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Wie ein Stern Instinkte wecken kann

07 Apr 2014

Der “Stern” schreibt in seiner aktuellen Ausgabe etwas über die Filipinos bei DinoTrans. Toll, dachte ich mir – und da es sich nicht ziemt, eine Zeitschrift quasi schwarz am Zeitschriftenregal zu lesen, investierte ich drei Euro siebzig und kaufte mir ein Exemplar.

Hat sich diese Investition gelohnt? Für mich eher nicht. Der Tenor des Artikels geht dahin, dass sowohl die Filipinos, wie auch Ihr Arbeitgeber Staffan Resare, der Besitzer von DinoTrans, weltoffene Menschen sind, die natürlich nur gutes wollen. Dagegen sind alle anderen böse und gemein.
Russen und Ukrainer saufen zu viel, von westeuropäischen Fahrern werden die Südostasiaten beäugt, gemieden oder sogar gehasst. Der von einem Redakteur des “Stern” begleitete phillipinische Fahrer erzählte, dass er sich jede Nacht vor Angst einschließen muß.

Genau das mache ich auch. Also die Türen verriegeln. Sowohl unterwegs im Lkw, als auch zuhause in der eigenen Wohnung. Für mich ist das ein menschlicher Instinkt, der nicht nur auf Asiaten beschränkt ist.
Instinkte bestimmen unser aller Leben. Sie sind notwendig zum Überleben, etwa wenn ein bewusster Denkvorgang zu langsam abläuft. Beispielsweise kann man eine eventuelle Unfallsituation im Straßenverkehr oft schon erahnen, bevor sie überhaupt eintritt. Instinktiv bremst man ab, um einen möglichen Unfall zu verhindern oder zumindest abzumildern.

Aber zurück zum Thema: Das Problem in der Berichterstattung ist die Nähe zur Macht bzw. zur Politik. Niemand berichtet wirklich unbefangen. Natürlich auch ich nicht. Nur ich beschäftige mich hier ja auch mit mir selbst. Oder eher mit meinem Job. Aber das macht mich auch unabhängig. Zumindest in meinem Sinne.
Von einem Magazin wie dem “Stern” erwarte ich aber mehr. Etwa einen Autor, der sich die Mühe macht hat, außer den “üblichen Verdächtigen” auch die “Gegenseite” zu befragen bzw. deren Statements zu veröffentlichen.

Sätze oder Aussagen wie…

Seit Sommer protestieren deutsche Fahrer immer wieder gegen die philippinische Konkurrenz, zuletzt vor wenigen Tagen in Dresden…

oder:

Der Hass auf die Filipinos hat um sich gegriffen

…sind ein schlimmer Fall von Zensur und Falschinformation. Ich habe auf den von mir besuchten Demos keinen anderen Teilnehmer getroffen, der Unmut gegen ausländische Fahrer gezeigt hat. Im Gegenteil: Es wurde und wird immer wieder betont, dass Beleidigungen und Diffamierungen gegen osteuropäische oder philippinsche Fahrer nicht geduldet werden.

Ein Blick auf die Seite der “Actie in de Transport” hätte genügt, um die wirklichen Ziele zu erkennen. Nämlich Perspektiven zu schaffen, auch für ausländische Lkw-Fahrer. Von Hass oder Vorurteilen lese ich da nichts.

Aber der “Stern” zeigt viel mehr eine andere, eigene Demonstration. Nämlich wie unfähig oder überfordert Redakteure sein können und wie leicht es ist, bestimmten Leuten auf den Leim zu gehen. Das die denen damit immer neue Munition liefern, wird bewußt in Kauf genommen. Mehr noch. Lieber ergeht man sich in Verallgemeinerungen. Das ist traurig. Und schade.

Actie in de Transport
Stern.de
DinoTrans

Unterwegs…

06 Apr 2014

…in Gotha:

Extralohn

04 Apr 2014

In Brauereien oder Sprudelquellen ist es noch üblich, dass Anlieferer oder Abholer eine Art Trinkgeld in Form von Produkten bekommen. Zwei, drei Büchsen Bier oder Limonade bekommt man eigentlich immer mit auf den Weg.

Anderswo sieht es dagegen eher mau aus. Umso überraschter war ich heute, dass mir der Staplerfahrer einer oberitalienischen Firma nach der Beladung mit Bratpfannen eben eine solche in die Hand drückte. Fand ich cool und hat mich gefreut.

Bratpfanne

Schlaue Dialoge

03 Apr 2014

Wer allein ist, hat es gut. Weil keiner da ist, der ihm was tut.

Wilhelm Busch (1832 – 1908)

Der Einsame

So viele Fragen

02 Apr 2014

Auf “eurotransport.de” las ich gestern ein Interview mit Christoph Schuchert. Der Mann ist Spediteur und Präsident des Landesverbandes Thüringen des Verkehrsgewerbes. In dieser Funktion ist er vehement gegen die Einführung eines Mindestlohnes. Wohlgemerkt: Der soll bei 8.50 Euro liegen. Das wären bei einer 40 Stunden Woche knapp 1 400 Euro. Brutto versteht sich.

Auf die Frage, warum eine selbst relativ moderate Bezahlung in Thüringen nicht darstellbar ist, antwortete Schuchert sinngemäß: “Wer eigene Fahrzeuge einsetzt, hat nicht die entsprechenden Renditen − zumindest nicht in Thüringen.”

Daraus lese ich, dass selbst ein Bruttolohn von 1 400 Euro für viele Transportunternehmen in Thüringen (angeblich) nicht machbar ist. Real gesehen, bleiben Verhandlungen über Lohnerhöhungen also Utopie. Zumindest in Thüringen. Was soll ein in Thüringen angestellter Fahrer also tun?
Stillsitzen und die Klappe halten? Oder auf die Lohnerhöhung bestehen? Auch wenn der Chef bei einem gezahlten Lohn von (mal angenommen) 1 700 Euro droht, die Firma dicht zu machen?

Interessant finde ich seine Beschreibung eines typisch thüringischen Fuhrunternehmens:

Das Gros der Transporteure setzt fünf bis zehn Fahrzeuge ein. Um die Verwaltung kümmert sich der Chef mit seiner Ehefrau, und wenn es brennt, setzt sich der Chef selbst ans Steuer. Da gelten andere Verhältnisse. Und diese Unternehmen müssen dann noch mit den polnischen Fuhrbetrieben konkurrieren, die ihren Fahrern vier Euro pro Stunde bezahlen.

Sieht es denn südlich oder westlich von Thüringen anders aus? Hmm. Also ich bin seit vielen Jahren in einer kleinen Firma in Mittelhessen angestellt. Auch mein Arbeitgeber kümmert sich alleine um die Verwaltung und fährt regelmäßig Tagestouren mit einem seiner Lkw – und Konkurrenz aus dem Osten hat der sicher auch. Trotzdem zahlt der mir wesentlich mehr Gehalt.
Warum geht das da und nicht im grünen Herz von Deutschland?

Ich verstehe dieses Interview auf keiner Ebene. Ich verstehe die Antworten von Schuchert nicht, ich verstehe nicht, warum der Fragesteller nicht kritischer nachgefragt hat. Das ist kein Flachs.
Erst dachte ich, das ganze wäre ein Aprilscherz. Gestern war ja der erste April. Aber nee, der Schuchert scheint es wirklich ernst zu meinen. In Thüringen gibt es viele Transportunternehmen, die Ihren Fahrern nicht einmal 1 360 Euro zahlen können oder wollen.

Hat der eigentlich schon mal für 8,50 die Stunde gearbeitet? Mit einer arbeitslosen Frau und 2 Kindern? Einer Frau, die kein HartzIV bekommt, weil die Familie insgesamt zu “viele” Einkünfte hat? In Zeiten von steigenden Mieten, einer unbezahlbaren Energiewende, einem Auto, das jeden Pforz des TÜV erfüllen muss. Dazu Essen, Trinken, Nebenkosten, Kleidung und all den sonstigen kleinen Wünschen?

Was bleibt denn da noch groß über?

Kein Wunder, dass der Thüringer Nachwuchs das Land scharenweise verlässt. Aber immerhin wird das Arbeitsamt eines Tages diese Transportbuden nicht mehr mit billigen Arbeitnehmern versorgen können.

Interview mit Christoph Schuchert
Landesverband Thüringen des Verkehrsgewerbes

Neunzig Stunden

01 Apr 2014

Die Gesamtlenkzeit innerhalb von zwei aufeinander folgenden Wochen darf maximal 90 Stunden betragen. Wenn davon zum Beginn der zweiten Woche nur noch 39 Stunden übrig sind, ist wohl Nahverkehr angesagt.
Oder ein Wochenende fern ab der Heimat.

neunzigstunden

Sie haben Post

31 Mar 2014

Christian machte mich auf eine Sendung aufmerksam, die gestern im Deutschlandradio Kultur lief:

hallo du,

ich lese regelmaessig dein blog und muste heute an dich denken als ich auf dem deutschlandradio diese 55min reportage ueber das fernfahrerleben in den 70ern hoerte.

hier ist der runterladelink
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2014/03/30/drk_20140330_0805_7d91dc45.mp3

das runterladen wird wohl teuer wenn du das nicht in d-land machst aber ich fand diese reportage sehr spannend, aber ich widerhole mich.

liebe gruesse
christian

Danke für Deinen tollen Hinweis. Ich habe mir gestern Abend die Reportage angehört. Sätze wie “Eine leichte Aufregung, der Orient. Du verlässt Europa. Jetzt meinst Du Ferne zu greifen“, machen doch Spass auf mehr.
Wer sich die knappe Stunde nehmen möchte, soll es machen. Es lohnt sich wirklich:

Über Tour und Tortur der Fernfahrer, von Ulf Borchard, DLF 1976

Dort mal hinfahren, wo die Wartezeiten an den Grenzübergängen in Wochen gerechnet werden, ganz zu schweigen von den Fahrzeiten. Eine Idee, die den Autor Ulf Borchard nicht mehr losließ. Die Tour durch den Ostblock, die Türkei, den Iran, Kuweit wird nicht nur zu einer Abenteuerreise durch damals noch unbekannte Länder. Sie erzählt auch über die Tortur, der die Fernfahrer ausgesetzt sind.

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2014/03/30/

Weite Welt – Zwischen Job und Abenteuer
Deutschlandradio Kultur

Aldi mag ver.di nicht

29 Mar 2014

Manchmal sind Fundstücke wirklich mehr als nur Stolpersteine. So postete ich am 28. Januar in dieser Rubrik einen Lkw mit der Aufschrift “Je wichtiger der Mitarbeiter, desto größer der Dienstwagen“, zusammen mit einem ver.di-Logo.

Nun belegte einem Bericht der ver.di Mitgliederzeitung “bewegen” zufolge der Lebensmitteldiscounter Aldi in Berlin und Brandenburg die Firma Stinnes Transporte GmbH aus Neubrandenburg mit einem Hausverbot. Der Grund ist eben diese Werbung für ver.di auf einigen von deren Lkw.
Diese Spedition ist tarifgebunden und hat einen Betriebsrat. Bei Aldi fährt die Firma nun mit anderen, neutralen, Fahrzeugen vor. Die Laster mit der Aufschrift rollen aber weiter über Deutschlands Straßen.

dienstwagengross

ver.di Mitgliederzeitung “bewegen” 02/2014 (Bericht auf Seite 3) (pdf-Datei)

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