichen Aufzeichnungen und
    4) zusätzlich die Ausdrucke aus dem digitalen Kontrollgerät für den vorangegangenen Zeitraum für die Tage, an denen er ein Fahrzeug mit digitalem Kontrollgerät geführt hat.

    Fall B:
    Lenkt der Fahrer zum Zeitpunkt der Kontrolle ein Fahrzeug, das mit einem digitalen Kontrollgerät ausgerüstet ist, so muss er den Kontrollbeamten auf Verlangen jederzeit folgendes vorlegen können:

    1) Die Fahrerkarte, falls er Inhaber einer solchen Karte ist,
    2) alle während der laufenden Woche und der vorausgehenden 28 Tage erstellten handschriftlichen Aufzeichnungen und Ausdrucke und
    3) die Schaublätter für den vorgenannten Zeitraum, falls er in dieser Zeit ein Fahrzeug gelenkt hat, das mit einem analogen Schaublattgerät ausgerüstet ist.

    Die Regelung wird 20 Tage nach Veröffentlichung der neuen Verordnung im EU-Amtsblatt in Kraft treten. Voraussichtlich wird dies also ab dem 1. Mai 2006 der Fall sein.
    Wichtig:

    Verordnung (EG) Nummer 561/2006 des Europäischen Parlaments und Rates vom 15. März 2006 zur Harmonisierung bestimmter Sozialvorschriften im Strassenverkehr und zur Änderung der Verordnungen (EWG) Nr. 3821/85 und EG Nr. 2135/98 des Rates, sowie zur Aufhebung der Verordnung EWG Nr. 3821/85 des Rates.

    Gesetzestext: Lenkzeit-Verordnung (EG) 561/2006

    Buchtipp: Infobroschüre Lenk- und Ruhezeiten im Straßenverkehr 2008

    Software: Das digitale Kontrollgerät: Alles was Sie wissen müssen

    5 Tonnen geladen zu “Lenk- & Ruhezeiten”

    1. 1
      A.Mischkin meint:

      Moin,
      so weit richtig bis auf die Anzahl der mitzuführenden Schaublätter:
      EG 3821/85 verlangt den aktuellen Tag und zusätzlich die letzten 28 Tage mitzuführen. Gleiches gilt für den Digitalen Tacho (Ausdrucke müssen nicht vom Fahrer gemacht werden).
      Gruss,
      Mischkin

    2. 2
      Rudi Schmidtke meint:

      Sehr geehrte Damen und Herren,

      bei uns steht eine Frage im Raum. Wenn ein Fahrer (Digitaler Tacho) 3 Stunden Fahrzeit hatt danach eine 45 minutige Pause einlegt, wie verhält sich das mit der weiteren Fahrzeit.
      Für eine Antwort wäre ich Dankbar.

      Mit freundlichen Grüßen

      Rudi Schmidtke

    3. 3
      Uwe Schröder meint:

      Hallo Herr Schmidtke,

      danach sollte der Fahrer wieder max 4,5h fahren dürfen, mit den entsprechenden Pausen zwischendurch (15 und 30min) oder auf jedenfall im Anschluss wieder 45Minuten.

    4. 4
      Tommi meint:

      Hallo,
      ich arbeite täglich ab ca. 7 Uhr bis ca.16 Uhr hauptberuflich in einem Büro. Darin enthalten sind ca. 1 Stunde Pausen. Jetzt möchte ich anschliesend bei einem Spediteur einen 7,5 Tonner ab 20 Uhr bis 0:00 Uhr fahren. Läßt dies die Lenkzeitenverordnung zu oder was müsste ich beachten damit es hier keine Probleme gibt.
      Vielen Dank
      Tommi

    5. 5
      Ralf meint:

      @Tommi: Arbeitszeitgesetz (ArbZG) §3: Die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten.

      Damit hat sich die Frage nach den Lenk-&Ruhezeiten also schon erledigt. Betrachtet man nur die reine Lenkzeit, wäre es möglich. Kommt es jedoch zu einem Unfall mit Personenschaden, dürfte der Bär im Blümchenhemd am steppen dran sein. Denn §5 besagt, dass nach Feierabend eine Ruhezeit von mindestens 11 Stunden eingehalten werden muss. Und die wirst du nicht zusammen bekommen.

      Die Fahrperssonalverordnung (FPersV) kommt, wie der Name es vermuten lässt, nur bei hauptberuflichen Fahrpersonal in Frage. Generell gilt erst einmal das ArbZG.

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