Fakt ist…

12 Feb 2015

Grad gelesen: Jeder 6. Lkw-Fahrer macht in fünf Arbeitsjahren Erfahrungen mit Verbrechen. Gut das ich nur nach Italien fahre. Da schützt mich die Mafia.

Die – fast – unendliche Geschichte

11 Feb 2015

Vor knapp drei Wochen gab es hier einen Bericht über die Situation im baltischen Transportsektor. Über ähnliche Zustände habe ich vorhin auf der Website des Zeitungsverlag Waiblingen gelesen.

Da wurde Ende Januar irgendwo im schwäbischen ein im Ausland zugelassener Zwölftonner von der Polizei kontrolliert und wegen erheblicher Mängel still gelegt. Durch einen technischen Gutachter wurden gravierende Schäden an den Bremsen und der Lenkung fest gestellt. Außerdem war er höher als erlaubt. Desweiteren liefen Kraftstoff und Motoröl aus und verschmutzten die Straßen.
Da Fahrer und Firma im Ausland ansässig waren, musste zur Sicherung der zu erwartenden Geldbuße eine Bargeldsicherheit hinterlegt werden. Diese betrug 1 600 Euro.

Wie in solchen Fällen üblich, beschloss die Firma, den schadhaften Lkw in der Heimat reparieren zu lassen. Ist halt billiger. Dazu sollte dieser Laster in Lorch von einem anderen Lkw abgeholt werden.
Bei der Kontrolle diesen zweiten Lastzugs stellte die Polizei fest, dass das Gespann länger als erlaubt war und dafür keine Ausnahmegenehmigung vorlag. Desweiteren wurde der digitale Fahrtenschreiber vom Fahrer nicht richtig betrieben. Diese Verstöße führten zu einer weiteren Sicherheitsleistung von rund 1 000 Euro. Der ursprünglich kontrollierte Lkw durfte nicht mitgenommen werden.
Also beauftragte die Firma ein anderes Transportunternehmen mit der Abholung.

Doch auch Lkw Nummer drei durfte Lkw Nummer eins nicht mitnehmen. Denn auch an diesem stellte die Polizei erhebliche Mängel fest. Der Fahrer, 62 Jahre alt, besaß keine gültige Fahrerlaubnis. Am mitgeführten Sattelschlepper stellte ein Gutachter mangelhafte Bremsen fest. Ausserdem beanstandete er den Zustand mehrerer Reifen, sowie der Beleuchtung. Stoßdämpfer waren beschädigt oder fehlten ganz und Schweißarbeiten wurden unsachgemäß ausgeführt.
Der Auflieger wurde stillgelegt. Somit standen nun zwei Fahrzeuge auf dem Verwahrplatz. Die Sicherheitsleistung betrug in diesem Fall 2 900 Euro.

Auch Lkw Nummer vier durfte weder Lkw Nummer eins, noch Lkw Nummer drei verladen. Der Grund waren auch hier erhebliche Mängel. Also kam Lkw Nummer fünf. Erst dieser konnte letzten Freitag die Mängelliste durch brechen.
Damit war auch die Odyssee für den 62-jährigen Fahrer von Lkw Nummer drei beendet. Dieser campierte mehr als eine Woche bei seinem Fahrzeug. Ihm fehlte Geld für Essen und Sprit für die Standheizung. Die Polizei vereinbarte einen Termin beim Sozialamt, um dem Mann eine Überbrückung zu organisieren. Etwas Diesel wurde ihm von einer Werkstatt spendiert.

Mehr als zwei Wochen nach der ersten Kontrolle durften sich alle festgesetzten Fahrzeuge wieder auf den Weg Richtung Heimat machen. Bis auf Lkw Nummer eins. Also diesen 12-tonner. Der wurde nun doch in einer deutschen Werkstatt repariert.
Für die insgesamt 7 602 Euro Sicherheitsleistung und die ganzen übrigen Kosten hätte der Halter auch einen guten gebrauchten 12-tonner bekommen. Tja, selber Schuld.

Fundstücke Teil XCI

09 Feb 2015

Das erste Ziel einer Invasion der “Brigade Ost”? Städte im Westen in ein Verkehrschaos zu stürzen:


YouTube – Direktlink

Aber sowas von

08 Feb 2015

Letzten November vier Wochen Urlaub genossen. Dann nach drei Wochen Arbeit, wieder zwei Wochen Urlaub. Danach vier Wochen Arbeit und jetzt wieder eine Woche frei. An diesen Rhythmus könnte ich mich gewöhnen.

Das ist Politik

01 Feb 2015

Die Nahles (oder Andrea, wie sie von Genossen genannt wird) hat den Mindestlohn beim Transit ausgesetzt. Also ausländische Lkw-Fahrer sollten bei Transitfahren durch Deutschland den Mindestlohn von 8.50 Euro erhalten.
Westeuropäischen Spediteuren war das egal. Der Mindestlohn westlich von Deutschland liegt meist eh etwas höher. Nur in den neuen EU – Ländern war man damit nicht so ganz einverstanden.

Wohl auch, weil die Vorgaben für Kontrollen und Dokumentationspflichten nur schwer durchführbar waren. Aber der Hauptgrund werden natürlich die höheren Lohnkosten für osteuropäische Spediteure sein. Oder halt auch für westeuropäische Transporteure, die im Osten oder Südosten Niederlassungen haben.
Und das geht natürlich gar nicht. Wie bitte schön kann man denn dann noch Dumpingfahrten durchführen.

Also ich finde, wer in Deutschland arbeitet, hat ein Recht darauf, den hiesigen Mindestlohn zu bekommen. Auch wenn er nur beruflich durch dieses Land fährt. Wir reden hier schließlich von 8.50 Euro. Nicht mehr.

Diese Lastwagen aus dem Osten, die auf unseren Straßen unterwegs sind, machen es den deutschen Spediteuren schwer. Die fahren zu Dumpingpreisen, nutzen dadurch ihre Angestellten aus. Ein großer Teil von denen operiert hauptsächlich in Westeuropa. Viele Lkw kommen so gut wie nie in ihr Zulassungsland.
Die Fahrer werden alle paar Wochen ausgewechselt und mit Bussen oder Pkw nach Hause oder zu ihrem neuen Einsatzgebiet transportiert. Die sind quasi selber Ware.

Der Nahles geht es bei dieser Aussetzung des Mindestlohns um gute Nachbarschaft zu den Polen. Da kann ich nur drüber lachen. Was passiert denn mit den hiesigen Transporteuren? Die dürfen ruhig in die Pleite gehen?
Damit das nicht passiert, sollten Europaweit gleiche Regelungen in Bezug auf Löhne, Steuern etc. gelten. Schon deshalb, um EU-weit annähernd gleiche Vorraussetzungen zu schaffen. Aber das wird nicht passieren. Denn deutsche Unternehmen und erst recht deutsche Fahrer sind der Politik egal. Hier offenbart sich eine unerträgliche Arroganz.

Die Nahles sollte sich mal an einem Sonntagnachmittag auf eine Autobahnraststätte begeben. Da findet sie die derzeitigen Opfer ihrer guten Nachbarschaft. Polnische, baltische, rumänische oder ungarische Fahrer, die dort oftmals ihre illegale Wochenendruhezeit verbringen, um anschließend ebenso illegale Kabotage aufzunehmen.
Bei einem Topf selbstgekochter Erbsensuppe kann die sich mit den Fahrern unterhalten. Die Erlebnisse, wie sich diese Leute von einigen hundert Euro im Monat unterwegs ernähren, sind sicher interessant.

SANIFAIR ist TÜV geprüft?

29 Jan 2015

Von welchem? Dem TÜV Südlicher Karpatenraum? Aber zum eigentlichen Thema.

Mir ist es in letzter Zeit mehrmals aufgefallen, dass die Duschräume auf Autobahnraststätten abends nach neunzehn Uhr nicht mehr gereinigt werden. Und zwar deshalb, weil keine Toilettenaufsicht mehr da ist.
Den vollen Preis bezahlen darf ich trotzdem. Ich lege also drei Euro hin und bekomme einen schmutzigen, nassen, muffigen Raum geboten, die Wände mit fremden Körperhaaren verziert, dass Waschbecken mit Überresten von Zahncreme und anderen Hautpflegemitteln besprenkelt. Es ist eklig.

Ihr da von SaniFair. Für mich ist das eine Sauerei. Vor drei Wochen gab es in der Dusche einer Raststätte bei Landau in der Pfalz nicht mal Klopapier. Das durfte ich mir in der normalen Toilette besorgen. Kostete mir natürlich weitere siebzig Cent Toilettenmaut.

Heute an der Raststätte Siegerland das gleiche Spiel. Drei Euro gezahlt und einen dreckigen Duschraum bekommen. Keine Ahnung, wie viele sich da drin vor mir reinigten, ohne das mal durch gewischt wurde.
Da nutzen auch keine Badelatschen. Man steht in der keimigen, abgestandenen Brühe. Irgendwann bildet sich Leben auf meinen Füßen, trotz Hygiene. Fällt einem irgendwas runter, entsorgt man es besser gleich.

Nee, dass geht nicht. Ich zahle gerne einen angemessenen Betrag. Nur will ich dafür auch eine gewisse Gegenleistung erhalten. Im Fall von SaniFair wäre das ein zumindest oberflächlich gereinigter Sanitairraum. Mehr kann man eh nicht erwarten.

Sturheit siegt

26 Jan 2015

Es kommt schon vor, dass Pkw – Fahrer an einer Engstelle nur widerwillig Platz machen. Aber er hier ist schon ein besonders sturer Zeitgenosse. Vielleicht hatte der aber auch nur einen schlechten Tag.


YouTube – Direktlink

PS. Danke an den Facebookianer Dennis Nothdurft für die Erlaubnis, dass Video hier teilen zu dürfen.

Sie haben Post

25 Jan 2015

Johannes schickte mir einen Programmhinweis. Vielen Dank dafür.

Hallo Maik,

lese deinen Blog schon länger und gerne! Danke für die guten Einblicke und Infos.

Wollte dich kurz drauf hinweisen, dass auf dem ZDF gerade eine Doku-Reihe über Trucker läuft. Vom Stil her ist die Sendung vielleicht nicht jedermanns Sache, aber man bekommt schon einen gewissen Einblick ins Trucker-Leben, der zu dem passt, was du auch schreibst. Hier die Link zum zweiten Beitrag, der erste ist da auch verlinkt – der dritte kommt am nächsten WE: http://reportage.zdf.de/ZDF/zdfportal/

Falls du das in einem Blogbeitrag erwähnen willst, kannst du mich auch nennen,
wenn du willst. Aber bitte nur mit Vornamen. ;)

Viele Grüße und eine gute Woche!
Johannes

Ich finde diese Staffel nicht so übel. Eine Woche aus dem Leben dreier Lkw – Fahrer in drei x dreißig Minuten zu packen, ist halt nur mit Kompromissen möglich. Aber wichtiger ist, dass auf große Effekthascherei verzichtet wurde.
Auch die drei Darsteller wurden gut ausgewählt. Den Erich Altmüller kenne ich persönlich. Und zumindest bei ihm kann ich bezeugen, dass er wirklich so ist. Ehrlich direkt und ja, auch liebenswert.

Irgendwo habe ich gelesen, dass es auf ZDFinfo irgendwann demnächst eine Langfassung dieser Doku geben soll.

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